Pressemitteilungen

Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Antje Krüger / Tel. 0381 - 4035 640 / antje.krueger@lallf.mvnet.de


Pressemitteilungen 2019


Untersuchung von Beikost für Säuglinge und Kleinkinder auf verschiedene Kontaminanten

Pressemitteilung vom 21.02.2019

Kinder sind eine besonders schützenswerte Verbrauchergruppe. Beikost* für Säuglinge und Kleinkinder ist daher in der EU-Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln eine streng geregelte Warengruppe. „Das beruhigende Ergebnis vorweg: in 39 Proben verschiedener Beikostarten, die auf 12 unterschiedliche Kontaminaten geprüft worden sind, gab es keine Überschreitung von Höchstmengenvorgaben“, resümiert Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin Lebens- und Futtermitteluntersuchung im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
In der Analyse waren dem Einzelhandel entnommene 19 Proben Getreidebeikost – von Müslikeksen bis Getreidebreisorten – außerdem zehn Proben Beikost auf Obst- und zehn Proben auf Gemüsebasis.
Untersuchungsparameter waren:
• Nitrat (Basis für die Umwandlung in Nitrit, welches an der Bildung der als krebserregend geltenden Nitrosamine beteiligt ist),
• die Mykotoxine Aflatoxin B1 und Ochratoxin (OTA), Deoxynivalenol (DON), Zearalenon, Fumonisine (Schimmelpilzgifte, die bereits in geringen Konzentrationen toxische Wirkungen zeigen),
• Ergot- und Tropanalkaloide (Stoffwechselprodukte bestimmter Pilze bzw. Pflanzen, die die Gesundheit schädigen können),
• die Schwermetalle Blei, Cadmium,
• PAK´s (krebserregende Verbindungen, die bei Verbrennungsprozessen entstehen und lange in der Umwelt persistieren).

Nicht alle Proben wurden auf alle Parameter untersucht. Je nach Zusammensetzung der Beikost und Risiko wurde über den Prüfumfang entschieden. „Es gab bei unseren Untersuchungen nicht einen Parameter, der Anlass zur Sorge bereiten könnte“, sagt Trapp. Das unterstreicht, dass das Risiko, in Bezug auf die gängigsten Kontaminaten bei Beikost als gering eingeschätzt werden kann. „Hier funktionierte die Eigenkontrolle der Hersteller“, schlussfolgert die Expertin.
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* Beikost = Kindernahrung, die während der Abstillzeit und zur Ergänzung der Ernährung gegeben wird
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Tierversuchskommission – verantwortungsvolles Aufgabenfeld unter Leitung des LALLF

Pressemitteilung vom 19.02.2019

Replace: Einen Tierversuch durch eine andere Methode ersetzen.
Reduce: so viele Versuche bzw. Versuchstiere wie nötig aber so wenig wie möglich.
Refine: Die Belastung der Versuchstiere, z. B. durch Schmerzen, minimieren.
Das ist das 3R-Prinzip, nach dem heute jeder Tierversuch in Deutschland eingeschätzt wird.
Weitere Fragen werden geklärt:
• Ist mit dem Plan für diesen Versuchsansatz das benannte Versuchsziel zu erreichen?
• Sind alle ethischen Aspekte und pharmakologische Details bedacht?
• Ist der Versuch so angelegt, dass eine statistische Auswertbarkeit gegeben ist?
• Passt die geplante Versuchstierzucht und die Anzahl Versuchstiere?
Diese und andere, detailreiche Fragestellungen werden verantwortungsvoll von der zuständigen Genehmigungsbehörde für Tierversuche, dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock beurteilt. Die Behörde, die geschäftsführend die Sitzungen der Tierverschskommission leitet, wird von deren Mitgliedern beraten.
Zwei Mitglieder dieser Kommission werden Ende Februar neu berufen. Dann arbeiten hier 12 ehrenamtliche Mitglieder mit – abgedeckt werden u.a. die Fachgebiete Tier- und Humanmedizin, Ethik und Tierschutz, Pharmakologie. Die Fachleute stammen aus verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes. Sie treffen sich im monatlichen Rhythmus, um die im LALLF eingereichten Versuchsvorhaben von Universitäten, dem Fried-rich-Loeffler-Institut u. a. Einrichtungen entsprechend zu diskutieren und über deren Genehmigungsfähigkeit abzustimmen.

Wissenszuwachs heißt das übergeordnete Ziel aller Tierversuche. Von Tumorerkrankungen der Haut oder der Niere des Menschen, über Parkinson bis zur Optimierung von Haltungsbedingungen für landwirtschaftliche Nutztiere – die Themenfelder für Tierversuche in M-V sind breit gefächert.
Für den Fall, dass Versuchsvorhaben von der Kommission als nicht genehmigungsfähig bewertet wurden, erfolgen entsprechende Anhörungen der Antragsteller. Bei manchen Versuchsanträgen gibt es Teilgenehmigungen mit der Auflage von Zwischenberichten vor einer Genehmigung weiterer Teilversuche (2017 in 3 und 2018 in 2 Fällen). Genehmigt worden sind 2017  68 und 2018  75 Tierversuche.
In M-V werden als Versuchstiere Mäuse, Ratten, Fledermäuse, Fische und Kaninchen, keine Primaten verwendet. Es gibt auch zunehmend Tierversuche mit dem Ziel, das Wohlbefinden landwirtschaftlicher Nutztiere weiter zu verbessern.
Außerdem gibt es Versuchsanstellungen, die das Verhalten von Tieren in bestimmten Lebensräumen untersuchen. Hier geht es auch um wildlebende Tiere, wie z. B. Kraniche, Dorsche u. a. Fischarten. Wenn Vögel beringt und/oder besendert werden und sie ein zweites Mal für eine Kontrolle oder Beendigung der Besenderung eingefangen werden, ist dies unter dem Gesichtspunkt eines genehmigungspflichtigen Tierversuchs zu sehen.

Hintergrund
Ein Tierversuch hat eine maximale Dauer von fünf Jahren. Jegliche Änderungen, wie z. B. die Tierzahl, das Versuchsdesign oder der Versuchsort müssen bei der genehemigenden Behörde an-gezeigt werden. Ist ein Tierversuch abgeschlossen, muss unmittelbar anschließend ein Abschlussbericht vom Versuchdurchführenden an das LALLF übergeben werden, in wie weit das Versuchsziel erreicht wurde.


Staupe: wer seinen Hund liebt, sollte ihn impfen lassen

Pressemitteilung vom 12.02.2019

Im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V wird in der Abteilung Tierseuchendiagnostik bei der Untersuchung auf Tollwut in den meisten Fällen auch die Erkrankung Staupe mit abgeklärt. So wiesen die Experten des Amtes in den letzten Jahren bei Rotfüchsen eine durchschnittliche Staupe-Erkrankungsrate  von 75 % der untersuchten Tiere nach.
Die Staupe, auch Canine Distemper oder Maladie de Carre, ist eine hoch ansteckende Virusinfektion der Hunde und anderer Vertreter der Carnivoren (Fleischfresser). Infiziert werden können alle Tiere der Caniden, wie Hund, Fuchs, Wolf und marderartige Tiere, wie Nerz, Dachs, Marder sowie Waschbären, Otter und auch nicht heimische Wildtiere, z. B. Pandas. Für Menschen ist das Hundestaupevirus ungefährlich. Auch Hauskatzen können nicht erkranken.
Eine Impfung schützt Hunde und z. B. auch Frettchen wirksam gegen diese Viruserkrankung. Es ist ratsam, die Haustiere ausreichend grundimmunisieren zu lassen und regelmäßige Wiederholungsimpfungen nicht zu versäumen. Es besteht eine nicht zu unterschätzende Gefahr, vor allem für jagdlich geführte, aber auch für freilaufende Hunde. Fuchs und Marder können als Erregerreservoir fungieren und nicht impfgeschützte Hunde in der Nähe menschlicher Siedlungen oder bei Waldspaziergängen infizieren.

Hintergrund
Die Staupe ist eine akut oder subakut verlaufende, fieberhafte, virusbedingte Allgemeinerkrankung. Charakteristische Symptome sind Fieber, Apathie, Nasen- und Augenausfluss, Katarrhe der Schleimhäute des Atmungss- und Verdauungstraktes. Später können sich zentralnervöse Erscheinungen ausbilden. Gelegentlich kommt es zu Hautausschlägen und zur übermäßigen Verhornung der Haut der Ballen.
Infizierte Tiere scheiden das Virus durch Speichel, Nasen-, Augensekret, Kot und Urin aus. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich direkt durch den Kontakt beim Belecken und durch Tröpfcheninfektion oder indirekt durch Aufnahme infizierten Futters oder Wassers. Eine Gefahr stellen Alttiere dar, die nicht wahrnehmbar erkrankt sind und Jungtiere infizieren können.


Ist mit Seifen und Kosmetikprodukten von Kleinherstellern in M-V alles in Ordnung?

Pressemitteilung vom 08.02.2019

Acht Seifen sowie vier weitere einheimische Kosmetikprodukte, u. a. Badekugeln und –salz, von in M-V ansässigen Kleinproduzenten sind auf ihre mikrobiologische Beschaffenheit sowie Duftstoffe und deren richtige Angabe in den Inhaltsstofflisten geprüft worden. Sechs Proben davon wurden auch auf Farbstoffe untersucht. Die Prüfung auf Kennzeichnung und pflichtgemäße Notifizierung auf europäischer Ebene erfolgte bei allen Erzeugnissen.

Im Ergebnis mussten neun der 12 Proben beanstandet werden (einige Produkte hatten mehrere Beanstandungsgründe, daher passt die Anzahl der nachfolgend benannten Beanstandungen nicht mit der o. g. Anzahl Gesamtbeanstandungen zusammen).
„In vier Seifen waren Duftstoffe enthalten, die allergen wirken können. Deren Deklaration fehlte auf den Verpackungen komplett“, kritisiert Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.

Kosmetische Mittel müssen vor dem Inverkehrbringen bei der Europäischen Kommission notifiziert werden. Dabei sind auf elektronischem Weg verschiedene Angaben an ein zentrales Register zu übermitteln (Cosmetics Products Notification Portal, CPNP). Bei acht Proben fehlte die Eintragung im CPNP komplett. Ein weiterer Eintrag war nicht vollständig.
Außerdem wurden bei acht Proben fehlende, unvollständige oder falsche Angaben der Chargenkennzeichnung, der Liste der Bestandteile, des Mindesthaltbarkeitsdatums, der Verwendungsdauer, der verantwortlichen Person bzw. des Nenninhalts festgestellt.

Erfreulich war hingegen: Die Prüfung auf mögliche mikrobiologische Verunreinigungen, wie z. B. auf Staphylokokken, Pseudomonaden und Hefen sowie auf die Farbstoffe ergab keinerlei Auffälligkeiten.

„Die hohen Mängelquoten bei den benannten fehlerhaften Deklaration zeigen, dass eine nicht unerhebliche Zahl kleiner Hersteller in M-V mit den rechtlichen Anforderungen noch nicht hinreichend vertraut ist bzw. diese noch nicht umgesetzt hat“, resümiert Feldhusen.
Die Angabe allergener Duftstoffe in der Liste der Bestandteile ist für Verbraucher zum Schutz ihrer Gesundheit wichtig. Sie ist von hoher gesundheitlicher Relevanz für Allergiker, da diese Patientengruppe solche Produktinhaltsstoffe ausschließen muss, auf die sie allergisch reagieren.
Feldhusen empfiehlt: „Wie bei Lebensmitteln, ist es auch bei Kosmetika sinnvoll, notfalls mit einer Lupe das Kleingedruckte zu lesen, bevor man Gefahr läuft, Allergene zu übersehen.“

Hintergrundinfos
Duftstoffe: Nach dem geltendem europäischen Kosmetikrecht ist das Vorhandensein von Duftstoffen bzw. Duftstoffmischungen in kosmetischen Mitteln in der Liste der Bestandteile („Ingredients“) anzugeben. Dies erfolgt durch die sogenannten INCI-Bezeichnungen (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) „Parfum“ oder „Aroma“.
Darüber hinaus hat der Gesetzgeber zum Schutz des Allergikers eine Deklarationspflicht für bestimmte allergene Duftinhaltsstoffe vorgesehen. Danach ist jeder dieser Stoffe zusätzlich mit seiner individuellen INCI-Bezeichnung in der Inhaltsstoffliste aufzuführen, wenn sein Gehalt in Produkten, die auf der Haut verbleiben („Leave-On“), > 0,001 % bzw. in  Produkten, die abgespült werden („Rinse-Off-“), mehr als 0,01 % beträgt.
Die Prüfung im LALLF auf allergene Duftstoffe ergab für vier Seifen die Anwesenheit von Linalool, Limonen, Geraniol, Citronellol und/oder Hydroxycitronellal über dem deklarationsauslösenden Wert. Die genannten Duftstoffe waren in der Liste der Bestandteile der Produkte jedoch nicht angegeben

Farbstoffe: In der europäischen Kosmetikverordnung sind bestimmte Farbstoffe gelistet, die in kosmetischen Mitteln verboten sind. Eine weitere umfangreiche Liste umfasst 153 zugelassene Farbstoffe, die jedoch teilweise mit Einschränkungen des Anwendungsbereiches oder Höchstmengen versehen sind. Darüber hinaus sind für bestimmte Farbstoffe Reinheitskriterien sowie die Angabe von Anwendungsbedingungen und Warnhinweisen vorgeschrieben.
 


