Pressemitteilungen

Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Antje Krüger / Tel. 0381 - 4035 640 / antje.krueger@lallf.mvnet.de


Pressemitteilungen 2022


"Schmetterling" auf der Nase und beidseitig Backenpunkte - LALLF organisiert u.a. Tierschauen auf der MeLa

„Vor allem Kindern dürften die etwa 100 unterschiedlich großen Vertreter der Kaninchenrasse Punktschecke in 25 Farbschlägen auf der MeLa gefallen“, sagt Dr. Siegfried Hoffmann, Dezernent für Tierzucht im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Die bunten Langohren sind beliebte Haus- oder Nutztiervertreter. Im Jahr 2021 gab es in MV 43 eingetragene Zuchten mit Punktscheckenkaninchen.
Kaninchen der Rasse Punktschecke sind das Tier der 31. Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau Mecklenburg-Vorpommern vom 8. bis 11.September in Mühlengeez.
Zu den Punktschecken gehören nach dem Standard des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e.V.: Deutschen Riesenschecken, Rheinische Schecken, Kleinschecken, Englische Schecken sowie die Zwergschecken. Die Rassen unterscheiden sich in Größe und Form. Allerdings ist die nach dem Rassestandard geforderte Zeichnung über alle Rassen nahezu identisch. Dabei geht es unter anderem um den so genannten Schmetterling als Detail in der Schnauzenzeichnung und die beidseitigen Backenpunkte.
Die MitarbeiterInnen des LALLF organisieren auch auf der diesjährigen Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung die Abläufe der Wettbewerbe sowie der beliebten Rasse- und Tierschauen. Höhepunkte sind die Ehrungen und Auszeichnungen der Sieger und Platzierten. Unter anderem findet die „FleischrindVision 2022“ statt, der Wettbewerb der Fleischrindzüchter des Milchkontroll- und Rinderzuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern eG und des Rinderzuchtverbandes Sachsen-Anhalt eG. “Es ist uns ein Anliegen, viele landwirtschaftliche Nutztierarten präsentieren zu dürfen, um dem Verbraucher die Ergebnisse der Arbeit der Züchter vorzustellen“, betont Hoffmann. „Mit besonderer Spannung sehe ich auch den Jungzüchterwettbewerben am Samstag entgegen, dass bei den jüngeren Besuchern vielleicht Interesse für die Arbeit mit Nutztieren geweckt wird.“

Als weiteren Schwerpunkt bietet das LALLF einen Informations- und Beratungsstand für Gartenfreunde in Halle 1 an. Dr. Stephan Goltermann, Direktor des LALLF: „KollegInnen des Bereiches Gartenbau werden Pflanzenproben mit typischen Krankheitssymptomen mitbringen. Sie beraten BesucherInnen gern, was man z. B. gegen Rost an Rosen und madige Äpfel tun kann oder wie man Rhododendron gesund erhält.“


Qualitätsprobleme bei Wasser und Eiswürfeln?

In den Laboren des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock sind in diesem Jahr bis dato 60 Proben Mineralwasser, Wasser aus Spendern und Eiswürfel bzw. Crushed Eis untersucht worden. Davon mussten sieben Proben aus unterschiedlichen Gründen beanstandet werden.
Die Untersuchungsziele unterschieden sich bei den Probenarten.

Bei 36 Proben Mineralwasser, überwiegend dem Einzelhandel in MV entnommen, kamen deren Zusammensetzung (Mineralien: Anionen, Kationen und Leitfähigkeit), die Sensorik und die Kennzeichnung auf den Prüfstand. Unter Berücksichtigung der zulässigen Toleranzen entsprach die Zusammensetzung bei allen Proben den Angaben der Analysen-Auszüge auf den Etiketten. Die Kontrollen auf Aussehen, Geruch und Geschmack, also die sensorische Prüfung, zeigten keine Auffälligkeiten.
Drei Proben wurden allerdings aufgrund von allgemeinen Kennzeichnungsmängeln beanstandet bzw. ein Hinweis ausgesprochen. Unter anderem waren die Angaben zum Quellort der Mineralwässer nicht ordnungsgemäß.

Neun Proben Wasser aus Wasserspendern, beispielsweise aus Kliniken und Sportstudios, kamen neben der sensorischen Prüfung in das mikrobiologische Labor zur Untersuchung auf E.coli, coliforme Keime, Fäkalstreptokokken und Pseudomonaden. Diese Proben waren alle unauffällig.

Am schlechtesten fielen die Analyseergebnisse der 15 Proben Eiswürfel oder Crushed Ice aus, die sensorisch und mikrobiologisch betrachtet wurden. Die Überprüfungen erfolgten ebenfalls auf die oben benannten Parameter.
Vier Proben wurden beanstandet. Sie waren hygienisch nachteilig beeinflusst. Unter anderem wurden Fäkalstreptokokken bzw. coliforme Keime nachgewiesen. Auch sensorische Abweichungen kamen vor: das Tauwasser eines Eises roch fremdartig. In einem anderen waren Fremdpartikel im Tauwasser erkennbar. Vermutlich handelte es sich um Kalkstücke.

Bei problematischen Proben wurden die Veterinär- und Lebensmittelämter (VLÄ) der Landkreise und kreisfreien Städte darauf hingewiesen, dass eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Ausgabeeinrichungen notwendig ist. Die VLÄ geben vor Ort Hinweise zur zukünftigen Vermeidung von derartigen Abweichungen und führen bei Bedarf weitere Nachkontrollen durch.
 


Mikrobiologische Kontrolle von Speiseeis nicht zufriedenstellend

Rekordtemperaturen und sommerliche Urlaubsstimmung machen den Besuch von Eiscafés oder mobilen Verkaufsständen derzeit zu einem erfrischenden Genuss.
Damit die kalte Leckerei nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen führt, werden auch in diesem Jahr wieder regelmäßig Proben unterschiedlicher Eissorten im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) Neubrandenburg geprüft. Bis Ende Juli wurden 231 Speiseeisproben mikrobiologisch untersucht. Davon waren 192 Stück zur losen Abgabe an den Verbraucher bestimmt. Der Großteil stammte aus Softeisautomaten (83 %).
Insgesamt sind 21 % der Proben beanstandet worden.
„19 % der Eisproben, also 44, davon 42 Softeis und damit ein seit Jahren etwa gleichbleibend hoher Anteil mussten wegen hygienischer Mängel beanstandet werden“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes. In allen Fällen führten Grenz- bzw. Warnwertüberschreitungen von Enterobakterien (Hygienenachweiskeime), einschließlich E. coli, zur Reglementierung der Eise.
In lediglich einer Eisprobe wurde der Krankheitskeim Listeria monocytogenes nachgewiesen, jedoch unterhalb einer krankmachenden Keimkonzentration. Salmonellen waren erfreulicherweise in keiner Probe.
In sechs Speiseeisproben gab es allerdings eine Verunreinigung mit Bacillus cereus, was aufgrund der Keimzahl aber nur in einem Fall zu einer Beanstandung führte. Bacillus cereus hat in hoher Anzahl das Potenzial, Erkrankungen wie Durchfall oder Erbrechen zu verursachen. Einige Bakterien dieser Gruppe können Toxine mit den benannten gesundheitlichen Folgen bilden. Diese waren aber nicht nachweisbar.
Weitere fünf Eis hatten beanstandungswürdige Kennzeichnungsmängel.

Ergänzend zu den Beanstandungen sind zu 31 Proben Hinweise aufgrund von Richtwertüberschreitungen bei mikrobiologischen Parametern an die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter der Landkreise und kreisfreien Städte gegeben worden. Sie sind die für die Überwachung zuständigen Behörden vor Ort.

„Auch wenn der Verzehr von Speiseeis selten im Zusammenhang mit lebensmittelbedingten Erkrankungen steht, sind die Ergebnisse nicht zufriedenstellend“, bilanziert Goltermann. Mikrobiologische Schwachstellen sind insbesondere die Zugabe von Geschmackskomponenten, z. B. Früchten und Nüssen. „Nach der Pasteurisation der Eismassezutaten sind es verschmutzte Arbeitsflächen oder eine unzureichende Personalhygiene“, betont er. Gerade der Milchanteil bietet einen guten Nährboden für die Vermehrung von Keimen. „Auch die fachkundige Reinigung und Wartung von Speiseeisautomaten ist Voraussetzung für die Einhaltung der strengen mikrobiologischen Anforderungen und einen ungetrübten Eisgenuss“, weiß Goltermann.

Hintergrund
Enterobakterien ist der Oberbegriff für verschiedene Bakterienarten, die in der Natur weit verbreitet sind und auch im Darm von Mensch und Tier vorkommen. Die meisten Arten gelten als typische Indikatoren für mangelnde Hygiene und sind für gesunde Menschen aber nicht gefährlich.
Für die mikrobiologische Beurteilung der Eisproben werden sowohl die Vorgaben der VO (EG) Nr. 2073/2005 (für Eis direkt aus der Herstellung) als auch die Richt- und Warnwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie in Verbindung mit der Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) herangezogen.
 


"Feuerbrand" in Gehölzen nachgewiesen - Amt bittet um Verdachtsmeldungen

In den letzten drei Wochen erreichten das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) mehrere Meldungen aufmerksamer Gartenbesitzer aus MV, dass vermutlich die gefährliche Krankheit „Feuerbrand“ in ihren Gärten grassiert. „Nach Ortsterminen und Beprobungen der befallenen Gehölze wurde der Verdacht im Labor des Pflanzenschutzdienstes des LALLF bestätigt“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes.
Der Feuerbrand wird durch das Bakterium Erwinia amylovora verursacht. Als hoch anfällig gelten der Weißdorn (Crataegus) und Kernobstarten.
Eine Infektion mit dieser Pflanzenkrankheit schreitet bei anfälligen Gehölzen innerhalb von Tagen voran und verursacht an den Trieben ein Welken. Dabei verfärben sich Blätter dunkelbraun bis schwarz, vertrocknen schließlich und bleiben bis in den Herbst hinein am Trieb haften. Oft krümmen sich die Triebspitzen nach innen und nehmen die Form eines gebogenen Stockes an (Krückstocksymptom). Es können einzelne Triebe oder auch Hecken breitflächig betroffen sein. Bei einem Befall von jungen Pflanzen kann ein Absterben nicht ausgeschlossen werden.
„Insbesondere im Umland von Erwerbsobstanlagen bzw. ökologisch wertvollen Streuobstwiesen mit alten Obstsorten kann eine Feuerbrand-Infektion gefährlich werden. Daher bitten wir die Bevölkerung, uns Verdachtsfälle zu melden“, so Goltermann.
Nach bestätigtem Befall wird zur Bekämpfung im Haus und Kleingarten empfohlen, die erkrankten Triebe bis 20 cm ins gesunde Holz herauszuschneiden. Sind Schnittmaßnahmen auf Grund des Befalls großer Anteile der Pflanzen nicht möglich, sollte das Gehölz gefällt und anschließend alsbald verbrannt werden (Ordnungsamt informieren). Ist, z. B. aufgrund der Waldbrandgefahr, kein Verbrennen möglich, kann der Holzstapel zunächst mit einer Plane abgedeckt werden.
Da das Bakterium an den Schnittwerkzeugen anhaften kann, sollen diese nach Gebrauch desinfiziert werden.
Hintergrund
Die Gewitterlagen der vergangenen Wochen begünstigten die Entwicklung und Verbreitung des Feuerbrand-Erregers. Optimale Infektionsbedingungen finden die Bakterien bei Temperaturen zwischen 21 und 28°C und hoher Luftfeuchtigkeit. Da das Bakterium mit dem Wind verfrachtet wird, kann es ausgehend von bestehenden, oft unbemerkten Altinfektionen auf gesunde Gehölze übertragen werden.
Zu den anfälligen Pflanzen für Feuerbrand gehören (neben dem Weißdorn) Vertreter aus der Familie der apfelfrüchtigen Rosengewächse, wobei die Hauptwirtspflanzengruppe das Kernobst z. B. Apfel, Birne und Quitte aber auch Zier- und Wildgehölze wie der Feuerdorn (Pyracantha), die Zwergmispel (Cotoneaster), die Felsenbirne (Amelanchier), Zier- oder Scheinquitte (Chaenomeles) und Eberesche (Sorbus) sind.


Feinkostsalate im Amtscheck

Fleisch- und Wurstsalate, Herings- oder auch Eiersalate etc. - 68 Proben Feinkostsalate sind in diesem Jahr bis heute im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock untersucht worden.
„Insgesamt ist das Ergebnis in Sachen Mikrobiologie sehr positiv“, gibt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des LALLF, an. Lediglich eine Probe musste beanstandet werden. Dazu kamen vier Beanstandungen durch Kennzeichnungsmängel.

Im Rahmen der Lebensmittelüberwachung wurden sowohl vorverpackte als auch lose abgegebene Waren aus dem Einzelhandel in MV zur Untersuchung eingesandt.
Vorverpackte Feinkostsalate sind in den meisten Fällen industriell hergestellt. Hiervon waren 35 Salate in der Analyse. Vier Proben wiesen Mängel in der Kennzeichnung auf. In drei Salatproben sind Bakterien, genauer Listeria monocytogenes in nicht gesundheitsgefährdender Konzentration nachgewiesen worden. Die übrigen Parameter der Mikrobiologie waren unauffällig.
Die „lose Ware“ stammt meist aus kleineren Herstellerbetrieben, häufig Fleischereien. Von den 33 Proben war eine durch Hefen verdorben und wurde beanstandet. In fünf Fällen sind höhere Gehalte von Hygieneindikatorkeimen bzw. Verderberreger auffällig gewesen. Das führte noch nicht zu Beanstandungen, sondern zu Hinweisbefunden.
Die Laborergebnisse werden generell an die Kontrollstellen vor Ort, die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter der Landkreise und kreisfreien Städte übergeben. Sie sind die verantwortlichen Behörden, um das Lebensmittelrecht und die geforderte Herstellungshygiene durchzusetzen.

Feinkostsalate haben einen stark sauren Produktcharakter mit pH-Werten meist zwischen 4 und 5. Die Kombination mit häufig verwendeten Konservierungsmitteln macht es krankmachenden Bakterien schwer, sich zu vermehren. „Außer den säuretoleranten Hefen und Milchsäurebakterien wurden erfreulicherweise kaum Problemkeime nachgewiesen. Mit diesen Untersuchungsergebnissen liegen wir besser als in den Vorjahren und können resümieren, dass das Risiko für eine mikrobielle Belastung von Feinkostsalaten geringer ist, als allgemein erwartet“, sagt Direktor Goltermann.

Hintergrund
Typische Erreger, die zu Abweichungen in Feinkostsalaten führen, sind Milchsäurebakterien und Hefen. Auch einige krankmachende Mikroorganismen, wie Listerien, Staphylokokken und Salmonellen haben die Möglichkeit zum Überleben. Bei der Herstellung und Lagerung - auch beim Verbraucher - sind daher die einschlägigen Hygieneregeln einzuhalten.

Listeria monocytogenes ist ein Bakterium, das ab 100 Keimen/g Lebensmittel für den Menschen gefährlich sein kann. Listerien sind überall in der Umwelt zu finden. Da sie nicht zum Verderb der Lebensmittel führen, kann man ihr Vorkommen weder am Aussehen noch am Geruch der Waren erkennen.


Achtung Brennhaare! Kiefern-Prozessionsspinner nachgewiesen

Die Fachkollegen des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) wiesen in Heringsdorf (Usedom) Raupen des Kiefern-Prozessionsspinners auf einem Spielplatz nach. Die Tiere nutzten den sandigen Boden, um sich dort zu vergraben und zu verpuppen.
„Wie auch bei anderen Prozessionsspinnern können die giftführenden Brennhaare der Raupen bei Berührung eine Raupendermatitis - einen juckenden und brennenden Hautausschlag - auslösen“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des LALLF. Empfindliche Menschen reagieren ggf. auch mit Schwindel, bronchitisartigen Anfällen oder möglicherweise einem allergischen Schock.
Bei allergischen Reaktionen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Während die Nachtfalter schlüpfen und davonfliegen, bleiben die Brennhaare im Sand und stellen ggf. weiterhin eine Gefahr für den Menschen dar. „Daher halten Sie sich bitte von derzeit gesperrten Arealen fern“, rät Goltermann.

Die ausgewachsenen Raupen werden bis zu sechs Zentimeter lang und sind an den hellen bis weißen Brennhaaren zu erkennen. Auf der fast schwarzen Grundfärbung tragen sie auf dem Rücken schmale rostrote bis braune, längsovale Abzeichen. Die Brennhaare stehen vom Körper ab und hüllen die Raupen in einen Flaum.

