Die Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit (BT) ist eine für den Menschen ungefährliche virale Infektionskrankheit von Schafen, Ziegen, Rindern und anderen domestizierten und wild lebenden Wiederkäuern. Sie unterliegt der Anzeigepflicht nach § 9 Tierseuchengesetz.

Der Erreger
ist das BT-Virus, welches sich in 24 Serotypen unterteilt. In Deutschland grassiert derzeit der Serotyp 8. Einzelfälle des Serotyps 6 traten seit November 2008 an der Grenze zu Holland auf. Empfänglich sind besonders Schafe und Lämmer, aber auch Ziegen und Rinder erkranken. Das BT-Virus zirkuliert im Blut infizierter Tiere bis zu 100 Tage. Sie sind deshalb eine Infektionsquelle für sogenannte Gnitzen.

Die Übertragung
erfolgt ausschließlich durch blutsaugende Gnitzen (Culicoides spp.). Mit ihnen wird das Virus beim nächsten Stechakt auf ein empfängliches Tier übertragen.
Besonders aktiv sind Gnitzen nachts und während der Dämmerung bei feuchtwarmen Temperaturen. Einmal infizierte Gnitzen bleiben infektiös. Das BT-Virus kann mit den Larvenstadien der Gnitzen überleben und sogar überwintern. Auch das Sperma infizierter Bullen oder Böcke kann das Virus enthalten.

Krankheitsbild
Die Infektion verläuft in Phasen. Nach einer sog. Inkubationszeit von etwa 2-15 Tagen zeigen sich die folgenden klinischen Symptome:

  • 6 bis 8 Tage anhaltendes Fieber
  • Hyperämie (vermehrte Blutfülle) der Kopfschleimhäute, innere Blutungen
  • Ödembildung (Schwellung) an Lippen, Augenlidern und Ohren
  • seltener Zyanosen (blaurote Färbung) im Maulbereich und der Zunge
  • Geschwüre und Erosionen an den Schleimhäuten, Atembeschwerden
  • Lahmheiten, hervorgerufen durch Muskel- und Klauensaumentzündungen
  • mitunter Aborte (Fehlgeburten) und angeborene Missbildungen
  • die Sterblichkeit schwankt je nach Gnitzenbefall und sog. Viruslast teils erheblich.