Auch im Winter gießen und wässern

Pressemitteilung vom 31.1.2019

Nach klaren, sonnigen Frosttagen lassen sich an immergrünen Pflanzen oft verbräunte Blätter beobachten. Dieser Effekt tritt verstärkt auf, wenn es in der Frostzeit windig war. Besonders Kirschlorbeer (richtigerweise Loorbeerkirsche, ein Rosengewächs), ist häufig betroffen. An diesem beliebten Zierstrauch zeigen sich die Schäden besonders schnell. Viele Nadelgehölze, z. B. Eibe und Thuja, reagieren langsamer. Meist kommt es hier, ausgehend vom Bauminneren, zu vermehrtem Nadelfall im Folgejahr. Die Pflanzen verkahlen langsam von innen heraus.
Diese Phänomene lassen bei Kleingärtnern oft Ratlosigkeit aufkommen, da weder Schaderreger, noch sonstige Krankheiten erkennbar sind. „Hinter all dem steckt meist ein akuter Wassermangel in der Winterzeit“, weiß Joachim Vietinghoff, Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst des LALLF in Rostock.
Sofern die Temperaturen auch nur wenig über Null sind, beginnen Pflanzen mit der Verdunstung. In Kombination mit starker Sonneneinstrahlung und Wind sind das größere Mengen Wasser. Sind die Böden noch gefroren, können die Wurzeln kein Wasser nachliefern. So vertrocknen die Pflanzen langsam – wie bei einer Dürre im Sommer.
Was kann der Kleingärtner tun?
„Wann immer die Temperaturen über Null liegen, gießen Sie Ihre Pflanzen, besonders in ungeschützten Lagen mit viel Sonneneinstrahlung“, rät Experte Vietinghoff. Weiterhin kann eine Mulchschicht unter den Pflanzen helfen, Trockenschäden zu vermeiden. Man kann Kirschlorbeer und andere auch durch Strohmatten oder Reisig vor zu intensiver Einstrahlung und Wind schützen. Folien sind hingegen ungeeignet, denn sie wirken bei Sonnenlicht wie ein kleines Gewächshaus und regen die Verdunstung an.

Für Neuanpflanzungen sollte überlegt werden, welche Gehölze für Ihren Pflanzort passend sind. Nicht jedes Gehölz toleriert volle Sonne gleich gut. Frische Pflanzungen sind wegen des geringen Wurzelvolumens besonders empfindlich gegenüber Trockenheit. Daher empfiehlt es sich, Anpflanzungen in das zeitige Frühjahr zu verlegen. So kann gleichzeitig auch Problemen mit Wühlmausfraß vorgebeugt werden.

Kübelpflanzen, wie Citrus-Gewächse, Fuchsien-Stämmchen, Hibiskus, Oleander und Wandelröschen, sind in frostsicheren Winterquartieren auch zu pflegen. „Gießen Sie die Pflanzen unbedingt weniger als im Sommer, sie brauchen nicht viel. Wichtig ist, dass das Substrat nicht vernässt und Faulprozesse einsetzen, die der Pflanze schaden“, sagt der Abteilungsleiter.
Ist der Standort zu dunkel, versuchen die Pflanzen dem lebensnotwendigen Licht entgegen zu wachsen. Sie bilden dann in kurzer Zeit lange, dünne, zerbrechliche und unansehnliche Triebe von meist gelblicher bis hellgrüner Farbe.
Quartiertemperaturen zwischen 5 bis 10 Grad sind optimal.
Pflanzen benötigen in der Winterruhe keinen Dünger. Dieser wäre kontraproduktiv, da insbesondere der enthaltene Stickstoff das Wachstum anregt.
 


Grünkohl und Wirsing im Rückstandscheck

Pressemitteilung vom 22.01.2019
„Alle 17 planmäßig zur Prüfung auf Rückstände entnommenen Proben Grünkohl (9 Stück, davon 6 TK-Ware) und Wirsing (8 Stück) sind beanstandungsfrei“, resümiert Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Das heißt aber nicht, dass keine Rückstände in den beliebten Kohlsorten enthalten waren. Im amtlichen Test auf 440 Rückstände pro Probe waren vier Proben (2x Wirsing und 2x Grünkohl) rückstandsfrei.
In den restlichen 13 Kohlproben lagen alle nachgewiesenen Pflanzenschutzmittelrückstände, zugelassene Insektizide und Fungizide, in Größenordnungen unter den gesetzlichen zugelassenen Höchstmengen vor.
Maximal sind vier Wirkstoffrückstände in jeweils zwei Proben Wirsingkohl nachgewiesen worden – man spricht dann von Mehrfachrückständen. Insgesamt enthielten gut die Hälfte der Proben (53 %) mehr als einen Wirkstoff.
„Im Vergleich zu unseren Untersuchungsergebnissen verschiedener Kohlsorten der Vorjahre bestätigen wir hiermit durchschnittliche Größenordnungen von Rückstandsnachweisen“, sagt Feldhusen. Bioware ist in der Regel unbelastet, da der Einsatz chemischer Behandlungsmittel nur in geringstem Umfang in Ausnahmefällen zugelassen ist.

Das Kohlgemüse, ausschließlich deutscher Herkunft, wurde in den Rostocker Laboren auch sensorisch überprüft. Es ergaben sich keinerlei Abweichungen. Alle Proben entsprachen der Verbrauchererwartung.

Feldhusen empfiehlt: „Kohl ist ein heimisches Gemüse, welches preislich günstig zu bekommen ist. Er ist vielseitig zu verwenden und hat hohe Vitamin- und Mineralstoffgehalte“.
 


Pressemitteilungen 2018


Nicht alles in Ordnung: Qualität von Glühweinen aus M-V

Pressemitteilung vom 18.12.2018

„Acht der 32 weißen und roten Glühweine, entnommen Anfang Dezember von Ständen auf Märkten, aus Fußgängerzonen und Einkaufszentren, wiesen Mängel auf“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. Sie wurden im Kompetenzzentrum für Wein und Spirituosen im Institut für Hygiene und Umwelt in Hamburg untersucht. Dieses Labor ist im Rahmen der Norddeutschen Kooperation der Bundesländer für diese Aufgabe zuständig.
Es wurden jeweils die unerhitzte Originalware und die erhitzte Ware untersucht. So ist feststellbar, ob schon in der Originalware Mängel vorlagen oder ob sie durch unsachgemäßes Erhitzen entstanden.

Bei fünf Glühweinen (knapp 16 %) waren die Abweichungen so gravierend, dass sie beanstandet werden mussten. Von den erhitzten Proben waren drei aufgrund von sensorischen Abweichungen mangelhaft, wovon zwei Proben zusätzlich den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalkoholgehalt von 7 % vol nicht einhielten. Sensorische Mängel wie Mäuseln (unangenehmer Geruch und/oder Geschmack, der an Mäuseharn erinnert), brandige Noten (verkohlt), Karamellnoten und anderes konnten dabei auf eine unsachgemäße Erhitzung zurückgeführt werden.
Eine weitere Probe wies ausschließlich einen zu geringen Alkoholgehalt auf. Indizien für eine unzulässige Wässerung ergaben sich bei dieser Probe aber nicht, so dass hier ebenfalls eine unsachgemäße Erhitzung bzw. Bevorratung als Ursache ausgemacht wurde.
Zwei Glühweine sind mit irreführenden Angaben in den Verkehr gebracht worden. Es wurde Beeren- bzw. Fruchtglühwein fälschlich als „Glühwein“ verkauft. Die „Umdeklaration“ erfolgte durch den Standbetreiber.

Erfreulicherweise wurden in diesem Jahr keine Überschreitungen der Höchstgehalte für Schwermetalle, insbesondere von Nickel und Kupfer festgestellt. Die Verwendung von nicht geeigneten Kochgeschirren kann zum Übergang von diesen Metallen in den Glühwein führen.

Insgesamt müssen Verbraucher zwar damit rechnen, dass sich beim Erhitzen von Glühwein die Qualitätsparameter in kurzer Zeit verändern, aber durch gutes Management lässt sich das verhindern. „Sie sollten sich nicht scheuen, an Verkaufsständen Fragen zu stellen oder Beschwerden anzubringen, wenn ihnen der Geruch oder Geschmack der Glühweine artfremd vorkommt“, rät Feldhusen den Verbrauchern.
Wer sich zu Hause Glühwein zubereitet, sollte beachten, dass auch hier ungeeignetes Kochgeschirr Metallübergänge in den Glühwein begünstigt. Empfehlenswert ist die Nutzung unbeschädigter, emaillierter Töpfe, hitzebeständiger Glaskannen oder von Edelstahltöpfen.

Hintergrund
Glühwein ist ein Produkt, das aus Wein hergestellt wird. Sowie Wein aus anderem Obst, z. B. Heidelbeeren, Basis des Getränks ist, darf dieser Begriff in Alleinstellung nicht genutzt werden.

Die Zusammenarbeit in der Norddeutschen Kooperation (NOKO) der Bundesländer Berlin, Brandenburg, M-V, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie der Freien Hansestadt Bremen, der Freien und Hansestadt Hamburg gibt es seit Mai 2009. Sie erfolgt in den Bereichen Veterinärwesen, Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung, Bedarfsgegenstände, Wein, kosmetische Mittel sowie Tabakerzeugnisse.
Die länderübergreifende Zusammenarbeit der Untersuchungseinrichtungen soll dazu beitragen, einerseits Kostensteigerungen durch die Bündelung bestimmter Untersuchungsanforderungen zu begrenzen und andererseits ein breites Untersuchungsspektrum zur Sicherung eines hohen Niveaus des gesundheitlichen Verbraucherschutzes vorrätig zu halten.


Oft ist der Geruch das Problem, nicht der Wirkstoff

Etwa 200 Besucher auf der 27. Fachtagung „Pflanzenschutz“ des LALLF

Pressemitteilung vom 05.12.2018

„Seit drei Jahren haben wir eine abnehmende Anzahl Anzeigen von Bürgern in Bezug auf Abdrift, also das Verwehen von Pflanzenschutzmitteln bei der Anwendung.“, sagt  Dr. Joachim Vietinghoff, Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst (PSD) des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) auf der heutigen Fachtagung „Pflanzenschutz“ in Rostock. Waren es im Jahr 2017 noch 31 Anzeigen, gab es in diesem Jahr nur noch 22. Sofort anschließende Vor-Ort-Kontrollen, Probenahmen von Pflanzen und deren Analysen in den Amtslaboren des LALLF bestätigten wie im Vorjahr in nur drei Fällen ein Abdriftgeschehen, also Verstöße gegen gesetzliche Auflagen in der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung und unterstreicht auch das Gesamtergebnis, dass sich nach all unseren Kontrollen ergibt: etwa 90 % aller Landwirte verhalten sich rechtskonform in der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“, ergänzt Vietinghoff.

Außerdem wies er darauf hin, dass sich viele Anzeigen ausschließlich auf „chemische Gerüche“ bezogen. Diese Auffälligkeiten machen Anwohner natürlicherweise unsicher, stellen aber keine Gefahr für die Anrainer dar. Die auf dem Markt befindlichen Pflanzenschutzmittel sind alle zugelassen und in ihrer rechtskonformen Anwendung unschädlich für den Menschen. Das unterstrich auch die Expertin Dr. Martin aus dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR, Berlin), die auf der Veranstaltung über die Bewertung des gesundheitlichen Risikos bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln referierte.

Neben der Aussage Vietinghoffs, dass der Einfluss von Pflanzenschutzmitteln auf das Grundwasser nicht zu unterschätzen sei und zukünftig intensiver beachtet werden muss, ging er auf die Anbaukonzentration von Raps ein. Seiner Meinung nach liegt sie seit Jahren über der tolerierbaren biologischen Obergrenze. „Ganz offensichtlich sind im Hinblick auf die Anbauhäufigkeit von Raps Korrekturen unausweichlich. Generell müssen Fruchtfolgeprinzipien wieder stärker bei der Anbauplanung berücksichtigt werden, denn die Bekämpfungsmöglichkeiten von problematischen Schaderregern werden weiter zurückgehen“, resümiert Vietinghoff. Hier sind vor allem pilzliche Schaderreger am Raps zu nennen, z. B. Verticillium und Kohlhernie, die durch hohe Anbaukonzentration gefördert werden, ohne dass es gegen sie Bekämpfungsmöglichkeiten gibt. Diese und die sich ändernden klimatischen Bedingungen machen die Ernteergebnisse und damit die Betriebseinkommen weniger planbar, worauf Dr. Heilmann von der Landesforschungsanstalt M-V, einging und betriebliche Strategien zur Risikominimierung vorstellte.

Hintergrund
Zum 27. Mal richtet am 05.12.2018 der Pflanzenschutzdienst des LALLF seine traditionelle Fachtagung zum Pflanzenschutz in Rostock aus. Dabei werden die im abgelaufenen Wirtschaftsjahr relevanten Themen der Behördenarbeit und besonders des Pflanzenschutzmitteleinsatzes angesprochen, Schlussfolgerungen für die Anwendungspraxis gezogen und ein Ausblick auf zukünftige pflanzenschutzfachliche Schwerpunkte gegeben.

 


Keine Beanstandungen bei Pyrrolizidin- und Tropanalkaloiden in Kräutertees

Pressemitteilung vom 20.11.2018

Kürzlich sind im Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock 12 Proben Kräutertee auf Pyrrolizidinalkaloide und 14 andere Proben Kräutertee auf Tropanalkaloide untersucht worden. In drei Proben waren Pyrrolizidinalkaloide (PA) nachweisbar. Die Gehalte lagen jedoch alle unterhalb der duldbaren täglichen Aufnahmemenge für PA, die vom BfR definiert wurden. Daher ergaben sich keine Beanstandungen.
Die Tees stammten aus dem Lebensmitteleinzelhandel, aber auch aus speziellen Teeläden. Elf Tees wurden in M-V hergestellt.

PA sind genotoxische, krebsauslösende Substanzen, die natürlicherweise in einer großen Zahl von Pflanzenarten weltweit vorkommen. Sie können die Leber schädigen. Die Teeproben wurden im LALLF auf 30 verschiedene PA untersucht. Es handelt sich dabei um die wichtigsten Vertreter, die eine toxkologische Bedeutung haben und vom BfR bewertet worden sind. Dazu gehören vor allem die 1,2-ungesättigten PA. Weltweit sind über 650 verschiedene PA bekannt. Wichtige Pflanzenvertreter sind beispielsweise Greiskräuter und Borretschgewächse.

Tropanalkaloide (TA) sind akut giftige, natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, die auf das Herz-Kreislaufsystem und das zentrale Nervensystem schädigend wirken. Sie kommen unter anderem in Tollkirsche, Stechapfel und Bilsenkraut vor. Es sind heute mindestens 200 verschiedene TA bekannt. Im Landesamt wird routinemäßig auf Atropin und Scopolamin untersucht. Das sind zwei Substanzen, die aufbereitet auch als Arzneimittelwirkstoff eingesetzt werden können.