„Wenn Sie behaarte Raupen sehen, die sich prozessionsartig hintereinander weg bewegen, melden Sie es bitte in den Gemeindeverwaltungen. Und: berühren Sie keinesfalls die Tiere! Halten Sie Abstand. Auch Hunde reagieren sehr empfindlich auf die Brennhaare und sollten angeleint geführt und von unbekannten Raupen fern gehalten werden“, ergänzt er.

In Heringsdorf wurden Maßnahmen zur Beobachtung und zur Gewährleistung der Sicherheit für Einheimische und Badegäste eingeleitet.

Hintergrund
Auffällige, weiße Raupen-Gespinstnester in den Kronen und an den Astspitzen von Kiefern weisen auf den Befall durch den Kiefernprozessionsspinner (Thaumetopoea pinivora) hin.
Die Raupen ernähren sich von den Nadeln verschiedener Kiefernarten. Sie ketten sich gezielt aneinander, um für ihre Fressfeinde (Wanzen, Schlupfwespen, Raupenfliegen, Vögel) auszusehen wie eine Schlange.
Ein Vorkommen ist in unseren Breitengraden derzeit noch selten.
 


Welcher Schädling ist da jetzt im Apfelbaum? Amtsempfehlungen für Kernobstanbauer in MV

Die Knospen der Obstbäume sprießen – doch welche Insekten haben in den Bäumen überwintert und bedrohen eventuell die heranreifende Kernobsternte bzw. die Gesundheit der Bäume?

„In diesem Winter sind an Apfelbaumproben die Eier des Apfelblattsaugers, der Kommaschildlaus und der Blutlaus am häufigsten festgestellt worden. Dafür haben wir im LALLF 1.760 Fruchtholzstücke von Apfel, Birne und Pflaume untersucht“, weiß Dr. Joachim Vietinghoff, Abteilungsleiter Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Die Überwinterungsstadien von Schaderregern und Nützlingen werden auf zwei Metern Fruchtholz pro Sorte von einer definierten Anbaufläche in Erwerbsobstbaubetrieben bestimmt. Für aussagekräftige Ergebnisse wird dazu das Probematerial von zwei- bis dreijährigem Fruchtholz gleichmäßig verteilt aus den Baumkronen entnommen. In diesem Winter haben die acht größten Obstbaubetriebe 88 Proben mit den o. g. Einzelstücken eingesandt.

Die Untersuchungen sind ein Angebot an die Obstbaubetriebe des Landes und wichtiger Bestandteil der Aufgaben des LALLF. Mit diesen und anderen Analysen werden die Dynamik und das Artenspektrum von Schädlingen eingeschätzt.
„Nur wer weiß, welche Insekten in seinen Bäumen leben, kann bei Bedarf auch gezielt dagegen vorgehen.“, sagt Vietinghoff. Abwehrmaßnahmen erfolgen nach dem Schadschwellenprinzip. Dies sind wissenschaftlich begründete Grenzwerte für die Anzahl an Überwinterungsstadien von Schadinsekten. Werden sie überschritten und sind deshalb Schäden an den Bäumen oder Früchten zu befürchten, empfiehlt der amtliche Dienst auch ganz konkrete Wirkstoffe zur Bekämpfung. Somit ist ein zielgenaues, umweltschonendes Vorgehen in der Obstanlage möglich.
Eine zeitgerechte und angepasste Austriebsspritzung auf Basis der Untersuchungsergebnisse reduziert die überwinternde Anzahl an Schaderregern. So kann im späteren Vegetationsverlauf eventuell auf weitere Bekämpfungsmaßnahmen ganz verzichtet werden. Deshalb schützt eine abgestimmte Austriebsspritzung auch zufliegende Nützlinge, wie z. B. die Flohrfliegen, Raubmilben und Blutlauszehrwespen.

„Hobbygärtnern wird empfohlen, Schaderreger an den eigenen Bäumen nicht sofort zu bekämpfen, sondern möglichst den Nützlingen die Möglichkeit der natürlichen Regulation zu geben. Sollte ein Schaderreger tatsächlich überhand nehmen, empfiehlt sich eine konkrete Beratung im Gartenfachmarkt oder Sie rufen im LALLF an“, so der Fachmann.


Pharmakologisch wirksame Stoffe im Fleisch?

Im Jahr 2021 sind innerhalb des sogenannten Nationalen Rückstandskontrollplanes im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) 1.136 Proben tierische Lebensmittel gezielt rückstandschemisch untersucht worden.
Nicht zugelassene Wirkstoffe konnten nicht nachgewiesen werden. In nur vier Proben Rindfleisch und einer Probe Hähnchenfleisch, alle im Schlachthof entnommen, wurden Rückstände von Tierarzneimitteln gefunden. Sie mussten beanstandet werden.
Bei den Arzneimitteln handelte es sich nur in einem Fall um einen antibiotisch wirksamen Stoff und mehrfach um entzündungshemmende Mittel. Im Vergleich mit den Vorjahren könnte man daraus schlussfolgern, dass die Tierhalter den Antibiotikaeinsatz vermindert haben bzw. die Anwendung regelkonform vornehmen.
Die Beanstandungsrate liegt mit diesen Untersuchungsergebnissen bei 0,44 %. Allgemein ist das eine übliche Größenordnung, die sich in Reihe der Vorjahre und die Ergebnisse auf Bundesebene einfügt.
Neben den beiden benannten Tierarten wurden außerdem Proben von Schweinen, Milch, Eiern, Fischen, Honig und Wild analysiert.

Hintergrund
Der Nationale Rückstandskontrollplan dient der bundesweiten Überwachung der bestimmungsgemäßen Anwendung zugelassener pharmakologisch wirksamer Stoffe sowie der Kontrolle des Freiseins tierischer Primärprodukte von verbotenen oder nicht zugelassenen Stoffen.
Außerdem sollen damit Erkenntnisse zu den Ursachen von Belastungen gesammelt werden.

Die Untersuchung von Lebensmitteln auf Tierarzneimittelrückstände ist in verschiedenen Programmen, wie z. B. der bakteriologischen Fleischuntersuchung, dem Rückstandskontrollplan oder Landesprogrammen verankert. Die meisten Proben werden auf Antibiotika geprüft. Die Probenahme erfolgt häufig in den Schlachtbetrieben. Ziel ist die Kontrolle, ob Wartezeiten bei den geschlachteten Tieren eingehalten und die gesetzlichen Höchstmengen zugelassener Präparate nicht überschritten wurden. Außerdem wird auf Wirkstoffe geprüft, die keine Zulassung in der Tiermedizin haben. Weiterhin werden Proben in Tierhaltungsbetrieben und auf der Einzelhandelsstufe entnommen.
 


Schwermetalle und Elemente in Lebensmitteln sowie Futter unter Kontrolle

In den Jahren 2020 und 2021 sind in der Schadstoff- und Rückstandsanalytik des LALLF mehr als 10.076 Elementbestimmungen an 1.362 Einzelproben Lebensmittel und Futtermittel vorgenommen worden. „Erfreulicherweise gab es nur in einem Fall eine Überschreitung der erlaubten Höchstmenge“, bewertet Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock das Ergebnis. Die Überschreitung bezog sich auf den Bleigehalt in einem pflanzlichen Nahrungsergänzungsmittel. In den Vorjahren lag die Beanstandungsrate geringfügig höher.

Die Analyseuntersuchungen der unterschiedlichen Warengruppen laufen mit modernsten Messmethoden per sogenannter Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma und auch mit der Atomabsorptionsspektrometrie.
Die bestimmten Parameter sind in der Regel: Blei, Cadmium, Quecksilber, Kupfer, Zink, Aluminium, Eisen, Mangan, Nickel und Chrom. Nicht für alle Elemente gibt es bei den Warengruppen Höchstmengenvorgaben. Bei unerwartet erhöhten Gehalten an Schwermetallen würden die ExpertInnen nachhaken. Das ist unter anderem wichtig, weil sich Schwermetalle im menschlichen Körper anreichern und Schädigungen der inneren Organe hervorrufen können.

Knapp 100 Proben unterschiedlichster Fisch- und Fischerzeugnisse waren in Ordnung. In regelmäßigen Abständen werden unter anderem Proben aus den Gewässern in MV analysiert.
Auch 37 Fleischproben sind in der Routineuntersuchung gewesen. Das dabei enthaltene Wildfleisch wies keine Probleme auf. „Die Zeiten, in denen wir Sorgen mit Blei in Wildfleisch hatten, sind in MV Geschichte“, sagt Goltermann. Denn inzwischen wird häufig Munition ohne Blei verwendet und damit ist dieses Problem offenbar gelöst.
Ein Untersuchungsschwerpunkt der letzten zwei Jahren war Tee. In 26 Proben schwarzem und grünem Tee gab es hinsichtlich der Schwermetallgehalte nichts zu beanstanden.
Neun Proben der im Trend liegenden Haferflocken wurden analysiert, ohne dass sich Auffälligkeiten zeigten.

Was landwirtschaftlichen Nutztieren gefüttert wird, ist in der Regel nach der Schlachtung auch Bestandteil von Lebensmitteln (from farm to fork). Dementsprechend wird das Futter stichprobenartig kontrolliert. 384 Futtermittelproben passierten die Fachlabore des Landesamtes, ohne dass etwas bemängelt werden musste. Hier ging es bei 233 Proben um die Bestimmung der unerwünschten Elemente Arsen, Blei, Cadmium und Quecksilber.

Hintergrund
Gemeinhin gelten oft alle unter dem Oberbegriff „Schwermetalle“ zusammengefassten chemischen Elemente als giftige (toxische) Substanzen. Aber viele dieser Elemente sind in Kleinstmengen lebenswichtig für den Menschen. Das sind z. B. Eisen, Zink und Mangan. Sie werden daher auch als essentielle Spurenelemente bezeichnet. Nicht essentiell sind hingegen u.a. Blei, Quecksilber und Cadmium. Sie können gesundheitsgefährdend sein, wenn sie über den festgesetzten Grenzwerten liegen.

Für einzelne Lebensmittel-(Rohstoffe) sind Höchstgehalte für verschiedene Metalle rechtlich in den folgenden Verordnungen geregelt:
• Kontaminanten-Höchstgehalte-Verordnung (EG) Nr. 1881/2006: Blei, Cadmium, Quecksilber, anorganisches Zinn sowie anorganisches Arsen
• Pestizid-Höchstgehalt-Verordnung (EG) Nr. 396/2005: Quecksilber, Kupfer
• Trinkwasserverordnung.

Detaillierte Ergebnisse finden Sie hier
 


Tierversuche tierfreundlicher / Neuberufung der Tierversuchskommission MV

Wie vermehren sich Coronaviren in unterschiedlichen Tierarten und welche Übertragungsmöglichkeiten haben sie?
Welche Mechanismen hat die Alzheimer Krankheit und wie sind hierfür neue therapeutische Ansätze zu finden?
Tierbezogene Themen: wie lange hält die Immunität bei Afrikanischer Schweinepest und welche Impfstoffkandidaten kommen für die Vorsorge in Frage?

„Um diese und diverse andere Wissenslücken zu schließen, brauchen wir Tierversuche nach wie vor“, unterstreicht Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.

Das LALLF ist in MV Genehmigungsbehörde für Tierversuche.
Die FachkollegInnen des Landesamtes leiten geschäftsführend die Sitzungen der Tierversuchskommission, deren Mitglieder über die Genehmigungsfähigkeit der Versuche diskutieren und abstimmen.
Jetzt wurden die neun ehrenamtlich tätigen KollegInen der Kommission neu für die Zusammenarbeit in den nächsten drei Jahren berufen. Durch sie werden u.a. die Fachgebiete Tier- und Humanmedizin, Pharmakologie, Ethik und Tierschutz abgedeckt. Sie stammen aus verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes.
Im monatlichen Rhythmus werden die im LALLF eingereichten Versuchsvorhaben diverser Forschungseinrichtungen analysiert.
„Neu ist, dass mit der Novellierung des Tierschutzrechtes vom August 2021 auch Maßnahmen zur Vorbereitung von Tieren für Versuche und Auswirkungen auf die Umwelt in der Antragstellung berücksichtigt werden“, fasst Goltermann zusammen. Das bedeutet einen wesentlich höheren Stellenwert des Tierschutzes in den Versuchen.
Als Versuchstiere werden in MV unter anderem Mäuse, Ratten, Fledermäuse, Fische und Kaninchen, keine Primaten verwendet. Es gibt auch zunehmend Tierversuche mit dem Ziel, das Wohlbefinden landwirtschaftlicher Nutztiere weiter zu verbessern.

Für den Fall, dass Versuchsvorhaben von den Kommissionsmitgliedern als nicht genehmigungsfähig bewertet wurden, erfolgen entsprechende Anhörungen der Antragsteller. Bei manchen Versuchsanträgen gibt es Teilgenehmigungen mit der Auflage von Zwischenberichten bevor weitere Teilversuche genehmigt werden. Genehmigt worden sind im Jahr 2019  65 und im darauf folgenden Jahr 72 Tierversuchsvorhaben.

Hintergrund
Das 3R-Prinzip, nach dem heute jeder Tierversuch in Deutschland eingeschätzt wird, umfasst:
Replace: Einen Tierversuch durch eine andere Methode ersetzen.
Reduce: so viele Versuche bzw. Versuchstiere wie nötig aber so wenig wie möglich.
Refine: Die Belastung der Versuchstiere, z. B. durch Schmerzen, minimieren.

Um die häufig kritisch hinterfragten Tierversuche objektiv zu beurteilen, sind im Entscheidungsprozesse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Die Fragestellungen sind unter anderem:
•Ist mit dem Plan für diesen Versuchsansatz das benannte Versuchsziel zu erreichen?
•Sind alle ethischen und die auf die Umwelt wirkenden Aspekte und geeignete Trainingsmethoden die Vorbereitung der Tiere auf den Versuch bedacht? Und sind die genannten Trainingsmethoden geeignet, um die Tiere optimal auf den Versuch vorzubereiten?
•Passt die geplante Versuchstierzucht und die Anzahl Versuchstiere? Ist der Versuch so angelegt, dass eine statistische Auswertbarkeit gegeben ist?

Ein Tierversuch hat eine maximale Dauer von fünf Jahren. Jegliche Änderungen, wie z. B. die Tierzahl, das Versuchsdesign oder der Versuchsort müssen bei der genehmigenden Behörde angezeigt werden. Ist ein Tierversuch abgeschlossen, muss unmittelbar anschließend ein Abschlussbericht vom Versuchsdurchführenden an das LALLF übergeben werden, in wie weit das Versuchsziel erreicht wurde.
 


Zuschuss für Rauhwoller, Sattelschwein und Co

LALLF vergibt Fördergelder für den Erhalt gefährdeter einheimischer Nutztierrassen

56 der 80 einheimischen Nutztierrassen von Pferd, Rind, Schwein, Schaf und Ziege sind laut aktueller „Roter Liste“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung als gefährdet bzw. „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Um ihre Erhaltung zu unterstützen, gibt es eine aus Bundesmitteln finanzierte Förderung für gefährdete landestypische Rassen. Mit der Vergabe auch dieser Fördermittel sind MitarbeiterInnen des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) betraut.
„Ein guter Weg zur Erhaltung aller Rassen ist die nachhaltige Nutzung in der Landwirtschaft und in der Landschaftspflege“, sagt Siegfried Hoffmann, Abteilungsleiter Veterinärdienste und Landwirtschaft im LALLF in Rostock. Mit den Fördergeldern kann ein anteiliger Ausgleich von Nachteilen in der Wirtschaftlichkeit der Tiere und ihrer Zucht gewährt werden.
Im Jahr 2021 sind an 43 ZüchterInnen insgesamt 159.365 Euro an Zuwendungen ausgezahlt worden.
Zum Beispiel bekamen die Züchter der unter anderem für Rügen bekannten Rauhwolligen Pommerschen Landschafe Unterstützung. „Nicht nur, dass diese genügsamen und widerstandsfähigen Schafe die Landschaft frei halten, es gibt auch Unternehmen, die die typische stahlblau bis graue Wolle zu nachhaltiger Bekleidung höchster Qualität verarbeiten und sehr erfolgreich am Markt platzieren“, weiß Hoffmann.
Die Vermarktung von Fleisch besonderer Qualität ist ein anderes Beispiel als Ergebnis für eine Erhaltungszucht. „So erfüllen nahezu alle Teilstücke vom Sattelschwein höchste Genussansprüche“, schwärmt der Abteilungsleiter. Rassen wie das Deutsche Sattelschwein, deren Zuchttierbestände gering sind, bedürfen besonderer Vorsorgemaßnahmen. Die schwarz pigmentierten Tiere mit ihrer weißen Sattelzeichnung bilden eine Lebendgenreserve. Im Jahr 2021 waren in Deutschland nur noch 391 Sauen und 123 Eber in Reinzucht vorhanden.
Tierseuchen, wie die Afrikanische Schweinepest, stellen für die Bestände der bedrohten einheimischen Schweinerassen eine zusätzliche Gefahr dar.

