Pressemitteilungen

Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Antje Krüger / Tel. 0381 - 4035 640 / antje.krueger@lallf.mvnet.de


Pressemitteilungen 2021


Schokoladenosterhasen im Amtscheck

12 Proben Vollmilchschokoladen-Osterfiguren oder in Amtsdeutsch „österliche Schokohohlkörper“ dieser Saison sind gerade im zuständigen Labor im Landesamt auf ihre Zusammensetzung analysiert worden.
Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock: „Alle Schokoladen erfüllten die Anforderungen der Kakao-Verordnung. Trotzdem mussten zwei aufgrund von Kennzeichnungsmängeln beanstandet werden. Eine Probe war darüber hinaus unzulässig gefärbt und wies eine irreführende Angabe des Zuckergehaltes auf“, führt Goltermann aus.
Die Prüfung der beliebten Süßigkeiten umfasste folgende Details:
- Ermittlung der Gesamtkakaotrockenmasse und der Milchtrockenmasse gemäß Kakao-Verordnung
und
- Bestimmung des Fett- und Zuckergehaltes zur Überprüfung der Nährwerte.

Das LALLF untersucht regelmäßig stichprobenartig Schokoladenerzeugnisse. Verpackte Lebensmittel müssen unter anderem den Anforderungen der Lebensmittelinformationsverordnung entsprechen. Außerdem ist bei Schokolade gemäß Kakao-Verordnung die Angabe des Kakaogehaltes eine Pflicht. Er spiegelt den Gehalt an verarbeiteten Kakaobohnen und zugesetzter Kakaobutter im Schokoladenanteil des Erzeugnisses wieder. Vollmilchschokolade muss mindestens 30 % enthalten.


Eier, frisch oder gekocht und gefärbt – keine mikrobiologische Beanstandung

„Keine Salmonellen oder andere potentiell krankmachende Erreger auf oder im Ei! Das ist das gute Ergebnis unserer mikrobiologischen Untersuchungen von 134 Proben frischer Eier“, freut sich Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Diese Anzahl Proben ist seit dem 01.01.2020 bis dato im LALLF unter die Lupe genommen worden.
Bemängelt werden musste in neun Fällen eine unvollständige Kennzeichnung, wie z. B. die fehlende Angabe zur Güteklasse der Eier oder des Erzeugercodes. Eine Eiprobe ist mit einem Hygienehinweis versehen worden, da sie verschmutzt war.

Neben den rohen Konsumeiern hat das Landeslabor 20 gekochte und gefärbte Eiproben (z. B. Brotzeiteier) zur Überprüfung auf mikrobiologische Auffälligkeiten angefordert. Auch diese Eier waren mikrobiologisch in Ordnung. In fünf Fällen ist die Kennzeichnung mangelhaft gewesen. Außerdem war die Kalkschale eines bunt gefärbten Eies kaputt und der Eiinhalt verdorben.

Verbraucher sollten vor dem Verzehr von Eiern darauf achten, dass deren Kalkschale unversehrt ist. Bekanntermaßen ist sie mit einer natürlichen, unsichtbaren Schutzschicht überzogen. Kalkschale und Schutzschicht sind die ursprünglichen Mechanismen in der Vogelwelt, um das Küken vor dem Eindringen von Keimen zu schützen.
„Neben der Unversehrtheit des Äußeren sollten Sie vor dem Verzehr kurz Aussehen, Geruch und letztlich den Geschmack des Eies überprüfen“, rät Goltermann. Bei Abweichungen von den gewohnten oder erwarteten Eigenschaften ist das Ei besser zu entsorgen.


Appell an Hobbygärtner: Pflanzkartoffeln vor Viren schützen

Einzigartig für Deutschland sind die Standorte für die Erzeugung gesunder Pflanzkartoffeln in Mecklenburg-Vorpommern. Das liegt an den natürlichen Voraussetzungen wie dem Seeklima, der Bodenqualität und den pflanzengesundheitlichen Bedingungen auf über 136.000 ha Ackerfläche in M-V. Sie sind als sogenannte Gesundlagen für die Pflanzkartoffelerzeugung durch die EU anerkannt. Den ersten Impuls für ihre Errichtung gaben die Blattläuse. Sie übertragen zahlreiche Kartoffelviren, haben es an der Küste bei Wind und Wetter jedoch schwerer, sich zu vermehren und auszubreiten. Alle großen Kartoffelzüchter Deutschlands sind deshalb im Land ansässig. M-V gilt als Kinderstube fast aller deutschen Kartoffelsorten, auch in ökologischer Qualität.

Aber natürlich droht dem Kartoffelanbau trotz aller positiven Grundbedingungen Gefahr – unter anderem durch die Viren. „Der Ausschluss des Befalls mit Viruskrankheiten ist eines der wichtigsten Kriterien in der aufwändigen Pflanzgutvermehrung, die durch das LALLF kontrolliert wird“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. „Viren rauben den Pflanzen Vitalität und Kraft und können den Knollenertrag empfindlich schmälern“, ergänzt er.
Erkennbar sind Viruskrankheiten an Veränderungen der Blätter, wie Mosaikverfärbungen und Kräuselungen. Blattläuse nehmen die Viren beim Saugen von Pflanzensaft auf. „Fliegen sie auf die nächste Kartoffelpflanze, zieht auch das Virus mit und die Krankheiten verbreiten sich.“, zeigt Goltermann auf. Sämtliche Kartoffel-Vermehrungsflächen werden daher mehrfach auf Blattlausbefall oder Krankheitssymptome kontrolliert und die geernteten Knollen mittels PCR auf ihren Virusgehalt untersucht. Bei einem erkannten Befall droht den Züchtern die Aberkennung des betreffenden Aufwuches und damit eine Handelssperre. In jedem Fall müssen virusbefallene Feldbestände bereinigt werden.

Um die Virusübertragungsgefahr noch weiter zu reduzieren, wendet man im Land M-V für die Gesundlagen strengere Anforderungen an die Pflanzgutqualität an, als gesetzlich vorgegeben. So soll erreicht werden, dass sich auch in der Nachbarschaft der Züchterbestände keine gravierenden Infektionsquellen befinden, von denen sich Viren durch Blattläuse verbreiten können. Dabei geht es nicht nur um landwirtschaftliche Kartoffelbestände, sondern ebenso um den Kartoffelanbau in Kleingärten. Denn auch diese Kartoffeln sind mögliche Lebensgrundlage von Blattläusen und können bei schlechter Qualität als Infektionsquelle dienen.
„Es ist wichtig, dass nur anerkanntes Pflanzgut, unter anderem durch direkten und meist kostengünstigen Bezug vom Züchter, zum Anbau gelangt“, unterstreicht Goltermann. Gesundes, zertifiziertes Pflanzgut ist an einer blauen Banderole an den im Handel erhältlichen Raschelsäcken zu erkennen.
In den letzten zwei Jahren sind vermehrt virusbefallene Pflanzkartoffelpartien aufgefallen, die wahrscheinlich auf belastete Kartoffelbestände in der Nachbarschaft zurückzuführen sind. Goltermann appelliert an die Kleingärtner: „Bitte legen Sie nicht ein-fach übrig gebliebene oder angekeimte Speisekartoffeln in die Erde. Im Zweifel schaden Sie damit der Kartoffelwirtschaft des Landes“.

Hintergrund
Wegen ihrer besonderen Eignung wurden mit der Gesundlagenverordnung 1992 bestimmte Gebiete für die Pflanzkartoffelerzeugung in M-V als Gesundlage eingestuft.
Bevor Kartoffeln als Pflanzgut in Verkehr gebracht werden dürfen, müssen in einem Anerkennungsverfahren zahlreiche Anforderungen an den Feldbestand und insbesondere an die Beschaffenheit erfüllt werden. Die amtliche Beschaffenheitsprüfung beinhaltet molekularbiologische Tests auf Viruskrankheiten, Bakterielle Ringfäule, Schleimkrankheit, weitere Knollenkrankheiten sowie auf äußere Mängel. Der Ablauf des Anerkennungsverfahrens und die Anerkennungsnormen werden durch die Pflanzkartoffelverordnung vorgegeben.
Bis der Landwirt oder der Kleingärtner hochwertiges und geprüftes Pflanzgut erwerben kann, vergehen bis zu neun Jahre. Viele Kartoffelkrankheiten, unter anderem die Viren, werden über die Knollen an den nachfolgenden Aufwuchs weitergegeben. In den ersten vier Vermehrungsjahren darf erzeugtes Pflanzgut nur maximal 0,5 % Virus aufweisen.
In der Beschaffenheitsprüfung auf Viruskrankheiten wird der Besatz mit den sechs wichtigsten einheimischen Kartoffelviren als Grundlage für die Einstufung einer Pflanzgutpartie ermittelt.
 


FeldbestandsprüferIn gesucht-Anerkennung von Saat- u. Pflanzgut ist wichtige Landesaufgabe

Zu erfahren für die Reservebank? Zu jung für den Liegestuhl? Dann haben wir was für Sie: Werden Sie für die Zeit zwischen Mai und August amtliche FeldbestandsprüferIn!

In der Vegetationszeit werden in M-V jährlich etwa 25.000 ha Feldfläche mit Kulturen zur Vermehrung bestellt. Die Bandbreite reicht von Getreide über Kartoffeln und Leguminosen bis zur Grassamenerzeugung. „Alle Vermehrungsbestände werden während der Vegetation mehrfach durch amtlich verpflichtete FeldbestandsprüferInnen kontrolliert. Sie sollen unter anderem fest-stellen, ob die Sortenechtheit und die geforderte Gleichmäßigkeit auf einem Acker gegeben sind, was Basis für eine Anerkennung als Saat- und Pflanzgut ist“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Geprüft wird außerdem, ob die Bestände „sauber“ sind, also kein unzulässiger Fremdbesatz mit wächst, wie z. B. Windknöterich auf Getreidevermehrungsflächen. Natürlich wird auch auf mögliche Krankheiten hin kontrolliert, z. B. inwieweit Kartoffeln Anzeichen von Viruserkrankungen aufweisen.

Neben der eigentlichen Kontrolltätigkeit sind FeldbestandsprüferInnen Ansprechpartner der Landwirtschaftsbetriebe für not-wendige Maßnahmen zur Beseitigung festgestellter Mängel im Bestandsaufwuchs. Sämtliche Abläufe werden mit den MitarbeiterInnen der LALLF-Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut begleitet und abgestimmt.

Interessierte jeden Alters brauchen für diese verantwortungsvolle Aufgabe Kenntnisse zu landwirtschaftlicher Kulturen, eine gute körperliche Konstitution sowie ein eigenes Auto. Die Vergütung erfolgt auf Honorarbasis plus Fahrkostenentschädigung.
Mit fachlichen Nachfragen wenden sich zukünftige FeldbestandsprüferInnen gern an die Dezernatsleiterin „Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut“ des LALLF: Nadine Ließ
Telefon: 0381 - 40 35 468
oder per Email: nadine.liess@lallf.mvnet.de

Hintergrund
Eine erfolgreiche Prüfung des Feldbestandes ist die Voraussetzung für die Weiterführung des amtlichen Anerkennungs-verfahrens für Saat- und Pflanzgut. Dieses endet in einer Untersuchung des Erntegutes im Labor des LALLF. Untersuchungsparameter sind dann beispielsweise Keimfähigkeit, Sortenreinheit und Fremdbesatz. Eine erfolgreiche, normgerechte Prüfung aller Verfahrensschritte vom Acker bis ins Labor ist die Voraussetzung für die Zertifizierung einer Partie Saat- oder Pflanzgut. Bevor es in den Handel kommt, erfolgen umfangreiche Kontrollen zu Qualitätsnormen, die im Saatgutverkehrsgesetz und der Saatgutverordnung geregelt sind.
Nur amtlich geprüftes und nach erfolgreicher Prüfung zertifiziertes Saatgut gelangt an den Endverbraucher.


Käferschäden in Warnemünde - Befallsfestellungen in neuer Ausrichtung

Gestern sind die aus Warnemünde geborgenen Birkensegmente im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock von den Experten untersucht worden.
Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Form der Bohrgänge gelegt, die Hinweise auf den Verursacher ermöglichen. Hierbei ist auch eine lebende Larve gefunden worden, die zur zweifelsfreien Bestimmung mit weiteren Proben Bohrmehl auf dem Weg in das Nationale Referenzlabor, dem Julius-Kühn-Institut, ist. Dort werden die Proben mittels PCR auf DNA-Spuren des Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) geprüft.

Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei der Larve nicht um den befürchteten ALB.
Sondern es könnte sich um ein heimisches Insekt, den Schadschmettering „Blausieb“ (oder Kastanienbohrer) handeln. Das Fraßbild des Blausiebs ähnelt den Schäden des ALB sehr. Die Bohrlöcher dieser holzbohrenden Schmetterlingsart sind ebenfalls im Durchmesser etwa einen Zentimeter groß. Das Blausieb bevorzugt aber in der Regel geringe Baumhöhen zur Eiablage, was bei vorliegendem Fund nicht der Fall war.

Die weiteren Untersuchungen werden nun eher in Richtung eines Ausschlusses des ALB fortgeführt. Dies ist deshalb unbedingt notwendig, weil beide Schadinsekten auch gemeinsam an einem Wirtsbaum leben können.
Zur weiteren Abklärung des Verdachtsfalles muss in Kürze eine zweite Birke abgenommen werden, die mehrere Ausbohrlöcher aufweist. An den befallenen Stammabschnitten werden die Untersuchungen wiederholt.

 


Asiatischer Laubholzbockkäfer - Befallsfestellungen werden fortgeführt

Nach den ersten Hinweisen auf den Befall eines Baumes auf einem Privatgrundstück in Warnemünde mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer ist heute der Einsatz von ausgebildeten Spürhunden erfolgt.

Die Hunde schlugen an der am letzten Freitag gefällten Birke an, die zersägt in das Landesamt verbracht wurde.
Vor Ort in Warnemünde haben die Spürhunde an mehreren Stellen undeutlich Fundstellen angezeigt. So werden in den nächsten Tagen einige weitere Laubbäume gefällt werden müssen.

Die Befallsfeststellung wird weiter geführt, die Birke im Landesamt „zentimeterweise“ untersucht, um eventuell vorhandenes organisches Material des Käfers bzw. seiner Vorsta-dien zu finden.

