Die amtliche Lebensmittelüberwachung M-V

In Deutschland liegt die Zuständigkeit für die amtliche Lebensmittelüberwachung bei den Bundesländern. Die Überwachung in M/V wird vom zuständigen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt koordiniert.

Die Probenahmen bei den Kontrollen vor Ort erfolgen durch die Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter der Kommunen der Kreise und kreisfreien Städte (VLÄ). Diese kontrollieren die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften im Hinblick auf die Zusammensetzung, die gesundheitliche Unbedenklichkeit und die adäquate Kennzeichnung der im Handel angebotenen Lebensmittel.

Doris Heim

Dezernatsleiterin

Die amtlichen Kontrollen erstrecken sich auf alle Stufen der Lebensmittelherstellung: Erzeuger-, und Herstellerunternehmen werden ebenso kontrolliert wie die Lagerung, die Beförderung und der Verkauf der Nahrungsmittel. Alle Aspekte der Hygiene und Lebensmittelsicherheit sowie die Eigenkontrollsysteme der Betriebe werden gründlich überprüft. Gesucht wird nach krankheitserregenden Keimen, Rückständen von Pflanzenschutzmitteln, Schwermetallen und anderen unerwünschten Stoffen. Auch die Zusammensetzung und Kennzeichnung der Produkte wird überprüft. Jeder Betrieb, der Lebensmittel verarbeitet oder verkauft, wird ohne Vorankündigung regelmäßig kontrolliert.

Die Verordnung (EG) Nr. 882/2004 umfasst neben dem Gesundheitsschutz auch die Ziele: Schutz vor Täuschung, lauterer Wettbewerb und freier Handel. Deshalb werden für diese Untersuchungsziele entsprechend wirksame Probenahmestrategien entwickelt. Diese amtlichen Kontrollen sind nach der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 regelmäßig auf Risikobasis mit angemessener Häufigkeit durchzuführen.

Damit entscheiden die Kontrollbehörden, wie häufig sie welchen Betrieb überprüfen, nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern nach der Höhe des Risikos. Um dieses festzustellen, werden Betriebe erfasst und in Risikokategorien eingestuft. Die Häufigkeit der Kontrollen richtet sich nach Art und Produktionsumfang des Betriebes, den Erfahrungen mit der Eigenkontrolle in dem Betrieb, nach der Art und Herkunft der Erzeugnisse, insbesondere ihre Haltbarkeit, nach der Produkt-, Produktions- und Personalhygiene, nach der Qualifikation und Anzahl des Betriebspersonals, dem bestimmungsgemäßen Verzehr der Erzeugnisse durch empfindliche Personengruppen und natürlich auch nach Art und Anzahl der Verstöße des Betriebes gegen Rechtsvorschriften in der Vergangenheit.

Die Orientierung der Untersuchungen mit stärkerer Ausrichtung auf das "Produktrisiko" und die systematische Einbeziehung der Erkenntnisse aus den Betriebsüberwachungen ist notwendig. Folgende Aspekte werden bei der risikobasierten Probenahme berücksichtigt:

  1. Rechtsgrundlagen
  2. Risikobasierte Ermittlung von Probenahmen für Analysen
  3. Lebensmittelsicherheit und Hygienekontrolle 
  4. Hersteller-, Importeur- und Großhändlerprinzip im Sinne von § 6 Abs. 1 AVV RÜb
  5. Verknüpfung mit Aspekten der Futtermittelsicherheit und Tiergesundheit

Die Grundlagen für die Probenahme sind in § 43 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) beschrieben. 
Spezifizierte Vorschriften sind in der AVV RÜb §§ 8, 9 und 9a in Verbindung mit Anlage 4 festgelegt.

Risikobasierte Ermittlung von Probenahmen und Untersuchungen

Bei der risikobasierten Ermittlung der Probenahmen für Analysen werden gemäß Artikel 3 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 882/2004

a) bereits festgestellte Risiken,
b) das bisherige Unternehmerverhalten hinsichtlich der Einhaltung spezieller Rechtsgebiete,
c) die Verlässlichkeit bereits durchgeführter Eigenkontrollen sowie
d) alle Informationen, die auf einen Verstoß hinweisen könnten,

berücksichtigt.

Im Rahmen der Risikobeurteilungen von Unternehmen zur Betriebsinspektion wird das Verhalten der Unternehmer hinsichtlich der Einhaltung spezieller Rechtsgebiete (Zuverlässigkeit) ermittelt und bewertet.

Die Verlässlichkeit der Eigenkontrollen ist ein Element in der Risikobewertung von Unterneh­men. Verlässlichkeit meint in diesem Zusammenhang nicht nur, ob Eigenkontrollen ordentlich und entsprechend der unternehmenseigenen Vorschriften durchgeführt werden, sondern auch, ob das gesamte System der Eigenkontrollen geeignet ist, die Sicherheit der Lebensmittel zu gewährleisten und ob dieses System laufend einem Bewertungs- und ggf. Änderungsprozess unterzogen wird (Prinzip der Verifizierung).

Untersuchungsziele und Art der Proben

Die Festlegung der Untersuchungsschwerpunkte und der Lebensmittelgruppen erfolgt auf o.g. Basis unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten und hinreichender Beachtung des Vorsorgeprinzips.