Ergänzendes
In Mecklenburg-Vorpommern sind folgende Rassen förderfähig:
- Pferde: Rheinisch-Deutsches Kaltblut,
- Rinder: Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind, Deutsches Rotvieh/Angler, Gelbvieh (Zuchtrichtung Fleisch),
- Schafe: Rauhwolliges Pommersches Landschaf,
- Schweine: Deutsches Sattelschwein, Leicoma, Deutsches Edelschwein und Deutsche Landrasse.

Wissenswertes und Antragsunterlagen für die Förderung finden Interessenten auf der Homepage des Landesamtes

Stichtag für Anträge ist jährlich der 30. April.
Die Vergabe und Kontrolle der Verwendung der Fördergelder obliegt dem LALLF.


10. Februar: Tag der Hülsenfrüchte - Untersuchungsergebnisse aus dem LALLF

Klein, bunt und voll mit wichtigen Nährstoffen – Hülsenfrüchte sind in der menschlichen Ernährung nahezu für alle Altersklassen wertvoll.
Aus Anlass des UN-Welttages der Hülsenfrüchte am 10. Februar haben die Fachleute des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) die Untersuchungsergebnisse der letzten Monate zusammengefasst.

42 Proben, alle dem Handel in MV entnommen, sind in den akkreditierten Laboren auf unterschiedliche Parameter untersucht worden: 24 Proben Erdnüsse, die ebenfalls zu den Hülsenfrüchten zählen, außerdem Bohnen (7), Linsen (7), Sojabohnen (3) und Erbsen (1).

„Erdnüsse und Sojabohnen wurden auf Aflatoxine, also spezielle Pilzgifte, untersucht. In keiner Probe konnten auch nur Spuren davon nachgewiesen werden“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des LALLF. Die anderen Hülsenfrüchte wurden schwerpunktmäßig auf Pflanzenschutzmittel geprüft. Insbesondere standen Glyphosat, Fungizide und Unkrautbekämpfungsmittel im Fokus. Auffälligkeiten wurden bei den Proben, die überwiegend aus dem Bioanbau stammten, nicht festgestellt.
Stichprobenweise erfolgten auch Analysen eines breiteren Pflanzenschutzmittelspektrums sowie die Untersuchung auf die toxischen Schwermetalle Cadmium, Quecksilber und Blei, ohne dass es dabei zu auffälligen Werten kam.

„Diese erfreulichen Ergebnisse unterstreichen, dass Verbraucher Bohnen, Linsen, Erbsen etc. in ihrer Vielfalt nutzen können“, leitet Goltermann ab.
Hülsenfrüchte lassen sich einfach zubereiten. Obendrein sind sie auch nachhaltig, denn die Pflanzen binden im Wachstum den Stickstoff aus der Luft und erhöhen damit die Bodenfruchtbarkeit.
Eine Einschränkung gibt es für den Verzehr allerdings: Hülsenfrüchte enthalten natürliche Giftstoffe und sollten daher besser nur gegart verzehrt werden. Rohe Bohnen, Sojabohnen, Kichererbsen und Linsen enthalten beispielsweise giftige Lektine, die Unverträglichkeiten bis hin zu Vergiftungserscheinungen auslösen können. Kochen zerstört die Lektine.


Pressemitteilungen 2021


Nüsse sowie Nuss- und Mandelmehl auf Schimmelpilzgifte analysiert

Die Analysen von 54 Proben - zehn Proben Walnüsse, zehn Proben Erdnüsse, neun Proben Haselnüsse, alle in der Schale, sowie 14 Mandelmehle und elf Proben gemahlene Haselnüsse - sind gerade abgeschlossen worden. Untersucht wurde vorrangig auf eventuell enthaltene Schimmelpilzgifte.
Im Ergebnis waren die ganzen Kerne der Erd-, Wal- und Haselnüsse beanstandungsfrei. Sensorisch gab es keine Auffälligkeiten, was heißt: Aussehen, Geruch und Geschmack der Nüsse und auch der Mehle waren in Ordnung.
Aber: „Die Mehle schnitten in der Mykotoxinuntersuchung schlechter ab: In drei der elf Haselnussmehle (27 %) und in acht der 14 Mandelmehle (57 %) wurden die SpezialistInnen des LALLF fündig und wiesen verschiedene Aflatoxine nach. In einer Probe Haselnussmehl wurde eine Höchstgehaltsüberschreitung ermittelt, die Probe entsprechend beanstandet“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock.

Die Proben sind in üblichen Einkaufseinrichtungen des Landes entnommen worden und stammten ursprünglich aus verschiedenen Ländern: Deutschland, Ägypten, Australien, Chile, Frankreich, USA und Italien. Das heißt, sie haben teilweise eine längere Zeit bis in die Supermarktregale gebraucht. Nüsse und Mandeln können bereits am Baum, aber auch beim Transport oder bei der Lagerung durch hohe Luftfeuchte und Wärme von Pilzen befallen werden. Diese sind in der Lage, Gifte, die Mykotoxine, zu entwickeln. Pilzgifte erkennt man nicht mit bloßem Auge und sie sind in der Regel auch nicht am Geruch oder Geschmack erkennbar. „Das beweist auch die unproblematische sensorische Prüfung aller Proben im LALLF“, unterstreicht Goltermann.
„Raten können wir dazu, Nüsse mit sichtbaren Veränderungen bzw. atypischem Geruch oder Geschmack nicht zu verzehren. Es ist offensichtlich besser, sich Nussmehle aus ganzen Kernen direkt vor Gebrauch selber herzustellen. Denn durch die Lagerung als zerkleinerte Ware und somit vergrößerter Oberfläche ist die Wahrscheinlichkeit eines Befalls mit Schimmelpilzen größer“ so der Amtsleiter.
Um einen Schimmelpilzbefall im eigenen Haushalt zu vermeiden, sollten Nüsse und Mandeln möglichst kühl, dunkel und trocken gelagert werden. Im Allgemeinen sind sie Quelle für einen angenehmen Geschmack, viel Energie und mit ihren gesunden Fetten ernährungsphysiologisch wertvoll.

Hintergrund
Aflatoxine gehören zu den Mykotoxinen. Bei Mykotoxinen handelt es sich um natürlich vorkommende, sogenannte sekundäre Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Aflatoxine werden unter anderem von den Schimmelpilzen Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus gebildet. Sie sind hitze- und säurestabil und überstehen daher die üblichen Verarbeitungs- und Zubereitungsmethoden für Lebensmittel, auch eine Röstung.
Aflatoxine können beim Menschen die Entstehung von Krebs begünstigen, Nieren und Leber schädigen, das Immunsystem beeinträchtigen oder Durchfall und Erbrechen verursachen. Außerdem gelten sie als Erbgut schädigend.
Im LALLF wurde auf die Aflatoxine B1, B2, G1 und G2 und die Summe Aflatoxine B-G untersucht. Höchstmengen existieren für B1 und die Summe B1, B2, G1, G2.


Mozarella-Qualitätscheck / Stresstest zum Ende des MHD

„Erfreulich ist, dass in keiner der 25 Proben kleiner Mozzarellabällchen am Ende ihrer Haltbarkeitsfrist gesundheitsgefährdende Keime wie Salmonellen, Listerien oder andere toxinbildende Bakterien nachgewiesen worden sind“ sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.

In einem Landesüberwachungsschwerpunkt des LALLF sollten Erfahrungswerte zur mikrobiologischen Belastung, speziell zum Ende der deklarierten Mindesthaltbarkeit gesammelt werden. Hierzu wurden dem Einzelhandel während des laufenden Jahres Proben entnommen, nach den Vorgaben der Hersteller gelagert und anschließend sensorisch und mikrobiologisch untersucht.
Fünf (20 %) der Mozarellaproben waren zum Zeitpunkt der Untersuchung, also am Ende der deklarierten Mindesthaltbarkeit, aufgrund der Überschreitung von Warn- oder Richtwerten in Zusammenhang mit sensorischen Abweichungen zu beanstanden.
Mit seiner kurzen Reifezeit von ein bis drei Tagen gehört Mozzarella zu den hygienisch anfälligen Käsesorten. Unerwünscht, aber gesundheitlich unbedenklich sind die sogenannten Verderbniserreger. Bei den Verderbanzeigern handelt es sich beispielsweise um Enterobakterien, Pseudomonaden oder Hefen, die das Lebensmittel im Herstellungsprozess besiedeln können und einen deutlichen Einfluss auf dessen Haltbarkeit haben. Für viele dieser Keime sind Richt- oder Warnwerte festgelegt, die in der mikrobiologischen Untersuchung zusammen mit der Sensorik des jeweiligen Produktes überprüft werden.

Mozzarella hat einen vergleichsweise geringen Eigengeschmack, der Geruch ist charakteristisch leicht milchsauer. Die sensorisch beanstandeten Proben schmeckten entweder sehr sauer oder alt, einige auch hefig oder bitter. Die Konsistenz der Käsebällchen war bei den abweichenden Proben verändert, wie zerfließend, blasig oder auch gummiartig. Die Lakenflüssigkeit verfärbte sich durch das Keimwachstum grau–trüb (Foto).
Weitere zehn Proben (40 %) wurden aufgrund hoher Keimzahlen von Pseudomonaden und Hefen bemängelt, nicht beanstandet.

Zum Ende der Mindesthaltbarkeit gilt: „Eine aufgeblähte Verpackung, eine grautrübe Lake oder ein abweichender Geruch sprechen für Hygienemängel. Wenn der Käse typisch aussieht und riecht, steht einem Genuss nichts entgegen“, so Goltermann.

Hintergrund
Mozzarella ist typischerweise ein weißlicher Käse, der beim Anschnitt oder leichtem Druck milchige Flüssigkeit austreten lässt. Die Konsistenz ist weich, faserig und leicht elastisch. Er hat einen vergleichsweise geringen Eigengeschmack, der als frisch und leicht säuerlich beschrieben wird. Auch der Geruch ist charakteristisch leicht milchsauer.
Mozzarella ist ein fester Knetkäse italienischer Herkunft, der heute überwiegend aus Kuhmilch hergestellt wird. Nach einer kurzen Ruhezeit wird der Bruch aus der Molke gehoben, dann mit heißem Wasser abgebrüht und geknetet, bis der Teig weich, geschmeidig und formbar ist. Die Formen kommen dann in kaltes Wasser, um abzukühlen und sich zu verfestigen. Der sogenannte Brühkäse wird in eine milde Salzlake eingelegt und schließlich mit einer leicht angesäuerten (Milch- oder Zitronensäure) und eventuell gesalzenen Aufgussflüssigkeit verpackt in den Handel gegeben.
 


Äpfel und Erzeugnisse aus Äpfeln – gab es Auffälligkeiten?

Der Apfel ist das beliebteste Obst der Deutschen. Über 20 Kilogramm frische Exemplare isst jeder Bundesbürger im Jahr, dazu kommen Früchte in verarbeiteten Erzeugnissen. Dementsprechend untersuchen die MitarbeiterInnen des LALLF auch diese Produktgruppen.

„In den vergangenen zwei Jahren sind 80 Proben untersucht worden, wovon zwei beanstandet werden mussten“, resümiert Dr. Stephan Goltermann, Chef des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. 30 Proben Apfelsaft, 25 Proben Apfelmus in Konserven, 20 Proben frischer Äpfel und fünf Proben Apfelkompott bzw. Apfelmark kamen in die Analyse. „In einem Apfelsaft war eine Menge Patulin, ein gesundheitsschädliches Schimmelpilzgift, enthalten, die über der zulässigen Höchstmenge lag. Außerdem enthielt eine Apfelprobe ein mittlerweile verbotenes Pflanzenschutzmittel in höherer Dosis als erlaubt“, gibt Goltermann an.

Die Erzeugerländer der verschiedenen Apfelproben waren Deutschland, Polen, Neuseeland und die Niederlande.

52 der Proben wurden auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. In knapp der Hälfte (48 %) sind sie nachgewiesen worden. Dabei waren in 13 Äpfeln bzw. Apfelprodukten je ein Wirkstoff nachweisbar und maximal sechs Substanzen in zwei Proben.
Insgesamt handelte es sich um 16 unterschiedliche Wirkstoffe und das Patulin.
Die als ökologische Ware gekennzeichneten Produkte waren rückstandsfrei und in Ordnung.

Goltermann sagt: „Um dem Umweltgedanken Rechnung zu tragen, sollten Sie beim Einkauf Äpfel aus der Region bevorzugen. Äpfel aus heimischem Anbau sind fast das ganze Jahr verfügbar. Am Herzen liegt uns ebenfalls der Hinweis, dass optisch abweichende Äpfel mit kleinen Stellen oder ungleichmäßiger Form genauso schmecken und alles enthalten, was einen Apfel für die Ernährung ausmacht. Sie sind viel zu wertvoll, um wegen kleiner Mängel weggeworfen zu werden!“

Hintergrund
Der Apfel ist nicht nur ein schmackhaftes Obst, sondern enthält viele Vitamine: neben den Vitaminen A und der B-Gruppe enthält er vor allem Vitamin C. Zudem ist er reich an wertvollen Mineral- und sekundären Pflanzenstoffen sowie wichtigen Ballaststoffen wie Pektin mit verdauungsfördernder und cholesterinsenkender Wirkung. Die meisten Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe sind in der Apfelschale oder direkt darunter. Deshalb sollte das Obst nach Möglichkeit mit Schale genossen oder verarbeitet werden.


Hilfe für die Küstenfischbestände wirkt

„Die fischereilichen Besatzmaßnahmen in M-V bei Aal und Meerforelle sind erfolgreich“, sagt Thomas Richter, Abteilungsleiter Fischerei und Fischwirtschaft im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.
In den Jahren 2014 bis 2016 sind etwa 350 kg oder eine Million markierte Jung- oder fachlich korrekt Glasaale in einem gemeinsamen Projekt des LALLF und dem Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt MV in zwei Bereichen der Küstengewässer in M-V ausgesetzt worden.
Ziel war es zu prüfen, ob ein Aalbesatz in Küstengewässern eine weitere Option zur Unterstützung des Aalmanagements und der Fischerei ist. Denn nach einer EU-Verordnung von 2007 sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, durch Wiederauffüllen der Bestände die Abwanderung eines Teils geschlechtsreifer Aale (Blankaale) in Richtung des Laichgebietes in der Sargassosee sicherzustellen.

Auch in Zusammenarbeit mit Küstenfischern wurden repräsentative Proben Aale entnommen. In einem Zeitraum von zwei Jahren sind insgesamt 1.423 Aale untersucht und u. a. ihre Körpergröße und ihr Alter bestimmt worden. Davon waren 303 Tiere markiert. Sie stammten also aus den Besatzmaßnahmen.
„Im direkten Wachstumsvergleich von den natürlich eingewanderten mit den besetzten Aalen derselben Altersgruppe zeigte sich, dass die an der Ostseeküste besetzten Aale in der Altersgruppe von zwei bis fünf Jahren signifikant größer waren als ihre natürlich eingewanderten Artgenossen. Das heißt, dass sie im selben Zeitraum schneller wuchsen“, zieht Richter Bilanz.
Nicht nur zur Unterstützung des Aalmanagements, sondern auch im Hinblick auf die bekannte, gegenwärtig äußerst schwierige Situation der hiesigen Küstenfischerei ist von den Projektbeteiligten jetzt die weitere Durchführung von Besatzmaßnahmen mit Glasaalen in Küstengewässern beschlossen worden. Das LFA-Institut für Fischerei wird hierfür Empfehlungen erarbeiten und das Programm fachlich begleiten.

Die zeitgleich ausgewerteten Ergebnisse der Effizienzkontrollen des seit dem Jahr 2000 laufenden Meerforellenbesatzes ergaben ebenfalls sehr positive Ergebnisse. Das konnte überwiegend an Fangstatistiken fest gemacht werden. Daneben zeigen die langjährigen Untersuchungen, dass vermehrt geschlechtsreife Fische in geeignete Fließgewässer des Landes zurückkehren und dort erfolgreich ablaichen. Ein Beispielgewässer ist hierfür der Wallsteingraben bei Wismar. Infolge dieser guten Entwicklung sind bereits in einer Reihe von Gewässern keine Besatzmaßnahmen mehr erforderlich.
„Aufgrund dieser positiven Ergebnisse sind künftige Besatzmaßnahmen mit Meerforellen befürwortet worden. Die Auswahl der jährlichen Besatzgewässer wird in enger fachlicher Abstimmung der beteiligten Institutionen erarbeitet“, ergänzt Richter.