Am Mittwoch kommt ein Experte des Nationalen Referenzlabors, aus dem Julius-Kühn-Institut, an das LALLF. Er wird sogenanntes Genagsel entnehmen, also loses Material aus dem Baum, das ggf. in Kontakt mit dem ALB war. Es soll versucht werden, den Käfer zweifelsfrei per Genanalyse (PCR) zu identifizieren. Im LALLF steht diese Methode nicht zur Verfügung.

Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass das Vorgehen in einem nachgewiesenen Fall des ALB nach europäischem Recht zwingend vorgeschrieben ist.
Wir verweisen auf die Pressemitteilung vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt vom 26.02.2021.

 


Kennzeichnung von Seifen und Kosmetikprodukten von Kleinherstellern in M-V überwiegend mangelhaft

21 der 23 Proben von Kosmetikherstellern in M-V entsprachen nicht den rechtlichen Vorgaben in Sachen Kennzeichnung, Notifizierung, Angaben zu Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen. „Das ist das schlechteste Ergebnis seit dem Jahr 2017“, resümiert Cornelia Trapp, zuständige Abteilungsleiterin für Lebensmittel und Kosmetika des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
In der Kontrolle waren 16 Seifen, zwei Cremes, zwei Shampoos, ein Duschgel, ein Haarspray und eine Badekugel.

Bei 12 Proben lagen Mängel in der Deklaration der Produkte vor. Besonders sieben Proben fielen auf, bei denen die im LALLF nachgewiesenen allergenen Duftstoffe in der Liste der Bestandteile nicht auf der Verpackung abgedruckt waren. Diese Deklaration hat eine hohe gesundheitliche Relevanz für Allergiker. Die Quote dieses Beanstandungsgrundes ist seit 2017 nicht kleiner geworden.
Weitere Kennzeichnungsmängel betrafen das Fehlen des Sammelbegriffs „Parfum“ für die eingesetzten Duftstoffe, das Mindesthaltbarkeitsdatum, die Verwendungsdauer, den Nenninhalt sowie nicht nomenklaturgerechte Angaben der Liste der Bestandteile.

Der höchste Anteil an Beanstandungen (16 Proben oder 70 %) entfiel auf die fehlende bzw. fehlerhafte Notifizierung im Cosmetic Products Notification Portal (CPNC) der Europäischen Kommission. Kosmetische Mittel müssen vor dem Inverkehrbringen dort notifiziert werden. Die Mängel waren vielfältig: Die verantwortliche Person ist nicht notifiziert, der Produkteintrag oder das Foto der Verpackung fehlt bzw.  ist nicht aktuell oder die Angaben in CPNP weichen von den Angaben auf der Verpackung ab u.v.a.m..
Bei zwei Proben wurden außerdem nicht deklarierte Farbstoffe nachgewiesen.
Auch fragliche Werbeaussagen wie „ohne Tierversuche“, „ohne chemische Duftstoffe“ und „Parfümöl allergenfrei“ waren als nicht regelkonform zu beurteilen.
Letztlich ergab die Prüfung auf Konservierungsstoffe keine Mängel.

Trapp unterstreicht: „Die hohe Beanstandungsquote zeigt, dass ein Großteil der einheimischen Hersteller die Anforderung nach 11 Jahren Rechtsgültigkeit noch immer nicht umgesetzt hat.“ Aufgrund dieses Ergebnisses werden die ExpertInnen des LALLF die Thematik weiterhin intensiv kontrollieren und untersuchen.


Hintergrundinformationen
Die Proben stammten unter anderem auch von Lohnherstellern, Seifenproduzenten, Apotheken, Imkereien sowie (Internet)verkäufern, die kosmetische Mittel unter ihrem Namen vertreiben.

Eine fehlende Notifitzierung in CPNP hat zwar keine direkten gesundheitlichen Auswirkungen, ist aber gesetzlich vorgeschrieben, da über CPNP die Übermittlung bestimmter Produktangaben (u.a. Zusammensetzung des Erzeugnisses) an die EU-Mitgliedsstaaten und an deren Giftinformationszentralen erfolgt. Im Vergiftungsfall kann von Ärzten auf diese Informationen zurückgegriffen werden.

Duftstoffe: Nach dem geltenden europäischen Kosmetikrecht ist das Vorhandensein von Duftstoffen bzw. Duftstoffmischungen in kosmetischen Mitteln in der Liste der Bestandteile („Ingredients“) anzugeben. Dies erfolgt durch die sogenannten INCI-Bezeichnungen (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) „Parfum“ oder „Aroma“.
Darüber hinaus hat der Gesetzgeber zum Schutz des Allergikers eine Deklarationspflicht für bestimmte allergene Duftinhaltsstoffe vorgesehen. Danach ist jeder dieser Stoffe zusätzlich mit seiner individuellen INCI-Bezeichnung in der Inhaltsstoffliste aufzuführen, wenn sein Gehalt in Produkten, die auf der Haut verbleiben („Leave-On“), > 0,001 % bzw. in Produkten, die abgespült werden („Rinse-Off-“), mehr als 0,01 % beträgt.


Veröffentlicht: Kompendium des Integrierten Pflanzenschutzes als Basiswissen für Landwirte in M-V

Die neuesten Ergebnisse und Empfehlungen zum Integrierten Pflanzenschutz im Ackerbau 2021 sind erschienen. Landwirte, Händler, Berater und Interessierte können ein neutrales und objektives Basiswissen für die Planung und Umsetzung von Pflanzenschutzmaßnahmen erhalten.
„Wir haben Ergebnisse aus aktuellen Versuchen und Monitorings mit denen zurückliegender Jahre kombiniert. Das ist eine solide Grundlage für die Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes in landwirtschaftlichen Kulturen und auf dem Grünland in M-V“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.
In der Veröffentlichung sind Themen wie die Nutzung von Randdüsen zur Abdriftminderung, Varianten mechanischer Unkrautregulierung, Auffälligkeiten bei einzelnen Pilz- und Blattkrankheiten in Getreide, Kartoffeln und Mais, Bekämpfungsmöglichkeiten von Schadinsekten wie dem Rapserdfloh und nicht zuletzt Auflagen zum Bienenschutz aufgeführt.
„Wann sind Pflanzenschutzmaßnahmen gerechtfertigt? Welche Mittel sollen gewählt und unter Beachtung welcher Auflagen ausgebracht werden? Gibt es nicht-chemische Alternativen?“, definiert Goltermann das Ziel der Texte, Übersichten, Tabellen auf gut 160 Seiten.
In dem Leitfaden sind unter anderem auch Informationen und Vorschriften zu persönlicher Schutzausrüstung und dem Anwenderschutz beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln benannt. Hier gibt es neuerdings strenge Auflagen.
Neue rechtliche Anforderungen sowie Neuerungen bei Zulassungen bzw. Anwendungsbestimmungen der Pflanzenschutzmittel finden in dem Kompendium Berücksichtigung. Goltermann wirbt für dessen Nutzung: „Es ist die umfassendste Unterstützung für die Arbeit im Pflanzenschutz der landwirtschaftlichen Unternehmen, die eine Landeseinrichtung bieten kann.“ Die Kernaussagen werden alljährlich in Winterschulungen präsentiert. 2021 erfolgt dies pandemiebedingt in Onlinevorträgen. „Natürlich stehen die MitarbeiterInnen des Pflanzenschutzdienstes des LALLF auch telefonisch zur Verfügung, wenn spezielle Fragen zu klären sind“, unterstreicht der Direktor.
Die Broschüre ist auf der Internetseite des LALLF als kostenloser Download eingestellt:
www.isip.de/mv

Hintergrund
Aufgabe eines modernen Pflanzenschutzes ist es, Schäden an Nutzpflanzen durch Schaderreger, Unkräuter oder andere Einflussfaktoren zu verhindern oder zu mindern. Die dafür eingesetzten Verfahren dürfen jedoch kein Risiko für Mensch und Umwelt darstellen. Vielmehr sollen sie natürliche Regelmechanismen der Agrarökosysteme erhalten. Diese Aspekte verbindet der integrierte Pflanzenschutz (IPS).
Vorbeugende Maßnahmen bilden die Basis des integrierten Pflanzenschutzes. Diese unterstützen die Gesunderhaltung der Kulturpflanzen und senken das Befallsrisiko. In der Regel sind weitere Maßnahmen notwendig, um relevante Ertragsverluste durch Unkräuter, Krankheiten oder Schädlinge zu vermeiden. Hierbei können physikalische, biologische oder chemische Maßnahmen zur Anwendung kommen. Die Entscheidung über weitere Maßnahmen, insbesondere die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erfolgt anhand des Schadschwellenprinizips. Der Praxis und Beratung stehen hierzu verschiedene Entscheidungshilfen zur Verfügung.
Die Empfehlungen zum IPS werden seit 1991 vom Pflanzenschutzdienst jährlich zusammengestellt und herausgegeben.
 


Auswahl Pressemitteilungen 2020


Butterstollen in M-V in Ordnung?

„Die planmäßige Untersuchung von Butterstollen im November und Dezember 2020 im LALLF in Neubrandenburg ergab, dass zwei der 15 Proben beanstandet werden mussten“, sagt Prof. Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.
Acht Proben stammten aus handwerklich strukturierten Bäckereien, die anderen aus dem Lebensmitteleinzelhandel.
Das Traditionsgebäck wurde auf seinen deklarierten Buttereinsatz sowie die sensorische Beschaffenheit und die Kennzeichnung kontrolliert.
„Anders als in vergangenen Jahren ergaben die Analysen, dass der vorgeschriebene Anteil an Butter, 40 kg auf 100 kg Getreide, in allen Stollen enthalten war“, stellt Feldhusen fest.
Geschmack, Geruch und Aussehen waren weitestgehend in Ordnung. Ein Butterstollen war am Boden leicht verbrannt, die Krume daher trockener und leicht bitter im Nachgeschmack. Die Expertinnen des LALLF mussten diese Probe beanstanden.
Ein weiterer Stollen wies Kennzeichnungsmängel auf. Es fehlte der Warnhinweis auf vorhandene, Allergien und Unverträglichkeiten auslösende Zutaten, wie z. B. Weizenmehl als glutenhaltiges Getreide.

Hintergrund
Der Butterstollen ist eine besondere Art des Christstollens, ein Gebäck aus schwerem Hefeteig. Nach den Leitsätzen für Feine Backwaren des Deutschen Lebensmittelbuches enthält Butterstollen mindestens 40 kg Butter oder die entsprechende Menge Butterreinfett oder Butterfett sowie mindestens 70 kg Trockenfrüchte, auch Citronat und Orangeat auf 100 kg Getreideerzeugnis und/oder Stärken. Bis 10 kg Trockenfrüchte können durch Mandeln und/oder eine entsprechende Marzipanrohmasse ersetzt werden.

Form und Aussehen von Christstollen sollen an das gewickelte Christkind erinnern. Das ursprüngliche „Christbrot“ aus dem 14. Jahrhundert war eine Fastenspeise der Klöster für den Advent aus Mehl, Hefe und Wasser. Geschmackgebende Zutaten kamen erst später hinzu.


Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt anlässlich der Pensionierung von Prof. Frerk Feldhusen

Backhaus: „Das LALLF fachlich versiert, fordernd und kritisch hinterfragend geführt“

Der langjährige Direktor des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF), Prof. Frerk Feldhusen, ist heute in den Ruhestand verabschiedet worden. Ab 1. Januar übernimmt Dr. Stephan Goltermann die Leitung dieser oberen Landesbehörde.

Feldhusen leitet das LALLF seit dessen Gründung am 1. Oktober 2005. Zuvor hatte Feldhusen bereits 20 Jahre lang in der Lebensmittelhygiene und -überwachung gearbeitet, unter anderem an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und als Leiter des Veterinärinstitutes für Fische und Fischwaren in Cuxhaven. In dieser Zeit erwarb er auch einen umfangreichen Erfahrungsschatz im Bereich der Akkreditierung von Laboren, der sich für die Labore des LALLF als äußerst wertvoll erwies.
„Ich erinnere mich noch genau an seine Anfänge hier bei uns im Land“, sagt Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. „Er kam 2004 nach Rostock, um die Nachfolge von Dr. Hartmut Kiupel als Direktor des Landesveterinär- und Lebensmitteluntersuchungsamtes anzutreten. Es waren große Fußstapfen, die es auszufüllen galt. Aber nicht nur das. Das Landesamt befand sich damals mitten in einem großen Umstrukturierungsprozess. Das war fachlich wie menschlich eine enorme Herausforderung“, erinnerte sich der Minister. Prof. Feldhusen habe das mit Bravour gemeistert und zwar fachlich äußerst versiert, fordernd, stets kritisch hinterfragend. Diese Eigenarten würden typisch für seine Arbeit sein. Seinem unermüdlichen Engagement sei es zu verdanken, dass die Arbeit des Landesamtes weit über die Landesgrenzen hinaus geschätzt und anerkannt ist.
„Besonders einprägsam für mich war auch unsere Zusammenarbeit bei der Bewältigung der ersten großen Vogelgrippe im Land oder jetzt bei der Verhinderung der ASP. Und das neben den immer wieder neuen Anforderungen, um die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel und auch der Futtermittel auf hohem Niveau zu halten“, würdigte Backhaus den bisherigen Leiter des LALFF.
Als Direktor vertrat Feldhusen das Landesamt aber auch in wichtigen Gremien nach außen. So gelang es ihm in seiner Zeit als Leiter der Direktorenkonferenz der Norddeutschen Kooperation (NoKo) wichtige Impulse für die Arbeit dieses Gremiums zu geben, um die effektive Zusammenarbeit der Untersuchungseinrichtungen in der NoKo weiter voranzutreiben.
Aber auch berufsständisch ist Prof. Feldhusen äußerst aktiv. So leitete er über Jahre den Ausschuss für Verbraucherschutz und Arzneimittel der Landestier-ärztekammer M-V. Aufgrund seines Engagements und seiner Erfahrungen wurde er auch zum Vorsitzenden des Ausschusses für Lebensmittel-, Fleisch- und Milchhygiene der Bundestierärztekammer (BTK) berufen.

„Ich wünsche Professor Feldhusen deshalb nicht nur alles Gute für den weiteren Lebensweg, sondern hoffe auch, dass er uns im Rahmen seiner berufsständischen Tätigkeit noch lange mit Rat und Tat zur Seite steht“, sagte Backhaus.