Gifthaltige Pflanzen oder -teile können  während der Ernte ungewollt als Verunreinigungen in die für Tees vorgesehenen Pflanzen und so mit in die Aufgussmischungen gelangen.
In Deutschland werden Tees und andere pflanzliche Lebensmittel regelmäßig stichprobenartig auf die benannten giftigen Substanzen analysiert. Mit den hier gefundenen Gehalten in Kräutertees und Tees ist eine akute gesundheitliche Gefährdung eher unwahrscheinlich. Jedoch kann für Vielverzehrer, die über einen langen Zeitraum höher belastete Teeaufgüsse trinken, ein gesundheitliches Risiko nicht ausgeschlossen werden. Daher wird Verbraucherinnen und Verbrauchern, besonders Eltern, Stillenden und Schwangeren empfohlen, abwechslungsreich zu trinken und den Flüssigkeitsbedarf nicht ausschließlich durch Kräutertee und Tee zu decken. Dies ist auch für Kinder zu berücksichtigen.

Hintergrund
Generell gilt, dass die Verantwortung für die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit und -qualität bei der Lebensmittelwirtschaft liegt. Wer mit Lebensmitteln handelt, muss alle hieraus resultierenden lebensmittelrechtlichen Verpflichtungen erfüllen. Dazu gehört auch, dafür zu sorgen, dass keine gesundheitlich bedenklichen Lebensmittel in den Verkehr kommen. Außerdem gilt ein Minimierungsgebot für unerwünschte Stoffe (Verordnung (EWG) Nr. 315/93). Dabei soll durch die gute Praxis von der Herstellung bis zum Inverkehrbringen der Gehalt an Kontaminanten in Lebensmitteln auf so niedrige Werte begrenzt werden, wie vernünftigerweise möglich ist (ALARA-Prinzip: as low as reasonably achievable-Prinzip).


Für die Verbrauchersicherheit: jährlich 500 amtliche Kontrollen im Futtermittelbereich der Nutztiere

Pressemitteilung vom 15.11.2018

Gesund vom Stall bis auf den Tisch - so sollen Lebensmittel tierischen Ursprungs erzeugt werden. In dieser Kette ist das Futter für die landwirtschaftlichen Nutztiere ein entscheidender Faktor. Es beeinflusst Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere aber auch die Beschaffenheit und Qualität der Lebensmittel. Futtermittel können Geruch, Geschmack, bestimmte Inhaltsstoffe und die Farbe von Milch, Fleisch und Eiern beeinflussen.

Ergänzend zur Eigenkontrolle der Hersteller ist die begleitende staatliche Kontrolle ein wichtiges Detail für ein gesundes Tierfutter und damit auch für gesunde Tiere und sichere Lebensmittel. Dafür sorgt in M-V die Futtermittelüberwachung des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF).
Fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Kontrolle der Herstellung, Behandlung und Handhabung von Futtermitteln und der risikoorientierten, amtlichen Probenentnahme. Die Futterproben werden von Einzelfuttermittelherstellern, Herstellern von Mischfuttermitteln, Landwirtschaftsbetrieben, Händlern, Spediteuren und Lagerhaltern entnommen und anschließend hauptsächlich in den akkreditierten Laboren des LALLF untersucht.

Etwa 500 Kontrollen finden jährlich unangekündigt in ganz M-V statt. Dabei werden ca. 400 Futtermittelproben gezogen. Im Ergebnis der Analysen wurden in den letzten drei Jahren (2015 - 2017) Verstöße gegen das Futtermittelrecht in der Größenordnung zwischen 22 bis 24 % ermittelt. Dabei handelt es sich oft um:
• Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften der Futtermittel,
• Verstöße gegen die Vorschriften zur Futtermittelhygiene, d. h. wie die Futtermittel in den Betrieben gelagert und gehandhabt werden,
• fehlende futtermittelrechtliche Registrierungen der Betriebsstätten sowie
• fehlende bzw. mangelhafte Qualitätssicherungskonzepte (HACCP-Konzepte).

Die Analysen der Futtermittel ergaben in demselben Zeitabschnitt einen Anteil nicht vorschriftsmäßiger Proben zwischen 9 und 17 %. Hier wird auf
• Inhalts- und Zusatzstoffe,
• unerwünschte, unzulässige und verbotene Stoffe,
• Pflanzenschutzmittel
und andere Aspekte untersucht, was in insgesamt bis zu knapp 12.000 Einzelparametern pro Jahr gemessen wird.
Probleme gab es unter anderem bei der Übereinstimmung von deklarierten und analysierten Inhaltsstoffangaben, z. B. Rohprotein, Rohfaser, Rohöle und –fette, Energieangaben. Weiterhin stimmten in einigen Proben die analysierten Zusatzstoffgehalte (z. B. Vitamine und Spurenelemente) nicht mit den gekennzeichneten Angaben überein. Beanstandungen im Bereich gentechnisch veränderter Organismen und der Kennzeichnung des Gehaltes verarbeiteter tierischer Proteine waren in sehr wenigen Fällen ebenfalls zu verzeichnen.

Die Kolleginnen und Kollegen dieses Fachgebietes sind neben der Kontrollarbeit auch bei speziellen Fragestellungen aktiv. Neben der Zulassung von Betrieben, die spezielle Mischfuttermittel oder Zusatzstoffe herstellen, sind auch die Grünlandflächen mit einem starken Bewuchs von für Nutztiere giftigen Jakobskreuzkrautes in den letzten Jahren verstärkt Thema gewesen. In Zusammenarbeit mit den LALLF-Experten des Pflanzenschutzdienstes wurden Kontrollmaßnahmen zur Gewährleistung der Futtermittelsicherheit notwendig. Die betreffenden Flächen wurden besichtigt und beurteilt. Auf Grund des teilweise massiven Bewuchses mit Jakobskreuzkraut musste die Beweidung mancher Flächen und die Futternutzung des Aufwuchses amtlich untersagt werden. Die anschließenden, betriebseigenen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Futtermittelsicherheit nach Empfehlungen des Pflanzenschutzdienstes sind durch die Futtermittelkontrolleure vor Ort geprüft worden. Schließlich konnten die Weideflächen wieder zur Nutzung frei gegeben werden.

Hintergrund
Die heute gültigen Rechtsgrundlagen zur Kontrolle der Futtermittel sind u. a. die Verordnung (EG) Nr. 178/2002, das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch, die Futtermittelverordnung und deren Kontroll-VO (EG 882/2004), die FuttermittelhygieneVO 183/2005 sowie eine Reihe von weiteren europäischen Verordnungen und Richtlinien.
Futtermittel sind für verschiedene Schadstoffe wie z. B. Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) oder Umweltkontaminanten wie z. B. Dioxine ein kritischer Eintragspfad in Lebensmittel (Carry-over-Effekt). Der Schutz der Verbraucher vor unerwünschten Stoffen aus der Kette Futtermittel - Tier - Lebensmittel ist ein zentraler Punkt bei der amtlichen Futtermittelüberwachung. Grundsätzlich sind sowohl Futtermittel als auch Lebensmittel dann aus dem Verkehr zu ziehen, wenn verbindlich festgelegte Höchstgehalte überschritten werden.


Safety first – Kontrollarbeit in Laboren mit Tierseuchenerregern

Pressemitteilung vom 06.11.2018

Was los ist, wenn die Maul- und Klauenseuche (MKS) grassiert, haben wenigstens die Älteren in unseren Landen noch im Gedächtnis: Straßensperren, Desinfektionszwänge für alle Autos, Mitarbeiter, die über Wochen oder gar Monate in Kuhställen bleiben mussten…
Und immer wieder gibt es Gerüchte, dass Ausbrüche von Seuchen durch entwichene Erreger aus Laboreinrichtungen verursacht werden. Eine Aufgabe des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock ist die amtliche Kontrolle, dass kein Erreger seine Laborräume verlässt.

Dr. Doris Heim, Abteilungsleiterin Veterinärdienste und Landwirtschaft des LALLF erläutert: „Mit Tierseuchenerregern beschäftigen sich in M-V elf Einrichtungen. Je nach Erreger und dessen Gefährlichkeit für Mensch und Tier werden vor-Ort-Kontrollen durch eine Tierärztin meiner Abteilung durchgeführt.“ Es gibt vier Risikogruppen von Erregern, wobei die „1“ Schadorganismen mit der geringsten Gefährlichkeit umfasst. Das sind die, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie eine Krankheit bei Mensch oder Tier hervorrufen, wie z. B. abgeschwächte Virusstämme, die zur Herstellung  von amtlich zugelassenen Impfstoffen verwendet werden. Dahingegen umfasst die „Risikogruppe 4“ Viren und Bakterien, die ein hohes Infektionsrisiko mit starker Ausbreitungstendenz haben und bei denen es weder eine wirksame Vorbeugung, noch eine Behandlungsmöglichkeit gibt. Das wären unter anderem MKS- oder Ebola-Viren. Labore dieser hohen Risikoklasse werden mindestens einmal pro Jahr kontrolliert.

Detailliert erarbeitete Checklisten helfen bei der Kontrollarbeit, sicherheitsrelevante Gegebenheiten objektiv einzuschätzen. Inhaltlich geht es unter anderem um:
• einen beschränkten Zutritt zum Schutzbereich,
• geschlossene bzw. nicht zu öffnende Fenster und Türen,
• leicht zu reinigende und zu desinfizierende Oberflächen,
• die Nutzung mikrobiologischer Sicherheitswerkbänke,
• den Einsatz geeigneter Desinfektionsmittel,
• das Tragen von Schutzkleidung sowie
• das Vorhandensein von Spezialgeräten zur Inaktivierung von potenziell infektiösem Abfall.

Daneben wird die Dokumentation in den Laborbüchern kontrolliert. „Jedes Detail muss laborseitig notiert werden: was ist wann mit einem Erreger getan worden, wo lagert er und wo ist er letztendlich geblieben“, betont Heim.

An dieser Stelle können glücklicherweise keine schwerwiegenden Verstöße in den relevanten Laboren vermeldet werden. Bei den festgestellten Mängeln handelt es sich beispielsweise um Dokumentationslücken, nicht eingehaltene Wartungsintervalle, fehlende Belehrungsunterlagen oder Arbeitsanweisungen.

Da Labore, die mit Tierseuchenerregern arbeiten, weitere Gesetze und Verordnungen einzuhalten haben (unter anderem die Biostoffverordnung und das Infektionsschutzgesetz), sind Änderungen der Tätigkeiten, der Räume bzw. die Bearbeitung neuer Erreger auch dem Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V zu melden.


Ab dem 1. November greifen die Winterlagerregelungen zum Schutz für Zander, Barsch & Co

Pressemitteilung vom 25.10.2018

Im Herbst und Winter wird ein Teil der Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns von den Fischen als Schutz- und Rückzugsraum genutzt. In diesem Zeitraum werden in solchen sogenannten Winterlagern regelmäßig hohe Fischkonzentrationen beobachtet. In den Gebieten
- Hafen Stralsund,
- Lanckener Bek,
- Unterer Ryck,
- Untere Uecker und
- Hafen Wolgast
hat das LALLF als obere Fischereibehörde die Fischereiausübung per Allgemeinverfügung zum Schutz der Fischbestände wie in den Vorjahren zeitweise eingeschränkt. Dies betrifft neben der Fischerei auch das Angeln.

Das Angeln ist in den benannten Gewässern unterschiedlich geregelt, jedoch in allen Winterlagern nur von 10:00 bis 18:00 Uhr gestattet. Zu beachten sind die Vorschriften für die erlaubten Fanggeräte. So dürfen z. B. nur Handangeln mit Twister oder natürlichen Ködern mit einem einschenkligen Haken genutzt werden, wobei der kürzeste Abstand zwischen der Hakenspitze und dem Schenkel 9 mm nicht überschreiten darf. Bei allen Ködern sind am Haken fest angebrachte Beschwerungselemente (Blei, Jigkopf u. a.) verboten.

Beim Angeln in Winterlagern ist außerdem stets eine Fangdokumentation zu führen und später im LALLF einzureichen. So soll ein Überblick geschaffen werden, was in diesen Gebieten an Fischarten vorkommt und in welchen Mengen entnommen wurde.

Die Allgemeinverfügungen mit dem genauen Wortlaut sind in den örtlichen Bereichen als Aushang veröffentlicht. Sie liegen ebenfalls in den Dienststellen der oberen Fischereibehörden aus (Wismar, Rostock, Warnemünde, Barth, Stralsund, Wiek, Sassnitz, Lauterbach, Freest und Ueckermünde).


LALLF organisiert MeLa-Landestierschauen

Pressemitteilung vom 29.08.2018

Breite und tiefe Brust, breite Schultern, einfache Bauchwamme in Weiß, Grau oder Graugescheckt…
LALLF organisiert MeLa-Landestierschauen

„Erst werden wir sie hören, dann erst sehen“, sagt Dr. Siegfried Hoffmann, Dezernent für Tierzucht im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Gemeint sind die Pommerngänse, die das „Tier der 28. Mecklenburger Landwirtschaftsausstellung“ im September in Mühlengeez sein werden und dann in zahlreichen Schauvorführungen ihre Runden auf dem MeLa-Gelände ziehen.
17 verschiedene Zuchtstämme der bodenständigen und wirtschaftlichen Geflügelrasse werden durch den Landesverband der Rassegeflügelzüchter Mecklenburg-Vorpommern e.V. gezeigt. „Das ist unseres Wissens nach der deutschlandweite Rekord“, freut sich Hoffmann. Diese Präsentationen verdanken wir dem engagierten Arbeiten vieler Züchter in M-V. 
Immer wieder ist es den Aktiven der Tierzuchtverbände ein besonderes Anliegen, in direktem Kontakt mit Jedermann ihr tatsächliches Tun und ihre Motivation dazu vorzustellen und zu erläutern. Dazu bietet die MeLa eine würdige Plattform. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft und damit die Bewahrung wertvoller Kulturgüter für nachfolgende Generationen ist ein Anliegen, was unter anderem mit den Pommerngänsen präsentiert werden kann.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LALLF organisieren die gesamten Abläufe der Tierschauen: das Programm und seine dazugehörigen Zeiten, die Ehrungen und das Verleihen sämtlicher Tierzuchtpreise. Sie freuen sich darauf, den Besucherinnen und Besuchern der Landestierschau auf dieser größten Fachmesse Norddeutschlands hier in Mecklenburg-Vorpommern geborene und aufgezogene Vertreter der zahlreichen Rassen und Schläge landwirtschaftlicher Nutztierarten vorstellen zu können. Über alle Tierarten und Rassen hinweg werden wieder mehr als 1.000 Tiere erwartet. 
Nach den Ergebnissen der Leistungswettbewerbe werden die besten Vertreter der Rassen mit Gold, Silber oder Bronze prämiert und dann für die Besucher auf den Demonstrationsschauen vorgestellt. „Das ist dann der Höhepunkt für die Züchter“, so Hoffmann.