Hintergrund
Durch die obere Fischereibehörde des Landes MV, dem LALLF, werden seit dem Jahr 2000 im Rahmen der Hegeverpflichtung jährlich Rücklaufmittel aus dem Verkauf von Angelerlaubnissen für Maßnahmen zur Erhaltung und Hege des Fischbestandes in den Küstengewässern aufgewandt. Weitere Informationen auch auf www.lallf.de
Im November 2021 fand nach mehrfach Corona bedingter Verschiebungen im LALLF eine Beratung zum Stand und zur Fortführung von fischereilichen Besatzmaßnahmen in den Küstengewässern von MV statt. Anwesend waren neben den verantwortlichen Mitarbeitern des LALLF, Vertreter
- des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt,
- des Landesanglerverbandes M-V,
- des Salmoniden- und Gewässerschutzvereins e.V. M-V,
- des Landesfachausschusses für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik im NABU M-V e.V.,
- Wissenschaftler des Instituts für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei sowie
- der mit der Durchführung von wissenschaftlichen Untersuchungen beauftragten Unternehmen.

Aal
Die Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns stellen einen sehr wichtigen Lebensraum für Europäische Aale in verschiedenen Lebensphasen dar. Sie nutzen die verschiedenen Habitate entlang der Küste als Aufwuchs-, Durchzugs-, Fress- oder Rückzugsort. Einige Aale verbleiben sogar ihre gesamte Kontinentalphase in Küstengewässern, bis sie sich zu Blankaalen entwickeln und ihre Laichwanderung Richtung Sargassosee antreten. Allein in den Gewässern von MV leben laut Bestandsschätzung etwa 29 Millionen Aale aller Altersklassen, davon ca. 25 Mio. in den Küstengewässern.
 


Wirkstoffrückstände und Schwermetalle in Beeren?

„Die Ergebnisse der Rückstandsanalysen von Pflanzenschutzmitteln und Schwermetallen in Beeren der Jahre 2020 und 2021 zu den ergaben eine Anzahl Befunde, aber keine Höchstgehaltsüberschreitung“, sagt Helmar Tardel, Abteilungsleiter „Schadstoff- und Rückstandsanalytik“ im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.
62 Proben verschiedener Beeren wurden auf Wirkstoffrückstände untersucht. Die größte Anzahl davon waren Erdbeeren mit 31 Proben, außerdem acht Proben Brombeeren, sieben Himbeeren, sieben Proben verschiedene Johannisbeeren, weiterhin Physalis und Blaubeeren. Die Beeren stammten überwiegend aus deutschem Anbau (49 Proben).

Tardel resümiert: „Neben den drei Proben aus Bioerzeugung waren weitere sieben rückstandsfrei. Das macht in der Summe 16 % der Proben. Alle anderen Beerenproben enthielten zwischen einem und elf Wirkstoffrückständen, die aber die gesetzlich erlaubten Höchstmengen unterschritten. In 43 Proben (69 %) wurden Mehrfachrückstände detektiert, das heißt mehr als ein Wirkstoff pro Probe.“
Betrachtet man die nachgewiesenen Substanzen, waren die gegen Pilzbefall am auffälligsten (z.B. 29 mal der Nachweis von Fludioxonil, 28 mal Cyprodinil, 19 mal Boscalid). Sie dürfen zur Absicherung gegen Schimmelpilze verwendet werden. Der Nachweis von mehreren Fungiziden ist nicht ungewöhnlich, weil Beeren mit ihren dünnen Häuten besonders anfällig sind. Insgesamt waren das nicht mehr Rückstände als in anderen Untersuchungszeiträumen.

In 38 Beerenproben wurden außerdem die Gehalte der Schwermetalle Cadmium, Blei, Quecksilber und Kupfer untersucht. Es ergaben sich keine Auffälligkeiten oder Beanstandungen.

„Wir raten Verbrauchern, Obst, dass gegessen werden soll, immer direkt vor dem Verzehr unter fließendem Wasser zu waschen. Damit sind mögliche Wirkstoffrückstände deutlich zu mindern. Aber auch eventuell vorhandene Keime können so reduziert werden“, betont Tardel. Dieses Vorgehen gehört zu einer normalen Küchenhygiene.

Hintergrund
Alle Proben sind dem Handel in M-V entnommen worden oder stammten direkt aus der Handelsware von den Erzeugern. Die Analysen der Wirkstoffrückstände von Pflanzenschutzmitteln umfassten eine breite Palette von knapp 450 Substanzen.
 


Ungetrübter Biergenuss? Mikrobiologische Untersuchungen ergaben Befunde

Bier gehört aufgrund seiner Herstellungsweise und Zusammensetzung zu den keimärmeren Genussmitteln. Jedoch ist eine Kontamination des Bieres mit Keimen durch verschmutzte Zapfanlagen beim Ausschank möglich. Daher wird jährlich stichprobenartig „Gerstensaft“ im Landesamt für Landwirtschaft, Leben smittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock mikrobiologisch untersucht.
In den Jahren 2020 und 2021 sind bis dato 29 Proben Schankbier aus Gaststätten in MV zur Kontrolle eingegangen. Dabei handelte es sich überwiegend um die Sorte „Pils“ unterschiedlicher Hersteller.
24 Biere (83 %) waren mikrobiologisch in Ordnung.
In fünf Bieren wiesen die ExpertInnen des Landesamtes coliforme Keime nach. Sie gelten als Hygieneindikatorkeime. Die Bierproben wurden daher wegen sogenannter „hygienisch nachteiliger Beeinflussung“ beanstandet. Schon im Jahr 2014 zeigte sich eine ähnliche Beanstandungsrate (23 %). Das deutet auf die andauernde Problemlage in diesem Bereich hin.
Außerdem sind bei vier Bieren erhöhte Keimzahlen festgestellt worden. Dabei handelte es sich meist um Milchsäurebakterien. Bei weiterer Vermehrung dieser Verderbniskeime in bierführenden Leitungen kann es zu sensorischen Veränderungen des Bieres kommen. Dementsprechend wurde bei diesen Proben auf eine notwendige Reinigung und Desinfektion der Schankanlagen in den Gaststätten hingewiesen.

Bier ist ein althergebrachtes und gerade im Sommer für viele Verbraucher erfrischendes Genussmittel. Damit eine ungetrübte Gaumenfreude möglich ist, darf die Hygiene nicht vernachlässigt werden. Auch wenn die hier benannten Untersuchungsergebnisse wahrscheinlich keine Ursache für Erkrankungen des Verbrauchers ergaben, sind Reinigung und Desinfektion der Schankanlagen Vorschrift und Voraussetzung für einen zweifelsfreien Biergenuss.


Säuglings- und Kindernahrung - umfangreiche Untersuchungen mit einigen Beanstandungen

Zehn Proben Säuglingsmilchnahrung und acht Proben Getreidebeikost sind in den Fachlaboren des LALLF untersucht worden. „Von den 18 Proben mussten fünf beanstandet werden“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.

Alle Proben, darunter fünf Bioprodukte, wurden auf Rückstände von Behandlungsmitteln, wie z. B. Chlorat und Glyphosat und die Schwermetalle Blei, Cadmium, Quecksilber, Aluminium, Arsen, Zink, Mangan, Nickel, Kupfer untersucht. Die Proben Säuglingsmilchnahrung wurden außerdem auf das Aflatoxin M1 kontrolliert. Dieses Mykotoxin (Pilzgift) kann von verschimmeltem Futter in die Milch übergehen.
Zum Untersuchungsspektrum gehörten ebenfalls die sensorische Prüfung auf Aussehen, Geruch und Geschmack sowie die Kontrolle der Kennzeichnung.

Erfreulicherweise gab es weder sensorische Mängel, noch Beanstandungen aufgrund von enthaltenen Rückständen. „Es lagen einige Spuren Rückstände vor, wie z. B. von Chlorat – einer Substanz, die bei der Verwendung von chlorhaltigen Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln als Nebenprodukt entstehen kann. Aber kein Rückstand wies Gehalte oberhalb der erlaubten Höchstmengen auf“, resümiert Goltermann
Bei drei Proben musste die Kennzeichnung bemängelt werden. Die Beanstandungen bezogen sich auf unvorschriftsmäßige Abkürzungen bestimmter Zutaten.
Zwei Proben Säuglingsmilch wurden aufgrund des Zusatzes von Probiotika, also Mikroorganismen, beanstandet. „Das klingt im ersten Moment nicht logisch. Aber laut des Bundesinstitutes für Risikobewertung und der EFSA sind Probiotika nicht immer sicher und haben in der Säuglingsnahrung bis dato keinen nachgewiesenen Nutzen. Daher gehören sie laut aktueller gesetzlicher Lage dort auch nicht hinein“, so Goltermann.
Die Gehalte an Schwermetallen lagen bei allen Proben unter den zulässigen Höchstmengen oder waren bei fehlenden festgelegten Höchstmengen unauffällig.
In keiner der Proben Säuglingsmilchnahrung war das Mykotoxin Aflatoxin M1 nachweisbar.

Kinder sind eine besonders schützenswerte Verbrauchergruppe. Daher sind die gesetzlichen Regelungen für Kindernahrung besonders streng.


Gespenstisch aber ungefährlich

Besorgte Bürger, besonders aus dem Stadtgebiet Rostock, meldeten sich in den letzten Tagen vermehrt zu eingesponnenen Sträuchern und darin befindliche Raupen. Nicht selten wurde vermutet, dass es sich um den gesundheitsgefährdenden Eichenprozessionsspinner handelt.
Aber dem ist nicht so!
Verursacher sind ungefährliche Raupen der Gespinstmotten der Schmetterlingsfamilie (Yponomeutidae). Die Raupen sondern Gespinstfäden ab, um sich vor Fraßfeinden, wie Vögel, und ungünstiger Witterung zu schützen.
In manchen Jahren kommt es zu Massenvermehrungen. Dann werden ganze Pflanzen eingesponnen und komplett kahl gefressen.
Weder für die Gehölze, noch für Anwohner oder Spaziergänger sind diese sonderbar anmutenden Naturschauspiele eine Gefahr! Die befallenen Büsche und Bäume treiben in der Regel wieder aus.

Um den Garten gespinstfrei zu halten, sollten Kleingärtner ihre Bäume im Frühjahr kontrollieren und sofort erste, bewohnte Nester ausschneiden und ggf. verbrennen oder im Hausmüll entsorgen. Biologische Gegenspieler sind verschiedene Nützlinge wie Raubwanzen, parasitierende Wespen und Meisen. Sie lassen sich durch Insektenhotels, Steinhaufen und Nistkästen in die Gärten locken.
Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist sinnlos. Die Raupen werden durch das Gespinst geschützt, so dass Insektizide sie nicht erreichen.

Hintergrund
Ab Mai finden sich an Weißdorn, Pfaffenhütchen und Traubenkirschen, aber auch Schlehen, Apfel- und Pflaumenbäume weiße Gespinste. Teilweise bedecken diese die kompletten Büsche und bieten einen gespenstischen, vielleicht auch ekelerregenden Anblick.
Gespinstmotten sind weltweit verbreitet, alleine in Mitteleuropa leben etwa 60 Arten. In unseren Breiten findet man am häufigsten
• die Spindelbaumgespinstmotte (Yponomeuta cagnagella),
• die Traubenkirschengespinstmotte (Yponomeuta evonymella) sowie
• die Apfelbaumgespinstmotte (Yponomeuta malinellus).

Biologie
Die Falter sind schneeweiß mit schwarzen Punkten. Sie fliegen in den Monaten Juni und Juli hauptsächlich um die Futterpflanzen ihrer Raupen. Dort legen sie gleich nach dem Schlüpfen und der sofortigen Begattung ihre Eier an der Rinde von Trieben und Zweigen ab. Die geschlüpften Jungraupen überwintern dort. Etwa im folgenden April/Mai werden sie aktiv, wandern auf die Blätter und fallen erst auf, wenn sie große Teile der Zweige mit Gespinsten umgeben haben. Anfangs liegen diese Raupennester meist an den Zweigspitzen. Gesellig fressen sie in den Nestern, häuten sich dort, wandern weiter und legen neue an. Bei Massenvermehrung findet man so eine Unzahl großer, schleierartiger Gespinste.
Die Nester sind durchsetzt mit Häuten und dunklen Kotkrümeln, bewohnt von mehreren etwa 2 cm großen, gelbgrauen, fleischigen, mit dicken schwarzen Punkten versehenen Raupen. Die ausgewachsenen Larven verpuppen sich in den Nestern gruppenweise in weißen Kokons. Nach ca.14 Tagen Puppenruhe schlüpfen die Falter.


Avocados in der amtlichen Untersuchung

Das Landesamt hatte in diesem Jahr einen Untersuchungsschwerpunkt zu Avocados geplant. „Die Analyseergebnisse von 17 Proben ergaben nur eine Beanstandung“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.
Die Proben dieser fettreichen Beere (Lorbeergewächs) wurden dem Einzelhandel in MV entnommen. Sie stammten aus Kolumbien (6 Stück), Spanien (6 Stück), Marokko (2 Stück) und jeweils eine aus Chile und Kenia. Bei einer Probe war keine Herkunft bekannt.

Aufgrund von erheblichem Schimmelbefall in der Frucht ist eine Avocadoprobe schon in der vorausgehenden Sensorikprüfung auf das Aussehen, den Geruch und den Geschmack beanstandet worden.

Alle Proben sind von den ExpertInnen des LALLF auf ca. 420 Pflanzenschutzmittel und deren Metaboliten (=Abbauprodukte) untersucht worden. Die Nachweisgrenze liegt bei dem kaum vorstellbar geringen Wert von etwa 10 µg der Substanz je Kilogramm Probe.
In zehn Avocadoproben waren keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (PSM) nachweisbar. In den anderen sieben gab es Spuren von bis zu drei Wirkstoffen von PSM. So war das Fungizid und erlaubte Nacherntebehandlungsmittel Prochloraz in allen sieben Proben enthalten.
Alle Wirkstoffmengen lagen unterhalb der erlaubten Höchstmengen.
„Das Untersuchungsergebnis ist insgesamt als „gut“ zu bezeichnen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) führt Analyseergebnisse auf, die mit höheren Beanstandungsraten oder einer größeren Menge an Wirkstoffrückständen schlechter ausfielen“, vergleicht Goltermann.



Appell an Hobbygärtner: Pflanzkartoffeln vor Viren schützen

Einzigartig für Deutschland sind die Standorte für die Erzeugung gesunder Pflanzkartoffeln in Mecklenburg-Vorpommern. Das liegt an den natürlichen Voraussetzungen wie dem Seeklima, der Bodenqualität und den pflanzengesundheitlichen Bedingungen auf über 136.000 ha Ackerfläche in M-V. Sie sind als sogenannte Gesundlagen für die Pflanzkartoffelerzeugung durch die EU anerkannt. Den ersten Impuls für ihre Errichtung gaben die Blattläuse. Sie übertragen zahlreiche Kartoffelviren, haben es an der Küste bei Wind und Wetter jedoch schwerer, sich zu vermehren und auszubreiten. Alle großen Kartoffelzüchter Deutschlands sind deshalb im Land ansässig. M-V gilt als Kinderstube fast aller deutschen Kartoffelsorten, auch in ökologischer Qualität.

Aber natürlich droht dem Kartoffelanbau trotz aller positiven Grundbedingungen Gefahr – unter anderem durch die Viren. „Der Ausschluss des Befalls mit Viruskrankheiten ist eines der wichtigsten Kriterien in der aufwändigen Pflanzgutvermehrung, die durch das LALLF kontrolliert wird“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. „Viren rauben den Pflanzen Vitalität und Kraft und können den Knollenertrag empfindlich schmälern“, ergänzt er.
Erkennbar sind Viruskrankheiten an Veränderungen der Blätter, wie Mosaikverfärbungen und Kräuselungen. Blattläuse nehmen die Viren beim Saugen von Pflanzensaft auf. „Fliegen sie auf die nächste Kartoffelpflanze, zieht auch das Virus mit und die Krankheiten verbreiten sich.“, zeigt Goltermann auf. Sämtliche Kartoffel-Vermehrungsflächen werden daher mehrfach auf Blattlausbefall oder Krankheitssymptome kontrolliert und die geernteten Knollen mittels PCR auf ihren Virusgehalt untersucht. Bei einem erkannten Befall droht den Züchtern die Aberkennung des betreffenden Aufwuches und damit eine Handelssperre. In jedem Fall müssen virusbefallene Feldbestände bereinigt werden.