Länderprobenzahlen

Die Probenzahl für jedes Land wird zurzeit gemäß AVV RÜb auf der Basis der Be­völkerungszahlen ermittelt. In den Folgejahren wird dieser Probenumfang mit 100 % festgesetzt. Die absolute Probenzahl kann sich in Folge der Risikoorientierung in der Zukunft verändern.

Eigenkontrollen der Wirtschaft

Einen hohen Stellenwert bei der Überwachung von Lebensmitteln kommt den eigenen Kontrollen der Wirtschaft zu. Unternehmen, die Lebensmittel herstellen, bearbeiten und verkaufen, sind dazu verpflichtet, durch eigene Kontrollen die Qualität der verwendeten Rohstoffe zu dokumentieren. Ferner führen alle Betriebe darüber Buch, von wem sie Lebensmittel und Zutaten gekauft haben und an wen sie diese weiter verkauft haben. Gehen von einem Lebensmittel Risiken aus, so kann innerhalb kurzer Zeit nachvollzogen werden, an welcher Stelle eine Verunreinigung stattgefunden hat. Über ihre Eigenkontrollen müssen die Betriebe Buch führen, so dass der amtlichen Lebensmittelüberwachung diese Unterlagen für eine ?Kontrolle der Kontrolle? zur Verfügung stehen.

Grundlagen für die Probenplanung in M-V

  • Zuständigkeit für die Koordinierung der Probenplanung liegt beim LHD des LALLF in Zusammenarbeit mit den Referaten 550 und 560 des LU
  • risikoorientierte Probenahme auf der Grundlage der VO (EG) 178/2002 und VO (EG) 882/2004 umgesetzt für amtliche Proben in § 9 Satz 1 Nr.1 und 2 der AVV Rahmenüberwachung (AVV Rüb)
  • Entwurf der LAGV-Projektgruppe zur ?Risikoorientierten Probenahme in der Lebensmittelüberwachung?
  • Vorbereitung durch Arbeitsgruppe Probenplanung
  • aktive Einbeziehung und Mitwirkung der Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter der Kreise und kreisfreien Städte

Risikobewertung durch die VLÄ

Konkretisierung der vom LALLF berechneten Probenzahlen anhand der örtlichen Gegebenheiten nach folgenden Kriterien:

  •  Gewerbestruktur (Primärproduzenten, Hersteller, Großhändler etc.)
  •  lokale Prüfung der ansässigen Lebensmittelunternehmer bzgl. des Eigenkontrollsystems
  •  Plananpassung an die Risikobeurteilung für die Betriebe und damit an die Erzeugnisse
  •  die Häufigkeit der amtlichen Probennahme muss dem lebensmittelhygienischen Risiko zweckdienlich sein

Risikobewertung durch das LALLF

 Festlegung von Untersuchungsschwerpunkten aufgrund

  • aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse
  • Hinweisen übergeordneter Überwachungsbehörden
  • von EU-Schnellwarnungen
  • eigener Untersuchungsergebnisse
  • von Ergebnismitteilungen anderer Untersuchungseinrichtungen

Formulierung von Überwachungsschwerpunkten für das Landesprogramm

  • Probenplanung für Landesüberwachungsprogramme
  • Probenplanung für das Überwachung pflanzlicher Lebensmittel auf Erzeugerebene

Adressliste

Adressliste Stand Mai 2018
Anschrift/Sitz Telefon-Nr. Fax-Nr. E-Mail
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern
Hausanschrift: Paulshöher Weg 1
19061 Schwerin
(Postanschrift: 19048 Schwerin)
(0385)588-0 (0385)588 6024,
588 6025
Poststelle@lm.mv-regierung.de
Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern
Thierfelderstr. 18
18059 Rostock
(0381)4035-0 (0381)4001510 Poststelle@lallf.mvnet.de
1 Landkreis Nordwestmecklenburg
Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Kreishaus „Malzfabrik“
Börzower Weg 3
23936 Grevesmühlen
(03841)3040-3901 (03841)3040-3999 k.kempke@nordwestmecklenburg.de
2 Landkreis Rostock Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Am Wall 3-5
18273 Güstrow
(03843)755 39000 (03843)755 39801 elisabeth.dey@lkros.de
3 Landkreis Vorpommern-Rügen
Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Carl-Heydemann-Ring 67
18437 Stralsund
(03831)357-2441 (03831)357-442440 FD34@LK-VR.de
4 Landkreis Vorpommern-Greifswald
Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Demminer Str. 71-74
17389 Anklam
(03834)87603801 (03834)87609019 veterinaeramt@kreis-vg.de
5 Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Gartenstraße 17
17033 Neubrandenburg
(0395)570873182 (0395)5708764390 vla@lk-seenplatte.de
6 Landkreis Ludwigslust-Parchim und Stadt Schwerin
Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Postfach 1263
19362 Parchim
(03871)7223901 (03871)722773999 veterinaeramt@kreis-lup.de
7 Hansestadt Rostock
Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Am Westfriedhof 2
18059 Rostock
(0381)3818601 (0381)3818690 vla.hro@rostock.de