Ein besonderer Programmpunkt ist in diesem Jahr der Bundesjungzüchterwettbewerb „Fleischrind“. Der Nachwuchs aus dem gesamten Bundesgebiet stellt sich am Samstag und Sonntag den Juroren in den Kriterien Tierbeurteilung, Rangieren und Vorführen.

Weitere Informationen rund um die MeLa auch hier: LALLF-interner Link 
oder bei der  MAZ direkt 


2017: Rückstände von Antibiotika in Fleisch knapp über Null

Pressemitteilung vom 24.08.2018

Wie die Untersuchungen des Jahres 2017 wieder zeigen: Fleisch ist in Bezug auf Antibiotika sicher und nicht gesundheitsgefährdend. 
3.827 Proben landwirtschaftlicher Nutztiere - Rind, Kalb, Schwein, Geflügel und einige Produkte – sind 2017 amtlich auf Rückstände antibiotisch wirksamer Stoffe und entzündungshemmender Mittel untersucht worden. Im Ergebnis waren 99,84 % der Fleischproben rückstandsfrei. In lediglich sechs Proben (5 x Rind und 1 x Schwein) sind die Experten per modernster Analysetechnik fündig geworden. Hier wurden die erlaubten Höchstgehalte überschritten.
Das Ergebnis passt in seiner Größenordnung zu den Zahlen, die auf Bundesebene für ganz Deutschland vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, BVL, im Nationalen Rückstandskontrollplan veröffentlicht werden. Auch von hier aus Mecklenburg-Vorpommern werden die Ergebnisse dorthin gesendet und mit verrechnet.

Die festgestellten arzneilich wirksamen Stoffe schöpfen die sogenannten ADI – Werte (akzeptierte tägliche Aufnahmemengen durch den Menschen) in keinem Fall auch nur ansatzweise aus. Dennoch ist eine zielgerichtete Beprobung und repräsentative Überwachungsdichte weiterhin geboten, um auch die letzten Verstöße aufzudecken und eine entsprechende Sensibilisierung aller Tierhalter, Tierärzte und Schlachthofbetreiber zu erzielen. Der Nachweis von Antibiotika ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann neben der Aberkennung von EU-Fördermitteln, auch mit Haftstrafe geahndet werden.

Hintergrund
Die Untersuchung von Lebensmitteln auf Tierarzneimittelrückstände ist in verschiedenen Programmen, wie z. B. der bakteriologischen Fleischuntersuchung, dem Rückstandskontrollplan oder Landesprogrammen verankert. 

Der Nationale Rückstandskontrollplan dient der gezielten Überwachung der bestimmungsgemäßen Anwendung zugelassener pharmakologisch wirksamer Stoffe sowie der Kontrolle des Freiseins tierischer Primärprodukte von verbotenen oder nicht zugelassenen Stoffen. So entsteht eine Sammlung von Erkenntnissen über die Ursachen von Belastungen. 

Die Probennahme erfolgt häufig in den Schlachtbetrieben. Es geht darum, festzustellen, ob Wartezeiten bei den geschlachteten Tieren eingehalten wurden und die gesetzlichen Höchstmengen zugelassener Präparate nicht überschritten sind. Außerdem wird auf Wirkstoffe geprüft, die keine Zulassung in der Tiermedizin haben. Diese Proben werden darüber hinaus sowohl in den Tierhaltungsbetrieben als auch auf der Einzelhandelsstufe entnommen.


Erdbeeren und Melonen getestet – keine Überschreitung von Rückstandshöchstgehalten

Pressemitteilung vom 08.08.2018

„In den kürzlich untersuchten zehn Proben Erdbeeren und zehn Proben Wassermelonen sind nur geringste Mengen an für dieses Obst zulässigen Pflanzenschutzmitteln gefunden worden“, sagt Helmar Tardel, Abteilungsleiter für Schadstoff- und Rückstandsanalytik des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock. „Damit ist ein Verzehr bedenkenlos möglich“.
Die Erdbeeren stammten ausnahmslos aus konventioneller deutscher Erzeugung, acht aus M-V. Eine Probe enthielt keine Rückstände. Die anderen Erdbeerproben enthielten im Durchschnitt 4,8 Wirkstoffrückstände. Für die eingesetzten Pflanzenschutzmittel (PSM), meist Fungizide, gibt es gesetzlich festgeschriebene Höchstgehalte. Die Ausschöpfung der Höchstgehalte betrug 0,4 % bis 28,6 %. Das bestätigt die Größenordnung, die auch in der Vergangenheit im LALLF ermittelt wurde.
„Erdbeeren sollten - wie alle Früchte, die man ungeschält isst - vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden“, empfiehlt Tardel. „Untersuchungen belegen, dass dadurch die Gehalte von Mitteln gegen Pilzbefall halbiert werden können. Aber auch mikrobielle Belastungen sind so zu mindern“, ergänzt er.

Die konventionell erzeugten Wassermelonen aus Spanien (8 Proben), der Türkei (1) und Griechenland (1) wurden ebenfalls dem Handel in M-V entnommen. Sie enthielten erfreulich wenige Rückstände an PSM. In drei der spanischen Proben war jeweils ein PSM-Rückstand nachweisbar. Dabei handelte es sich zweimal um ein Insektizid und einmal ein Fungizid.

Hintergrund
Fungizide sind Mittel, die die Pflanze, vor allem die Früchte, vor Pilzbefall schützen sollen. Damit sind die empfindlichen Erdbeeren auch nach der Ernte weniger für Fäulnis anfällig. Der Einsatz der Fungizide ist also der leichten Verderblichkeit von Erdbeeren und anderen Früchten geschuldet. Die Mittel helfen, dem Verbraucher eine unverdorbene Ware anbieten zu können.

Höchstgehalte von zugelassenen PSM werden mit hohen Sicherheitsfaktoren zu toxikologischen Grenzwerten berechnet. Die Überprüfung der Einhaltung rechtlicher Vorgaben im Bereich Pflanzenschutzmittel beugt unsachgerechter Anwendung vor und trägt zum gesundheitlichen Verbraucherschutz bei.


Nitrat in Frischgemüse – keine Beanstandungen

Pressemitteilung vom 25.07.2018

25 Proben Frischgemüse, hauptsächlich Petersilie, Rucola und andere Salatsorten, sind in diesem Jahr im LALLF auf Nitrat untersucht worden. „Erfreulicherweise wurde in keiner der Proben die erlaubte Höchstmenge an Nitrat überschritten“, resümiert Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. 

Nitrate sind Stickstoffverbindungen, die sowohl im Boden vorkommen, als auch über chemische Düngung von der Gemüsepflanze aufgenommen werden. Pflanzliche Lebensmittel sind somit eine Hauptquelle für die Nitrataufnahme des Menschen. Nitrat selbst ist für den Menschen relativ unbedenklich. Durch mikrobiologische oder enzymatische Einwirkungen ist aber die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit möglich. Ursachen können unsachgemäßer Transport und falsche Lagerung sein. Wenn etwa Salat in einem Folienbeutel luftdicht verpackt ist, reduzieren Mikroorganismen Nitrat zu Nitrit. Nitrit ist an der Bildung der als krebserregend geltenden Nitrosamine beteiligt.

Einige Gemüsesorten, wie Feldsalat, Kopfsalat, Spinat oder Rucola, auch Wurzelgemüse, z. B. Rote Beete, weisen vergleichsweise hohe Nitratgehalte auf. Daher werden diese Gemüseerzeugnisse besonders überwacht und im LALLF regelmäßig untersucht.
„Eine abwechslungsreiche Gemüseauswahl in der Ernährung schafft für Verbraucher Sicherheit, eventuell vorhandene höhere Gehalte an unerwünschten Inhaltsstoffen zu minimieren. Das ist auch aus ernährungsphysiologischer Sicht sinnvoll“, sagt Feldhusen. Fakt ist ebenfalls, dass eine Kombination von nitratreichen Speisen mit Vitamin C (z. B. aus Säften), positiv ist, denn Vitamin C hemmt die Bildung von Nitrosaminen. 

Hintergrund
Der Nitratgehalt von Gemüse hängt besonders von der Sonneneinstrahlung ab. Das von der Pflanze aufgenommene Nitrat wird hauptsächlich unter Sonneneinfluss, überwiegend zu Eiweiß und anderen organischen Stickstoffverbindungen umgewandelt. Je weniger Licht und je geringer die Temperaturen sind - wie vor allem im Winter in Gewächshäusern - desto unvollständiger wird das aufgenommene Nitrat abgebaut. Ein Teil des Nitrats wird aber auch in den Pflanzen gespeichert. Verschiedene Gemüsesorten, z. B. Kopfsalat, Spinat, Rote Bete, Radieschen und Rettich reichern je nach Jahreszeit und Anbaugebiet auffallend hohe Gehalte an Nitrat an.
Geringe bis sehr geringe Nitratgehalte haben unter anderem Rosenkohl, Chicorée, Kartoffeln, Möhren, Süßkartoffeln und Spargel. Ebenfalls als nitratarm gelten Obst und Fruchtgemüse, wie z. B. Tomaten, Paprika, Gurken, Erbsen, grüne Bohnen, Erdbeeren, Kürbis.

In der Analyse waren
10 x Petersilie
7 x Rucola
5 x Kopfsalat
1 x Eisbergsalat
1 x Feldsalat
1 x Spinat

Sieben der Proben stammten von Erzeugern aus M-V.

Laut EG-Verordnung 1881/2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln gelten z. B. für Rucola maximale Nitrat-Grenzwerte von 6.000 mg/kg. 


Das Mitbringen von Pflanzenschutzmitteln aus dem Ausland ist verboten!

Pressemitteilung vom 18.07.2018

Aus aktuellem Anlass weist der Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V darauf hin, dass von Privatpersonen im Ausland erworbene Pflanzenschutzmittel nicht über die Grenze nach Deutschland verbracht werden dürfen. Nach Erkenntnissen der Behörde handelt es sich überwiegend um Glyphosat-haltige Mittel, die in Unkenntnis der Rechtslage von Bürgerinnen und Bürgern bei Grenzübertritt mitgeführt werden. Diese Produkte dürfen jedoch in Deutschland nicht angewendet werden!

Nach dem Pflanzenschutzgesetz dürfen in Deutschland nur Pflanzenschutzmittel (PSM) eingesetzt werden, die in Deutschland auch zugelassen sind. Zugelassene PSM sind mit einem Zulassungszeichen und einer Zulassungsnummer versehen. Wichtiger Bestandteil der Zulassung ist die Gebrauchsanleitung, die in deutscher Sprache alle Bestimmungen für die richtige, bestimmungsmäße Anwendung sowie Auflagen zum Anwender- und Umweltschutz enthält.
Diese Bedingungen werden durch die im Ausland erworbenen Stoffe nicht erfüllt. Weder sind sie in Deutschland auf ihre Eigenschaften hin geprüft, noch ist ihre Wirkung als Pflanzenschutzmittel sicher. Eine Einfuhr nach Deutschland und ihre Anwendung sind darum verboten.

Das Einfuhrverbot wird durch die Zollbehörden an der Grenze kontrolliert. Wenn an den in Mecklenburg-Vorpommern befindlichen Grenzübergangsstellen zu Polen derartige Pflanzenschutzmittel gefunden werden, wird gegen die verfügungsberechtigte Person ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
Der Pflanzenschutzdienst des LALLF möchte darum Bürgerinnen und Bürger des Landes ebenso wie sich im Land befindliche Touristen informieren und gleichzeitig davor warnen, Pflanzenschutzmittel illegal nach Deutschland einzuführen.

Hintergrund
Durch die Zulassungsbehörde, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, sind in Deutschland derzeit 836 Pflanzenschutzmittel zugelassen, die unter 1620 Handelsbezeichnungen vertrieben werden. Darin enthalten sind 283 verschiedene Wirkstoffe. Für den Ökoanbau sind davon 92 Pflanzenschutzmittel mit 54 Wirkstoffen zulässig, vertrieben unter 209 Handelsbezeichnungen. 
Als Pflanzenschutzmittel für nichtberufliche Anwender im Haus- und Kleingartenbereich sind derzeit 589 Handelsprodukte zugelassen. Sie unterliegen einer besonders strengen Prüfung und sind durch eine besonders risikoarme Anwendung gekennzeichnet. Dies ist erforderlich, da nichtberufliche Anwender keiner Sachkundepflicht unterliegen, wie es bei einer beruflichen Anwendung vorgeschrieben ist. Darüber hinaus darf von einer Pflanzenschutzmittelanwendung im Haus- und Kleingartenbereich auch kein Risiko für Dritte ausgehen, denn die Behandlungsflächen sind in der Regel für die Familie des Anwenders frei zugänglich. Die o.g. illegal eingeführten Pflanzenschutzmittel erfüllen diese Bedingungen nicht. Auch deshalb sind ihre Einfuhr und ihr Einsatz verboten. 


Pflanzenschutzmittelrückstände in Kartoffeln? – Länderübergreifende Untersuchungen der Norddeutschen Kooperation

Pressemitteilung vom 27.06.2018

Die Kartoffelernte ist angelaufen - die erdigen Knollen sind ein beliebtes und variantenreiches Lebensmittel. Die Norddeutsche Kooperation ist deshalb der Frage nachgegangen, inwieweit Kartoffeln aus regionalem und überregionalem Anbau Rückstände von Pflanzenschutzmitteln aufweisen. Die Norddeutsche Kooperation ist ein Verbund der Landesuntersuchungseinrichtungen von Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig Holstein. 

Die erfreulichen Ergebnisse: von insgesamt 98 untersuchten Proben frischer Speisekartoffeln sind 88 Prozent rückstandsfrei. Nur in zwölf Prozent der Proben wurden Pflanzenschutzmittelrückstände oberhalb der Bestimmungsgrenze nachgewiesen. Zulässige Höchstgehalte wurden nicht überschritten, auch wenn in vier Kartoffelproben Mehrfach-rückstände nachweisbar waren. 
Die Kartoffeln stammten zu knapp 80 Prozent aus regionalem Anbau, davon 14 Prozent (11 Proben) aus ökologischem Anbau. Die ökologisch erzeugten Kartoffeln enthielten keine Rückstände. Die restlichen Proben kamen aus dem europäischen Ausland bzw. Ägypten. 