Um die Virusübertragungsgefahr noch weiter zu reduzieren, wendet man im Land M-V für die Gesundlagen strengere Anforderungen an die Pflanzgutqualität an, als gesetzlich vorgegeben. So soll erreicht werden, dass sich auch in der Nachbarschaft der Züchterbestände keine gravierenden Infektionsquellen befinden, von denen sich Viren durch Blattläuse verbreiten können. Dabei geht es nicht nur um landwirtschaftliche Kartoffelbestände, sondern ebenso um den Kartoffelanbau in Kleingärten. Denn auch diese Kartoffeln sind mögliche Lebensgrundlage von Blattläusen und können bei schlechter Qualität als Infektionsquelle dienen.
„Es ist wichtig, dass nur anerkanntes Pflanzgut, unter anderem durch direkten und meist kostengünstigen Bezug vom Züchter, zum Anbau gelangt“, unterstreicht Goltermann. Gesundes, zertifiziertes Pflanzgut ist an einer blauen Banderole an den im Handel erhältlichen Raschelsäcken zu erkennen.
In den letzten zwei Jahren sind vermehrt virusbefallene Pflanzkartoffelpartien aufgefallen, die wahrscheinlich auf belastete Kartoffelbestände in der Nachbarschaft zurückzuführen sind. Goltermann appelliert an die Kleingärtner: „Bitte legen Sie nicht ein-fach übrig gebliebene oder angekeimte Speisekartoffeln in die Erde. Im Zweifel schaden Sie damit der Kartoffelwirtschaft des Landes“.

Hintergrund
Wegen ihrer besonderen Eignung wurden mit der Gesundlagenverordnung 1992 bestimmte Gebiete für die Pflanzkartoffelerzeugung in M-V als Gesundlage eingestuft.
Bevor Kartoffeln als Pflanzgut in Verkehr gebracht werden dürfen, müssen in einem Anerkennungsverfahren zahlreiche Anforderungen an den Feldbestand und insbesondere an die Beschaffenheit erfüllt werden. Die amtliche Beschaffenheitsprüfung beinhaltet molekularbiologische Tests auf Viruskrankheiten, Bakterielle Ringfäule, Schleimkrankheit, weitere Knollenkrankheiten sowie auf äußere Mängel. Der Ablauf des Anerkennungsverfahrens und die Anerkennungsnormen werden durch die Pflanzkartoffelverordnung vorgegeben.
Bis der Landwirt oder der Kleingärtner hochwertiges und geprüftes Pflanzgut erwerben kann, vergehen bis zu neun Jahre. Viele Kartoffelkrankheiten, unter anderem die Viren, werden über die Knollen an den nachfolgenden Aufwuchs weitergegeben. In den ersten vier Vermehrungsjahren darf erzeugtes Pflanzgut nur maximal 0,5 % Virus aufweisen.
In der Beschaffenheitsprüfung auf Viruskrankheiten wird der Besatz mit den sechs wichtigsten einheimischen Kartoffelviren als Grundlage für die Einstufung einer Pflanzgutpartie ermittelt.
 


FeldbestandsprüferIn gesucht-Anerkennung von Saat- u. Pflanzgut ist wichtige Landesaufgabe

Zu erfahren für die Reservebank? Zu jung für den Liegestuhl? Dann haben wir was für Sie: Werden Sie für die Zeit zwischen Mai und August amtliche FeldbestandsprüferIn!

In der Vegetationszeit werden in M-V jährlich etwa 25.000 ha Feldfläche mit Kulturen zur Vermehrung bestellt. Die Bandbreite reicht von Getreide über Kartoffeln und Leguminosen bis zur Grassamenerzeugung. „Alle Vermehrungsbestände werden während der Vegetation mehrfach durch amtlich verpflichtete FeldbestandsprüferInnen kontrolliert. Sie sollen unter anderem fest-stellen, ob die Sortenechtheit und die geforderte Gleichmäßigkeit auf einem Acker gegeben sind, was Basis für eine Anerkennung als Saat- und Pflanzgut ist“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Geprüft wird außerdem, ob die Bestände „sauber“ sind, also kein unzulässiger Fremdbesatz mit wächst, wie z. B. Windknöterich auf Getreidevermehrungsflächen. Natürlich wird auch auf mögliche Krankheiten hin kontrolliert, z. B. inwieweit Kartoffeln Anzeichen von Viruserkrankungen aufweisen.

Neben der eigentlichen Kontrolltätigkeit sind FeldbestandsprüferInnen Ansprechpartner der Landwirtschaftsbetriebe für not-wendige Maßnahmen zur Beseitigung festgestellter Mängel im Bestandsaufwuchs. Sämtliche Abläufe werden mit den MitarbeiterInnen der LALLF-Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut begleitet und abgestimmt.

Interessierte jeden Alters brauchen für diese verantwortungsvolle Aufgabe Kenntnisse zu landwirtschaftlicher Kulturen, eine gute körperliche Konstitution sowie ein eigenes Auto. Die Vergütung erfolgt auf Honorarbasis plus Fahrkostenentschädigung.
Mit fachlichen Nachfragen wenden sich zukünftige FeldbestandsprüferInnen gern an die Dezernatsleiterin „Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut“ des LALLF: Nadine Ließ
Telefon: 0381 - 40 35 468
oder per Email: nadine.liess@lallf.mvnet.de

Hintergrund
Eine erfolgreiche Prüfung des Feldbestandes ist die Voraussetzung für die Weiterführung des amtlichen Anerkennungs-verfahrens für Saat- und Pflanzgut. Dieses endet in einer Untersuchung des Erntegutes im Labor des LALLF. Untersuchungsparameter sind dann beispielsweise Keimfähigkeit, Sortenreinheit und Fremdbesatz. Eine erfolgreiche, normgerechte Prüfung aller Verfahrensschritte vom Acker bis ins Labor ist die Voraussetzung für die Zertifizierung einer Partie Saat- oder Pflanzgut. Bevor es in den Handel kommt, erfolgen umfangreiche Kontrollen zu Qualitätsnormen, die im Saatgutverkehrsgesetz und der Saatgutverordnung geregelt sind.
Nur amtlich geprüftes und nach erfolgreicher Prüfung zertifiziertes Saatgut gelangt an den Endverbraucher.


Asiatischer Laubholzbockkäfer - Befallsfestellungen werden fortgeführt

Nach den ersten Hinweisen auf den Befall eines Baumes auf einem Privatgrundstück in Warnemünde mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer ist heute der Einsatz von ausgebildeten Spürhunden erfolgt.

Die Hunde schlugen an der am letzten Freitag gefällten Birke an, die zersägt in das Landesamt verbracht wurde.
Vor Ort in Warnemünde haben die Spürhunde an mehreren Stellen undeutlich Fundstellen angezeigt. So werden in den nächsten Tagen einige weitere Laubbäume gefällt werden müssen.

Die Befallsfeststellung wird weiter geführt, die Birke im Landesamt „zentimeterweise“ untersucht, um eventuell vorhandenes organisches Material des Käfers bzw. seiner Vorsta-dien zu finden.

Am Mittwoch kommt ein Experte des Nationalen Referenzlabors, aus dem Julius-Kühn-Institut, an das LALLF. Er wird sogenanntes Genagsel entnehmen, also loses Material aus dem Baum, das ggf. in Kontakt mit dem ALB war. Es soll versucht werden, den Käfer zweifelsfrei per Genanalyse (PCR) zu identifizieren. Im LALLF steht diese Methode nicht zur Verfügung.

Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass das Vorgehen in einem nachgewiesenen Fall des ALB nach europäischem Recht zwingend vorgeschrieben ist.
Wir verweisen auf die Pressemitteilung vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt vom 26.02.2021.

 


Auswahl Pressemitteilungen 2020


Apfel- und Birnenprodukte weitgehend frei von Patulin

In diesem Jahr sind im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock 46 Proben mit oder aus Äpfeln und Birnen bestehende Lebensmittel auf das Schimmelpilzgift Patulin untersucht worden. „Nur in einer Apfelsaftprobe war Patulin, aber unter der Bestimmungsgrenze nachweisbar“ sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF.
Die Proben stammten aus dem Einzelhandel, Drogerien und Mostereien des Landes. Konkret handelte es sich um zehn Apfelmuse, neun Apfelsäfte, zehn Birnensäfte oder -nektare, acht Smoothies und neun Proben Beikost auf Apfelbasis.

Patulin kann besonders in angefaultem Kernobst, aber auch anderen faulenden Obstsorten und im Getreide vorkommen. Für den Verbraucher ist der Verzehr eines einzelnen Produktes mit erhöhtem Patulingehalt keine akute Gefahr. In höheren Dosen kann es zu Erbrechen und Verdauungsstörungen führen. Außerdem soll es leber- und nierenschädigend sein.

In Deutschland werden Äpfel und Birnen in vielen Varianten von Jung und Alt gegessen und sehr gern als Säfte getrunken. „Wir raten dazu, angefaultes Obst weder zu essen, noch weiter zu Saft, Kompott, Marmelade oder auch Wein zu verarbeiten“, ergänzt Feldhusen. Wichtig zu wissen ist, dass die Schimmelpilzgifte, oder Mykotoxine, weitgehend hitzestabil sind und daher ihre Wirkung durch Erhitzen nicht verlieren.

Die Menge an Patulin in Obstprodukten kann als Maß für die Qualität der in der Produktion eingesetzten Früchte an-gesehen werden. „Auch wenn die Untersuchungsergebnisse besser als in den Vorjahren sind, appellieren wir an die Verarbeiter, weiterhin nur gesundes Obst zu nutzen“, so der Amtsleiter.


Hintergrund
Patulin ist ein sekundäres Stoffwechselprodukt verschiedener Gattungen niederer Pilze. Es sind Schimmelpilzgifte der Gattung Aspergillus- und Penicillium.
Äpfel oder Birnen können bis zu ein Gramm Patulin pro Kilogramm Faulstelle enthalten.
In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass Patulin in der Regel nur in den fauligen Stellen verbreitet ist, es kaum im auch noch vorhandenen gesunden Apfelgewebe nachweisbar war. Weitere Analysen belegen, dass bis zu 40 % der braunfaulen Stellen an Äpfeln Patulin enthielten.


Methylmethacrylat in Nagelmodellage-Produkten

Von kürzlich untersuchten 17 Proben Nagelmodellagemittel mussten sieben beanstandet werden. Die Probleme bezogen sich auf Kennzeichnungsmängel oder die Irreführung des Verbrauchers, wie z. B. fehlende Warnhinweise oder unkorrekte Auslobungen wie „geruchsarm“.
„Weiterhin enthielt eine Probe 61 % des als gesundheitsschädlich geltenden Methylmethacrylats (MMA)“, sagt Cornelia Trapp, zuständige Abteilungsleiterin für Lebensmittel, Futtermittel und Kosmetik im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Die Proben stammten aus Nagelstudios in Mecklenburg-Vorpommern.

Nagelmodellagemittel bestehen, vereinfacht dargestellt, oft aus einer Flüssigkomponente, flüssigem Acrylat - handelsüblich ist Ethylmetacrylat, möglich aber auch MMA - sowie einer Pulver-Komponente. Werden die Komponenten vermengt, setzt die Polymerisierung des Acrylates ein. Die entstehende Paste wird auf Finger- oder Fußnägel aufgetragen und härtet dort aus.

„Die Verwendung von MMA ist in der deutschen und europäischen Kosmetikgesetzgebung noch nicht reguliert“, moniert Trapp. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) kam in einer Stellungnahme zu dem Schluss, dass hohe Konzentrationen die Gesundheit schädigen können. MMA hat ein starkes Sensibilisierungspotential für Allergien. Entstehende Schäden am Nagel können über Jahre anhalten. Eine Allergie kann nach Senisibilisierung auch bei der Verwendung von MMA-haltigem Zahnersatz oder bei orthopädischen Eingriffen mit Knochenzement auftreten. Dies bedeutet eine Einschränkung therapeutischer Optionen.
Es gibt Fälle von Infektionen an Fingerspitzen, Handflächen und im Gesicht. Selbst ein mögliches Ablösen der Nägel wird beschrieben.

Methacrylate haben einen charakteristischen, äußerst starken und unangenehmen Geruch, so dass die Auslobung „geruchsarm“ in einer Probe bei gleichzeitiger Anwesenheit von Methylmethacrylat und Ethylmethacrylat eine Irreführung darstellte. Eine gleichartige Auslobung hatte eine andere Probe, die nur Ethlylmetacrylat enthielt, aber ebenso einen starken chemischen Geruch aufwies.

Ethylmethacrylat war in sechs Proben zu einem Anteil zwischen 13 und 72 % enthalten. Diese Substanz gilt bisher als nicht toxikologisch auffällig.


Hintergrund
MMA ist in Staaten wie den USA, Kanada, Australien für die Nagelmodellage verboten bzw. es wird vor seiner Verwendung gewarnt. In der EU existiert bislang keine rechtliche Vorgabe. Die Problematik wird jedoch bei der EU-Kommission diskutiert.

Künstliche Fingernägel sind nach dem Aushärten fest und nicht elastisch. Bleibt man an ihnen hängen oder klemmt man sie ein, können sie schnell brechen und mit ihnen der natürliche Nagel. Das ist schmerzhaft und kann ebenfalls Infektionen zur Folge haben. Außerdem lassen sich die harten Fingernägel schwierig in Form bringen und sind oft nur mit einer groben Feile wieder zu entfernen. Das kann unter Umständen die Nagelplatte und das Nagelbett verletzen.


Ergänzung Systemumstellung bei Angelerlaubnissen für Küstengewässer

Anfang November wurde die Software für die Ausgabe von Angelerlaubnissen für die Küstengewässer des Landes Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich auf ein neues System umgestellt.
Somit ist es in der jetzigen unsteten Zeit mit der Coronapandemie für die Angler komfortabler geworden, diese Angelerlaubnisse zu erwerben. Weite Wege zur nächsten Verkaufseinrichtung oder der aufwändige Postversand zum LALLF kann eingespart werden. Ein weiterer Vorteil ist die freigeschaltete Bezahlmöglichkeit im Webshop mit PayPal.
Neu ist, dass jede Ausgabestelle jetzt ermäßigte Angelkarten für Schwerbehinderte ausgeben kann. Sie müssen nicht mehr bei der Fischereibehörde erworben werden. Beim Kauf dieser Angelerlaubnisse ist der Schwerbehindertenausweis vorzuzeigen.
Mit der Systemumstellung wurden auch die Angelerlaubnisse für das Jahr 2021 zum Kauf freigeschaltet.

Webshop: erlaubnis.angeln-mv.de
Informationen: www.lallf.de/fischerei/


Achtung: Systemumstellung bei Angelerlaubnissen für Küstengewässer

In der Nacht vom 3. auf den 4. November 2020 wird die Software für die Ausgabe von Angelerlaubnissen für die Küstengewässer des Landes Mecklenburg-Vorpommern auf ein neues System umgestellt. Ab 20:00 Uhr können deshalb auch im Webshop keine Angelkarten mehr erworben werden. Soweit bei der Systemumstellung keine größeren Probleme auftreten, sollte die Angelerlaubnisausgabe ab Mittwochmorgen wieder für alle Bürger und die angeschlossenen Ausgabestellen, wie Angelserviceläden, Touristinformationen, Kurverwaltungen etc. verfügbar sein.

Mit dem neuen System wird es ab dem 04.11.2020 zwei wesentliche Änderungen geben. Zum einen werden die ermäßigten Angelerlaubnisse für Schwerbehinderte nicht nur durch die Fischereibehörde, sondern auch durch alle angeschlossenen Ausgabestellen ausgegeben. Dafür ist beim Kauf bitte der Schwerbehindertenausweis vorzuzeigen. Zum anderen haben alle Angelerlaubnisse dann ein QR-Feld für die schnelle Kontrolle der Gültigkeit durch die Fischereiaufsicht oder Polizeibeamte. Mit Inbetriebnahme des neuen Systems können auch die Jahresangelerlaubnisse für 2021 erworben werden.

Hintergrund
Die elektronische Registrierung der Angelerlaubnisse für die Küstengewässer des Landes M-V wurde im Jahr 2010 eingeführt, im Jahr 2012 folgte dann der Webshop.
Inzwischen werden jährlich mehr als 120.000 Angelerlaubnisse für die Küstengewässer registriert, davon 20 % im Online-Erwerb.
Damit das System auch zukünftig den inzwischen erweiterten Anforderungen an die Daten- und Transaktionssicherheit genügt, musste eine Überarbeitung erfolgen. Dabei wurden auch Hinweise von Nutzern des bisherigen Systems berücksichtigt.