Hintergrund:
Unter dem Dach des LALLF wurden 2005 das Landesveterinär- und Lebensmitteluntersuchungsamt, das Landespflanzenschutzamt, das Landesamt für Fischerei sowie die Saat- und Pflanzgutanerkennungsstelle, die Abteilung Landestierzucht und Tierzuchtanerkennung der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei sowie der Fachbereich Ernährungswirtschaft des Amtes für Landwirtschaft Bützow zu einer neuen Landesbehörde zusammengeführt. Der Hauptsitz befindet sich in Rostock, Außenstellen sind in Neubrandenburg und Gülzow.
Das Aufgabenspektrum reicht von der Lebensmittel- und Bedarfsgegenstandsanalytik, über die Tierseuchendiagnostik, den Futtermittel- und Pflanzenschutzdienst bis hin zur Fischereiverwaltung und -aufsicht. Im LALLF werden jährlich mehr als 8.000 Proben von Lebensmitteln, Futtermitteln, Bedarfsgegenständen und Kosmetika untersucht. Das Landesamt steht dabei in enger Kooperation mit zahlreichen anderen Behörden. Dazu zählen insbesondere die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter (VLÄ) der Landkreise und kreisfreien Städte oder auch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS)

Nähere Erläuterungen:
Das LALLF
Um die Arbeitsfähigkeit des Landesamts zu optimieren und an die neuen Herausforderungen des Verbraucherschutzes anzupassen, investierten Finanz- und Landwirtschaftsministerium mehrfach in Gebäude des LALLF. Mit Bildung des Landesamtes begannen die Umbauten und Sanierungen in und am neuen Laborgebäude in Rostock, Thierfelder Straße. In der Außenstelle Gülzow entstand ein neues Arbeitsgebäude und die Gewächshäuser wurden modernisiert.
Im Rahmen der Teilsanierung am Standort Neubrandenburg erfolgte die energetische Sanierung der Gebäudehülle. Außerdem wurde der Verwaltungsbereich komplett erneuert.


Apfel- und Birnenprodukte weitgehend frei von Patulin

In diesem Jahr sind im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock 46 Proben mit oder aus Äpfeln und Birnen bestehende Lebensmittel auf das Schimmelpilzgift Patulin untersucht worden. „Nur in einer Apfelsaftprobe war Patulin, aber unter der Bestimmungsgrenze nachweisbar“ sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF.
Die Proben stammten aus dem Einzelhandel, Drogerien und Mostereien des Landes. Konkret handelte es sich um zehn Apfelmuse, neun Apfelsäfte, zehn Birnensäfte oder -nektare, acht Smoothies und neun Proben Beikost auf Apfelbasis.

Patulin kann besonders in angefaultem Kernobst, aber auch anderen faulenden Obstsorten und im Getreide vorkommen. Für den Verbraucher ist der Verzehr eines einzelnen Produktes mit erhöhtem Patulingehalt keine akute Gefahr. In höheren Dosen kann es zu Erbrechen und Verdauungsstörungen führen. Außerdem soll es leber- und nierenschädigend sein.

In Deutschland werden Äpfel und Birnen in vielen Varianten von Jung und Alt gegessen und sehr gern als Säfte getrunken. „Wir raten dazu, angefaultes Obst weder zu essen, noch weiter zu Saft, Kompott, Marmelade oder auch Wein zu verarbeiten“, ergänzt Feldhusen. Wichtig zu wissen ist, dass die Schimmelpilzgifte, oder Mykotoxine, weitgehend hitzestabil sind und daher ihre Wirkung durch Erhitzen nicht verlieren.

Die Menge an Patulin in Obstprodukten kann als Maß für die Qualität der in der Produktion eingesetzten Früchte an-gesehen werden. „Auch wenn die Untersuchungsergebnisse besser als in den Vorjahren sind, appellieren wir an die Verarbeiter, weiterhin nur gesundes Obst zu nutzen“, so der Amtsleiter.


Hintergrund
Patulin ist ein sekundäres Stoffwechselprodukt verschiedener Gattungen niederer Pilze. Es sind Schimmelpilzgifte der Gattung Aspergillus- und Penicillium.
Äpfel oder Birnen können bis zu ein Gramm Patulin pro Kilogramm Faulstelle enthalten.
In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass Patulin in der Regel nur in den fauligen Stellen verbreitet ist, es kaum im auch noch vorhandenen gesunden Apfelgewebe nachweisbar war. Weitere Analysen belegen, dass bis zu 40 % der braunfaulen Stellen an Äpfeln Patulin enthielten.


Methylmethacrylat in Nagelmodellage-Produkten

Von kürzlich untersuchten 17 Proben Nagelmodellagemittel mussten sieben beanstandet werden. Die Probleme bezogen sich auf Kennzeichnungsmängel oder die Irreführung des Verbrauchers, wie z. B. fehlende Warnhinweise oder unkorrekte Auslobungen wie „geruchsarm“.
„Weiterhin enthielt eine Probe 61 % des als gesundheitsschädlich geltenden Methylmethacrylats (MMA)“, sagt Cornelia Trapp, zuständige Abteilungsleiterin für Lebensmittel, Futtermittel und Kosmetik im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Die Proben stammten aus Nagelstudios in Mecklenburg-Vorpommern.

Nagelmodellagemittel bestehen, vereinfacht dargestellt, oft aus einer Flüssigkomponente, flüssigem Acrylat - handelsüblich ist Ethylmetacrylat, möglich aber auch MMA - sowie einer Pulver-Komponente. Werden die Komponenten vermengt, setzt die Polymerisierung des Acrylates ein. Die entstehende Paste wird auf Finger- oder Fußnägel aufgetragen und härtet dort aus.

„Die Verwendung von MMA ist in der deutschen und europäischen Kosmetikgesetzgebung noch nicht reguliert“, moniert Trapp. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) kam in einer Stellungnahme zu dem Schluss, dass hohe Konzentrationen die Gesundheit schädigen können. MMA hat ein starkes Sensibilisierungspotential für Allergien. Entstehende Schäden am Nagel können über Jahre anhalten. Eine Allergie kann nach Senisibilisierung auch bei der Verwendung von MMA-haltigem Zahnersatz oder bei orthopädischen Eingriffen mit Knochenzement auftreten. Dies bedeutet eine Einschränkung therapeutischer Optionen.
Es gibt Fälle von Infektionen an Fingerspitzen, Handflächen und im Gesicht. Selbst ein mögliches Ablösen der Nägel wird beschrieben.

Methacrylate haben einen charakteristischen, äußerst starken und unangenehmen Geruch, so dass die Auslobung „geruchsarm“ in einer Probe bei gleichzeitiger Anwesenheit von Methylmethacrylat und Ethylmethacrylat eine Irreführung darstellte. Eine gleichartige Auslobung hatte eine andere Probe, die nur Ethlylmetacrylat enthielt, aber ebenso einen starken chemischen Geruch aufwies.

Ethylmethacrylat war in sechs Proben zu einem Anteil zwischen 13 und 72 % enthalten. Diese Substanz gilt bisher als nicht toxikologisch auffällig.


Hintergrund
MMA ist in Staaten wie den USA, Kanada, Australien für die Nagelmodellage verboten bzw. es wird vor seiner Verwendung gewarnt. In der EU existiert bislang keine rechtliche Vorgabe. Die Problematik wird jedoch bei der EU-Kommission diskutiert.

Künstliche Fingernägel sind nach dem Aushärten fest und nicht elastisch. Bleibt man an ihnen hängen oder klemmt man sie ein, können sie schnell brechen und mit ihnen der natürliche Nagel. Das ist schmerzhaft und kann ebenfalls Infektionen zur Folge haben. Außerdem lassen sich die harten Fingernägel schwierig in Form bringen und sind oft nur mit einer groben Feile wieder zu entfernen. Das kann unter Umständen die Nagelplatte und das Nagelbett verletzen.


Ergänzung Systemumstellung bei Angelerlaubnissen für Küstengewässer

Anfang November wurde die Software für die Ausgabe von Angelerlaubnissen für die Küstengewässer des Landes Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich auf ein neues System umgestellt.
Somit ist es in der jetzigen unsteten Zeit mit der Coronapandemie für die Angler komfortabler geworden, diese Angelerlaubnisse zu erwerben. Weite Wege zur nächsten Verkaufseinrichtung oder der aufwändige Postversand zum LALLF kann eingespart werden. Ein weiterer Vorteil ist die freigeschaltete Bezahlmöglichkeit im Webshop mit PayPal.
Neu ist, dass jede Ausgabestelle jetzt ermäßigte Angelkarten für Schwerbehinderte ausgeben kann. Sie müssen nicht mehr bei der Fischereibehörde erworben werden. Beim Kauf dieser Angelerlaubnisse ist der Schwerbehindertenausweis vorzuzeigen.
Mit der Systemumstellung wurden auch die Angelerlaubnisse für das Jahr 2021 zum Kauf freigeschaltet.

Webshop: erlaubnis.angeln-mv.de
Informationen: www.lallf.de/fischerei/


Achtung: Systemumstellung bei Angelerlaubnissen für Küstengewässer

In der Nacht vom 3. auf den 4. November 2020 wird die Software für die Ausgabe von Angelerlaubnissen für die Küstengewässer des Landes Mecklenburg-Vorpommern auf ein neues System umgestellt. Ab 20:00 Uhr können deshalb auch im Webshop keine Angelkarten mehr erworben werden. Soweit bei der Systemumstellung keine größeren Probleme auftreten, sollte die Angelerlaubnisausgabe ab Mittwochmorgen wieder für alle Bürger und die angeschlossenen Ausgabestellen, wie Angelserviceläden, Touristinformationen, Kurverwaltungen etc. verfügbar sein.

Mit dem neuen System wird es ab dem 04.11.2020 zwei wesentliche Änderungen geben. Zum einen werden die ermäßigten Angelerlaubnisse für Schwerbehinderte nicht nur durch die Fischereibehörde, sondern auch durch alle angeschlossenen Ausgabestellen ausgegeben. Dafür ist beim Kauf bitte der Schwerbehindertenausweis vorzuzeigen. Zum anderen haben alle Angelerlaubnisse dann ein QR-Feld für die schnelle Kontrolle der Gültigkeit durch die Fischereiaufsicht oder Polizeibeamte. Mit Inbetriebnahme des neuen Systems können auch die Jahresangelerlaubnisse für 2021 erworben werden.

Hintergrund
Die elektronische Registrierung der Angelerlaubnisse für die Küstengewässer des Landes M-V wurde im Jahr 2010 eingeführt, im Jahr 2012 folgte dann der Webshop.
Inzwischen werden jährlich mehr als 120.000 Angelerlaubnisse für die Küstengewässer registriert, davon 20 % im Online-Erwerb.
Damit das System auch zukünftig den inzwischen erweiterten Anforderungen an die Daten- und Transaktionssicherheit genügt, musste eine Überarbeitung erfolgen. Dabei wurden auch Hinweise von Nutzern des bisherigen Systems berücksichtigt.


Für gesunde Milch: Technische Prüfung des Landes bei der Wärmebehandlung

Um für Milch die gewünschte Haltbarkeit und mikrobiologische Produktsicherheit zu erreichen, muss sie wärmebehandelt werden. Das wird mit verschiedenen Methoden erreicht. Üblich sind indirekte Erhitzungsverfahren über Wärmetauscher oder die Mikrofiltration.

Bei den etwa zweijährlichen amtlichen Überprüfungen der 52 kontinuierlichen und diskontinuierlichen Erhitzungsanlagen in M-V wurden in den vergangenen Jahren durchschnittlich etwa 5 % beanstandet. „Hauptgründe dafür waren Milchrückstände sowie zu stark verschlissene Dichtungen aber auch allgemein unzureichende Reinigungszustände“, sagt Gabriele Tardel, zuständige Dezernatsleiterin im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Die Kontrolle der technischen Voraussetzungen der Milchverarbeitungsanlagen wird für eine risikoorientierte Betriebsüberwachung der kommunalen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsbehörden (VLÄ) durch den technischen Sachverständigen des LALLF übernommen. Dazu wird seitens des Amtskontrolleurs ein Wärmetauscher für die Milch geöffnet und im Zusammenhang mit verschiedenen Untersuchungen der Steuerungssysteme beurteilt. Dabei geht es unter anderem um die Temperatur, die Druckverhältnisse, auch Störfallsimulationen.
Bei auffälligen Abweichungen werden am Kontrolltag betriebliche Sofortmaßnahmen wie der Austausch von Dichtungen und Reinigungsarbeiten vorgenommen. Durch die VLÄ und den technischen Sachverständigen des LALLF erfolgen anschließend Nachkontrollen und ggf. eine Verkürzung des betrieblichen Prüfungsintervalles. Sind schwerwiegende Mängel aufgetreten, kann die Anlage still gelegt und erst nach Abstellen der Probleme wie-der frei gegeben werden. Im Jahr 2020 musste das bisher bei einem Betrieb praktiziert werden.

Die Molkereibetriebe in M-V sind hauptsächlich auf die Produktion von Käse und Frischkäse ausgerichtet. Drei Betriebe stellen Trinkmilch her. Einer davon produziert beispielsweise traditionell erhitze Milch, die in Automaten im Einzelhandel erhältlich ist. „Milchwirtschaftliche Maschinen und Anlagen müssen für sichere Lebensmittel technisch in Ordnung sein. Das gilt für große Molkereien genauso wie für einen kleinen Käsehersteller“, betont Tardel. Tupferproben von Anlageteilen und Überwachungsproben von Milchprodukten, entnommen durch die VLÄ der Landkreise, ergänzen die amtliche Kontrolle.
Damit die Varianten der Milchbehandlung sicher greifen, laufen in allen milchverarbeitenden Betrieben auch immer Eigenkontrollen.


Hintergrund
In M-V gibt es 36 Molkereigroßanlagen mit Durchsätzen zwischen 3.000 bis 60.000 l Milch/Stunde. Außerdem haben 16 kleinere Hofmolkereien kontinuierliche und diskontnuierliche Erhitzungsanlagen.
Vor der Inbetriebnahme von Milcherhitzungsanlagen werden technische Überprüfungen durchgeführt. Weiterhin ergänzen die o. g. amtlichen Funktionskontrollen von Milcherhitzungsanlagen die Eigenkontrollen der Unternehmen. Wichtig ist die Beurteilung von Verfahrensabläufen und der Eigenkontrollsysteme. Für zugelassene Betriebe gelten hohe Anforderungen an Hygiene, Dokumentation, Risikoanalyse (HACCP) und Beherrschung der Technik.