Fazit: Im Kartoffelanbau ist der Einsatz von Pflanzenschutzmittel zugelassen. Pflanzenschutzmittelrückstände sind in Kartoffeln seit Jahren rückläufig. Sie zählen zu den Erzeugnissen, die vergleichsweise gering belastet sind. Zum Vergleich: Im deutschen Lebensmittelmonitoring des Bundes wurden zuletzt 2014 Kartoffeln auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Damals wurden in 20 bis 50 Prozent der untersuchten Proben Rückstände nachgewiesen, aber auch keine Höchstgehaltsüberschreitungen festgestellt. 

Hintergrund
Bei den Rückstandsfunden handelt es sich um die fungiziden Wirkstoffe Propamocarb und Pencycuron, das Herbizid Chlorpropham und sein Abbauprodukt 3- Chloranilin sowie das Insektizid Imidacloprid. Bei den nachgewiesenen Wirkstoffen handelt es sich um im Gemüseanbau zugelassene Pflanzenschutzmittel. 

Die Landeslabore und Landesuntersuchungsanstalten der Länder Berlin/Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung Kompetenzen gebündelt und ein leistungsfähiges und effizientes Netzwerk aufgebaut. Zu der Norddeutschen Kooperation (NOKO) gehören:

  • Landeslabor Berlin-Brandenburg,
  •  Landesuntersuchungsamt für Chemie, Hygiene und Veterinärmedizin, Bremen,
  • Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg,
  •  Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei, Mecklenburg-Vorpommern,
  • Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit,
  • Landeslabor Schleswig-Holstein.


Der Abschlussbericht der NOKO ist hier einsehbar.


Gespenstisch, aber ungefährlich

Pressemitteilung vom 05.06.2018

Ab Mai finden sich an Weißdorn, Pfaffenhütchen und Traubenkirschen, aber auch Schlehen, Apfel- und Pflaumenbäume weiße Gespinste. Teilweise bedecken diese die kompletten Büsche und bieten einen gespenstischen Anblick. Insbesondere wenn Pflanzen im eigenen Garten betroffen sind, ist dies immer wieder Anlass zur Sorge. Verursacher sind, entgegen aller Erwartungen, keine Spinnen. Vielmehr wird das Phänomen durch die Raupen einer bestimmten Schmetterlingsfamilie, namens Gespinnstmotten (Yponomeutidae) verursacht. Die Raupen sondern Gespinstfäden ab, um sich vor Fraßfeinden und ungünstiger Witterung zu schützen. 
Gespinnstmotten sind weltweit verbreitet, alleine in Mitteleuropa leben etwa 60 Arten.

 

In unseren Breiten findet man am häufigsten 
•    die Spindelbaumgespinstmotte (Yponomeuta cagnagella), 
•    die Traubenkirschengespinstmotte (Yponomeuta evonymella) sowie 
•    die Apfelbaumgespinstmotte (Yponomeuta malinellus).

In manchen Jahren, so auch diesem, kommt es zu Massenvermehrungen. Dementsprechend werden ganze Pflanzen eingesponnen und komplett kahl gefressen. Eine Gefahr für den Menschen sind die Raupen der Gespinstmotten nicht. Sie mögen allenfalls ekelerregend sein. Befallene Büsche und Bäume treiben in der Regel wieder aus.

Um den Garten gespinstfrei zu halten, sollten Kleingärtner ihre Bäume im Frühjahr kontrollieren und beginnende, bewohnte Nester ausschneiden und ggf. verbrennen oder im Hausmüll entsorgen. Biologische Gegenspieler sind verschiedene Nützlinge wie Raubwanzen, parasitierende Wespen und Meisen. Sie lassen sich durch Insektenhotels, Steinhaufen und Nistkästen in die Gärten zu locken.
Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in der Regel sinnlos. Die Raupen werden durch das Gespinst geschützt, so dass Insektizide sie nicht erreichen. 

Ergänzend
Biologie
Die Falter sind schneeweiß mit schwarzen Punkten. Sie fliegen in den Monaten Juni und Juli hauptsächlich um die Futterpflanzen ihrer Raupen. Dort legen sie gleich nach dem Schlüpfen und der sofortigen Begattung ihre Eier an der Rinde von Trieben und Zweigen ab. Die geschlüpften Jungraupen überwintern dort. Etwa im folgenden April/Mai werden sie aktiv, wandern auf die Blätter und fallen erst auf, wenn sie große Teile der Zweige mit Gespins-ten umgeben haben. Anfangs liegen diese Raupennester meist an den Zweigspitzen. Gesellig fressen sie in den Nestern, häuten sich dort, wandern weiter und legen neue an. Bei Massenvermehrung findet man so eine Unzahl großer, schleierartiger Gespinste.
Die Nester sind durchsetzt mit Häuten und dunklen Kotkrümeln, bewohnt von mehreren etwa 2 cm großen, gelbgrauen, fleischi-gen, mit dicken schwarzen Punkten versehenen Raupen. Die ausgewachsenen Larven verpuppen sich in den Nestern grup-penweise in weißen Kokons. Nach ca.14 Tagen Puppenruhe schlüpfen die Falter.

Interessant
Die oft sehr dichten Gespinste von Yponomeuta wurden früher in Tirol zur Malerei genutzt. Erwähnt wird die Technik schon im 16. Jahrhundert. Das erste erhaltene Gemälde stammt aus dem Jahr 1730. Bei diesen sogenannten Spinnwebenbildern wurden Teile des Gespinstes vom Baum geschnitten, auf einen Rahmen ge-spannt und der Malgrund anschließend mit Milch behandelt. Gemalt wurden vor allem Aquarelle, teilweise jedoch auch Ölgemälde oder Kupferstiche.


Zum Wohl der Biene - Gründung der Bienengesundheits-AG M-V

Pressemitteilung vom 21.05.2018

Ein Zusammenschluss von Vertretern aller in M-V relevanten Einrichtungen, die das Wohl der Bienen unterstützen, ist in Rostock erfolgt. Auf Initiative des LALLF wurde die Bienengesundheits-Arbeitsgemeinschaft unter Federführung des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes Vorpommern-Rügen in enger Zusammenarbeit mit dem Bienengesundheitsdienst des Landes und dem LALLF ins Leben gerufen. So wird die Beratung der Imker durch diese koordinierte Arbeit eine neue Qualität erreichen.

Jede der nachfolgend benannten Einrichtungen wird mindestens einen Vertreter in die Arbeitsgemeinschaft abordnen: 
× Landesimkerverband M-V, 
× Landesverband der Buckfastimker M-V, 
× Bienengesundheitsdienst der Tierseuchenkasse M-V, 
× Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter der Landkreise und kreisfreien Städte,
× Tierseuchenbekämpfungsdienst und Labor des LALLF 
× Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt M-V.
Regelmäßige Treffen und der Austausch aller Erkenntnisse sollen zu einer optimierten Ergebnislage in der ganzheitlichen Betrachtung der Bienengesundheit führen.

Diskutiert wird der Nutzen eines Monitorings zur Früherkennung einer möglichen Einschleppung des Kleinen Beutenkäfers. Der Befall von Bienenständen mit dem Kleinen Beutenkäfer zählt zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Bereits der Verdacht unterliegt der Anzeigepflicht nach dem Tiergesundheitsgesetz des Bundes. Seine Schadwirkung erfolgt durch die Larven des Käfers, die als Schädlinge Honig, Pollen, Waben und Bienenbrut fressen. Derzeit ist der Schädling noch nicht in M-V nachgewiesen worden. 

Weiterhin soll bei den Imkern auf die Untersuchungsmöglichkeit zu bienenrelevanten Viren im LALLF hingewiesen werden. Hier kann im Zusammenhang mit neuesten Analysemethoden auf 
- das Flügeldeformationsvirus 
- das Akute Bienenparalysevirus 
- das Chronische Bienenparalysevirus untersucht werden. Ursachen für Völkerverluste durch Viren und andere Ursachen können eventuell so geklärt und Behandlungslücken bei der Arbeit der Imker geschlossen werden.

Ergänzend:
Folgende Fakten wurden in der Gründungsbesprechung weiterhin zusammengetragen:
- die Varroamilbe ist eines der Hauptprobleme für die Bienen , nicht nur als unmittelbarer Schädling, sondern auch als Überträger von Bienenviren
- die Amerikanische Faulbrut erfordert einen intensiven Austausch aller an der Bekämpfung Beteiligten
- Zusammenstellung von Fakten für eine Anpassung der Bienenseuchen-Verordnung des Bundes
- die Arbeit der Bienensachverständigen – qualifizierte Helfer zur Unterstützung der Amtstierärzte in Sachen Seuchenprophylaxe und -Bekämpfung – ist wertvoll und unabdingbar
- Honiguntersuchungen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und eventueller Gehalte von Pyrrolizidinalkaloiden, giftigen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen aus bestimmten Pflanzen, werden im LALLF weiter geführt
- Schäden durch Pflanzenschutzmittel an Bienen bilden die Ausnahme (von 40 seit 2012 beim LALLF gemeldeten Verdachtsfällen waren vier Schäden durch PSM nachweisbar).


Viel hilft nicht viel! Pflanzenschutzmittel und Dünger im Garten sensibel einsetzen

Pressemitteilung vom 07.05.2018

„Wissen Sie, unsere Rosen haben immer diese Flecken auf den Blättern und letztes Jahr hab ich mindestens zweimal Bi 58* gespritzt, aber so richtig geholfen hat das nicht.“ An diesen Bericht eines Hobbygärtners am MeLa-Stand des LALLF erinnert sich Dr. Stephan Goltermann, stellvertretender Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst des LALLF in Rostock, noch lebhaft. Hier hatte jemand ein Insektizid mit einem Mittel gegen Pilze verwechselt. Ganz verstummt sind solche Anfragen trotz der Informationspflicht der Verkäufer von Pflanzenschutzmittel nicht. Hat ein Hobbygärtner Fragen zu Schäden an den Pflanzen im heimischen Garten, fragen die Kollegen des Pflanzenschutzdienstes nach allem, was die Pflanzengesundheit beeinflussen kann. Aus diesen Gesprächen zieht Goltermann den Schluss, dass wenn ein Hobbygärtner zu Pflanzenschutz- oder Düngemittel greift, häufig das alte Prinzip „viel hilft viel“ gilt.
Im heimischen Garten sollte die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln (PSM) möglichst die Ausnahme sein. Laut dem Pflanzenschutzgesetz dürfen hier nur Mittel angewendet werden, die den Aufdruck "Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig“ tragen.
Verkäufer von PSM sind gesetzlich zur Beratung von „wogegen, wann und wie“ verpflichtet. Auch wenn die chemischen Mittel einfach in der Handhabung sind und vergleichsweise günstige Eigenschaften haben, sollte ein verantwortungsvoller Gärtner auch nach Alternativen fragen.
Wenn sich der Hobbygärtner zu einer Anwendung entschlossen hat, ist die Gebrauchsanleitung auf der Packung Pflichtlektüre. Darin steht alles Beachtenswerte und was zu einer sicheren und vorschriftsmäßigen Anwendung nötig ist. Das Befolgen der Hinweise zur sachgemäßen Lagerung und Entsorgung runden einen verantwortungsvollen Einsatz von PSM ab.
Goltermann weist darauf hin, dass Pflanzenschutzmittel auf Freilandflächen nur eingesetzt werden dürfen, wenn diese landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Gärtnerisch genutzt werden auch Haus- und Kleingärten, aber nicht Wege, Hauseinfahrten, Böschungen oder sonstige befestigte und unbefestigte Freilandflächen. Hier stellt die PSM-Anwendung eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeld geahndet werden kann. Eine Anwendung auf diesen Flächen ist nur erlaubt, wenn zusätzlich eine Ausnahmegenehmigung bei dem Pflanzenschutzdienst beantragt und genehmigt wurde.
Noch ein Gedanke zur Düngung: Pflanzen werden durch eine überhöhte Düngergaben, besonders von Stickstoff, empfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Bundesweite Untersuchungen haben ergeben, dass die meisten Gartenböden extrem überversorgt sind, vor allem mit Phosphor, Kalium, Stickstoff. Besonders bei Stickstoff gilt es, das richtige Maß zu finden: ein Zuviel im Boden kann zu einer Nitratanreicherung in der Pflanze führen. Der Verzehr solcher Pflanzen hat beim Menschen möglicherweise gesundheitsschädliche Folgen. Von den Pflanzen nicht benötigter Stickstoff geht außerdem leicht durch Auswaschung in tiefere Bodenschichten verloren und kann damit das Grundwasser belasten. Grundsätzlich gilt für den Hobbygarten: Wird ein Boden regelmäßig mit organischer Substanz, wie Kompost, Mist, Gründüngung, versorgt, ist eine ausreichende Stickstoffzufuhr meist gewährleistet. 
Goltermann resümiert: „Im Kleingarten helfen in den meisten Fällen Hacke, Schere und das Absammeln von Raupen, Schnecken und befallener Pflanzenteile. Kleingärten sollen Orte der Biodiversität sein. Unter den Bäumen stehen Sträucher und daneben wachsen Erdbeeren und Kräuter. In diesem wunderbaren Durcheinander ist einfach kein Platz für chemischen Pflanzenschutz.“
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*Bi 58 ist im Haus und Kleingarten nur bei Zierpflanzen unter Glas zugelassen! Es ist bienengefährlich und schädigt Insekten!

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Tierschutz beim Angeln Pflicht!

Pressemitteilung vom 04.05.2018

Erstmals fand am 2.5.18 eine gemeinsame Kontrolle der oberen Fischereibehörde des LALLF und des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes Rostock bei Heringsanglern im Bereich der Unterwarnow statt. Spezifischer Hintergrund war die Prüfung der Einhaltung der tierschutzrechtlichen Bestimmungen beim Angeln, hier speziell das Betäuben und Töten der Fische im Sinne der Tierschutzschlachtverordnung. 

Im Bereich des Stadthafens und des Fischereihafens wurden rund 40 Angler kontrolliert, wobei bei knapp der Hälfte Verstöße gegen die vorgenannten Bestimmung festgestellt werden mussten. Zwar waren die Fische meist durch Schlag auf den Kopf betäubt worden, jedoch unterblieb die Tötung durch Herzstich oder Kiemenschnitt. Vielfach hatten sich die Heringe im Eimer nach dem Schlag auf den Kopf wieder erholt und zeigten Atembewegungen oder sprangen noch hoch. 
Die Verantwortung des Anglers gegenüber dem Tier verlangt, dass die gefangenen Fische „im Rahmen der Aneignung“ ordnungsgemäß durch einen stumpfen Schlag auf den Kopf betäubt und danach sofort getötet werden. 