Mit dem Käse in M-V alles ok?

Jährlich werden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V knapp 8.000 Proben Lebensmittel untersucht. Auch die Vielfalt der Käse gehört zu den untersuchten Produkten. Ob jung, alt, mild, kräftig, cremig oder nussig - Vertreter vieler Sorten kommen in die Kontrolle. In der Außenstelle des LALLF in Neubrandenburg arbeiten die Experten dieser Lebensmittelgruppe. 501 Käseproben wurden seit Anfang des Jahres 2019 bis heute sensorisch, chemisch, mikrobiologisch und rückstandsanalytisch untersucht.

76 Prozent (383 Stück) der Käsevariationen waren komplett in Ordnung. Bei 35 Proben wurden geringe Mängel ohne amtliche Reglementierung festgestellt. „61 Käseproben mussten beanstandet werden“, resümiert Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF.
Die meisten Beanstandungen (46 Proben) ergaben sich aus der Kennzeichnung. Spezielle Kennzeichnungsanforderungen, wie die Angaben der Käsegruppe, der Fettgehaltsstufe oder der Hinweis „mit Rohmilch hergestellt“ werden häufig beim Verkauf als lose Ware aus Käsetheken nicht vorgenommen. Fehler bei den allgemeinen Pflichtangaben, wie beispielsweise dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), der Nährwertkennzeichnung oder der verpflichtenden Angabe des Inverkehrbringers sind ebenfalls aufgefallen.
Mikrobiologisch verdorben waren insgesamt sechs Käseproben. Sie sind unter anderem durch Schimmel auf der Oberfläche oder hefigen Geschmack sensorisch als abweichend eingestuft worden. Bei einem Käse führten hygienische Mängel während der Herstellung zu erhöhten Keimgehalten sogenannter „Hygieneindikatorkeime“. Das sind unter anderem Enterobakterien oder Staphylokokken.

Betrachtet man den Anteil Käse, der in M-V hergestellt wurde, ergibt sich ein recht positives Ergebnis. 122 der Gesamtprobenzahl sind hier hergestellt und teilweise regional vermarktet worden. 63 Prozent waren beanstandungsfrei. Wie auch im Gesamtbild, fielen hauptsächlich Kennzeichnungsmängel auf (12 Proben). Krankmachende Keime sind gar nicht nachgewiesen worden. In 13 Fällen wurden geringe Bemängelungen ausgesprochen, die aber zu keiner Beanstandung führten.
„Gerade kleine Hersteller vertreiben in M-V eine schöne Markenvielfalt und interessante Produkte“, merkt Feldhusen an. Regionale Unterschiede in der Futterzusammenstellung, der Herstellung oder die Verwendung von Kuh-, Schaf- oder/und Ziegenmilch machen heimische Erzeugnisse einzigartig.
Oft haben diese Herstellerbetriebe Probleme mit der gesetzeskonformen Kennzeichnung ihrer Produkte. Feldhusen räumt ein: „Die Kennzeichnungsregeln der EU, ergänzt um nationale Regelwerke erfordern eine intensive Beschäftigung mit diesem Thema. Das ist von Kleinstunternehmen nicht immer sofort zu überblicken.“


Hintergrund
Der Begriff „Käse“ ist besonders geschützt. Nur aus Milch von zur Milchgewinnung gehaltener Tierarten wie Rinder, Büffel, Schafe und Ziegen hergestellter Käse darf auch „Käse“ heißen. Wichtig ist, dass Milchfett und Milcheiweiß nicht durch Fremdeiweiß oder Fremdfett ersetzt werden dürfen.

Die Deutschen verzehren durchschnittlich etwa 25 Kilogramm Käse pro Jahr. Ob auf Schulbrot oder als Abschluss für ein Dinner – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Es gibt etwa 400 Sorten Käse in Deutschland.
Man kann den Käse nach
• der Art der Reifung,
• dem Wassergehalt und
• den Fettgehaltstufen
einteilen.
Es gibt z. B. den milden Gouda, den würzigen Tilsiter, den weichen Camembert und den harten Bergkäse, den fetten Mascarpone sowie den fettarme Harzer.
Daneben werden regionale und landestypische Spezialitäten wie Allgäuer Emmentaler, Feta aus Griechenland und Parmesan aus Italien angeboten.
 


Transportmittel Urlauber?

Verschleppung von Pflanzenkrankheiten mit ungeprüfter Ware vermeiden

Bakterien, Viren, Pilzsporen – sie sind alle für das menschliche Auge nicht erkennbar und doch vorhanden und teilweise gefährlich. Sie können unbeabsichtigt und ohne wahr genommen zu werden als Urlaubsmitbringsel aus fernen Ländern, z. B. mit einer Oleandertopfpflanze, nach Deutschland eingeschleppt werden. Ist auch nur eine Oleanderpflanze nachweislich mit dem Feuerbakterium Xylella fastidiosa infiziert, müssen im Umkreis von 100 Metern alle bekannten und verdächtigen Wirtspflanzen – das sind über 300, z. B. Ahornbäume - ausnahmslos vernichtet werden. Es wird eine 5 km-Pufferzone eingerichtet, in der regelmäßig amtliche Überwachungsmaßnahmen durchzuführen sind. Zahlreiche Pflanzenschutzmaßnahmen folgen, um einer weiteren Verbreitung dieses todbringenden und sonst unbekämpfbaren Bakteriums vorzubeugen. So hat ein kleines Urlaubssouvenir katastrophale Folgen!

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2020 zum Internationalen Jahr der Pflanzengesundheit ernannt. Ziel ist es unter anderem, Verbraucherinnen und Verbraucher verstärkt darauf hinzuweisen, welche unabsehbaren Gefahren von pflanzlichen Souvenirs ausgehen können. „Die meisten Reisenden wissen nicht, dass es verboten ist, frische pflanzliche Waren oder Pflanzen ohne Pflanzengesundheitszeugnis nach Deutschland mitzubringen“, sagt Dr. Joachim Vietinghoff, stellvertretender Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Es gibt EU-weite Regelungen für die Einfuhr von Pflanzen und deren Produkte. Wenn an der Grenze kein Pflanzengesundheitszeugnis vorgelegt werden kann, werden Pflanzen oder Pflanzenprodukte in der Regel vernichtet und es kann ein Bußgeld fällig werden. Als Leiter des Landespflanzenschutzdienstes unterstreicht Vietinghoff: „Selbst bei Früchten, Gemüse, Samen und Schnittblumen ist Vorsicht geboten. Auch die bei den Einwohnern Mecklenburg-Vorpommerns beliebte  Kartoffelknolle darf nicht aus Drittländern eingeführt werden.“
Der Schutz vor Ein- und Verschleppung von Schadorgansimen ist wichtig: für die nachhaltige Pflanzenproduktion, eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft, den Schutz der heimischen Pflanzen in ihren Lebensräumen und damit den Schutz der Umwelt sowie der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland.

Hintergrund
Warum ein Jahr der Pflanzengesundheit? Der FAO zufolge machen Pflanzen etwa 80 Prozent der Nahrung aus und produzieren 98 Prozent des Sauerstoffs, den wir atmen. Gleichzeitig sind sie einer ständigen und zunehmenden Bedrohung durch Krankheiten und Schädlinge ausgesetzt. Das kann zu hohen Verlusten in der Pflanzenproduktion führen, Hunger von Menschen in bestimmten Regionen verursachen und weltweit die Landwirtschaft und die Biodiversität schädigen. Deshalb sind Strategien und Maßnahmen zur Förderung der Pflanzengesundheit so bedeutsam. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sich die Vereinten Nationen gesetzt haben, sind nur auf diesem Weg zu erreichen. Dies gilt besonders vor dem Hintergrund der deutlich zunehmenden Risiken einer Ein- und Verschleppung von Schadorganismen aufgrund der zunehmenden internationalen Arbeitsteilung in der Pflanzenproduktion, der Globalisierung des Handels, des weltweiten Tourismus und des Klimawandels.

Entsprechende Informationen sind unter anderem beim Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, dem Julius-Kühn-Institut, zu finden:
www.julius-kuehn.de/ag/internationales-jahr-der-pflanzengesundheit-2020/

 


Gemüsechips eine unbedenkliche Knabberei?

Acrylamid in Kartoffel- und Gemüsechips

Gemüsechips, beispielsweise aus Süßkartoffeln, Möhren, Pastinaken oder rote Bete, sind neuere Handelsprodukte, die den Verbraucher inspirieren, mal etwas anderes, vermeintlich gesundes, aus dem Knabbereienregal zu konsumieren. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) widmet sich auch dieser Produktgruppe. Im Fokus stand der Vergleich des Gehalts an vermutlich krebserregendem Acrylamid in Gemüsechips und klassischen Kartoffelchips.

„Die Analysen der zehn Proben Kartoffel- und ebenso vielen Gemüsechips ergaben unterschiedliche Ergebnisse: Der Richtwert für Kartoffelchips von 750 µg/kg Acrylamid wurde in keiner Probe überschritten. Die Acrylamidgehalte der Gemüsechipsproben lagen im Mittel statistisch abgesichert höher, bei 1.236 µg/kg“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF. Der höchste ermittelte Acrylamidgehalt in Gemüsechips betrug knapp 1.900 µg/kg.
Die Bildung der unerwünschten Substanz wird in den Gemüsechips höchstwahrscheinlich durch den höheren Zuckergehalt der verwendeten Gemüsesorten im Vergleich zu Kartoffeln begünstigt.
„Bei Kartoffelchips wird das Risiko der Überschreitung der Richtwerte für Acrylamid inzwischen als gering eingeschätzt“, ergänzt Feldhusen. Die Hersteller haben in den letzten Jahren Maßnahmen zur Minimierung des Acrylamids in ihren Produktionsverfahren erfolgreich angepasst und umgesetzt.
Für Gemüsechips gibt es noch keinen separaten Richtwert. Die Datenbasis für Acrylamidwerte muss weiterhin vergrößert werden, damit zukünftig eine entsprechende Zahl für diese Produktgruppe festgelegt werden kann.

„Zu vermuten ist, dass momentan durch den geringeren Verzehr der Gemüsechips eher kein Gesundheitsrisiko für Verbraucher gegeben ist“, so Feldhusen.
Grundsätzlich enthalten die meisten, im Handel erhältlichen Kartoffel- und Gemüsechips viel Fett und Salz und sollten daher nur gelegentlich genossen werden.

Hintergrund
Acrylamid gehört aufgrund von Daten aus Tierversuchen zu den unerwünschten Stoffen. In Tierversuchen wirkte es Krebs erzeugend und Erbgut verändernd. Das Bundesamt für Risikobewertung in Berlin schätzt ein, dass Acrylamid in Lebensmitteln das Risiko der Krebsentwicklung bei Verbrauchern aller Altersgruppen erhöhen könnte.
In Lebensmitteln entsteht Acrylamid tagtäglich bei der Zubereitung mit Temperaturen ab 150 Grad Celsius, die die Lebensmittel auch ‚bräunt‘. Als Entstehungsbasis müssen die Aminosäure Asparangin und sogenannte reduzierende Zucker, wie Glukosen oder Fruktose, in dem Lebensmittel enthalten sein.
Aufgrund der vielen Einflussfaktoren lässt sich die Höhe der Bildung von Acrylamid bislang schwer voraussagen. Je dunkler Backwerk, Chips und Co sind, desto höher ist wahrscheinlich auch ihr Acrylamid-Gehalt.
Wichtige Acrylamid-Quellen sind Kaffee, Chips, Kekse, Kräcker und Knäcke- sowie Toastbrot. Im Verhältnis zum Körpergewicht sind Kinder die am stärksten exponierte Altersgruppe.
 


Auswahl Pressemitteilungen 2019


Äpfel und Birnen essen!

Keine Beanstandungen bei Pflanzenschutzmittelrückständen

Weihnachtlich duftende, heiße Bratäpfel oder „Birne Helene“ als Kompott nach einem Festessen -  auch in dieser Form lässt sich Obst in der Winterzeit servieren.

Auch das dazu zu verwendende Frischobst unterliegt einer amtlichen Kontrolle. So wurden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock gerade zehn Proben Äpfel und 14 Proben Birnen, alles konventionelle Ware aus dem Einzelhandel des Landes auf ihre Sensorik und mögliche Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht.
Keine der Obstproben musste beanstandet werden.

15 Proben stammten aus Deutschland, drei aus Italien, jeweils zwei weitere Proben aus den Niederlanden und Belgien, eine aus Portugal und eine aus Südafrika.

Die Sensorik – das Aussehen, der Geruch und der Geschmack - aller Äpfel und Birnen war in Ordnung.

In acht Obstproben – alle aus Deutschland – waren gar keine Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln nachweisbar. Die restlichen Proben enthielten einen oder mehrere geringste Mengen von zulässigen Wirkstoffen, aber alle unterhalb der jeweilig erlaubten Höchstmengen. Das waren überwiegend Fungizide und Insektizide – also Mittel gegen Pilzbefall und Insekten. Maximal wurden in einer Birnenprobe aus Italien fünf unterschiedliche Rückstände ermittelt.

Dieses Ergebnis passt sich in die langjährigen Erfahrungen des Landesamtes ein – um 65 % der Proben konventionellen Obstes sind rückstandspositiv, das heißt sie enthalten Rückstände. Bei Äpfeln und Birnen gibt es bundesweit keine oder kaum Überschreitungen der erlaubten Höchstmengen an Rückständen.
Die Anzahl der nachgewiesenen unterschiedlichen Wirkstoffe ist als „durchschnittlich“ einzuordnen.

Verbraucher sollten Obst vor dem Verzehr immer waschen, um eventuell Reste anhaftender Rückstände und auch mögliche  mikrobiologische Verunreinigungen zu reduzieren.


Staupe: wer seinen Hund liebt, sollte ihn impfen lassen

Pressemitteilung vom 12.02.2019

Im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V wird in der Abteilung Tierseuchendiagnostik bei der Untersuchung auf Tollwut in den meisten Fällen auch die Erkrankung Staupe mit abgeklärt. So wiesen die Experten des Amtes in den letzten Jahren bei Rotfüchsen eine durchschnittliche Staupe-Erkrankungsrate  von 75 % der untersuchten Tiere nach.
Die Staupe, auch Canine Distemper oder Maladie de Carre, ist eine hoch ansteckende Virusinfektion der Hunde und anderer Vertreter der Carnivoren (Fleischfresser). Infiziert werden können alle Tiere der Caniden, wie Hund, Fuchs, Wolf und marderartige Tiere, wie Nerz, Dachs, Marder sowie Waschbären, Otter und auch nicht heimische Wildtiere, z. B. Pandas. Für Menschen ist das Hundestaupevirus ungefährlich. Auch Hauskatzen können nicht erkranken.
Eine Impfung schützt Hunde und z. B. auch Frettchen wirksam gegen diese Viruserkrankung. Es ist ratsam, die Haustiere ausreichend grundimmunisieren zu lassen und regelmäßige Wiederholungsimpfungen nicht zu versäumen. Es besteht eine nicht zu unterschätzende Gefahr, vor allem für jagdlich geführte, aber auch für freilaufende Hunde. Fuchs und Marder können als Erregerreservoir fungieren und nicht impfgeschützte Hunde in der Nähe menschlicher Siedlungen oder bei Waldspaziergängen infizieren.

Hintergrund
Die Staupe ist eine akut oder subakut verlaufende, fieberhafte, virusbedingte Allgemeinerkrankung. Charakteristische Symptome sind Fieber, Apathie, Nasen- und Augenausfluss, Katarrhe der Schleimhäute des Atmungss- und Verdauungstraktes. Später können sich zentralnervöse Erscheinungen ausbilden. Gelegentlich kommt es zu Hautausschlägen und zur übermäßigen Verhornung der Haut der Ballen.
Infizierte Tiere scheiden das Virus durch Speichel, Nasen-, Augensekret, Kot und Urin aus. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich direkt durch den Kontakt beim Belecken und durch Tröpfcheninfektion oder indirekt durch Aufnahme infizierten Futters oder Wassers. Eine Gefahr stellen Alttiere dar, die nicht wahrnehmbar erkrankt sind und Jungtiere infizieren können.


Auswahl Pressemitteilungen 2018


Keine Beanstandungen bei Pyrrolizidin- und Tropanalkaloiden in Kräutertees

Pressemitteilung vom 20.11.2018

Kürzlich sind im Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock 12 Proben Kräutertee auf Pyrrolizidinalkaloide und 14 andere Proben Kräutertee auf Tropanalkaloide untersucht worden. In drei Proben waren Pyrrolizidinalkaloide (PA) nachweisbar. Die Gehalte lagen jedoch alle unterhalb der duldbaren täglichen Aufnahmemenge für PA, die vom BfR definiert wurden. Daher ergaben sich keine Beanstandungen.
Die Tees stammten aus dem Lebensmitteleinzelhandel, aber auch aus speziellen Teeläden. Elf Tees wurden in M-V hergestellt.