Es gelten die Vorschriften der europäischen Union für die einzelnen Wärmebehandlungsverfahren und DIN-Normen für die bauliche Ausführung von Erhitzungsanlagen und dazugehörige Technik. Beispiele sind die Pasteurisierung von Milch auf mindestens 72 °C und 15 Sekunden Haltezeit (kontinuierliche Pasteurisierung für Trinkmilch in Durchlauferhitzern) oder die Dauerpasteurisation auf mindestens 63 °C und 30 Minuten (diskontinuierliche Erhitzung in einem Behälter).
Im Wesentlichen wird amtsseitig überprüft, ob die Erhitzungsanlagen die technischen Voraussetzungen und die Anforderungen an die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik erfüllen.

Für M-V gibt es einen positiven Trend: es entstehen kleinere Betriebe mit eigener Verarbeitung. Negativ ist, dass größere Molkereien, wie zuletzt die in Stavenhagen, vom Markt genommen werden.
 


Mit dem Käse in M-V alles ok?

Jährlich werden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V knapp 8.000 Proben Lebensmittel untersucht. Auch die Vielfalt der Käse gehört zu den untersuchten Produkten. Ob jung, alt, mild, kräftig, cremig oder nussig - Vertreter vieler Sorten kommen in die Kontrolle. In der Außenstelle des LALLF in Neubrandenburg arbeiten die Experten dieser Lebensmittelgruppe. 501 Käseproben wurden seit Anfang des Jahres 2019 bis heute sensorisch, chemisch, mikrobiologisch und rückstandsanalytisch untersucht.

76 Prozent (383 Stück) der Käsevariationen waren komplett in Ordnung. Bei 35 Proben wurden geringe Mängel ohne amtliche Reglementierung festgestellt. „61 Käseproben mussten beanstandet werden“, resümiert Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF.
Die meisten Beanstandungen (46 Proben) ergaben sich aus der Kennzeichnung. Spezielle Kennzeichnungsanforderungen, wie die Angaben der Käsegruppe, der Fettgehaltsstufe oder der Hinweis „mit Rohmilch hergestellt“ werden häufig beim Verkauf als lose Ware aus Käsetheken nicht vorgenommen. Fehler bei den allgemeinen Pflichtangaben, wie beispielsweise dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), der Nährwertkennzeichnung oder der verpflichtenden Angabe des Inverkehrbringers sind ebenfalls aufgefallen.
Mikrobiologisch verdorben waren insgesamt sechs Käseproben. Sie sind unter anderem durch Schimmel auf der Oberfläche oder hefigen Geschmack sensorisch als abweichend eingestuft worden. Bei einem Käse führten hygienische Mängel während der Herstellung zu erhöhten Keimgehalten sogenannter „Hygieneindikatorkeime“. Das sind unter anderem Enterobakterien oder Staphylokokken.

Betrachtet man den Anteil Käse, der in M-V hergestellt wurde, ergibt sich ein recht positives Ergebnis. 122 der Gesamtprobenzahl sind hier hergestellt und teilweise regional vermarktet worden. 63 Prozent waren beanstandungsfrei. Wie auch im Gesamtbild, fielen hauptsächlich Kennzeichnungsmängel auf (12 Proben). Krankmachende Keime sind gar nicht nachgewiesen worden. In 13 Fällen wurden geringe Bemängelungen ausgesprochen, die aber zu keiner Beanstandung führten.
„Gerade kleine Hersteller vertreiben in M-V eine schöne Markenvielfalt und interessante Produkte“, merkt Feldhusen an. Regionale Unterschiede in der Futterzusammenstellung, der Herstellung oder die Verwendung von Kuh-, Schaf- oder/und Ziegenmilch machen heimische Erzeugnisse einzigartig.
Oft haben diese Herstellerbetriebe Probleme mit der gesetzeskonformen Kennzeichnung ihrer Produkte. Feldhusen räumt ein: „Die Kennzeichnungsregeln der EU, ergänzt um nationale Regelwerke erfordern eine intensive Beschäftigung mit diesem Thema. Das ist von Kleinstunternehmen nicht immer sofort zu überblicken.“


Hintergrund
Der Begriff „Käse“ ist besonders geschützt. Nur aus Milch von zur Milchgewinnung gehaltener Tierarten wie Rinder, Büffel, Schafe und Ziegen hergestellter Käse darf auch „Käse“ heißen. Wichtig ist, dass Milchfett und Milcheiweiß nicht durch Fremdeiweiß oder Fremdfett ersetzt werden dürfen.

Die Deutschen verzehren durchschnittlich etwa 25 Kilogramm Käse pro Jahr. Ob auf Schulbrot oder als Abschluss für ein Dinner – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Es gibt etwa 400 Sorten Käse in Deutschland.
Man kann den Käse nach
• der Art der Reifung,
• dem Wassergehalt und
• den Fettgehaltstufen
einteilen.
Es gibt z. B. den milden Gouda, den würzigen Tilsiter, den weichen Camembert und den harten Bergkäse, den fetten Mascarpone sowie den fettarme Harzer.
Daneben werden regionale und landestypische Spezialitäten wie Allgäuer Emmentaler, Feta aus Griechenland und Parmesan aus Italien angeboten.
 


Untersuchungen auf Wirkstoffrückstände in Beeren

Die Beerensaison des Jahres 2020 neigt sich dem Ende und so ist ein Rückblick auf die Analyseergebnisse zu den Rückständen von Pflanzenschutzmitteln im Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock möglich.
Untersucht wurden 23 Proben verschiedener Beeren, davon: 10 Proben Erdbeeren, 6 Proben Himbeeren, 5 Proben Johannisbeeren, 2 Proben Brombeeren.
Drei der Proben (13 %) enthielten gar keine Rückstände. Alle anderen zwischen einem und neun Wirkstoffen, die aber alle die gesetzlich erlaubten Höchstmengen unterschritten. Unter anderem waren das Mittel gegen Pilzbefall, die zur Absicherung der Lagerung gegen Schimmelpilze verwendet werden dürfen.
Die Beeren stammten überwiegend aus deutschem Anbau (19 Stück) und vier Proben Himbeeren aus Portugal (2), Polen und Großbritannien.
Alle Früchte waren aus konventionellem Anbau und wurden dem Handel in M-V entnommen oder stammten direkt aus der Handelsware von den Erzeugern. Sie wurden jeweils auf eine breite Palette Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Das sind knapp 450 Substanzen.

Grundsätzlich wird Verbrauchern empfohlen, Obst, dass ungeschält gegessen werden soll, vor Verzehr zu waschen. Nachweislich werden so die Gehalte von Wirkstoffrückständen deutlich reduziert. Aber auch mikrobielle Belastungen sind so zu mindern.


Speiseeis aus M-V in alljährlicher Kontrolle

Besonders im Sommer ist die Lust auf Eis geweckt. Damit die kalte Leckerei zu einem problemlosen Genuss wird, sind jährlich Proben unterschiedlicher Sorten aus Eisdielen in Mecklenburg-Vorpommern in der mikrobiologischen Untersuchung im LALLF in Neubrandenburg.

In diesem Jahr wurden bis Ende Juli im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) 202 Speiseeisproben, der Großteil aus Softeisautomaten (129), mikrobiologisch geprüft.
Ein gutes Ergebnis vorweg: „Krankmachende Keime wie Salmonellen oder Listerien (Listeria monocytogenes) konnten nicht nachgewiesen werden“, bilanziert Tierärztin Birte Andreas, Dezernatsleiterin für die mikrobiologische Untersuchung milchbasierter Lebensmittel.

Zehn Prozent der Eisproben (21 Stück, davon 17 Softeis) mussten aber wegen hygienischer Mängel beanstandet werden. Häufig wurden Grenz- bzw. Warnwertüberschreitungen von Enterobakterien (Hygienenachweiskeime), einschließlich E. coli, festgestellt.
Bei den Enterobakterien handelt es sich in der Regel um Verunreinigungen durch die Nutzung hygienisch nicht einwandfreier Gerätschaften oder Rohware bei der Herstellung oder Abgabe des Gefrorenen. Selten sind technologisch bedingte Fehler die Ursache.

Diese Ergebnisse sind tendenziell besser als in den Vorjahren, allerdings sind in diesem Jahr coronabedingt durch die Schließungen der Verkaufsstellen nicht so viele Proben untersucht worden.

Speiseeis kann von der Herstellung bis zum Verzehr mit Keimen kontaminiert werden. Daher ergibt sich die stetige Notwendigkeit von Kontrollen der Eisdielen mit entsprechenden Auflagen durch die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter. „Für ein einwandfreies Eis ist unter anderem eine fachkundige Reinigung und Wartung der Softeisautomaten die Voraussetzung“, betont Andreas. „Denn der Milchanteil im Eis ist ein guter Nährboden für Bakterien. Grundsätzlich können Verbraucherinnen und Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern ihr Eis guten Gewissens genießen“.

Hintergrund
Enterobakterien ist der Oberbegriff für verschiedene Bakterienarten, die in der Natur weit verbreitet sind und auch im Verdauungstrakt, also im Darm von Mensch und Tier vorkommen. Die meisten Arten gelten als typische Indikatoren für mangelnde Hygiene und sind für gesunde Menschen nicht gefährlich.

Für die mikrobiologische Beurteilung der Eisproben werden sowohl die Vorgaben der VO (EG) Nr. 2073/2005 (für Eis direkt aus der Herstellung) als auch die Richt- und Warnwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie in Verbindung mit der Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) herangezogen.

 


Transportmittel Urlauber?

Verschleppung von Pflanzenkrankheiten mit ungeprüfter Ware vermeiden

Bakterien, Viren, Pilzsporen – sie sind alle für das menschliche Auge nicht erkennbar und doch vorhanden und teilweise gefährlich. Sie können unbeabsichtigt und ohne wahr genommen zu werden als Urlaubsmitbringsel aus fernen Ländern, z. B. mit einer Oleandertopfpflanze, nach Deutschland eingeschleppt werden. Ist auch nur eine Oleanderpflanze nachweislich mit dem Feuerbakterium Xylella fastidiosa infiziert, müssen im Umkreis von 100 Metern alle bekannten und verdächtigen Wirtspflanzen – das sind über 300, z. B. Ahornbäume - ausnahmslos vernichtet werden. Es wird eine 5 km-Pufferzone eingerichtet, in der regelmäßig amtliche Überwachungsmaßnahmen durchzuführen sind. Zahlreiche Pflanzenschutzmaßnahmen folgen, um einer weiteren Verbreitung dieses todbringenden und sonst unbekämpfbaren Bakteriums vorzubeugen. So hat ein kleines Urlaubssouvenir katastrophale Folgen!

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2020 zum Internationalen Jahr der Pflanzengesundheit ernannt. Ziel ist es unter anderem, Verbraucherinnen und Verbraucher verstärkt darauf hinzuweisen, welche unabsehbaren Gefahren von pflanzlichen Souvenirs ausgehen können. „Die meisten Reisenden wissen nicht, dass es verboten ist, frische pflanzliche Waren oder Pflanzen ohne Pflanzengesundheitszeugnis nach Deutschland mitzubringen“, sagt Dr. Joachim Vietinghoff, stellvertretender Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Es gibt EU-weite Regelungen für die Einfuhr von Pflanzen und deren Produkte. Wenn an der Grenze kein Pflanzengesundheitszeugnis vorgelegt werden kann, werden Pflanzen oder Pflanzenprodukte in der Regel vernichtet und es kann ein Bußgeld fällig werden. Als Leiter des Landespflanzenschutzdienstes unterstreicht Vietinghoff: „Selbst bei Früchten, Gemüse, Samen und Schnittblumen ist Vorsicht geboten. Auch die bei den Einwohnern Mecklenburg-Vorpommerns beliebte  Kartoffelknolle darf nicht aus Drittländern eingeführt werden.“
Der Schutz vor Ein- und Verschleppung von Schadorgansimen ist wichtig: für die nachhaltige Pflanzenproduktion, eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft, den Schutz der heimischen Pflanzen in ihren Lebensräumen und damit den Schutz der Umwelt sowie der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland.

Hintergrund
Warum ein Jahr der Pflanzengesundheit? Der FAO zufolge machen Pflanzen etwa 80 Prozent der Nahrung aus und produzieren 98 Prozent des Sauerstoffs, den wir atmen. Gleichzeitig sind sie einer ständigen und zunehmenden Bedrohung durch Krankheiten und Schädlinge ausgesetzt. Das kann zu hohen Verlusten in der Pflanzenproduktion führen, Hunger von Menschen in bestimmten Regionen verursachen und weltweit die Landwirtschaft und die Biodiversität schädigen. Deshalb sind Strategien und Maßnahmen zur Förderung der Pflanzengesundheit so bedeutsam. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sich die Vereinten Nationen gesetzt haben, sind nur auf diesem Weg zu erreichen. Dies gilt besonders vor dem Hintergrund der deutlich zunehmenden Risiken einer Ein- und Verschleppung von Schadorganismen aufgrund der zunehmenden internationalen Arbeitsteilung in der Pflanzenproduktion, der Globalisierung des Handels, des weltweiten Tourismus und des Klimawandels.

Entsprechende Informationen sind unter anderem beim Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, dem Julius-Kühn-Institut, zu finden:
www.julius-kuehn.de/ag/internationales-jahr-der-pflanzengesundheit-2020/

 


Gemüsechips eine unbedenkliche Knabberei?

Acrylamid in Kartoffel- und Gemüsechips

Gemüsechips, beispielsweise aus Süßkartoffeln, Möhren, Pastinaken oder rote Bete, sind neuere Handelsprodukte, die den Verbraucher inspirieren, mal etwas anderes, vermeintlich gesundes, aus dem Knabbereienregal zu konsumieren. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) widmet sich auch dieser Produktgruppe. Im Fokus stand der Vergleich des Gehalts an vermutlich krebserregendem Acrylamid in Gemüsechips und klassischen Kartoffelchips.