Die Feststellungen wurden durch die Veterinärbehörde aufgenommen und werden dort bearbeitet. Wenn ein Fisch nicht, nicht richtig, nicht in der vorgeschriebenen Weise oder nicht rechtzeitig betäubt wird, kann das als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 € geahndet werden. 
In Kürze werden weitere Kontrollen zum Tierschutz beim Angeln durchgeführt.

Informationen für Angler sind aufgrund der vielfältigen Hinweise zu tierschutzwidrigem Verhalten vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in M-V im September 2017 herausgegeben worden. Der Flyer „Angeln in MV – aber richtig!“ enthält alles notwendige Wissen, um gesetzeskonform zu handeln - pdf.

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Keine Salmonellen auf und in Eiern

Pressemitteilung vom 25.03.2018

„Seit zwei Jahren haben wir bei den amtlichen Untersuchungen im LALLF keine Salmonellen im oder auf dem handelsüblichen Hühnerei der Güteklasse A nachweisen können“, freut sich Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. In der Untersuchung waren insgesamt 1.518 Eier.

Im mikrobiologischen Probenansatz werden die Eier getrennt nach Eischale und Eidotter analysiert. Am Ende ergab sich seit dem Jahr 2016 das Ergebnis: weder auf der Eischale noch im Eiinneren Salmonellen.
Wie die Untersuchungsergebnisse bundesweit in den letzten Jahren zeigen, werden diese Bakterien im Geflügelbereich immer seltener nachgewiesen. Das resultiert aus den angewendeten Salmonellenbekämpfungsprogrammen, u. a. den Impfungen der Legehennen. Falls doch Salmonellen gefunden werden, geschieht der Nachweis in der Regel auf der Schale, da die Keime den Legedarm besiedeln, die Hühner selbst aber nicht erkranken. 
Zwar werden die Eischalen nicht mitgegessen, der Eiinhalt kommt aber beim Aufschlagen mit der Außenseite der Schale in Kontakt. Auf der Schale vorhandene Salmonellen könnten so den Inhalt kontaminieren. Bei Rohverzehr, z. B. roheihaltigen Mayonnaisen oder Tiramisu, besteht ein Risiko für die Gesundheit des Verbrauchers. 
Speisen, die Rohei enthalten, sollten umgehend verzehrt oder nach rascher Abkühlung auf unter 7 °C höchstens 24 Stunden aufbewahrt werden. „Insbesondere ältere, kranke oder abwehrgeschwächte Menschen sowie Kinder sollten trotz der hier angeführten optimalen Untersuchungsergebnisse auf roheihaltige Speisen zum Schutz vor Infektionen verzichten“, rät Feldhusen. Er ergänzt: „Achten Sie beim Eierkauf allgemein auf einwandfreie, nicht beschädigte Ware. Beim Zubereiten von Speisen mit rohen Eiern ist die Einhaltung der Küchenhygiene sehr wichtig!“

Weitere Hintergrundinfos:
Auf der Verpackung von Hühnereiern müssen u. a. das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und der Verbraucherhinweis "Nach dem Kauf bei Kühlschranktemperaturen aufbewahren. Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums durcherhitzen." deutlich sichtbar angebracht sein. Das Mindesthaltbarkeitsdatum beträgt höchstens 28 Tage nach dem Legen. Hühnereier dürfen nur 21 Tage nach dem Legen an den Verbraucher abgegeben werden.

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Zunehmend forensische Untersuchungen im Landesamt

Pressemitteilung vom 20.03.2018

Ein toter, etwa einjähriger Schäferhund wird zu einer amtlich angewiesenen Untersuchung auf die Todesursache in die Abteilung Tierseuchendiagnosik des LALLF nach Rostock eingesendet.
Das Tier ist in einem guten Ernährungszustand und weist auch sonst äußerlich keine Auffälligkeiten oder Verletzungen auf. In der Luftröhre findet der Pathologe etwas schaumige Flüssigkeit. Der Magen ist voll futterartigem Brei – aber unnatürlich türkisgrün gefärbt… Am Ende der Untersuchung stellt sich heraus, dass die Befunde für eine Vergiftung mit Schneckenkorn sprechen.

Dieses und andere Themen spielten im Jahr 2017 in der LALLF-Arbeit eine Rolle. Insgesamt sind 1.651 Proben in der Pathologie untersucht worden. Davon waren 61 Tiere in 39 Aufträgen für die Forensik bestimmt: Neben 22 Heim- und Hobbytieren (Hunde, Katzen, Zwergkaninchen), auch landwirtschaftliche Nutztiere wie Geflügel, Rinder, Schafe, Pferde, Kaninchen und gelegentlich Zoo- und Wildtiere (zum Vergleich: im Jahr 2016 waren es insgesamt 1.476 Sektionen, davon 32 forensische Sektionen).
Tierschutzrelevante Befunde gab es nach den aufwändigen Untersuchungen bei sechs Tieren: einem Kalb, vier Schafen und einem Schwein. 
Fälle mit forensischem Hintergrund enden für den Pathologen meistens mit dem Versand des Obduktionsberichtes an den Amtstierarzt, die Polizei oder die Staatsanwaltschaft. Ob ein Fall wirklich gelöst wurde, ein Täter gefasst und eine gerechte Strafe erhielt, erfährt er leider nur selten. In manchen Fällen treten die Amtspathologen aber auch als Sachverständige vor Gericht auf.

Die forensische Veterinärpathologie ist ein umfangreiches, äußerst anspruchsvolles und gleichermaßen interessantes Feld. In unserer heutigen Gesellschaft, in der Heimtiere oft als Familienmitglieder gelten, rückt der Tierschutzgedanke mehr und mehr in den Fokus. Für Verbraucher spielt aber auch das Tierwohl landwirtschaftlicher Nutztiere eine immer größere Rolle. Dies ist auch an den zunehmenden forensischen Sektionen landwirtschaftlicher Nutztiere im LALLF zu spüren.

Hintergrund
Forensik ist ein Sammelbegriff für wissenschaftliche und technische Arbeitsgebiete, in denen kriminelle Handlungen systematisch untersucht werden.
Aufgabe der Veterinärpathologie des LALLF ist in erster Linie die Früherkennung anzeigepflichtiger Tierseuchen, meldepflichtiger Tierkrankheiten und Zoonosen bei verendeten landwirtschaftlichen Nutztieren. 
Die Pathologen werden aber mehr und mehr bei forensischen Fragestellungen von amtstierärztlicher Seite oder der Staatsanwaltschaft mit einbezogen. Verdacht auf Vergiftung, Vernachlässigung und Misshandlungen sind häufige Einsendungsgründe. Auch bei Jagdunfällen, Arzneimittelnebenwirkungen, gutachterlicher Tätigkeit in Versicherungsfällen oder als Sachverständiger vor Gericht ist der Pathologe gefragt. 

Ausführlicheres auch Z. B. unter: Verbraucherschutz 
S. 27 ff

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Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Zitrusfrüchten?

Pressemitteilung vom 28.02.2018

„Das gute Ergebnis vorweg: Rückstandshöchstgehalte von Pflanzenschutzmitteln sind in den gerade untersuchten 30 Proben Zitrusfrüchten nicht überschritten worden“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock. 
Zehn Proben Mandarinen, zehn Proben Grapefruits, sechs Orangen- und vier Zitronenproben sind auf jeweils über 400 Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln (PSM) analysiert worden. Biologisch/ökologisch erzeugt waren zwei Zitrusfrüchte (1 x Zitrone, 1 x Orange), alle anderen entstammten dem konventionellen Anbau. 
Während die zwei Bio-Proben keine Rückstände aufwiesen, waren in den übrigen Zitrusfrüchten bis zu sieben Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln pro Probe nachweisbar (Maximum sieben PSM bei einer Clementinen- und zwei Grapefruitproben). Man spricht in diesem Fall von Mehrfachrückständen.
Zitrusfrüchte dürfen zur Verlängerung der Haltbarkeit auch nach der Ernte mit PSM behandelt werden. Übliche Wirkstoffe zur Nacherntebehandlung, zur Schimmelpilzvermeidung sind Imazalil, Thiabendazol und o-Phenylphenol, die auch in den aktuellen Untersuchungen oft nachweisbar waren. Die Nacherntebehandlung ist jedoch kennzeichnungspflichtig. Eine Probe Grapefruit wurde aufgrund der fehlenden Kenntlichmachung solch einer Nacherntebehandlung mit Thiabendazol beanstandet.

Zur Sicherheit der Verbraucher und wegen der speziellen Schalenbehandlungsmethoden werden Zitrusfrüchte als ganze Früchte untersucht, also im Mix von Fruchtfleisch und Schale. Die Rückstandshöchstgehalte für PSM beziehen sich auf die gesamte Frucht. Bekannt ist, dass im Fruchtfleisch in der Regel nur etwa 18 % der PSM-Wirkstoffe Im Vergleich zu ganzen Früchten mit Schale aufweisen (Untersuchungen des Bundesamtes für Risikobewertung, Berlin). „Um die Übertragung von Rückständen von der Schale auf das Fruchtfleisch zu minimieren, erscheint ein Händewaschen nach dem Schälen und vor dem Verzehr der Früchte grundsätzlich sinnvoll. Ergänzt werden kann das durch das Waschen der Zitrusfrüchte vor dem Schälen“, erläutert Feldhusen.

Hintergrund
Herkunft der Zitrusfrüchte:
24 x Spanien
2 x   Italien
2 x   Türkei
1 x   Griechenland
1 Probe ohne Herkunftsangabe
Schalenbehandlungsmittel (Nacherntebehandlungsmittel) sind Fungizide (Wirkstoffe gegen Pilzbefall), die häufig auch zusammen mit verschiedenen Wachsen auf die Schalen von Zitrusfrüchten aufgebracht werden. Ziel ist, den Verderb der Früchte auf dem Transport und während der Lagerung zu vermeiden. Das Wachs schützt die Früchte vor Austrocknung. Danach sind die Schalen für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet. Deshalb muss diese Nacherntebehandlung beim Verkauf für den Verbraucher deutlich sichtbar kenntlich gemacht werden. 

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Von Erdmandelgras bis Maiszünsler... Amtsschulungen helfen Landwirten, ihre Kulturen fachlich gut zu managen

Pressemitteilung vom 22.02.2018

Die eröffnende Aussage von Dr. Stephan Goltermann, Dezernatsleiter im Pflanzenschutzdienst (PSD) des LALLF in Rostock, dass die amtlich regisitrierten Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht im Vergleich der Jahre 2016 und 2017 um 17 % abgenommen haben, erzeugte bei den anwesenden Landwirten der Region um Ribnitz-Damgarten eine gute Grundstimmung. Etwa 55 Landwirte und einige Berater nahmen an dieser von insgesamt 12 Winterschulungen quer durch M-V teil. Organisatoren sind die Kolleginnen und Kollegen der vier Regionaldienste des Pflanzenschutzdienstes des Landesamtes. Neuigkeiten aus dem Pflanzenschutzrecht, Empfehlungen zum Pflanzenschutz für Mais, Getreide und Winterraps, überwiegend abgeleitet aus Ergebnissen eigener Versuche, ergeben für die Anwesenden objektive Aussagen zur Unterstützung ihrer Arbeit.
Goltermann ergänzt in Bezug auf das o.g. Ergebnis: „Die abnehmende Anzahl Verstöße unterstreicht den Trend zu einem immer geringeren Problemniveau der in der Öffentlichkeit ängstlich beobachteten und oft stark kritisierten Einsätze von Spritzentechnik auf den Kulturflächen. Dabei waren die Rahmenbedingungen für die Technikeinsätze 2017 – überdurchschnittliche Niederschläge, oft verbunden oder ergänzt mit Wind – eher problematisch, so dass sich der Spritzeneinsatz auf eine geringe Einsatzzeit konzentrierte.“

Der Mais nimmt in M-V bekanntermaßen einen großen Anteil Ackerfläche ein. Er ist die drittgrößte Kultur nach Weizen und Raps. Was die wenigsten Beobachter wissen: „Trotz des Anbauumfangs benötigt der Mais bislang nur Herbizide zur Unkrautregulierung und erreicht somit ein geringes Maß an chemischem Pflanzenschutz“, unterstreicht Goltermann. Aktuell diskutiert werden das Auftreten neuer Schaderreger. Neben Pilzerkrankungen spielt in diesem Zusammenhang der Maiszünsler eine Rolle. Dieser Schmetterling hat sich seit seinem ersten Auftreten in M-V im Jahr 2001 im gesamten Land ausgebreitet. 2017 waren nachweislich im Schnitt 17 % der Maispflanzen betroffen. Die Raupen fressen im Stängelmark, in den Kolben, beeinträchtigen so den Ertrag sowie die Standfestigkeit der Pflanzen und befördern die Infektion des Mais mit Schadpilzen. Die Raupen überwintern im unteren Teil der Stängel. Hier setzt der integrierte Pflanzenschutz an. Mit speziellen Mulchern werden die Pflanzenreste nach der Ernte so stark zerkleinert, dass die Larven keinen Ort zum Überwintern finden. Nebenbei werden mit der Stoppelbearbeitung auch die Pilze dezimiert. „Insektizide und Fungizide werden derzeit nicht gebraucht. Der Mais bleibt eine pflegeleichte Kultur“, schlussfolgert Goltermann vor dem Fachpublikum.

Neben den schon bekannten Gefahren für die Ackerkulturen gibt es seitens der Experten des PSD auch Hinweise auf mögliche neue Schadorganismen im Ackerbau. „Aufgrund seiner raschen Ausbreitung von Süden nach Norden gehen wir davon aus, dass das Erdmandelgras (Cyperus esculentus) als invasiver Neophyt auch in unserem Bundesland gute Lebensbedingungen vorfindet und dann u. a. durch schnelle Vermehrung in extreme Konkurrenz zu den Kulturpflanzen geht“, warnt Goltermann. Die bis zu einigen hundert mandelgroßen Knöllchen des Grases – die unteridischen Überdauerungsorgane - bleiben bis zu zehn Jahre keimfähig im Boden und lassen sich kaum mechanisch oder chemisch kontrollieren. 