PA sind genotoxische, krebsauslösende Substanzen, die natürlicherweise in einer großen Zahl von Pflanzenarten weltweit vorkommen. Sie können die Leber schädigen. Die Teeproben wurden im LALLF auf 30 verschiedene PA untersucht. Es handelt sich dabei um die wichtigsten Vertreter, die eine toxkologische Bedeutung haben und vom BfR bewertet worden sind. Dazu gehören vor allem die 1,2-ungesättigten PA. Weltweit sind über 650 verschiedene PA bekannt. Wichtige Pflanzenvertreter sind beispielsweise Greiskräuter und Borretschgewächse.

Tropanalkaloide (TA) sind akut giftige, natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, die auf das Herz-Kreislaufsystem und das zentrale Nervensystem schädigend wirken. Sie kommen unter anderem in Tollkirsche, Stechapfel und Bilsenkraut vor. Es sind heute mindestens 200 verschiedene TA bekannt. Im Landesamt wird routinemäßig auf Atropin und Scopolamin untersucht. Das sind zwei Substanzen, die aufbereitet auch als Arzneimittelwirkstoff eingesetzt werden können.

Gifthaltige Pflanzen oder -teile können  während der Ernte ungewollt als Verunreinigungen in die für Tees vorgesehenen Pflanzen und so mit in die Aufgussmischungen gelangen.
In Deutschland werden Tees und andere pflanzliche Lebensmittel regelmäßig stichprobenartig auf die benannten giftigen Substanzen analysiert. Mit den hier gefundenen Gehalten in Kräutertees und Tees ist eine akute gesundheitliche Gefährdung eher unwahrscheinlich. Jedoch kann für Vielverzehrer, die über einen langen Zeitraum höher belastete Teeaufgüsse trinken, ein gesundheitliches Risiko nicht ausgeschlossen werden. Daher wird Verbraucherinnen und Verbrauchern, besonders Eltern, Stillenden und Schwangeren empfohlen, abwechslungsreich zu trinken und den Flüssigkeitsbedarf nicht ausschließlich durch Kräutertee und Tee zu decken. Dies ist auch für Kinder zu berücksichtigen.

Hintergrund
Generell gilt, dass die Verantwortung für die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit und -qualität bei der Lebensmittelwirtschaft liegt. Wer mit Lebensmitteln handelt, muss alle hieraus resultierenden lebensmittelrechtlichen Verpflichtungen erfüllen. Dazu gehört auch, dafür zu sorgen, dass keine gesundheitlich bedenklichen Lebensmittel in den Verkehr kommen. Außerdem gilt ein Minimierungsgebot für unerwünschte Stoffe (Verordnung (EWG) Nr. 315/93). Dabei soll durch die gute Praxis von der Herstellung bis zum Inverkehrbringen der Gehalt an Kontaminanten in Lebensmitteln auf so niedrige Werte begrenzt werden, wie vernünftigerweise möglich ist (ALARA-Prinzip: as low as reasonably achievable-Prinzip).


Für die Verbrauchersicherheit: jährlich 500 amtliche Kontrollen im Futtermittelbereich der Nutztiere

Pressemitteilung vom 15.11.2018

Gesund vom Stall bis auf den Tisch - so sollen Lebensmittel tierischen Ursprungs erzeugt werden. In dieser Kette ist das Futter für die landwirtschaftlichen Nutztiere ein entscheidender Faktor. Es beeinflusst Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere aber auch die Beschaffenheit und Qualität der Lebensmittel. Futtermittel können Geruch, Geschmack, bestimmte Inhaltsstoffe und die Farbe von Milch, Fleisch und Eiern beeinflussen.

Ergänzend zur Eigenkontrolle der Hersteller ist die begleitende staatliche Kontrolle ein wichtiges Detail für ein gesundes Tierfutter und damit auch für gesunde Tiere und sichere Lebensmittel. Dafür sorgt in M-V die Futtermittelüberwachung des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF).
Fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Kontrolle der Herstellung, Behandlung und Handhabung von Futtermitteln und der risikoorientierten, amtlichen Probenentnahme. Die Futterproben werden von Einzelfuttermittelherstellern, Herstellern von Mischfuttermitteln, Landwirtschaftsbetrieben, Händlern, Spediteuren und Lagerhaltern entnommen und anschließend hauptsächlich in den akkreditierten Laboren des LALLF untersucht.

Etwa 500 Kontrollen finden jährlich unangekündigt in ganz M-V statt. Dabei werden ca. 400 Futtermittelproben gezogen. Im Ergebnis der Analysen wurden in den letzten drei Jahren (2015 - 2017) Verstöße gegen das Futtermittelrecht in der Größenordnung zwischen 22 bis 24 % ermittelt. Dabei handelt es sich oft um:
• Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften der Futtermittel,
• Verstöße gegen die Vorschriften zur Futtermittelhygiene, d. h. wie die Futtermittel in den Betrieben gelagert und gehandhabt werden,
• fehlende futtermittelrechtliche Registrierungen der Betriebsstätten sowie
• fehlende bzw. mangelhafte Qualitätssicherungskonzepte (HACCP-Konzepte).

Die Analysen der Futtermittel ergaben in demselben Zeitabschnitt einen Anteil nicht vorschriftsmäßiger Proben zwischen 9 und 17 %. Hier wird auf
• Inhalts- und Zusatzstoffe,
• unerwünschte, unzulässige und verbotene Stoffe,
• Pflanzenschutzmittel
und andere Aspekte untersucht, was in insgesamt bis zu knapp 12.000 Einzelparametern pro Jahr gemessen wird.
Probleme gab es unter anderem bei der Übereinstimmung von deklarierten und analysierten Inhaltsstoffangaben, z. B. Rohprotein, Rohfaser, Rohöle und –fette, Energieangaben. Weiterhin stimmten in einigen Proben die analysierten Zusatzstoffgehalte (z. B. Vitamine und Spurenelemente) nicht mit den gekennzeichneten Angaben überein. Beanstandungen im Bereich gentechnisch veränderter Organismen und der Kennzeichnung des Gehaltes verarbeiteter tierischer Proteine waren in sehr wenigen Fällen ebenfalls zu verzeichnen.

Die Kolleginnen und Kollegen dieses Fachgebietes sind neben der Kontrollarbeit auch bei speziellen Fragestellungen aktiv. Neben der Zulassung von Betrieben, die spezielle Mischfuttermittel oder Zusatzstoffe herstellen, sind auch die Grünlandflächen mit einem starken Bewuchs von für Nutztiere giftigen Jakobskreuzkrautes in den letzten Jahren verstärkt Thema gewesen. In Zusammenarbeit mit den LALLF-Experten des Pflanzenschutzdienstes wurden Kontrollmaßnahmen zur Gewährleistung der Futtermittelsicherheit notwendig. Die betreffenden Flächen wurden besichtigt und beurteilt. Auf Grund des teilweise massiven Bewuchses mit Jakobskreuzkraut musste die Beweidung mancher Flächen und die Futternutzung des Aufwuchses amtlich untersagt werden. Die anschließenden, betriebseigenen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Futtermittelsicherheit nach Empfehlungen des Pflanzenschutzdienstes sind durch die Futtermittelkontrolleure vor Ort geprüft worden. Schließlich konnten die Weideflächen wieder zur Nutzung frei gegeben werden.

Hintergrund
Die heute gültigen Rechtsgrundlagen zur Kontrolle der Futtermittel sind u. a. die Verordnung (EG) Nr. 178/2002, das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch, die Futtermittelverordnung und deren Kontroll-VO (EG 882/2004), die FuttermittelhygieneVO 183/2005 sowie eine Reihe von weiteren europäischen Verordnungen und Richtlinien.
Futtermittel sind für verschiedene Schadstoffe wie z. B. Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) oder Umweltkontaminanten wie z. B. Dioxine ein kritischer Eintragspfad in Lebensmittel (Carry-over-Effekt). Der Schutz der Verbraucher vor unerwünschten Stoffen aus der Kette Futtermittel - Tier - Lebensmittel ist ein zentraler Punkt bei der amtlichen Futtermittelüberwachung. Grundsätzlich sind sowohl Futtermittel als auch Lebensmittel dann aus dem Verkehr zu ziehen, wenn verbindlich festgelegte Höchstgehalte überschritten werden.


Safety first – Kontrollarbeit in Laboren mit Tierseuchenerregern

Pressemitteilung vom 06.11.2018

Was los ist, wenn die Maul- und Klauenseuche (MKS) grassiert, haben wenigstens die Älteren in unseren Landen noch im Gedächtnis: Straßensperren, Desinfektionszwänge für alle Autos, Mitarbeiter, die über Wochen oder gar Monate in Kuhställen bleiben mussten…
Und immer wieder gibt es Gerüchte, dass Ausbrüche von Seuchen durch entwichene Erreger aus Laboreinrichtungen verursacht werden. Eine Aufgabe des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock ist die amtliche Kontrolle, dass kein Erreger seine Laborräume verlässt.

Dr. Doris Heim, Abteilungsleiterin Veterinärdienste und Landwirtschaft des LALLF erläutert: „Mit Tierseuchenerregern beschäftigen sich in M-V elf Einrichtungen. Je nach Erreger und dessen Gefährlichkeit für Mensch und Tier werden vor-Ort-Kontrollen durch eine Tierärztin meiner Abteilung durchgeführt.“ Es gibt vier Risikogruppen von Erregern, wobei die „1“ Schadorganismen mit der geringsten Gefährlichkeit umfasst. Das sind die, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie eine Krankheit bei Mensch oder Tier hervorrufen, wie z. B. abgeschwächte Virusstämme, die zur Herstellung  von amtlich zugelassenen Impfstoffen verwendet werden. Dahingegen umfasst die „Risikogruppe 4“ Viren und Bakterien, die ein hohes Infektionsrisiko mit starker Ausbreitungstendenz haben und bei denen es weder eine wirksame Vorbeugung, noch eine Behandlungsmöglichkeit gibt. Das wären unter anderem MKS- oder Ebola-Viren. Labore dieser hohen Risikoklasse werden mindestens einmal pro Jahr kontrolliert.

Detailliert erarbeitete Checklisten helfen bei der Kontrollarbeit, sicherheitsrelevante Gegebenheiten objektiv einzuschätzen. Inhaltlich geht es unter anderem um:
• einen beschränkten Zutritt zum Schutzbereich,
• geschlossene bzw. nicht zu öffnende Fenster und Türen,
• leicht zu reinigende und zu desinfizierende Oberflächen,
• die Nutzung mikrobiologischer Sicherheitswerkbänke,
• den Einsatz geeigneter Desinfektionsmittel,
• das Tragen von Schutzkleidung sowie
• das Vorhandensein von Spezialgeräten zur Inaktivierung von potenziell infektiösem Abfall.

Daneben wird die Dokumentation in den Laborbüchern kontrolliert. „Jedes Detail muss laborseitig notiert werden: was ist wann mit einem Erreger getan worden, wo lagert er und wo ist er letztendlich geblieben“, betont Heim.

An dieser Stelle können glücklicherweise keine schwerwiegenden Verstöße in den relevanten Laboren vermeldet werden. Bei den festgestellten Mängeln handelt es sich beispielsweise um Dokumentationslücken, nicht eingehaltene Wartungsintervalle, fehlende Belehrungsunterlagen oder Arbeitsanweisungen.

Da Labore, die mit Tierseuchenerregern arbeiten, weitere Gesetze und Verordnungen einzuhalten haben (unter anderem die Biostoffverordnung und das Infektionsschutzgesetz), sind Änderungen der Tätigkeiten, der Räume bzw. die Bearbeitung neuer Erreger auch dem Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V zu melden.


Das Mitbringen von Pflanzenschutzmitteln aus dem Ausland ist verboten!

Pressemitteilung vom 18.07.2018

Aus aktuellem Anlass weist der Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V darauf hin, dass von Privatpersonen im Ausland erworbene Pflanzenschutzmittel nicht über die Grenze nach Deutschland verbracht werden dürfen. Nach Erkenntnissen der Behörde handelt es sich überwiegend um Glyphosat-haltige Mittel, die in Unkenntnis der Rechtslage von Bürgerinnen und Bürgern bei Grenzübertritt mitgeführt werden. Diese Produkte dürfen jedoch in Deutschland nicht angewendet werden!

Nach dem Pflanzenschutzgesetz dürfen in Deutschland nur Pflanzenschutzmittel (PSM) eingesetzt werden, die in Deutschland auch zugelassen sind. Zugelassene PSM sind mit einem Zulassungszeichen und einer Zulassungsnummer versehen. Wichtiger Bestandteil der Zulassung ist die Gebrauchsanleitung, die in deutscher Sprache alle Bestimmungen für die richtige, bestimmungsmäße Anwendung sowie Auflagen zum Anwender- und Umweltschutz enthält.
Diese Bedingungen werden durch die im Ausland erworbenen Stoffe nicht erfüllt. Weder sind sie in Deutschland auf ihre Eigenschaften hin geprüft, noch ist ihre Wirkung als Pflanzenschutzmittel sicher. Eine Einfuhr nach Deutschland und ihre Anwendung sind darum verboten.

Das Einfuhrverbot wird durch die Zollbehörden an der Grenze kontrolliert. Wenn an den in Mecklenburg-Vorpommern befindlichen Grenzübergangsstellen zu Polen derartige Pflanzenschutzmittel gefunden werden, wird gegen die verfügungsberechtigte Person ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
Der Pflanzenschutzdienst des LALLF möchte darum Bürgerinnen und Bürger des Landes ebenso wie sich im Land befindliche Touristen informieren und gleichzeitig davor warnen, Pflanzenschutzmittel illegal nach Deutschland einzuführen.

Hintergrund
Durch die Zulassungsbehörde, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, sind in Deutschland derzeit 836 Pflanzenschutzmittel zugelassen, die unter 1620 Handelsbezeichnungen vertrieben werden. Darin enthalten sind 283 verschiedene Wirkstoffe. Für den Ökoanbau sind davon 92 Pflanzenschutzmittel mit 54 Wirkstoffen zulässig, vertrieben unter 209 Handelsbezeichnungen. 
Als Pflanzenschutzmittel für nichtberufliche Anwender im Haus- und Kleingartenbereich sind derzeit 589 Handelsprodukte zugelassen. Sie unterliegen einer besonders strengen Prüfung und sind durch eine besonders risikoarme Anwendung gekennzeichnet. Dies ist erforderlich, da nichtberufliche Anwender keiner Sachkundepflicht unterliegen, wie es bei einer beruflichen Anwendung vorgeschrieben ist. Darüber hinaus darf von einer Pflanzenschutzmittelanwendung im Haus- und Kleingartenbereich auch kein Risiko für Dritte ausgehen, denn die Behandlungsflächen sind in der Regel für die Familie des Anwenders frei zugänglich. Die o.g. illegal eingeführten Pflanzenschutzmittel erfüllen diese Bedingungen nicht. Auch deshalb sind ihre Einfuhr und ihr Einsatz verboten. 


