Mittel zum Tätowieren

Was wird untersucht?

Mittel zum Tätowieren (Tätowierfarben, Tattoo colours, Tattoo ink) und vergleichbare Stoffe, die zur Beeinflussung des Aussehens in oder unter die menschliche Haut eingebracht werden und dort, auch vorübergehend, verbleiben.

Ansprechpartner

Cornelia Trapp

Die Vorschriften des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) für kosmetische Mittel gelten auch für diese Erzeugnisse. 

Konkrete Regelungen wurden mit der Tätowiermittel-Verordnung erlassen.

Eine verbindliche europäische Rechtssetzung existiert bisher nicht. Umfangreiche Anforderungen und Sicherheitskriterien werden in der Resolution des Europarates ResAP(2008)1beschrieben.

Pressemitteilung Febr. 2014

LALLF testete Tätowierfarben
Tätowierfarben werden nicht auf die Haut gebracht, sondern direkt unter die Oberhaut gespritzt und somit in die darunterliegende Leder- sowie Unterhaut eingebracht. Was vielen Tattoofans leider weniger bewusst sein dürfte: Teile der hochkonzentrierten Farbpigmente können sich - beispielsweise über das Lymphsystem - im gesamten Körper verteilen. 2013 wurden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) Tätowierfarben untersucht. 
Insgesamt 19 Proben Tätowierfarben wurden im LALLF unter die Lupe genommen, darunter zwölf schwarze und sieben farbige Produkte. Die Analyse erfolgte sowohl hinsichtlich mikrobiologischer Beschaffenheit als auch bestimmter Elemente im Rahmen eines Monitoringprogramms, das sys-tematisch von Bund und Ländern durchgeführt wird. Zudem sollte festgestellt werden, ob Nitrosamine – organisch-chemische Verbindungen, die als krebserregend eingestuft werden – in Tätowierfarben zu finden sind. Nitrosamine sind in kosmetischen Mitteln nicht zugelassen – für Tätowierfarben hingegen existiert diesbezüglich keine rechtliche Regelung. Erfreulicherweise zeigte sich jedoch, dass keines der Produkte Nitrosamine enthielt. 
Ein positiver Trend zeichnet sich im Hinblick auf die mikrobiologischen Untersuchungen ab: Es mussten keine Beanstandungen festgestellt werden - das war bereits 2011 das Ergebnis der mikrobiologischen Analyse. Noch vor vier Jahren (2010) beanstandeten die Prüfer zwei von 13 Proben; 2008 lagen bei fünf von 21 Proben Auffälligkeiten vor.
Bei insgesamt sieben Proben wurden von den Prüfern falsche oder irreführende Kennzeichnungen beanstandet. Sechs Produkte wiesen erhöhte Metallgehalte auf und entsprachen somit nicht den Empfehlungen der Europarats-Resolution ResAP(2008)1, in der Richtlinien für die Beschaffenheit von Tattoofarben und Permanent Make up formuliert wurden. So enthielt eines dieser Produkte 5,5 mg/kg Nickel – ein Wert, der deutlich über dem technisch vermeidbareren Gehalt liegt. Nickel verfügt erwiesenermaßen über ein hohes allergenes Potential.
Zwei weitere Erzeugnisse wiesen teilweise hohe Mengen an Konservierungsstoffen (Isothiazolinone) auf – auch hier existiert bislang keine gesetzlich geregelte Vorgabe für Grenzwerte, wie sie für Kosmetika festgelegt wurde.
Genau darin zeigt sich letztlich auch die Problematik im Umgang mit und der Verwendung von Tätowierfarben: Da mo-mentan Sicherheitsbewertungen analog Kosmetika nicht vorgeschrieben sind und toxikologische Daten zu Farbstoffen in Tätowierfarben nicht umfänglich vorliegen, kann nur die Empfehlung gelten: Vorsicht bei Produkten mit zweifelhafter Herkunft oder mangelhafter Angabe der Inhaltsstoffe! Das gilt besonders für kostengünstige Artikel, die übers Internet bezogen werden können.
Die Langzeitfolgen von Tätowierungen sind weitgehend unbekannt, daher sollte sich jeder gut überlegen, ob er oder sie sich tätowieren lässt.

Gesundheitliche Risiken

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Ausschuss Tätowiermittel

Sicherheitsbewertung von Tätowiermitteln

Gesundheitsgefahren durch Tätowierungen und Permanent Make-Up

Links

Resolution des Europarates zu Anforderungen und Sicherheitskriterien bei Tätowierfarben und Permanent-Make-Up

CVUA Karlsruhe: Untersuchungsprojekt 2010 "Tätowierfarben"