„Die Analysen der zehn Proben Kartoffel- und ebenso vielen Gemüsechips ergaben unterschiedliche Ergebnisse: Der Richtwert für Kartoffelchips von 750 µg/kg Acrylamid wurde in keiner Probe überschritten. Die Acrylamidgehalte der Gemüsechipsproben lagen im Mittel statistisch abgesichert höher, bei 1.236 µg/kg“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF. Der höchste ermittelte Acrylamidgehalt in Gemüsechips betrug knapp 1.900 µg/kg.
Die Bildung der unerwünschten Substanz wird in den Gemüsechips höchstwahrscheinlich durch den höheren Zuckergehalt der verwendeten Gemüsesorten im Vergleich zu Kartoffeln begünstigt.
„Bei Kartoffelchips wird das Risiko der Überschreitung der Richtwerte für Acrylamid inzwischen als gering eingeschätzt“, ergänzt Feldhusen. Die Hersteller haben in den letzten Jahren Maßnahmen zur Minimierung des Acrylamids in ihren Produktionsverfahren erfolgreich angepasst und umgesetzt.
Für Gemüsechips gibt es noch keinen separaten Richtwert. Die Datenbasis für Acrylamidwerte muss weiterhin vergrößert werden, damit zukünftig eine entsprechende Zahl für diese Produktgruppe festgelegt werden kann.

„Zu vermuten ist, dass momentan durch den geringeren Verzehr der Gemüsechips eher kein Gesundheitsrisiko für Verbraucher gegeben ist“, so Feldhusen.
Grundsätzlich enthalten die meisten, im Handel erhältlichen Kartoffel- und Gemüsechips viel Fett und Salz und sollten daher nur gelegentlich genossen werden.

Hintergrund
Acrylamid gehört aufgrund von Daten aus Tierversuchen zu den unerwünschten Stoffen. In Tierversuchen wirkte es Krebs erzeugend und Erbgut verändernd. Das Bundesamt für Risikobewertung in Berlin schätzt ein, dass Acrylamid in Lebensmitteln das Risiko der Krebsentwicklung bei Verbrauchern aller Altersgruppen erhöhen könnte.
In Lebensmitteln entsteht Acrylamid tagtäglich bei der Zubereitung mit Temperaturen ab 150 Grad Celsius, die die Lebensmittel auch ‚bräunt‘. Als Entstehungsbasis müssen die Aminosäure Asparangin und sogenannte reduzierende Zucker, wie Glukosen oder Fruktose, in dem Lebensmittel enthalten sein.
Aufgrund der vielen Einflussfaktoren lässt sich die Höhe der Bildung von Acrylamid bislang schwer voraussagen. Je dunkler Backwerk, Chips und Co sind, desto höher ist wahrscheinlich auch ihr Acrylamid-Gehalt.
Wichtige Acrylamid-Quellen sind Kaffee, Chips, Kekse, Kräcker und Knäcke- sowie Toastbrot. Im Verhältnis zum Körpergewicht sind Kinder die am stärksten exponierte Altersgruppe.
 


Rückstände in Zitronen und Limetten?

„Jede der 12 untersuchten Proben konventioneller Zitronen und Limetten enthielt Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Es gab aber keine Höchstmengenüberschreitung und daher auch keine Beanstandung.“, erklärt Professor Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. Er ergänzt: „Die außerdem analysierten zwei Proben ökologisch erzeugter Zitrusfrüchte waren komplett rückstandsfrei.“
Die handelsüblichen Obstproben kamen u. a. aus Spanien, Brasilien, Mexiko und Vietnam.

Auf mindestens 400 verschiedene Wirkstoffe wurde jede Probe analysiert. Maximal waren neun Substanzen in einer Limettenprobe nachgewiesen worden. Insgesamt gelang der Nachweis von 14 verschiedenen Wirkstoffen in den Früchten. Es handelte sich überwiegend um zugelassene Schalenbehandlungsmittel, die das saure Obst nach der Ernte haltbarer machen sollen. Überwiegend waren das Wirkstoffe gegen Schimmelpilze.

Für den Verzehr von Zitrusfrüchten mit Schale sollte auf deren Deklaration geachtet werden. Der Hinweis „ohne Konservierungsmittel“ oder „Schale zum Verzehr geeignet“ ist dann Früchten mit ausgewiesener Nacherntebehandlung vorzuziehen.
„Sollen Limonen und Zitronen zum Genuss in Getränken oder Speisen in Stücken mit Schale oder als ganze Frucht verwendet werden, ist vor dem Servieren ein gründliches Reinigen, am besten ein Abbürsten unter heißem Wasser ratsam. So lassen sich eventuell vorhandene Rückstände sehr gut reduzieren“, rät Feldhusen.

Hintergrund
Rückstände sind Reste von Stoffen, die absichtlich und zielgerichtet während der Produktion pflanzlicher Lebensmittel (z. B. Pflanzenschutzmittel) oder während deren Lagerung (u. a. Vorratsschutzmittel) eingesetzt werden. Wenn sie oder deren Umwandlungsprodukte während der Lebenszeit der Pflanzen bzw. bis zum Verzehr des Lebensmittels nicht vollständig abgebaut werden, treten sie als Rückstände in Lebensmitteln auf.

Schalenkonservierungsmittel (Nacherntebehandlungsmittel) sind Fungizide, also Mittel gegen Pilzbefall, die häufig auch zusammen mit verschiedenen Wachsen auf die Schalen von Zitrusfrüchten aufgebracht werden, um einen Verderb der Früchte auf dem Transport und während der Lagerung zu vermeiden. Das Wachsen nimmt man vor, damit die Früchte nicht so schnell austrocknen. Danach sind die Schalen für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet. Deshalb muss diese Nacherntebehandlung beim Verkauf für den Verbraucher deutlich sichtbar kenntlich gemacht werden.


Tierarzneimittelrückstände im Fleisch aus Mecklenburg-Vorpommern nahe Nulllinie

Untersuchungsergebnisse des Nationalen Rückstandskontrollplanes

2.940 Proben Fleisch unterschiedlicher Tierarten aus M-V sind im Jahr 2019 im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) auf pharmaklogisch wirksame Stoffe – also Tierarzneimittelrückstände – untersucht worden. Die Proben stammten aus den Tierbeständen der Erzeugerbetriebe oder aus Schlachtbetrieben. Sie bilden in dieser Größenordnung eine repräsentative Überwachungsdichte.

„Sehr erfreulich ist, dass bei nur vier Proben, also knapp 0,14 %, Tierarzneimittel oberhalb der gesetzlich zugelassenen Höchstmengen festgestellt wurden. Das schließt Antibiotika mit ein“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes. Alle vier Nachweise stammten von Rindern.

In Umsetzung des Nationalen Rückstandskontrollplanes, einem jährlichen EU-weiten Überwachungsprogramm, sind aus M-V 1.153 Rinder, 1.300 Schweine, drei Schafe, ein Pferd sowie 483 Geflügelproben auf Rückstände pharmakologisch wirksamer Stoffe analysiert worden.
Dieses Untersuchungsprogramm dient der Aufdeckung möglicher illegaler Anwendungen verbotener bzw. nicht zugelassener Stoffe sowie der Kontrolle des vorschriftsmäßigen Einsatzes von zugelassenen Tierarzneimitteln. Letzteres umfasst überwiegend die Einhaltung der Wartezeiten seit der letzten Tierbehandlung mit einem Arzneimittel bis zum Zeitpunkt der Schlachtung. Die Wartezeit stellt sicher, dass Rückstände von Arzneimitteln die festgelegten Höchstmengen im Fleisch nicht überschreiten können, da sie im Tier bis zur Schlachtung abgebaut worden sind.

Der Anteil Nachweise von Arzneimitteln in Schlachttieren ist in  M-V seit einigen Jahren in dieser Größenordnung zu finden. Generell liegt der Prozentsatz der Positivbefunde damit noch unter denen des Bundesdurchschnitts. Die Zahlen für Deutschland werden vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit* veröffentlicht.

„Jeder Positivbefund ist einer zu viel! Aber die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass Rückstände von Tierarzneimitteln inklusive Antibiotika ausgesprochen selten nachgewiesen werden. Die Einzelfälle stellen Straftatbestände dar und werden entsprechend verfolgt. So sollen Tierhalter, Tierärzte und Schlachthofbetreiber weiter sensibilisiert werden“, unterstreicht Feldhusen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der absolute Großteil Fleisch bedenkenlos gegessen werden kann.

Im Rahmen des Kontrollprogramms „Nationaler Rückstandskontrollplan“ wurden im Jahr 2019 im LALLF außerdem 109 Milchproben, 46 Eier sowie 13 Fische aus Aquakulturen auf Rückstände von Tierarzneimitteln untersucht. In keiner der Proben sind Wirkstoffe nachgewiesen worden.
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Detaillierte Ergebnisse dieser und anderer Untersuchungen werden auf dieser Homepage.
*Ergebnisse des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: www.bvl.bund.de


Auswahl Pressemitteilungen 2019


Äpfel und Birnen essen!

Keine Beanstandungen bei Pflanzenschutzmittelrückständen

Weihnachtlich duftende, heiße Bratäpfel oder „Birne Helene“ als Kompott nach einem Festessen -  auch in dieser Form lässt sich Obst in der Winterzeit servieren.

Auch das dazu zu verwendende Frischobst unterliegt einer amtlichen Kontrolle. So wurden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock gerade zehn Proben Äpfel und 14 Proben Birnen, alles konventionelle Ware aus dem Einzelhandel des Landes auf ihre Sensorik und mögliche Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht.
Keine der Obstproben musste beanstandet werden.

15 Proben stammten aus Deutschland, drei aus Italien, jeweils zwei weitere Proben aus den Niederlanden und Belgien, eine aus Portugal und eine aus Südafrika.

Die Sensorik – das Aussehen, der Geruch und der Geschmack - aller Äpfel und Birnen war in Ordnung.

In acht Obstproben – alle aus Deutschland – waren gar keine Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln nachweisbar. Die restlichen Proben enthielten einen oder mehrere geringste Mengen von zulässigen Wirkstoffen, aber alle unterhalb der jeweilig erlaubten Höchstmengen. Das waren überwiegend Fungizide und Insektizide – also Mittel gegen Pilzbefall und Insekten. Maximal wurden in einer Birnenprobe aus Italien fünf unterschiedliche Rückstände ermittelt.

Dieses Ergebnis passt sich in die langjährigen Erfahrungen des Landesamtes ein – um 65 % der Proben konventionellen Obstes sind rückstandspositiv, das heißt sie enthalten Rückstände. Bei Äpfeln und Birnen gibt es bundesweit keine oder kaum Überschreitungen der erlaubten Höchstmengen an Rückständen.
Die Anzahl der nachgewiesenen unterschiedlichen Wirkstoffe ist als „durchschnittlich“ einzuordnen.

Verbraucher sollten Obst vor dem Verzehr immer waschen, um eventuell Reste anhaftender Rückstände und auch mögliche  mikrobiologische Verunreinigungen zu reduzieren.


Pflanzliche Spezialöle in der Kontrolle

In einem Landesüberwachungsprogramm des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei sind von den Experten des Neubrandenburger Labors 19 Spezialöle sensorisch, chemisch und auf gesetzeskonforme Kennzeichnung untersucht worden. Dabei waren unter anderem Kürbiskern-, Sesam-, Walnuss- und Erdnuss-, Lein-, Kokos- und Hanföle. Fünf Öle hatten Bioqualität.

„Nach Auswertung aller untersuchten Parameter können wir resümieren, dass die untersuchten Öle aus dem Einzelhandel keine gravierenden Mängel aufwiesen. Das bezieht sich sowohl auf die Sensorik als auch die qualitativen Merkmale wie Haltbarkeit und Sortenreinheit, außerdem auf die Einstufung nach dem jeweiligen Herstellungsverfahren, wie „kaltgepresst“ oder „raffiniert““, freut sich die zuständige Dezernatsleiterin Susanne Zellermann.

Die sensorische Beurteilung – Geruch, Geschmack, Aussehen - spielt eine wichtige Rolle bei Ölen und steht im engen Zusammenhang mit dem Genusswert des Lebensmittels Öl.
Die chemischen Untersuchungen umfassten die Ermittlung der so genannten Fettkennzahlen, wie zum Beispiel die Peroxidzahl und die Säurezahl. Sie charakterisieren das Öl und eignen sich, einen „verdächtigen“ sensorischen Befund zu untermauern.

Die für das jeweilige Öl typischen Gehalte der einzelnen Fettsäuren und Triglyceride sind überprüft worden. Ebenso, ob die Angaben zu gesättigten, einfach oder mehrfach ungesättigten oder der Omega-3-Fettsäuren auf der Flasche mit dem Ölinhalt übereinstimmten.
Alles war in diesem Probendurchgang in Ordnung.
Neben 17 dem Einzelhandel entnommenen Proben Speiseöle, waren zwei Proben in der Analyse, die die Hersteller im Internet verkauften. Bei beiden Ölproben war die gesetzeskonforme Nährwert-Kennzeichnung nicht vorhanden. Daher wurden sie beanstandet. Außerdem warb ein Verkäufer mit Wirkungen der Öle auf die Gesundheit, was nicht erlaubt ist.

Hintergrund
Beurteilt wird die Sortenvielfalt der Öle nach den Leitsätzen für Speisefette und Speiseöle. Diese Leitsätze spiegeln die allgemeine Verkehrsauffassung wider, stellen dabei keine gesetzliche Rechtsnorm dar. Sie werden laufend auf dem neuesten Stand gehalten. Unter anderem aktualisieren wichtige Gremien der Wissenschaft, Untersuchungsämter und Hersteller laufend den Inhalt.

Peroxidzahl: Peroxide können in Fetten und Ölen durch Oxidation von ungesättigten Fettsäuren mit Sauerstoff entstehen. Die Peroxidzahl als Maß für den Gehalt an peroxidisch gebundenem Sauerstoff eines Fettes oder Öles wird durch die Lagerungsbedingungen beeinflusst und steigt mit zunehmendem Alter der Öle, bei Lagerung im Licht oder erhöhten Temperaturen an. Die Folgeprodukte, wie zum Beispiel Aldehyde und Ketone, verursachen einen typisch ranzigen Geschmack.

Säurezahl: Die Säurezahl ist eine chemische Größe zur Charakterisierung von sauren Bestandteilen in Fetten oder Ölen.