Viel hilft nicht viel! Pflanzenschutzmittel und Dünger im Garten sensibel einsetzen

Pressemitteilung vom 07.05.2018

„Wissen Sie, unsere Rosen haben immer diese Flecken auf den Blättern und letztes Jahr hab ich mindestens zweimal Bi 58* gespritzt, aber so richtig geholfen hat das nicht.“ An diesen Bericht eines Hobbygärtners am MeLa-Stand des LALLF erinnert sich Dr. Stephan Goltermann, stellvertretender Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst des LALLF in Rostock, noch lebhaft. Hier hatte jemand ein Insektizid mit einem Mittel gegen Pilze verwechselt. Ganz verstummt sind solche Anfragen trotz der Informationspflicht der Verkäufer von Pflanzenschutzmittel nicht. Hat ein Hobbygärtner Fragen zu Schäden an den Pflanzen im heimischen Garten, fragen die Kollegen des Pflanzenschutzdienstes nach allem, was die Pflanzengesundheit beeinflussen kann. Aus diesen Gesprächen zieht Goltermann den Schluss, dass wenn ein Hobbygärtner zu Pflanzenschutz- oder Düngemittel greift, häufig das alte Prinzip „viel hilft viel“ gilt.
Im heimischen Garten sollte die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln (PSM) möglichst die Ausnahme sein. Laut dem Pflanzenschutzgesetz dürfen hier nur Mittel angewendet werden, die den Aufdruck "Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig“ tragen.
Verkäufer von PSM sind gesetzlich zur Beratung von „wogegen, wann und wie“ verpflichtet. Auch wenn die chemischen Mittel einfach in der Handhabung sind und vergleichsweise günstige Eigenschaften haben, sollte ein verantwortungsvoller Gärtner auch nach Alternativen fragen.
Wenn sich der Hobbygärtner zu einer Anwendung entschlossen hat, ist die Gebrauchsanleitung auf der Packung Pflichtlektüre. Darin steht alles Beachtenswerte und was zu einer sicheren und vorschriftsmäßigen Anwendung nötig ist. Das Befolgen der Hinweise zur sachgemäßen Lagerung und Entsorgung runden einen verantwortungsvollen Einsatz von PSM ab.
Goltermann weist darauf hin, dass Pflanzenschutzmittel auf Freilandflächen nur eingesetzt werden dürfen, wenn diese landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Gärtnerisch genutzt werden auch Haus- und Kleingärten, aber nicht Wege, Hauseinfahrten, Böschungen oder sonstige befestigte und unbefestigte Freilandflächen. Hier stellt die PSM-Anwendung eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeld geahndet werden kann. Eine Anwendung auf diesen Flächen ist nur erlaubt, wenn zusätzlich eine Ausnahmegenehmigung bei dem Pflanzenschutzdienst beantragt und genehmigt wurde.
Noch ein Gedanke zur Düngung: Pflanzen werden durch eine überhöhte Düngergaben, besonders von Stickstoff, empfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Bundesweite Untersuchungen haben ergeben, dass die meisten Gartenböden extrem überversorgt sind, vor allem mit Phosphor, Kalium, Stickstoff. Besonders bei Stickstoff gilt es, das richtige Maß zu finden: ein Zuviel im Boden kann zu einer Nitratanreicherung in der Pflanze führen. Der Verzehr solcher Pflanzen hat beim Menschen möglicherweise gesundheitsschädliche Folgen. Von den Pflanzen nicht benötigter Stickstoff geht außerdem leicht durch Auswaschung in tiefere Bodenschichten verloren und kann damit das Grundwasser belasten. Grundsätzlich gilt für den Hobbygarten: Wird ein Boden regelmäßig mit organischer Substanz, wie Kompost, Mist, Gründüngung, versorgt, ist eine ausreichende Stickstoffzufuhr meist gewährleistet. 
Goltermann resümiert: „Im Kleingarten helfen in den meisten Fällen Hacke, Schere und das Absammeln von Raupen, Schnecken und befallener Pflanzenteile. Kleingärten sollen Orte der Biodiversität sein. Unter den Bäumen stehen Sträucher und daneben wachsen Erdbeeren und Kräuter. In diesem wunderbaren Durcheinander ist einfach kein Platz für chemischen Pflanzenschutz.“
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*Bi 58 ist im Haus und Kleingarten nur bei Zierpflanzen unter Glas zugelassen! Es ist bienengefährlich und schädigt Insekten!

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Herbizideinsatz auf Hof- und Garageneinfahrten ist unzulässig!

Pressemitteilung vom 03.08.2017

„Eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Freilandflächen und auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich, noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, ist verboten“, macht Dr. Joachim Vietinghoff, Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst des LALLF in Rostock deutlich.
Zu den betreffenden Flächen gehören beispielsweise Platten- und Kieswege, Garagen- und Grundstückszufahrten, Stellflächen, sonstige Hofflächen, Gehwege, Bürgersteige, Radwege, Parkplätze, Böschungen, Feldraine usw.. 

„Wir müssen immer wieder feststellen, dass Verstöße gegen diesen Teil des Pflanzenschutzgesetzes, § 12 Abs. 2, vorkommen. Typisch sind gelblich-bräunlich welkende Pflanzen, die unübersehbar darauf hinweisen, dass Bürger Chemikalien ausgebracht haben“, sagt Vietinghoff (siehe Fotos).

Das Anwendungsverbot ist ebenso für andere Mittel, die der Unkrautvernichtung dienen können, zutreffend - z. B. Wegerein oder Steinreiniger. Es gilt auch dann, wenn in der Gebrauchsanleitung eines Pflanzenschutzmittels Anwendungsgebiete wie "Wege und Plätze", "Wege und Plätze mit Holzgewächsen" oder "Wege und Plätze ohne Holzgewächse" aufgeführt sind.

In begründeten Einzelfällen kann die zuständige Behörde, das LALLF, auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung  erteilen. 
Dazu muss der angestrebte Zweck 
- vordringlich sein, 
- mit zumutbarem Aufwand auf andere Art nicht erzielt werden können, 
- überwiegenden öffentlichen Interessen, insbesondere dem Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier  oder des Naturhaushaltes, nicht entgegenstehen.

Ein Verstoß gegen diese gesetzliche Regelung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einem Bußgeld, laut Gesetz bis 50.000 Euro, geahndet. 
Für landwirtschaftliche Beihilfeempfänger ist der Verstoß Cross Compliance relevant und führt entsprechend zu Kürzungen der Gelder.

„Wir bitten alle, sich an dieses Verbot zu halten“, mahnt Vietighoff. 
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Foto: typische Beispiele regelwidriger Anwendung von Chemikalien

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Pflanzen nicht sorglos mitnehmen! Xylella fastidiosa birgt Gefahr

Pressemitteilung vom 10.06.2017

„Xylella fastidiosa – es gibt keinen deutschen Namen - kann mehr als 300 Wirtspflanzenarten befallen, so z. B. Kräuter, Oleander, Olivenbäumchen, Ahorn“, sagt Joachim Vietinghoff, Leiter des Pflanzenschutzdienstes im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock. 
„Sind auch nur Einzelpflanzen nachweislich infiziert, müssen im Umkreis von 100 Metern alle bekannten und verdächtigen Wirtspflanzen ausnahmslos vernichtet werden. Es wird außerdem eine 10 km-Pufferzone eingerichtet, in der regelmäßig amtliche Überwachungsmaßnahmen durchzuführen sind. Zahlreiche Pflanzenschutzmaßnahmen folgen anschließend, um einer weiteren Verbreitung vorzubeugen“, macht Vietinghoff anschaulich.

Das gramnegative Bakterium Xylella besiedelt die Leitbahnen, das Xylem der Pflanzen und bildet dabei Schleimschichten (Biofilme), sodass sich die Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen können. Folgen sind das Vertrocknen und Absterben von Pflanzenteilen oder der gesamten Pflanzen. Übertragen wird der, nicht durch Pflanzenschutzmittel bekämpfbare Erreger, durch saugende Insekten, meist Zikaden.
Befallene Pflanzen zeigen ggf. über Monate keine Krankheitsanzeichen, so dass eine Ausbreitung oft lange unentdeckt bleibt. Das verkompliziert die Bekämpfung zusätzlich. Außerdem sind die erkennbaren Schäden an den Pflanzen sehr leicht mit bloßem Ver-trocknen von Pflanzenteilen zu verwechseln. 

Was kann der Verbraucher beitragen, dass sich Xylella fastidiosa in der EU nicht weiter ausbreitet?
Fälle der Krankheit gab es seit dem Jahr 2013 besonders in Italien und Frankreich, einen im Jahr 2016 auch in Sachsen. „Wenn Sie aus dem Urlaub Pflanzen aus anderen europäischen Ländern mit-bringen wollen, können wir Sie nur sehr bitten, dass Sie diese in zugelassenen Baumschulen kaufen und darauf achten, dass ein Pflanzenpass vorliegt“, mahnt Vietinghoff. 
Jeder Betrieb, der bekannte Wirtspflanzenarten produziert und/oder mit ihnen handelt, muss sich in einer EU-Datei registrieren lassen. „Bringen Sie aus Drittländern bitte nur Pflanzen mit in die EU, denen ein Pflanzengesundheitszeugnis beigefügt ist“, ergänzt er.
Xylella fastidiosa stellt aufgrund der benannten Umstände eine Gefahr für den heimischen Obst-, Zierpflanzen- und Weinanbau dar.
Für gewerbliche Betriebe liegt der Schwerpunkt der Vorsorge in der Überwachung und Minimierung der übertragenden Insekten. Das ist z. B. die regelmäßige Entfernung der Gräser in den Kulturen, dem Lebensraum der Zikaden. 

Hintergrund
Das Hauptverbreitungsgebiet des Bakteriums ist Nord- und Südamerika. Der Erreger wurde erstmalig 1880 in Kalifornien als Ursache einer Krankheit an Weinpflanzen nachgewiesen.
Alle Wirtspflanzen, an denen in der EU bisher Xylella fastidiosa nachgewiesen werden konnte, sind auf einer von der EU online geführten Datenbank aufgeführt. Die Europäische Union erließ im Zusammenhang mit dem Befall in Italien und Frankreich den Durchführungsbeschluss 2015/789/EU, in dem zusätzliche Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Verschleppung des Erregers innerhalb der EU und der Einschleppung in die EU festgelegt worden sind.

Ausführliche Informationen gibt es im Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen Julius Kühn

Passende Fotos sind auf folgender Website dargestellt: gd.eppo.int/taxon/XYLEFA/photos 

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Amt empfiehlt ausdrücklich abendliches oder nächtliches Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln

Pressemitteilung vom 11.05.2017

„Es ist nicht nur legal, wir empfehlen den Landwirten sogar, dass sie die Abend- und Nachtstunden dazu nutzen, ihre Felder mit notwendigen Behandlungen zu befahren“, sagt Joachim Vietinghoff, Abteilungsleiter Pflanzenschutzdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock.
Entgegen einer weit verbreiteten Vermutung wollen Landwirte sich damit nicht den Kontrollen des Pflanzenschutzdienstes entziehen oder heimlich verbotene Mittel anwenden! Sie realisieren mit dieser – manchem Bürger etwas befremdlich anmutenden Arbeitszeit - eine natur- und umweltschonendere Methode der Spritzmaßnahmen.
Jetzt im Frühjahr ist die Hauptvegetationszeit und die Schadorganismen sind in der Massenvermehrung. Ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als fünf Metern pro Sekunde darf mit einer Feldspritze nicht gearbeitet werden. Die Windverhältnisse bestimmen also die Anzahl der täglich möglichen Arbeitsstunden. Um die Spritzmittel zu einem optimalen Wachstumszeitpunkt in minimaler Menge auszubringen, können und sollten die überwiegend windstilleren Abende und Nächte genutzt werden. 
Mit der inzwischen gut entwickelten, auch abdriftgeminderten Spritzdüsentechnik und präzisen, GPS-gesteuerten Fahrgeräten kommt das Pflanzenschutzmittel oder der Flüssigdünger punktgenau in den Pflanzenbestand. Randstreifen an Gewässern und Biotopen lassen sich so auch nachts ganz exakt abgrenzen.

Ein weiterer wichtiger Vorteil nächtlicher Pflanzenschutzmaßnahmen ist, dass Honigbienen, Hummeln und viele andere, sogenannte Nichtzielorganismen nicht beeinträchtigt werden. Denn sie sind nachts nicht auf Nahrungssuche. Sie können also weder durch direktes Besprühen, noch durch Geruchsveränderungen gestört werden.

„Es gibt also keinen Grund zur Besorgnis! Vielmehr ist ein in der Nacht mit der Pflanzenschutzspritze arbeitender Landwirt ein umweltbewusster Landwirt“, resümiert Vietinghoff. 

Hintergrund:
Bei allen Spritzarbeiten unter freiem Himmel muss vor allem eine Abdrift des Spritznebels vermieden werden. Die Geräte erzeugen über den Spritzdruck feine Tröpfchen, deren Größe auch von der Fahrgeschwindigkeit abhängt, denn es geht darum, die gesetzlich festgelegte Aufwandmenge auf die Fläche zu bringen.
Um Abdrift zu verhindern, gibt es teilweise raffinierte technische Lösungen. Durch die Konstruktion der Düsen entsteht im Düsenkörper ein Luftstrom, der die Tröpfchen mit sich reißt und direkt in den Bestand schleudert. Durch diese sogenannten abdrift-geminderten Düsen kann die Abdrift um bis zu 90 % reduziert werden. Die Flüssigkeitsmenge einer Abdrift ist unter regulären Bedingungen sehr gering. Bei einer Abdriftminderung von 90 % darf sie zum Beispiel für den Düsentyp ID 05 im Abstand von einem Meter neben dem Spritzbalken höchstens 0,34 % und im Abstand von zehn Metern noch höchstens 0,03 % der normalen Behandlungsmenge betragen. Viele neue Pflanzenschutzmittel dürfen zulassungsseitig nur mit dieser abdriftgeminderter Düsentechnik angewendet werden.

Für die unterschiedlichen Pflanzenschutzmittel gelten spezifische Abstandsauflagen zu Gewässern. Ist kein Abstand ausgewiesen, greift § 12 Absatz 2 des Pflanzenschutzgesetzes. Dort heißt es: Pflanzenschutzmittel "dürfen jedoch nicht in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern und Küstengewässern angewandt werden."  Dieser Forderung wird der Landwirt gerecht, wenn er bei optimalen Anwendungsbedingungen (Wind, Fahrgeschwindigkeit und Spritzgestängehöhe) einen Abstand von einem Meter zur Böschungsoberkante einhält.

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„Schwarzfahrer“ im Verpackungsholz gefährden heimische Bäume

Pressemitteilung vom 05.02.2015

„Abgestorbene Laub- und Obstbäume – das kann einer der derzeit gefürchtetsten ‚Schwarzfahrer‘ in Holzpaletten oder –kisten bewirken: der Asiatische Laubholzbockkäfer“, stellt Armin Hofhansel, Dezernatsleiter der Pflanzengesundheitskontrolle im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock fest. Der bis zu 35 mm große, schwarzweiße Asiatische Laubholzbockkäfer mit seinen auffällig langen Antennen kann über das Verpackungsholz in der ganzen Welt verbreitet werden. Paletten und Kisten sind somit notwendige Transporthilfe für Waren im internationalen Handel aber leider auch ungewollt für Schaderreger.

Qualifizierte MitarbeiterInnen des Pflanzenschutzdienstes des LALLF kontrollieren regelmäßig die Holzverpackungen von Importwaren auf eventuellen Befall mit diesem Käfer, suchen nach Schadbildern, wie Bohrlöchern oder Bohrmehl. 
Um der Verbreitung des Asiatischen Laubholzbockkäfers und anderen Schädlingen vorzubeugen, gibt es einen internationalen Standard mit Maßnahmen für die Behandlung von Holzverpackungsmaterial im internationalen Handel (ISPM Nr. 15). Ist das Holz stärker als 6 mm, muss es einer Hitzebehandlung nach dem o. g. Standard unterzogen werden. Schadorganismen sterben dann ab. Ein somit sicheres Verpackungsholz wird mit einer amtlich registrierten Markierung gekennzeichnet, was einem amtlichen Dokument für die Schädlingsfreiheit gleich kommt. Diese Markierung dient auch als Kontrollmerkmal für den Pflanzenschutzdienst bei der Importkontrolle von Verpackungsholz. Ist das Verpackungsholz oder dessen Kennzeichnung nicht in Ordnung, kann durch den Kontrolleur unter anderem die Verbrennung angeordnet werden.

„Wenn Sie an einer Palette oder auch an einem Laubbaum ca. 1 cm große kreisrunde Ausbohrlöcher sehen oder bis zu 3 cm breite Fraßgänge, gegebenenfalls auch größere Mengen grobe Nagespäne oder gar bis zu 60 mm große cremeweiße Insektenlarven, dann könnte es sich um einen eingewanderten Laubholzbockkäfer handeln. Zögern Sie nicht und informieren Sie den Pflanzenschutzdienst“, bittet Hofhansel. 
„Wenn der Verdacht besteht, dass Sie einen Asiatischen Laubholzbockkäfer gefunden haben, setzen Sie ihn fest – am besten in einem Glas, denn Plastiktüten sind für den Käfer kein Hindernis - und geben uns Bescheid“, ergänzt Hofhansel. Es darf auf keinen Fall zu einer Freisetzung  oder Vermehrung dieses Schädlings kommen. Er ist eine ernstzunehmende Gefahr für das Leben und Überleben unserer heimischen Baumbestände.

Hintergrund
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) stammt ursprünglich aus Asien und ist in Deutschland bisher an mehreren Standorten gefunden worden. Die neuesten Fälle sind 2014 aus München und Magdeburg bekannt. 
Der Käfer kann völlig gesunde Bäume besiedeln und abtöten. Für den Menschen ist er unbedenklich. Zu seinen Wirtspflanzen zählen alle Laubbaumarten, einschließlich Obstgehölze.
 

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