Noch nicht lange im Fokus der Berater ist die Sprenkelkrankheit der Gerste (Ramularia), ein Blattpilz, der mittlerweile Landwirten im restlichen Bundesgebiet „graue Haare wachsen“ lässt. „Nur in M-V bereitet die Krankheit, die Gerstenbestände innerhalb weniger Tage zusammenbrechen lassen kann, noch keine Probleme. Warum, bleibt uns ein Rätsel“, äußert der Fachmann. „Dieser aggressive Pilz ist sehr schwer zu behandeln. Es gibt nur einen einzigen geeigneten Wirkstoff bei den Pflanzenschutzmitteln und dessen Zukunft ist wegen Zulassungsfragen ungewiss“, ergänzt er.

Hintergrund
Die neuen Ergebnisse und Empfehlungen zum Integrierten Pflanzenschutz im Ackerbau werden seit 1991 vom Pflanzenschutzdienst des LALLF jährlich zusammengestellt und auch in Broschürenform herausgegeben. Sie sind unter anderem Basis für die Winterschulungen. Landwirte, Händler und Berater finden aktuelle Beratungsempfehlungen für die Planung und Umsetzung von Pflanzenschutzmaßnahmen. Die Grundlage bilden konkrete Ergebnisse aus Versuchen und Monitorings zurückliegender Jahre. Die Empfehlungen können als Leitfaden und Unterstützung für die tägliche Arbeit verstanden werden. Alle neuen rechtlichen Anforderungen sowie Neuerungen bei Zulassungen bzw. Anwendungsbestimmungen der Pflanzenschutzmittel finden ebenfalls Berücksichtigung. Die Broschüre ist gegen eine Schutzgebühr im LALLF erhältlich
 

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Schwermetalle in Speisepilzen?

Pressemitteilung vom 05.02.2018

Wild- und vor allem Kulturpilze sind in der heutigen Zeit fast ganzjährig in Verkaufseinrichtungen und Restaurants im Angebot, auch gefrorene Ware ist verfügbar. Regelmäßig werden sie daher amtlich kontrolliert.
„Erfreulicherweise hatte in den Jahren 2016 und 2017 keine der insgesamt 70 untersuchten Proben frische Kultur- und Wildpilze eine beanstandenswerte Belastung an Schwermetallen“, resümiert Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Dem Einzel- und Großhandel wurden 51 Proben Kulturpilze (30 x Kulturchampignon, 10 x Kräuterseitling, 8 x Austernpilze, 3 x Shiitake) sowie 19 Proben Wildpilze, alles Pfifferlinge, entnommen und von den Experten des LALLF analysiert. Geprüft wurde auf die Elemente Blei, Cadmium und Quecksilber.

Pilze nehmen Schwermetalle über das Mycel (Wurzelgeflecht) aus ihrem Nährsubstrat bzw. dem Boden auf. Sie filtern sie natürlicherweise aus und reichern sie in ihren Fruchtkörpern an.
Wildpilze können je nach Beschaffenheit des Bodens höhere Gehalte an Cadmium und Quecksilber aufweisen als Kulturpilze. Die Aufnahmemenge der Elemente ist je nach Pilzart sehr unterschiedlich und erscheint in getrockneten Speisepilzen entsprechend in noch höheren Konzentrationen. 
„Wer regelmäßig frische Wildpilze isst, sollte laut Empfehlung des Bundesumweltministeriums* pro Woche nicht mehr als 200 bis 250 g genießen. Für Kinder gelten entsprechend ihres Körpergewichts geringere Mengen“, unterstreicht Feldhusen. „Für den gelegentlichen Verzehr größerer Mengen gibt es keine Bedenken.“

In der Verordnung (EG) 1881/2006 der Kommission zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln ist u. a. für Kulturpilze bei Blei ein Höchstgehalt von 0,3 mg/kg und für Cadmium ein Höchstgehalt von 0,2 mg/kg festgelegt. Wildwachsende Pilze haben eine Maximalgehaltsgrenze von 1,0 mg/kg Cadmium.

* Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

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Neu in Sachen Bienengesundheit - Virentests LALLF erweitert Untersuchungsspektrum

Pressemitteilung vom 16.01.2018

Wenn Bienenverluste auftreten, wissen die Imker nicht immer, was die Ursache ist. Oft wird z. B. eine Vergiftung durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vermutet. Aber: Neue Erkenntnisse zeigen, dass Viren eine ernst zu nehmende Rolle im Verlustgeschehen bei den Honigbienen spielen. Diese winzigen, infektiösen Partikel werden auch oft durch die Varroamilben übertragen. Man davon aus, dass diese Milbenart bei uns in allen Bienenvölkern vorhanden ist.
Daher hat das Landesamt nun das Untersuchungsspektrum auf die Identifizierung der wichtigsten Viren erweitert. „Ab sofort können Proben von Bienen bei uns auf 
- das Flügeldeformationsvirus,
- das Akute Bienenparalyse-Virus und
- das Chronische Bienenparalyse-Virus
untersucht werden. Damit haben wir eine Möglichkeit geschaffen, die Imker vor einem Virenbefall nach Varroa zu warnen. Nach Völkerverlusten kann die Diagnostik über die Todesursache mehr Klarheit verschaffen und den Imkerinnen und Imkern helfen, eventuelle Behandlungslücken in ihrer Varroabekämpungsstrategie zu schließen“, freut sich Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock.
Neben den benannten Virenuntertersuchungen werden die Bienenproben gleichzeitig auf einen Nosema-Befall - eine ansteckende Darmerkrankung durch einzellige Parasiten - sowie auf Varroamilben analysiert. „Insgesamt schaffen wir für ein kleines Geld von 33,20 Euro für den Imker Klarheit und eine Basis, seine Völker gesund zu erhalten“, unterstreicht Feldhusen.

Die Untersuchungsexperten des LALLF haben in Zusammenarbeit mit dem Bienengesundheitsdienst der Tierseuchenkasse M-V ein entsprechendes Merkblatt und eine Einsendeanleitung entwickelt. Die Informationen sind auf der Homepage des LALLF (www.lallf.de) oder der Tierseuchenkasse abzurufen.

Hintergrund
Viele Viren können Bienen infizieren und sich in Bienen vermehren, ohne diese erkennbar zu schädigen. 
Die im 20. Jahrhundert nach Europa eingeschleppte Varroamilbe kann beim Saugen an den Bienenpuppen Viren direkt injizieren und so die Brut schädigen. Da die Varroamilbe die Bienen schwächt, können auch harmlosere Infektionen mit Viren zu größeren Problemen führen.
Gegen Bienenviren gibt es keine Medikamente. Da aber erst die Varroamilben einige der Bienenviren richtig gefährlich werden lassen, verringert eine effektive Bekämpfung der Milben auch die Schäden, die von den durch die Milben übertragenen oder aktivierten Viren ausgehen.

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Pressemitteilungen 2017

Auslöser für Nickelallergien: Modeschmuck und Co

Pressemitteilung vom 17.12.2017

Amt testete Bedarfsgegenstände

Jährlich testet das Landesamt im Sinne des Verbraucherschutzes risikorrientiert Bedarfsgegenstände mit Körperkontakt wie zum Beispiel Modeschmuck und Uhrenarmbänder auf Nickellässigkeit. Das heißt, es wird die Menge Nickel gemessen, die aus einem metallenen Gegenstand bei simuliertem Körperkontakt abgegeben wird. Der Grund: Nickel gilt seit Jahren als häufigstes Kontaktallergen in Europa.
Im LALLF sind im Jahr 2017 54 Proben, davon 23 Modeschmuckstücke, 14 Uhrenarmbänder, sieben Jeansknöpfe aus Metall sowie zehn Piercingschmuckstücke aus dem Einzelhandel im norddeutschen Raum geprüft worden. „In zwei der 54 Proben (knapp 4 %) überschritten die Nickelabgaben die maximal erlaubten Mengen. Das waren ein Uhrenarmband und ein Piercingstecker“, resümiert Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin für Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeuntersuchung im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. 
Das amtliche Ergebnis passt damit in etwa in die Größenordnung bundesweiter Messungen. Das Problem: nach den Analyseergebnissen der deutschen Untersuchungsämter sind die Beanstandungsraten in Sachen Nickel den letzten Jahren gesunken aber dermatologische Publikationen weisen darauf hin, dass die Anzahl der Patienten mit Nickelallergie durch Piercingschmuck zunehmen. „Letztlich kann unser Beitrag nur sein, dass wir die Hersteller mit regelmäßen Kontrollen dazu bringen, alle gesetzlichen Anforderungen einzuhalten“, unterstreicht Trapp. „So mussten die Experten der Fachabteilung nicht nur wegen der Nickelwerte beanstanden, sondern auch elf Proben wegen fehlender bzw. nicht eindeutiger Angaben zur Identifikation des Verbraucherprodukts gemäß Produktsicherheitsgesetz“.
Verbrauchern können wir nur raten: Bemerken Sie beim Tragen metallener Uhren oder Schmuck etwas Unangenehmes, legen Sie es sofort ab und kontaktieren Sie bei Bedarf einen (Haut)Arzt.


Hintergrund
Hat die Sensibilisierung auf Nickel einmal stattgefunden, bleibt sie lebenslang bestehen. Das Allergen, ein Nickelion, kann durch Schweiß aus nickelhaltigen Materialien herausgelöst werden und dann eine Körperreaktion hervorrufen.
Eine aktuelle, europaweit vergleichende Studie benennt den durchschnittlichen Anteil an Nickel-Allergikern zwischen 8,6 und 19,2 % in der Gesamtbevölkerung. Diese Rate variiert signifikant nach Geschlecht (männlich: 1,2 - 13 %; weiblich: 11,8 - 31,1 %). 

Zur Prüfung auf Nickellässigkeit werden die Proben eine Woche lang in eine künstliche Schweißlösung eingebracht und der an diese Lösung abgegebene Anteil Nickel nach einer Kontaktzeit von einer Woche bestimmt. Zuvor wird die Zusammensetzung der Oberflächen und des Materials bestimmt. Beschichtete Materialien werden vor der Nickellässigkeit einem Abrieb- und Korrosionstest unterzogen, um einen zweijährigen Tragegebrauch zu simulieren.

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Abdriftkontrollen - Bienengesundheit – „Insektensterben“ - Resistenzen u. a.

Pressemitteilung vom 06.12.2017

Über 200 Besucher auf der 26. Fachtagung „Pflanzenschutz“ des LALLF

„Die Kolleginnen des Landes-Pflanzenschutzdienstes gingen in diesem Jahr 31 Verdachtsfällen auf Abdrift (Verwehen von Pflanzenschutzmitteln) nach. Dies waren 60 % aller Anzeigen. Sofort anschließende Vor-Ort-Kontrollen, Probenahmen von Pflanzen und deren Analysen in den Fachlaboren des LALLF bestätigten in nur drei Fällen (Vorjahr: 7) ein Abdriftgeschehen, also Verstöße gegen gesetzliche Auflagen in der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“, sagt Dr. Joachim Vietinghoff, Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst (PSD) des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) auf der heutigen Fachtagung „Pflanzenschutz“ in Rostock. „Wir schulen, informieren und kontrollieren die Landwirte seit Jahren in diesem höchst sensiblen Bereich und gehen davon aus, dass inzwischen die überwiegende Mehrheit der Betriebe entsprechende gute fachliche Praxis walten lässt.“ 

Weiterhin ging es auf der Tagung für Landwirte, Berater und Interessierte um verschiedene Themenbereiche, die „unter den Nägeln brennen“. So werden Landwirte oft pauschal als Bienenkiller betitelt. „Aber: Die im Amt gemeldeten und untersuchten Bienenschäden hatten nachgewiesenermaßen nur in vier Fällen mit fehlerhaften Pflanzenschutzmittelanwendungen zu tun. „Hauptursache für die gemeldeten Völkerverluste scheinen Viruserkrankungen zu sein, die von der Varroamilbe übertragen werden und die hochpathogene Stämme gebildet haben“, weiß Vietinghoff. Unter anderem ist das Flügeldeformationsvirus ein zunehmendes Problem. „Die Aufklärung der Ursachen für Bienenvölkerverluste in unserem Land ist für uns wichtige Amtsaufgabe. Daher haben wir im LALLF seit Kurzem eine molekularbiologische Untersuchungsmethode eingerichtet, mit der der Virusstatus diagnostiziert werden kann.

Eingehend äußerte sich Vietinghoff zu den Aussagen aus der vielzitierten Studie zum „Insektensterben“. „Die Untersuchungsmethode, nämlich die Erfassung des „Abtropfgewichtes“ der Fallenfänge, gestattet keine Aussage zu den tatsächlichen Verhältnissen des Untersuchungsstandortes. Mindestens hätten die Individuenzahlen, besser die Zuordnung der Fänge zu den verschiedenen Insektengruppen erfasst werden müssen. Innerhalb der äußerst vielgestaltigen Klasse der Insekten gibt es enorme Unterschiede in der Masse der einzelnen Individuen, weshalb die Gesamtmasse von Fallenfängen keinen Rückschluss auf Anzahl der Individuen erlaubt. Die Autoren der Studie benutzen das Schlagwort vom Insektensterben darum auch nicht.“ Ein wissenschaftlich begründetes Monitoring zur exakten Einschätzung der tatsächlichen Verhältnisse ist unbedingt notwendig, um relevante Wirkungsfaktoren zu ermitteln“, unterstreicht er. Pauschalverdächtigungen ohne Kenntnisse der tatsächlichen Verhältnisse helfen weder den Landwirten, noch den Verbrauchern und erst recht nicht den Insekten!

Die konventionelle Landwirtschaft kommt derzeit noch nicht ohne chemische Pflanzenschutzmittel aus. Deren Verfügbarkeit nimmt jedoch recht schnell ab: Alte Substanzen gehen verloren, weil sie nicht mehr den human- und ökotoxikologische Anforderungen genügen oder sie aufgrund resistenter Unkräuter, Krankheiten, Insekten nicht mehr wirken. In den letzten Jahren wurden selten neue Wirkstoffe und sehr selten solche aus neuen Wirkstoffklassen zugelassen. Das zwingt Landwirte, ihre Anbausysteme unabhängiger vom chemischen Pflanzenschutz zu machen. Die mechanische Unkrautbekämpfung ist ein solcher Ansatz. Aus der Forschung berichtete dazu Andreas Titze (Landesforschungsanstalt M-V) über Potenziale und Grenzen von Striegel und Hacke. Doreen Riske, Landwirtin aus Groß Kiesow, teilte ihre zweijährigen positiven Erfahrungen mit der mechanischen Unkrautbekämpfung in Raps und Zuckerrüben mit den Tagungsbesuchern. Sie konnte damit ohne ökonomische Nachteile den Pflanzenschutzmitteleinsatz in beiden Kulturen deutlich reduzieren.