Kaltgepresste native Öle
• Herstellung durch Pressen ohne Wärmezufuhr oder durch andere schonende mechanische Verfahren, keine Raffination
• Öle haben sortentypischen Geschmack und Farbe, sollten aber nicht zu hoch erhitzt werden
Raffinierte Pflanzenöle
• Herstellung durch Pressung, Extraktion und Raffination
• Raffination ein Bearbeitungsschritt nach der Heißpressung und/oder Lösemittelextraktion. Dabei werden unerwünschte Begleitstoffe aus dem vorher produzierten Rohöl (Truböl) entfernt, z. B. Pigmente, Geruchs-, Geschmacks- und Bitterstoffe), die Einfluss auf die Qualität der Produkte haben können.
• So bearbeitete Öle sind relativ geschmacksneutral und hitzestabil

Zum Braten eignen sich besonders hitzestabile, raffinierte Pflanzenöle , deren Rauchpunkt über 160 °C liegt, z. B. Raps-, Oliven-, Soja-, Sonnenblumen-, Erdnuss- oder Maiskeimöl. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt aufgrund des Fettsäurenmusters Rapsöl zum Braten, aber auch für die generelle Verwendung in der Küche. Zum Frittieren sollte ein hitzestabiles Öl ausgewählt werden, optimal ist ein Rauchpunkt über 200 ºC, wie z. B. raffiniertes Rapsöl, raffiniertes Olivenöl, Palmöl.


Untersuchung von Beikost für Säuglinge und Kleinkinder auf verschiedene Kontaminanten

Pressemitteilung vom 21.02.2019

Kinder sind eine besonders schützenswerte Verbrauchergruppe. Beikost* für Säuglinge und Kleinkinder ist daher in der EU-Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln eine streng geregelte Warengruppe. „Das beruhigende Ergebnis vorweg: in 39 Proben verschiedener Beikostarten, die auf 12 unterschiedliche Kontaminaten geprüft worden sind, gab es keine Überschreitung von Höchstmengenvorgaben“, resümiert Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin Lebens- und Futtermitteluntersuchung im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
In der Analyse waren dem Einzelhandel entnommene 19 Proben Getreidebeikost – von Müslikeksen bis Getreidebreisorten – außerdem zehn Proben Beikost auf Obst- und zehn Proben auf Gemüsebasis.
Untersuchungsparameter waren:
• Nitrat (Basis für die Umwandlung in Nitrit, welches an der Bildung der als krebserregend geltenden Nitrosamine beteiligt ist),
• die Mykotoxine Aflatoxin B1 und Ochratoxin (OTA), Deoxynivalenol (DON), Zearalenon, Fumonisine (Schimmelpilzgifte, die bereits in geringen Konzentrationen toxische Wirkungen zeigen),
• Ergot- und Tropanalkaloide (Stoffwechselprodukte bestimmter Pilze bzw. Pflanzen, die die Gesundheit schädigen können),
• die Schwermetalle Blei, Cadmium,
• PAK´s (krebserregende Verbindungen, die bei Verbrennungsprozessen entstehen und lange in der Umwelt persistieren).

Nicht alle Proben wurden auf alle Parameter untersucht. Je nach Zusammensetzung der Beikost und Risiko wurde über den Prüfumfang entschieden. „Es gab bei unseren Untersuchungen nicht einen Parameter, der Anlass zur Sorge bereiten könnte“, sagt Trapp. Das unterstreicht, dass das Risiko, in Bezug auf die gängigsten Kontaminaten bei Beikost als gering eingeschätzt werden kann. „Hier funktionierte die Eigenkontrolle der Hersteller“, schlussfolgert die Expertin.
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* Beikost = Kindernahrung, die während der Abstillzeit und zur Ergänzung der Ernährung gegeben wird
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Tierversuchskommission – verantwortungsvolles Aufgabenfeld unter Leitung des LALLF

Pressemitteilung vom 19.02.2019

Replace: Einen Tierversuch durch eine andere Methode ersetzen.
Reduce: so viele Versuche bzw. Versuchstiere wie nötig aber so wenig wie möglich.
Refine: Die Belastung der Versuchstiere, z. B. durch Schmerzen, minimieren.
Das ist das 3R-Prinzip, nach dem heute jeder Tierversuch in Deutschland eingeschätzt wird.
Weitere Fragen werden geklärt:
• Ist mit dem Plan für diesen Versuchsansatz das benannte Versuchsziel zu erreichen?
• Sind alle ethischen Aspekte und pharmakologische Details bedacht?
• Ist der Versuch so angelegt, dass eine statistische Auswertbarkeit gegeben ist?
• Passt die geplante Versuchstierzucht und die Anzahl Versuchstiere?
Diese und andere, detailreiche Fragestellungen werden verantwortungsvoll von der zuständigen Genehmigungsbehörde für Tierversuche, dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock beurteilt. Die Behörde, die geschäftsführend die Sitzungen der Tierverschskommission leitet, wird von deren Mitgliedern beraten.
Zwei Mitglieder dieser Kommission werden Ende Februar neu berufen. Dann arbeiten hier 12 ehrenamtliche Mitglieder mit – abgedeckt werden u.a. die Fachgebiete Tier- und Humanmedizin, Ethik und Tierschutz, Pharmakologie. Die Fachleute stammen aus verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes. Sie treffen sich im monatlichen Rhythmus, um die im LALLF eingereichten Versuchsvorhaben von Universitäten, dem Fried-rich-Loeffler-Institut u. a. Einrichtungen entsprechend zu diskutieren und über deren Genehmigungsfähigkeit abzustimmen.

Wissenszuwachs heißt das übergeordnete Ziel aller Tierversuche. Von Tumorerkrankungen der Haut oder der Niere des Menschen, über Parkinson bis zur Optimierung von Haltungsbedingungen für landwirtschaftliche Nutztiere – die Themenfelder für Tierversuche in M-V sind breit gefächert.
Für den Fall, dass Versuchsvorhaben von der Kommission als nicht genehmigungsfähig bewertet wurden, erfolgen entsprechende Anhörungen der Antragsteller. Bei manchen Versuchsanträgen gibt es Teilgenehmigungen mit der Auflage von Zwischenberichten vor einer Genehmigung weiterer Teilversuche (2017 in 3 und 2018 in 2 Fällen). Genehmigt worden sind 2017  68 und 2018  75 Tierversuche.
In M-V werden als Versuchstiere Mäuse, Ratten, Fledermäuse, Fische und Kaninchen, keine Primaten verwendet. Es gibt auch zunehmend Tierversuche mit dem Ziel, das Wohlbefinden landwirtschaftlicher Nutztiere weiter zu verbessern.
Außerdem gibt es Versuchsanstellungen, die das Verhalten von Tieren in bestimmten Lebensräumen untersuchen. Hier geht es auch um wildlebende Tiere, wie z. B. Kraniche, Dorsche u. a. Fischarten. Wenn Vögel beringt und/oder besendert werden und sie ein zweites Mal für eine Kontrolle oder Beendigung der Besenderung eingefangen werden, ist dies unter dem Gesichtspunkt eines genehmigungspflichtigen Tierversuchs zu sehen.

Hintergrund
Ein Tierversuch hat eine maximale Dauer von fünf Jahren. Jegliche Änderungen, wie z. B. die Tierzahl, das Versuchsdesign oder der Versuchsort müssen bei der genehemigenden Behörde an-gezeigt werden. Ist ein Tierversuch abgeschlossen, muss unmittelbar anschließend ein Abschlussbericht vom Versuchdurchführenden an das LALLF übergeben werden, in wie weit das Versuchsziel erreicht wurde.


Staupe: wer seinen Hund liebt, sollte ihn impfen lassen

Pressemitteilung vom 12.02.2019

Im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V wird in der Abteilung Tierseuchendiagnostik bei der Untersuchung auf Tollwut in den meisten Fällen auch die Erkrankung Staupe mit abgeklärt. So wiesen die Experten des Amtes in den letzten Jahren bei Rotfüchsen eine durchschnittliche Staupe-Erkrankungsrate  von 75 % der untersuchten Tiere nach.
Die Staupe, auch Canine Distemper oder Maladie de Carre, ist eine hoch ansteckende Virusinfektion der Hunde und anderer Vertreter der Carnivoren (Fleischfresser). Infiziert werden können alle Tiere der Caniden, wie Hund, Fuchs, Wolf und marderartige Tiere, wie Nerz, Dachs, Marder sowie Waschbären, Otter und auch nicht heimische Wildtiere, z. B. Pandas. Für Menschen ist das Hundestaupevirus ungefährlich. Auch Hauskatzen können nicht erkranken.
Eine Impfung schützt Hunde und z. B. auch Frettchen wirksam gegen diese Viruserkrankung. Es ist ratsam, die Haustiere ausreichend grundimmunisieren zu lassen und regelmäßige Wiederholungsimpfungen nicht zu versäumen. Es besteht eine nicht zu unterschätzende Gefahr, vor allem für jagdlich geführte, aber auch für freilaufende Hunde. Fuchs und Marder können als Erregerreservoir fungieren und nicht impfgeschützte Hunde in der Nähe menschlicher Siedlungen oder bei Waldspaziergängen infizieren.

Hintergrund
Die Staupe ist eine akut oder subakut verlaufende, fieberhafte, virusbedingte Allgemeinerkrankung. Charakteristische Symptome sind Fieber, Apathie, Nasen- und Augenausfluss, Katarrhe der Schleimhäute des Atmungss- und Verdauungstraktes. Später können sich zentralnervöse Erscheinungen ausbilden. Gelegentlich kommt es zu Hautausschlägen und zur übermäßigen Verhornung der Haut der Ballen.
Infizierte Tiere scheiden das Virus durch Speichel, Nasen-, Augensekret, Kot und Urin aus. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich direkt durch den Kontakt beim Belecken und durch Tröpfcheninfektion oder indirekt durch Aufnahme infizierten Futters oder Wassers. Eine Gefahr stellen Alttiere dar, die nicht wahrnehmbar erkrankt sind und Jungtiere infizieren können.


Auswahl Pressemitteilungen 2018


Keine Beanstandungen bei Pyrrolizidin- und Tropanalkaloiden in Kräutertees

Pressemitteilung vom 20.11.2018

Kürzlich sind im Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock 12 Proben Kräutertee auf Pyrrolizidinalkaloide und 14 andere Proben Kräutertee auf Tropanalkaloide untersucht worden. In drei Proben waren Pyrrolizidinalkaloide (PA) nachweisbar. Die Gehalte lagen jedoch alle unterhalb der duldbaren täglichen Aufnahmemenge für PA, die vom BfR definiert wurden. Daher ergaben sich keine Beanstandungen.
Die Tees stammten aus dem Lebensmitteleinzelhandel, aber auch aus speziellen Teeläden. Elf Tees wurden in M-V hergestellt.

PA sind genotoxische, krebsauslösende Substanzen, die natürlicherweise in einer großen Zahl von Pflanzenarten weltweit vorkommen. Sie können die Leber schädigen. Die Teeproben wurden im LALLF auf 30 verschiedene PA untersucht. Es handelt sich dabei um die wichtigsten Vertreter, die eine toxkologische Bedeutung haben und vom BfR bewertet worden sind. Dazu gehören vor allem die 1,2-ungesättigten PA. Weltweit sind über 650 verschiedene PA bekannt. Wichtige Pflanzenvertreter sind beispielsweise Greiskräuter und Borretschgewächse.

Tropanalkaloide (TA) sind akut giftige, natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, die auf das Herz-Kreislaufsystem und das zentrale Nervensystem schädigend wirken. Sie kommen unter anderem in Tollkirsche, Stechapfel und Bilsenkraut vor. Es sind heute mindestens 200 verschiedene TA bekannt. Im Landesamt wird routinemäßig auf Atropin und Scopolamin untersucht. Das sind zwei Substanzen, die aufbereitet auch als Arzneimittelwirkstoff eingesetzt werden können.

Gifthaltige Pflanzen oder -teile können  während der Ernte ungewollt als Verunreinigungen in die für Tees vorgesehenen Pflanzen und so mit in die Aufgussmischungen gelangen.
In Deutschland werden Tees und andere pflanzliche Lebensmittel regelmäßig stichprobenartig auf die benannten giftigen Substanzen analysiert. Mit den hier gefundenen Gehalten in Kräutertees und Tees ist eine akute gesundheitliche Gefährdung eher unwahrscheinlich. Jedoch kann für Vielverzehrer, die über einen langen Zeitraum höher belastete Teeaufgüsse trinken, ein gesundheitliches Risiko nicht ausgeschlossen werden. Daher wird Verbraucherinnen und Verbrauchern, besonders Eltern, Stillenden und Schwangeren empfohlen, abwechslungsreich zu trinken und den Flüssigkeitsbedarf nicht ausschließlich durch Kräutertee und Tee zu decken. Dies ist auch für Kinder zu berücksichtigen.

Hintergrund
Generell gilt, dass die Verantwortung für die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit und -qualität bei der Lebensmittelwirtschaft liegt. Wer mit Lebensmitteln handelt, muss alle hieraus resultierenden lebensmittelrechtlichen Verpflichtungen erfüllen. Dazu gehört auch, dafür zu sorgen, dass keine gesundheitlich bedenklichen Lebensmittel in den Verkehr kommen. Außerdem gilt ein Minimierungsgebot für unerwünschte Stoffe (Verordnung (EWG) Nr. 315/93). Dabei soll durch die gute Praxis von der Herstellung bis zum Inverkehrbringen der Gehalt an Kontaminanten in Lebensmitteln auf so niedrige Werte begrenzt werden, wie vernünftigerweise möglich ist (ALARA-Prinzip: as low as reasonably achievable-Prinzip).


Für die Verbrauchersicherheit: jährlich 500 amtliche Kontrollen im Futtermittelbereich der Nutztiere

Pressemitteilung vom 15.11.2018

Gesund vom Stall bis auf den Tisch - so sollen Lebensmittel tierischen Ursprungs erzeugt werden. In dieser Kette ist das Futter für die landwirtschaftlichen Nutztiere ein entscheidender Faktor. Es beeinflusst Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere aber auch die Beschaffenheit und Qualität der Lebensmittel. Futtermittel können Geruch, Geschmack, bestimmte Inhaltsstoffe und die Farbe von Milch, Fleisch und Eiern beeinflussen.

Ergänzend zur Eigenkontrolle der Hersteller ist die begleitende staatliche Kontrolle ein wichtiges Detail für ein gesundes Tierfutter und damit auch für gesunde Tiere und sichere Lebensmittel. Dafür sorgt in M-V die Futtermittelüberwachung des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF).
Fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Kontrolle der Herstellung, Behandlung und Handhabung von Futtermitteln und der risikoorientierten, amtlichen Probenentnahme. Die Futterproben werden von Einzelfuttermittelherstellern, Herstellern von Mischfuttermitteln, Landwirtschaftsbetrieben, Händlern, Spediteuren und Lagerhaltern entnommen und anschließend hauptsächlich in den akkreditierten Laboren des LALLF untersucht.

