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Nematoden

Weitere Informationen zu
Gelben und Weißen Kartoffelnematoden:
Julius-Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen Braunschweig

 

Probenahme Schadfalldiagnostik zur Untersuchung auf Nematoden

Allgemeine Hinweise

Werden mehrjährig an bestimmten oder auch verschiedenen Fruchtarten sich ausdehnende Nester mit unregelmäßig in den gesunden Bestand übergehenden Wuchsdepressionen beobachtet, können Wurzelnematoden Ursache des Schadens sein.
Da für wandernde Wurzelnematoden keine praktikablen Schadschwellen vorliegen, ist stets der Vergleich von erkranktem und augenscheinlich gesundem Pflanzenbestand mit vergleichbaren Wachstumsbedingungen erforderlich. Auch wenn als Schadursache zystenbildende, Stängel- oder Wurzelgallennematoden vermutet werden, ist dieser Vergleich hilfreich, so dass in solchen Fällen analog vorzugehen ist.
Die Kontrollprobe soll in geringer Entfernung vom Schadherd, aber weit genug entfernt vom vermuteten Massenauftreten der Nematoden, also etwa in einem Abstand von 10 Metern entnommen werden.
Die Beprobung des Schadherdes erfolgt im Übergangsbereich zum augenscheinlich gesunden Bestand. Im Zentrum des Herdes kann die Nematodendichte durch die geringere Verfügbarkeit von Nahrung bereits wieder gesunken sein.
Optimal für die Ermittlung der Schadwirkung wandernder Wurzelnematoden ist der Vegetationsbeginn im März und April. Bei den Wintergetreidearten und bei Winterraps werden mitunter jedoch schon im Herbst Nematodenschäden auffällig. Junge Zysten der Kartoffelnematoden an Kartoffelwurzeln, ebenso wie Haferzystennematoden an Getreidewurzeln können ab Mitte Juni, die der Rübenzystennematoden von Juli bis Oktober gefunden werden. Schäden durch Wurzelgallennematoden fallen am ehesten durch die Welke von Pflanzen in den trockenen Sommermonaten auf.
Beim möglichst kurzfristigen Versand zur Untersuchung sind die Proben sind gegen Austrocknung zu schützen. Eine eventuell erforderliche Zwischenlagerung erfolgt im Kühlschrank.
Angaben zur Fruchtfolge und zur betroffenen Sorte können langfristig Aussagen zu den Möglichkeiten der Populationsminderung aufzeigen und sollten daher auf dem Probenameprotokoll nicht fehlen.
Proben für die vorbeugende Untersuchung von Anbauflächen müssten entsprechend der Beprobung für die Untersuchung auf Zysten der Kartoffelnematoden gezogen werden, dies ist aber nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Abb.: Schadherd durch Pratylenchus neglectus im Winterweizen

Entnahme und Zusammensetzung der Proben

Die Nematoden befinden sich je nach ihrem Entwicklungsstadium bzw. dem Zustand der Wirtspflanze entweder in bzw. an der Pflanze oder im Boden. Daher werden jeweils
 
150cm³ Boden und
10 g Wurzeln,


also 2 Boden- und 2 Wurzelproben (in frühen Entwicklungsstadien am besten ganze Pflanzen, eingebettet in Boden) benötigt.

Die Bodenproben aus mindestens 5 Entnahmestellen sollen den Horizont von 0-30cm erfassen, wobei in Trockenperioden zuvor die oberste Bodenschicht abzutragen ist.

Sind nur zystenbildende Arten von Interesse, ist im Horizont von 0-8cm die größte Zystendichte zu erwarten.
Geht es speziell um virusübertragende Nematoden, wie Longidorus-, Xiphinema- oder Trichodorus- und Paratrichodorus- Arten muss die Beprobung mittels Spaten bis zu 60cm Tiefe erfolgen. Da die Virusüberträger im Boden in geringerer Dichte vorkommen, ist für den Nachweis ein Bodenvolumen von mindestens 1000cm³ erforderlich.
Die Pflanzenproben sind aus dem Umkreis der Entnahmestellen der Bodenproben zusammenzustellen.
Jede der 4 Teilproben ist so zu kennzeichnen, dass eine sichere Zuordnung zum jeweiligen Schadherd bzw. der zugehörigen Kontrolle möglich ist.



zuletzt geändert am: 22.09.2015