„Die Bereitstellung von Bekämpfungsempfehlungen ist und bleibt eine der Hauptaufgaben des Pflanzenschutzdienstes“, resümiert Vietinghoff. Vorbeugende Maßnahmen und die Nutzung biologihcher Regelmechanismen sind besonders zu beachtende Grundsätze dieses Fachgebietes.

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Herbizideinsatz auf Hof- und Garageneinfahrten ist unzulässig!

Pressemitteilung vom 03.08.2017

„Eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Freilandflächen und auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich, noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, ist verboten“, macht Dr. Joachim Vietinghoff, Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst des LALLF in Rostock deutlich.
Zu den betreffenden Flächen gehören beispielsweise Platten- und Kieswege, Garagen- und Grundstückszufahrten, Stellflächen, sonstige Hofflächen, Gehwege, Bürgersteige, Radwege, Parkplätze, Böschungen, Feldraine usw.. 

„Wir müssen immer wieder feststellen, dass Verstöße gegen diesen Teil des Pflanzenschutzgesetzes, § 12 Abs. 2, vorkommen. Typisch sind gelblich-bräunlich welkende Pflanzen, die unübersehbar darauf hinweisen, dass Bürger Chemikalien ausgebracht haben“, sagt Vietinghoff (siehe Fotos).

Das Anwendungsverbot ist ebenso für andere Mittel, die der Unkrautvernichtung dienen können, zutreffend - z. B. Wegerein oder Steinreiniger. Es gilt auch dann, wenn in der Gebrauchsanleitung eines Pflanzenschutzmittels Anwendungsgebiete wie "Wege und Plätze", "Wege und Plätze mit Holzgewächsen" oder "Wege und Plätze ohne Holzgewächse" aufgeführt sind.

In begründeten Einzelfällen kann die zuständige Behörde, das LALLF, auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung  erteilen. 
Dazu muss der angestrebte Zweck 
- vordringlich sein, 
- mit zumutbarem Aufwand auf andere Art nicht erzielt werden können, 
- überwiegenden öffentlichen Interessen, insbesondere dem Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier  oder des Naturhaushaltes, nicht entgegenstehen.

Ein Verstoß gegen diese gesetzliche Regelung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einem Bußgeld, laut Gesetz bis 50.000 Euro, geahndet. 
Für landwirtschaftliche Beihilfeempfänger ist der Verstoß Cross Compliance relevant und führt entsprechend zu Kürzungen der Gelder.

„Wir bitten alle, sich an dieses Verbot zu halten“, mahnt Vietighoff. 
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Foto: typische Beispiele regelwidriger Anwendung von Chemikalien

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Pflanzen nicht sorglos mitnehmen! Xylella fastidiosa birgt Gefahr

Pressemitteilung vom 10.06.2017

„Xylella fastidiosa – es gibt keinen deutschen Namen - kann mehr als 300 Wirtspflanzenarten befallen, so z. B. Kräuter, Oleander, Olivenbäumchen, Ahorn“, sagt Joachim Vietinghoff, Leiter des Pflanzenschutzdienstes im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock. 
„Sind auch nur Einzelpflanzen nachweislich infiziert, müssen im Umkreis von 100 Metern alle bekannten und verdächtigen Wirtspflanzen ausnahmslos vernichtet werden. Es wird außerdem eine 10 km-Pufferzone eingerichtet, in der regelmäßig amtliche Überwachungsmaßnahmen durchzuführen sind. Zahlreiche Pflanzenschutzmaßnahmen folgen anschließend, um einer weiteren Verbreitung vorzubeugen“, macht Vietinghoff anschaulich.

Das gramnegative Bakterium Xylella besiedelt die Leitbahnen, das Xylem der Pflanzen und bildet dabei Schleimschichten (Biofilme), sodass sich die Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen können. Folgen sind das Vertrocknen und Absterben von Pflanzenteilen oder der gesamten Pflanzen. Übertragen wird der, nicht durch Pflanzenschutzmittel bekämpfbare Erreger, durch saugende Insekten, meist Zikaden.
Befallene Pflanzen zeigen ggf. über Monate keine Krankheitsanzeichen, so dass eine Ausbreitung oft lange unentdeckt bleibt. Das verkompliziert die Bekämpfung zusätzlich. Außerdem sind die erkennbaren Schäden an den Pflanzen sehr leicht mit bloßem Ver-trocknen von Pflanzenteilen zu verwechseln. 

Was kann der Verbraucher beitragen, dass sich Xylella fastidiosa in der EU nicht weiter ausbreitet?
Fälle der Krankheit gab es seit dem Jahr 2013 besonders in Italien und Frankreich, einen im Jahr 2016 auch in Sachsen. „Wenn Sie aus dem Urlaub Pflanzen aus anderen europäischen Ländern mit-bringen wollen, können wir Sie nur sehr bitten, dass Sie diese in zugelassenen Baumschulen kaufen und darauf achten, dass ein Pflanzenpass vorliegt“, mahnt Vietinghoff. 
Jeder Betrieb, der bekannte Wirtspflanzenarten produziert und/oder mit ihnen handelt, muss sich in einer EU-Datei registrieren lassen. „Bringen Sie aus Drittländern bitte nur Pflanzen mit in die EU, denen ein Pflanzengesundheitszeugnis beigefügt ist“, ergänzt er.
Xylella fastidiosa stellt aufgrund der benannten Umstände eine Gefahr für den heimischen Obst-, Zierpflanzen- und Weinanbau dar.
Für gewerbliche Betriebe liegt der Schwerpunkt der Vorsorge in der Überwachung und Minimierung der übertragenden Insekten. Das ist z. B. die regelmäßige Entfernung der Gräser in den Kulturen, dem Lebensraum der Zikaden. 

Hintergrund
Das Hauptverbreitungsgebiet des Bakteriums ist Nord- und Südamerika. Der Erreger wurde erstmalig 1880 in Kalifornien als Ursache einer Krankheit an Weinpflanzen nachgewiesen.
Alle Wirtspflanzen, an denen in der EU bisher Xylella fastidiosa nachgewiesen werden konnte, sind auf einer von der EU online geführten Datenbank aufgeführt. Die Europäische Union erließ im Zusammenhang mit dem Befall in Italien und Frankreich den Durchführungsbeschluss 2015/789/EU, in dem zusätzliche Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Verschleppung des Erregers innerhalb der EU und der Einschleppung in die EU festgelegt worden sind.

Ausführliche Informationen gibt es im Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen Julius Kühn

Passende Fotos sind auf folgender Website dargestellt: gd.eppo.int/taxon/XYLEFA/photos 

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Amt empfiehlt ausdrücklich abendliches oder nächtliches Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln

Pressemitteilung vom 11.05.2017

„Es ist nicht nur legal, wir empfehlen den Landwirten sogar, dass sie die Abend- und Nachtstunden dazu nutzen, ihre Felder mit notwendigen Behandlungen zu befahren“, sagt Joachim Vietinghoff, Abteilungsleiter Pflanzenschutzdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock.
Entgegen einer weit verbreiteten Vermutung wollen Landwirte sich damit nicht den Kontrollen des Pflanzenschutzdienstes entziehen oder heimlich verbotene Mittel anwenden! Sie realisieren mit dieser – manchem Bürger etwas befremdlich anmutenden Arbeitszeit - eine natur- und umweltschonendere Methode der Spritzmaßnahmen.
Jetzt im Frühjahr ist die Hauptvegetationszeit und die Schadorganismen sind in der Massenvermehrung. Ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als fünf Metern pro Sekunde darf mit einer Feldspritze nicht gearbeitet werden. Die Windverhältnisse bestimmen also die Anzahl der täglich möglichen Arbeitsstunden. Um die Spritzmittel zu einem optimalen Wachstumszeitpunkt in minimaler Menge auszubringen, können und sollten die überwiegend windstilleren Abende und Nächte genutzt werden. 
Mit der inzwischen gut entwickelten, auch abdriftgeminderten Spritzdüsentechnik und präzisen, GPS-gesteuerten Fahrgeräten kommt das Pflanzenschutzmittel oder der Flüssigdünger punktgenau in den Pflanzenbestand. Randstreifen an Gewässern und Biotopen lassen sich so auch nachts ganz exakt abgrenzen.

Ein weiterer wichtiger Vorteil nächtlicher Pflanzenschutzmaßnahmen ist, dass Honigbienen, Hummeln und viele andere, sogenannte Nichtzielorganismen nicht beeinträchtigt werden. Denn sie sind nachts nicht auf Nahrungssuche. Sie können also weder durch direktes Besprühen, noch durch Geruchsveränderungen gestört werden.

„Es gibt also keinen Grund zur Besorgnis! Vielmehr ist ein in der Nacht mit der Pflanzenschutzspritze arbeitender Landwirt ein umweltbewusster Landwirt“, resümiert Vietinghoff. 

Hintergrund:
Bei allen Spritzarbeiten unter freiem Himmel muss vor allem eine Abdrift des Spritznebels vermieden werden. Die Geräte erzeugen über den Spritzdruck feine Tröpfchen, deren Größe auch von der Fahrgeschwindigkeit abhängt, denn es geht darum, die gesetzlich festgelegte Aufwandmenge auf die Fläche zu bringen.
Um Abdrift zu verhindern, gibt es teilweise raffinierte technische Lösungen. Durch die Konstruktion der Düsen entsteht im Düsenkörper ein Luftstrom, der die Tröpfchen mit sich reißt und direkt in den Bestand schleudert. Durch diese sogenannten abdrift-geminderten Düsen kann die Abdrift um bis zu 90 % reduziert werden. Die Flüssigkeitsmenge einer Abdrift ist unter regulären Bedingungen sehr gering. Bei einer Abdriftminderung von 90 % darf sie zum Beispiel für den Düsentyp ID 05 im Abstand von einem Meter neben dem Spritzbalken höchstens 0,34 % und im Abstand von zehn Metern noch höchstens 0,03 % der normalen Behandlungsmenge betragen. Viele neue Pflanzenschutzmittel dürfen zulassungsseitig nur mit dieser abdriftgeminderter Düsentechnik angewendet werden.

Für die unterschiedlichen Pflanzenschutzmittel gelten spezifische Abstandsauflagen zu Gewässern. Ist kein Abstand ausgewiesen, greift § 12 Absatz 2 des Pflanzenschutzgesetzes. Dort heißt es: Pflanzenschutzmittel "dürfen jedoch nicht in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern und Küstengewässern angewandt werden."  Dieser Forderung wird der Landwirt gerecht, wenn er bei optimalen Anwendungsbedingungen (Wind, Fahrgeschwindigkeit und Spritzgestängehöhe) einen Abstand von einem Meter zur Böschungsoberkante einhält.

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„Schwarzfahrer“ im Verpackungsholz gefährden heimische Bäume

Pressemitteilung vom 05.02.2015

„Abgestorbene Laub- und Obstbäume – das kann einer der derzeit gefürchtetsten ‚Schwarzfahrer‘ in Holzpaletten oder –kisten bewirken: der Asiatische Laubholzbockkäfer“, stellt Armin Hofhansel, Dezernatsleiter der Pflanzengesundheitskontrolle im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock fest. Der bis zu 35 mm große, schwarzweiße Asiatische Laubholzbockkäfer mit seinen auffällig langen Antennen kann über das Verpackungsholz in der ganzen Welt verbreitet werden. Paletten und Kisten sind somit notwendige Transporthilfe für Waren im internationalen Handel aber leider auch ungewollt für Schaderreger.

Qualifizierte MitarbeiterInnen des Pflanzenschutzdienstes des LALLF kontrollieren regelmäßig die Holzverpackungen von Importwaren auf eventuellen Befall mit diesem Käfer, suchen nach Schadbildern, wie Bohrlöchern oder Bohrmehl. 
Um der Verbreitung des Asiatischen Laubholzbockkäfers und anderen Schädlingen vorzubeugen, gibt es einen internationalen Standard mit Maßnahmen für die Behandlung von Holzverpackungsmaterial im internationalen Handel (ISPM Nr. 15). Ist das Holz stärker als 6 mm, muss es einer Hitzebehandlung nach dem o. g. Standard unterzogen werden. Schadorganismen sterben dann ab. Ein somit sicheres Verpackungsholz wird mit einer amtlich registrierten Markierung gekennzeichnet, was einem amtlichen Dokument für die Schädlingsfreiheit gleich kommt. Diese Markierung dient auch als Kontrollmerkmal für den Pflanzenschutzdienst bei der Importkontrolle von Verpackungsholz. Ist das Verpackungsholz oder dessen Kennzeichnung nicht in Ordnung, kann durch den Kontrolleur unter anderem die Verbrennung angeordnet werden.

„Wenn Sie an einer Palette oder auch an einem Laubbaum ca. 1 cm große kreisrunde Ausbohrlöcher sehen oder bis zu 3 cm breite Fraßgänge, gegebenenfalls auch größere Mengen grobe Nagespäne oder gar bis zu 60 mm große cremeweiße Insektenlarven, dann könnte es sich um einen eingewanderten Laubholzbockkäfer handeln. Zögern Sie nicht und informieren Sie den Pflanzenschutzdienst“, bittet Hofhansel. 
„Wenn der Verdacht besteht, dass Sie einen Asiatischen Laubholzbockkäfer gefunden haben, setzen Sie ihn fest – am besten in einem Glas, denn Plastiktüten sind für den Käfer kein Hindernis - und geben uns Bescheid“, ergänzt Hofhansel. Es darf auf keinen Fall zu einer Freisetzung  oder Vermehrung dieses Schädlings kommen. Er ist eine ernstzunehmende Gefahr für das Leben und Überleben unserer heimischen Baumbestände.

Hintergrund
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) stammt ursprünglich aus Asien und ist in Deutschland bisher an mehreren Standorten gefunden worden. Die neuesten Fälle sind 2014 aus München und Magdeburg bekannt. 
Der Käfer kann völlig gesunde Bäume besiedeln und abtöten. Für den Menschen ist er unbedenklich. Zu seinen Wirtspflanzen zählen alle Laubbaumarten, einschließlich Obstgehölze.
 

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