Etwa 500 Kontrollen finden jährlich unangekündigt in ganz M-V statt. Dabei werden ca. 400 Futtermittelproben gezogen. Im Ergebnis der Analysen wurden in den letzten drei Jahren (2015 - 2017) Verstöße gegen das Futtermittelrecht in der Größenordnung zwischen 22 bis 24 % ermittelt. Dabei handelt es sich oft um:
• Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften der Futtermittel,
• Verstöße gegen die Vorschriften zur Futtermittelhygiene, d. h. wie die Futtermittel in den Betrieben gelagert und gehandhabt werden,
• fehlende futtermittelrechtliche Registrierungen der Betriebsstätten sowie
• fehlende bzw. mangelhafte Qualitätssicherungskonzepte (HACCP-Konzepte).

Die Analysen der Futtermittel ergaben in demselben Zeitabschnitt einen Anteil nicht vorschriftsmäßiger Proben zwischen 9 und 17 %. Hier wird auf
• Inhalts- und Zusatzstoffe,
• unerwünschte, unzulässige und verbotene Stoffe,
• Pflanzenschutzmittel
und andere Aspekte untersucht, was in insgesamt bis zu knapp 12.000 Einzelparametern pro Jahr gemessen wird.
Probleme gab es unter anderem bei der Übereinstimmung von deklarierten und analysierten Inhaltsstoffangaben, z. B. Rohprotein, Rohfaser, Rohöle und –fette, Energieangaben. Weiterhin stimmten in einigen Proben die analysierten Zusatzstoffgehalte (z. B. Vitamine und Spurenelemente) nicht mit den gekennzeichneten Angaben überein. Beanstandungen im Bereich gentechnisch veränderter Organismen und der Kennzeichnung des Gehaltes verarbeiteter tierischer Proteine waren in sehr wenigen Fällen ebenfalls zu verzeichnen.

Die Kolleginnen und Kollegen dieses Fachgebietes sind neben der Kontrollarbeit auch bei speziellen Fragestellungen aktiv. Neben der Zulassung von Betrieben, die spezielle Mischfuttermittel oder Zusatzstoffe herstellen, sind auch die Grünlandflächen mit einem starken Bewuchs von für Nutztiere giftigen Jakobskreuzkrautes in den letzten Jahren verstärkt Thema gewesen. In Zusammenarbeit mit den LALLF-Experten des Pflanzenschutzdienstes wurden Kontrollmaßnahmen zur Gewährleistung der Futtermittelsicherheit notwendig. Die betreffenden Flächen wurden besichtigt und beurteilt. Auf Grund des teilweise massiven Bewuchses mit Jakobskreuzkraut musste die Beweidung mancher Flächen und die Futternutzung des Aufwuchses amtlich untersagt werden. Die anschließenden, betriebseigenen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Futtermittelsicherheit nach Empfehlungen des Pflanzenschutzdienstes sind durch die Futtermittelkontrolleure vor Ort geprüft worden. Schließlich konnten die Weideflächen wieder zur Nutzung frei gegeben werden.

Hintergrund
Die heute gültigen Rechtsgrundlagen zur Kontrolle der Futtermittel sind u. a. die Verordnung (EG) Nr. 178/2002, das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch, die Futtermittelverordnung und deren Kontroll-VO (EG 882/2004), die FuttermittelhygieneVO 183/2005 sowie eine Reihe von weiteren europäischen Verordnungen und Richtlinien.
Futtermittel sind für verschiedene Schadstoffe wie z. B. Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) oder Umweltkontaminanten wie z. B. Dioxine ein kritischer Eintragspfad in Lebensmittel (Carry-over-Effekt). Der Schutz der Verbraucher vor unerwünschten Stoffen aus der Kette Futtermittel - Tier - Lebensmittel ist ein zentraler Punkt bei der amtlichen Futtermittelüberwachung. Grundsätzlich sind sowohl Futtermittel als auch Lebensmittel dann aus dem Verkehr zu ziehen, wenn verbindlich festgelegte Höchstgehalte überschritten werden.


Safety first – Kontrollarbeit in Laboren mit Tierseuchenerregern

Pressemitteilung vom 06.11.2018

Was los ist, wenn die Maul- und Klauenseuche (MKS) grassiert, haben wenigstens die Älteren in unseren Landen noch im Gedächtnis: Straßensperren, Desinfektionszwänge für alle Autos, Mitarbeiter, die über Wochen oder gar Monate in Kuhställen bleiben mussten…
Und immer wieder gibt es Gerüchte, dass Ausbrüche von Seuchen durch entwichene Erreger aus Laboreinrichtungen verursacht werden. Eine Aufgabe des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock ist die amtliche Kontrolle, dass kein Erreger seine Laborräume verlässt.

Dr. Doris Heim, Abteilungsleiterin Veterinärdienste und Landwirtschaft des LALLF erläutert: „Mit Tierseuchenerregern beschäftigen sich in M-V elf Einrichtungen. Je nach Erreger und dessen Gefährlichkeit für Mensch und Tier werden vor-Ort-Kontrollen durch eine Tierärztin meiner Abteilung durchgeführt.“ Es gibt vier Risikogruppen von Erregern, wobei die „1“ Schadorganismen mit der geringsten Gefährlichkeit umfasst. Das sind die, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie eine Krankheit bei Mensch oder Tier hervorrufen, wie z. B. abgeschwächte Virusstämme, die zur Herstellung  von amtlich zugelassenen Impfstoffen verwendet werden. Dahingegen umfasst die „Risikogruppe 4“ Viren und Bakterien, die ein hohes Infektionsrisiko mit starker Ausbreitungstendenz haben und bei denen es weder eine wirksame Vorbeugung, noch eine Behandlungsmöglichkeit gibt. Das wären unter anderem MKS- oder Ebola-Viren. Labore dieser hohen Risikoklasse werden mindestens einmal pro Jahr kontrolliert.

Detailliert erarbeitete Checklisten helfen bei der Kontrollarbeit, sicherheitsrelevante Gegebenheiten objektiv einzuschätzen. Inhaltlich geht es unter anderem um:
• einen beschränkten Zutritt zum Schutzbereich,
• geschlossene bzw. nicht zu öffnende Fenster und Türen,
• leicht zu reinigende und zu desinfizierende Oberflächen,
• die Nutzung mikrobiologischer Sicherheitswerkbänke,
• den Einsatz geeigneter Desinfektionsmittel,
• das Tragen von Schutzkleidung sowie
• das Vorhandensein von Spezialgeräten zur Inaktivierung von potenziell infektiösem Abfall.

Daneben wird die Dokumentation in den Laborbüchern kontrolliert. „Jedes Detail muss laborseitig notiert werden: was ist wann mit einem Erreger getan worden, wo lagert er und wo ist er letztendlich geblieben“, betont Heim.

An dieser Stelle können glücklicherweise keine schwerwiegenden Verstöße in den relevanten Laboren vermeldet werden. Bei den festgestellten Mängeln handelt es sich beispielsweise um Dokumentationslücken, nicht eingehaltene Wartungsintervalle, fehlende Belehrungsunterlagen oder Arbeitsanweisungen.

Da Labore, die mit Tierseuchenerregern arbeiten, weitere Gesetze und Verordnungen einzuhalten haben (unter anderem die Biostoffverordnung und das Infektionsschutzgesetz), sind Änderungen der Tätigkeiten, der Räume bzw. die Bearbeitung neuer Erreger auch dem Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V zu melden.


Das Mitbringen von Pflanzenschutzmitteln aus dem Ausland ist verboten!

Pressemitteilung vom 18.07.2018

Aus aktuellem Anlass weist der Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V darauf hin, dass von Privatpersonen im Ausland erworbene Pflanzenschutzmittel nicht über die Grenze nach Deutschland verbracht werden dürfen. Nach Erkenntnissen der Behörde handelt es sich überwiegend um Glyphosat-haltige Mittel, die in Unkenntnis der Rechtslage von Bürgerinnen und Bürgern bei Grenzübertritt mitgeführt werden. Diese Produkte dürfen jedoch in Deutschland nicht angewendet werden!

Nach dem Pflanzenschutzgesetz dürfen in Deutschland nur Pflanzenschutzmittel (PSM) eingesetzt werden, die in Deutschland auch zugelassen sind. Zugelassene PSM sind mit einem Zulassungszeichen und einer Zulassungsnummer versehen. Wichtiger Bestandteil der Zulassung ist die Gebrauchsanleitung, die in deutscher Sprache alle Bestimmungen für die richtige, bestimmungsmäße Anwendung sowie Auflagen zum Anwender- und Umweltschutz enthält.
Diese Bedingungen werden durch die im Ausland erworbenen Stoffe nicht erfüllt. Weder sind sie in Deutschland auf ihre Eigenschaften hin geprüft, noch ist ihre Wirkung als Pflanzenschutzmittel sicher. Eine Einfuhr nach Deutschland und ihre Anwendung sind darum verboten.

Das Einfuhrverbot wird durch die Zollbehörden an der Grenze kontrolliert. Wenn an den in Mecklenburg-Vorpommern befindlichen Grenzübergangsstellen zu Polen derartige Pflanzenschutzmittel gefunden werden, wird gegen die verfügungsberechtigte Person ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
Der Pflanzenschutzdienst des LALLF möchte darum Bürgerinnen und Bürger des Landes ebenso wie sich im Land befindliche Touristen informieren und gleichzeitig davor warnen, Pflanzenschutzmittel illegal nach Deutschland einzuführen.

Hintergrund
Durch die Zulassungsbehörde, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, sind in Deutschland derzeit 836 Pflanzenschutzmittel zugelassen, die unter 1620 Handelsbezeichnungen vertrieben werden. Darin enthalten sind 283 verschiedene Wirkstoffe. Für den Ökoanbau sind davon 92 Pflanzenschutzmittel mit 54 Wirkstoffen zulässig, vertrieben unter 209 Handelsbezeichnungen. 
Als Pflanzenschutzmittel für nichtberufliche Anwender im Haus- und Kleingartenbereich sind derzeit 589 Handelsprodukte zugelassen. Sie unterliegen einer besonders strengen Prüfung und sind durch eine besonders risikoarme Anwendung gekennzeichnet. Dies ist erforderlich, da nichtberufliche Anwender keiner Sachkundepflicht unterliegen, wie es bei einer beruflichen Anwendung vorgeschrieben ist. Darüber hinaus darf von einer Pflanzenschutzmittelanwendung im Haus- und Kleingartenbereich auch kein Risiko für Dritte ausgehen, denn die Behandlungsflächen sind in der Regel für die Familie des Anwenders frei zugänglich. Die o.g. illegal eingeführten Pflanzenschutzmittel erfüllen diese Bedingungen nicht. Auch deshalb sind ihre Einfuhr und ihr Einsatz verboten. 


Viel hilft nicht viel! Pflanzenschutzmittel und Dünger im Garten sensibel einsetzen

Pressemitteilung vom 07.05.2018

„Wissen Sie, unsere Rosen haben immer diese Flecken auf den Blättern und letztes Jahr hab ich mindestens zweimal Bi 58* gespritzt, aber so richtig geholfen hat das nicht.“ An diesen Bericht eines Hobbygärtners am MeLa-Stand des LALLF erinnert sich Dr. Stephan Goltermann, stellvertretender Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst des LALLF in Rostock, noch lebhaft. Hier hatte jemand ein Insektizid mit einem Mittel gegen Pilze verwechselt. Ganz verstummt sind solche Anfragen trotz der Informationspflicht der Verkäufer von Pflanzenschutzmittel nicht. Hat ein Hobbygärtner Fragen zu Schäden an den Pflanzen im heimischen Garten, fragen die Kollegen des Pflanzenschutzdienstes nach allem, was die Pflanzengesundheit beeinflussen kann. Aus diesen Gesprächen zieht Goltermann den Schluss, dass wenn ein Hobbygärtner zu Pflanzenschutz- oder Düngemittel greift, häufig das alte Prinzip „viel hilft viel“ gilt.
Im heimischen Garten sollte die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln (PSM) möglichst die Ausnahme sein. Laut dem Pflanzenschutzgesetz dürfen hier nur Mittel angewendet werden, die den Aufdruck "Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig“ tragen.
Verkäufer von PSM sind gesetzlich zur Beratung von „wogegen, wann und wie“ verpflichtet. Auch wenn die chemischen Mittel einfach in der Handhabung sind und vergleichsweise günstige Eigenschaften haben, sollte ein verantwortungsvoller Gärtner auch nach Alternativen fragen.
Wenn sich der Hobbygärtner zu einer Anwendung entschlossen hat, ist die Gebrauchsanleitung auf der Packung Pflichtlektüre. Darin steht alles Beachtenswerte und was zu einer sicheren und vorschriftsmäßigen Anwendung nötig ist. Das Befolgen der Hinweise zur sachgemäßen Lagerung und Entsorgung runden einen verantwortungsvollen Einsatz von PSM ab.
Goltermann weist darauf hin, dass Pflanzenschutzmittel auf Freilandflächen nur eingesetzt werden dürfen, wenn diese landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Gärtnerisch genutzt werden auch Haus- und Kleingärten, aber nicht Wege, Hauseinfahrten, Böschungen oder sonstige befestigte und unbefestigte Freilandflächen. Hier stellt die PSM-Anwendung eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeld geahndet werden kann. Eine Anwendung auf diesen Flächen ist nur erlaubt, wenn zusätzlich eine Ausnahmegenehmigung bei dem Pflanzenschutzdienst beantragt und genehmigt wurde.
Noch ein Gedanke zur Düngung: Pflanzen werden durch eine überhöhte Düngergaben, besonders von Stickstoff, empfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Bundesweite Untersuchungen haben ergeben, dass die meisten Gartenböden extrem überversorgt sind, vor allem mit Phosphor, Kalium, Stickstoff. Besonders bei Stickstoff gilt es, das richtige Maß zu finden: ein Zuviel im Boden kann zu einer Nitratanreicherung in der Pflanze führen. Der Verzehr solcher Pflanzen hat beim Menschen möglicherweise gesundheitsschädliche Folgen. Von den Pflanzen nicht benötigter Stickstoff geht außerdem leicht durch Auswaschung in tiefere Bodenschichten verloren und kann damit das Grundwasser belasten. Grundsätzlich gilt für den Hobbygarten: Wird ein Boden regelmäßig mit organischer Substanz, wie Kompost, Mist, Gründüngung, versorgt, ist eine ausreichende Stickstoffzufuhr meist gewährleistet. 
Goltermann resümiert: „Im Kleingarten helfen in den meisten Fällen Hacke, Schere und das Absammeln von Raupen, Schnecken und befallener Pflanzenteile. Kleingärten sollen Orte der Biodiversität sein. Unter den Bäumen stehen Sträucher und daneben wachsen Erdbeeren und Kräuter. In diesem wunderbaren Durcheinander ist einfach kein Platz für chemischen Pflanzenschutz.“
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*Bi 58 ist im Haus und Kleingarten nur bei Zierpflanzen unter Glas zugelassen! Es ist bienengefährlich und schädigt Insekten!

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Herbizideinsatz auf Hof- und Garageneinfahrten ist unzulässig!

Pressemitteilung vom 03.08.2017

„Eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Freilandflächen und auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich, noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, ist verboten“, macht Dr. Joachim Vietinghoff, Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst des LALLF in Rostock deutlich.
Zu den betreffenden Flächen gehören beispielsweise Platten- und Kieswege, Garagen- und Grundstückszufahrten, Stellflächen, sonstige Hofflächen, Gehwege, Bürgersteige, Radwege, Parkplätze, Böschungen, Feldraine usw.. 

„Wir müssen immer wieder feststellen, dass Verstöße gegen diesen Teil des Pflanzenschutzgesetzes, § 12 Abs. 2, vorkommen. Typisch sind gelblich-bräunlich welkende Pflanzen, die unübersehbar darauf hinweisen, dass Bürger Chemikalien ausgebracht haben“, sagt Vietinghoff (siehe Fotos).

Das Anwendungsverbot ist ebenso für andere Mittel, die der Unkrautvernichtung dienen können, zutreffend - z. B. Wegerein oder Steinreiniger. Es gilt auch dann, wenn in der Gebrauchsanleitung eines Pflanzenschutzmittels Anwendungsgebiete wie "Wege und Plätze", "Wege und Plätze mit Holzgewächsen" oder "Wege und Plätze ohne Holzgewächse" aufgeführt sind.

In begründeten Einzelfällen kann die zuständige Behörde, das LALLF, auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung  erteilen. 
Dazu muss der angestrebte Zweck 
- vordringlich sein, 
- mit zumutbarem Aufwand auf andere Art nicht erzielt werden können, 
- überwiegenden öffentlichen Interessen, insbesondere dem Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier  oder des Naturhaushaltes, nicht entgegenstehen.

Ein Verstoß gegen diese gesetzliche Regelung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einem Bußgeld, laut Gesetz bis 50.000 Euro, geahndet. 
Für landwirtschaftliche Beihilfeempfänger ist der Verstoß Cross Compliance relevant und führt entsprechend zu Kürzungen der Gelder.

„Wir bitten alle, sich an dieses Verbot zu halten“, mahnt Vietighoff. 
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Foto: typische Beispiele regelwidriger Anwendung von Chemikalien

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Pflanzen nicht sorglos mitnehmen! Xylella fastidiosa birgt Gefahr

Pressemitteilung vom 10.06.2017

„Xylella fastidiosa – es gibt keinen deutschen Namen - kann mehr als 300 Wirtspflanzenarten befallen, so z. B. Kräuter, Oleander, Olivenbäumchen, Ahorn“, sagt Joachim Vietinghoff, Leiter des Pflanzenschutzdienstes im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock. 
„Sind auch nur Einzelpflanzen nachweislich infiziert, müssen im Umkreis von 100 Metern alle bekannten und verdächtigen Wirtspflanzen ausnahmslos vernichtet werden. Es wird außerdem eine 10 km-Pufferzone eingerichtet, in der regelmäßig amtliche Überwachungsmaßnahmen durchzuführen sind. Zahlreiche Pflanzenschutzmaßnahmen folgen anschließend, um einer weiteren Verbreitung vorzubeugen“, macht Vietinghoff anschaulich.

Das gramnegative Bakterium Xylella besiedelt die Leitbahnen, das Xylem der Pflanzen und bildet dabei Schleimschichten (Biofilme), sodass sich die Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen können. Folgen sind das Vertrocknen und Absterben von Pflanzenteilen oder der gesamten Pflanzen. Übertragen wird der, nicht durch Pflanzenschutzmittel bekämpfbare Erreger, durch saugende Insekten, meist Zikaden.
Befallene Pflanzen zeigen ggf. über Monate keine Krankheitsanzeichen, so dass eine Ausbreitung oft lange unentdeckt bleibt. Das verkompliziert die Bekämpfung zusätzlich. Außerdem sind die erkennbaren Schäden an den Pflanzen sehr leicht mit bloßem Ver-trocknen von Pflanzenteilen zu verwechseln. 

Was kann der Verbraucher beitragen, dass sich Xylella fastidiosa in der EU nicht weiter ausbreitet?
Fälle der Krankheit gab es seit dem Jahr 2013 besonders in Italien und Frankreich, einen im Jahr 2016 auch in Sachsen. „Wenn Sie aus dem Urlaub Pflanzen aus anderen europäischen Ländern mit-bringen wollen, können wir Sie nur sehr bitten, dass Sie diese in zugelassenen Baumschulen kaufen und darauf achten, dass ein Pflanzenpass vorliegt“, mahnt Vietinghoff. 
Jeder Betrieb, der bekannte Wirtspflanzenarten produziert und/oder mit ihnen handelt, muss sich in einer EU-Datei registrieren lassen. „Bringen Sie aus Drittländern bitte nur Pflanzen mit in die EU, denen ein Pflanzengesundheitszeugnis beigefügt ist“, ergänzt er.
Xylella fastidiosa stellt aufgrund der benannten Umstände eine Gefahr für den heimischen Obst-, Zierpflanzen- und Weinanbau dar.
Für gewerbliche Betriebe liegt der Schwerpunkt der Vorsorge in der Überwachung und Minimierung der übertragenden Insekten. Das ist z. B. die regelmäßige Entfernung der Gräser in den Kulturen, dem Lebensraum der Zikaden. 

Hintergrund
Das Hauptverbreitungsgebiet des Bakteriums ist Nord- und Südamerika. Der Erreger wurde erstmalig 1880 in Kalifornien als Ursache einer Krankheit an Weinpflanzen nachgewiesen.
Alle Wirtspflanzen, an denen in der EU bisher Xylella fastidiosa nachgewiesen werden konnte, sind auf einer von der EU online geführten Datenbank aufgeführt. Die Europäische Union erließ im Zusammenhang mit dem Befall in Italien und Frankreich den Durchführungsbeschluss 2015/789/EU, in dem zusätzliche Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Verschleppung des Erregers innerhalb der EU und der Einschleppung in die EU festgelegt worden sind.

Ausführliche Informationen gibt es im Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen Julius Kühn

Passende Fotos sind auf folgender Website dargestellt: gd.eppo.int/taxon/XYLEFA/photos 

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Amt empfiehlt ausdrücklich abendliches oder nächtliches Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln

Pressemitteilung vom 11.05.2017

„Es ist nicht nur legal, wir empfehlen den Landwirten sogar, dass sie die Abend- und Nachtstunden dazu nutzen, ihre Felder mit notwendigen Behandlungen zu befahren“, sagt Joachim Vietinghoff, Abteilungsleiter Pflanzenschutzdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock.
Entgegen einer weit verbreiteten Vermutung wollen Landwirte sich damit nicht den Kontrollen des Pflanzenschutzdienstes entziehen oder heimlich verbotene Mittel anwenden! Sie realisieren mit dieser – manchem Bürger etwas befremdlich anmutenden Arbeitszeit - eine natur- und umweltschonendere Methode der Spritzmaßnahmen.
Jetzt im Frühjahr ist die Hauptvegetationszeit und die Schadorganismen sind in der Massenvermehrung. Ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als fünf Metern pro Sekunde darf mit einer Feldspritze nicht gearbeitet werden. Die Windverhältnisse bestimmen also die Anzahl der täglich möglichen Arbeitsstunden. Um die Spritzmittel zu einem optimalen Wachstumszeitpunkt in minimaler Menge auszubringen, können und sollten die überwiegend windstilleren Abende und Nächte genutzt werden. 
Mit der inzwischen gut entwickelten, auch abdriftgeminderten Spritzdüsentechnik und präzisen, GPS-gesteuerten Fahrgeräten kommt das Pflanzenschutzmittel oder der Flüssigdünger punktgenau in den Pflanzenbestand. Randstreifen an Gewässern und Biotopen lassen sich so auch nachts ganz exakt abgrenzen.

Ein weiterer wichtiger Vorteil nächtlicher Pflanzenschutzmaßnahmen ist, dass Honigbienen, Hummeln und viele andere, sogenannte Nichtzielorganismen nicht beeinträchtigt werden. Denn sie sind nachts nicht auf Nahrungssuche. Sie können also weder durch direktes Besprühen, noch durch Geruchsveränderungen gestört werden.

„Es gibt also keinen Grund zur Besorgnis! Vielmehr ist ein in der Nacht mit der Pflanzenschutzspritze arbeitender Landwirt ein umweltbewusster Landwirt“, resümiert Vietinghoff. 

Hintergrund:
Bei allen Spritzarbeiten unter freiem Himmel muss vor allem eine Abdrift des Spritznebels vermieden werden. Die Geräte erzeugen über den Spritzdruck feine Tröpfchen, deren Größe auch von der Fahrgeschwindigkeit abhängt, denn es geht darum, die gesetzlich festgelegte Aufwandmenge auf die Fläche zu bringen.
Um Abdrift zu verhindern, gibt es teilweise raffinierte technische Lösungen. Durch die Konstruktion der Düsen entsteht im Düsenkörper ein Luftstrom, der die Tröpfchen mit sich reißt und direkt in den Bestand schleudert. Durch diese sogenannten abdrift-geminderten Düsen kann die Abdrift um bis zu 90 % reduziert werden. Die Flüssigkeitsmenge einer Abdrift ist unter regulären Bedingungen sehr gering. Bei einer Abdriftminderung von 90 % darf sie zum Beispiel für den Düsentyp ID 05 im Abstand von einem Meter neben dem Spritzbalken höchstens 0,34 % und im Abstand von zehn Metern noch höchstens 0,03 % der normalen Behandlungsmenge betragen. Viele neue Pflanzenschutzmittel dürfen zulassungsseitig nur mit dieser abdriftgeminderter Düsentechnik angewendet werden.

Für die unterschiedlichen Pflanzenschutzmittel gelten spezifische Abstandsauflagen zu Gewässern. Ist kein Abstand ausgewiesen, greift § 12 Absatz 2 des Pflanzenschutzgesetzes. Dort heißt es: Pflanzenschutzmittel "dürfen jedoch nicht in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern und Küstengewässern angewandt werden."  Dieser Forderung wird der Landwirt gerecht, wenn er bei optimalen Anwendungsbedingungen (Wind, Fahrgeschwindigkeit und Spritzgestängehöhe) einen Abstand von einem Meter zur Böschungsoberkante einhält.

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„Schwarzfahrer“ im Verpackungsholz gefährden heimische Bäume

Pressemitteilung vom 05.02.2015

„Abgestorbene Laub- und Obstbäume – das kann einer der derzeit gefürchtetsten ‚Schwarzfahrer‘ in Holzpaletten oder –kisten bewirken: der Asiatische Laubholzbockkäfer“, stellt Armin Hofhansel, Dezernatsleiter der Pflanzengesundheitskontrolle im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock fest. Der bis zu 35 mm große, schwarzweiße Asiatische Laubholzbockkäfer mit seinen auffällig langen Antennen kann über das Verpackungsholz in der ganzen Welt verbreitet werden. Paletten und Kisten sind somit notwendige Transporthilfe für Waren im internationalen Handel aber leider auch ungewollt für Schaderreger.

Qualifizierte MitarbeiterInnen des Pflanzenschutzdienstes des LALLF kontrollieren regelmäßig die Holzverpackungen von Importwaren auf eventuellen Befall mit diesem Käfer, suchen nach Schadbildern, wie Bohrlöchern oder Bohrmehl. 
Um der Verbreitung des Asiatischen Laubholzbockkäfers und anderen Schädlingen vorzubeugen, gibt es einen internationalen Standard mit Maßnahmen für die Behandlung von Holzverpackungsmaterial im internationalen Handel (ISPM Nr. 15). Ist das Holz stärker als 6 mm, muss es einer Hitzebehandlung nach dem o. g. Standard unterzogen werden. Schadorganismen sterben dann ab. Ein somit sicheres Verpackungsholz wird mit einer amtlich registrierten Markierung gekennzeichnet, was einem amtlichen Dokument für die Schädlingsfreiheit gleich kommt. Diese Markierung dient auch als Kontrollmerkmal für den Pflanzenschutzdienst bei der Importkontrolle von Verpackungsholz. Ist das Verpackungsholz oder dessen Kennzeichnung nicht in Ordnung, kann durch den Kontrolleur unter anderem die Verbrennung angeordnet werden.

„Wenn Sie an einer Palette oder auch an einem Laubbaum ca. 1 cm große kreisrunde Ausbohrlöcher sehen oder bis zu 3 cm breite Fraßgänge, gegebenenfalls auch größere Mengen grobe Nagespäne oder gar bis zu 60 mm große cremeweiße Insektenlarven, dann könnte es sich um einen eingewanderten Laubholzbockkäfer handeln. Zögern Sie nicht und informieren Sie den Pflanzenschutzdienst“, bittet Hofhansel. 
„Wenn der Verdacht besteht, dass Sie einen Asiatischen Laubholzbockkäfer gefunden haben, setzen Sie ihn fest – am besten in einem Glas, denn Plastiktüten sind für den Käfer kein Hindernis - und geben uns Bescheid“, ergänzt Hofhansel. Es darf auf keinen Fall zu einer Freisetzung  oder Vermehrung dieses Schädlings kommen. Er ist eine ernstzunehmende Gefahr für das Leben und Überleben unserer heimischen Baumbestände.

Hintergrund
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) stammt ursprünglich aus Asien und ist in Deutschland bisher an mehreren Standorten gefunden worden. Die neuesten Fälle sind 2014 aus München und Magdeburg bekannt. 
Der Käfer kann völlig gesunde Bäume besiedeln und abtöten. Für den Menschen ist er unbedenklich. Zu seinen Wirtspflanzen zählen alle Laubbaumarten, einschließlich Obstgehölze.
 

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