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Spanische Wegschnecke

Schaderreger

Arion lusitanicus

Auffallend große Nacktschnecke mit einer Körperlänge von bis zu 18 cm und einer meist rötlich-braunen Körperfärbung.

Wirtspflanzen

Wie bei allen anderen Schneckenarten handelt es sich bei der Spanischen Wegschnecke um Allesfresser. Bevorzugt werden jedoch vermodernde Pflanzenreste, Algen, Pilze und auch Aas gefressen. Ist ein solches Nahrungsangebot nicht in ausreichendem Maße vorhanden, werden gerne auch Jungpflanzen mit frischen, saftigen Blättern verzehrt.

Bedeutung
Auftreten in M-V:

Als Neozoe hat sich die Spanische Wegschnecke erst ab ca. 1960 in Mitteleuropa ausgebreitet. Hauptlebensraum sind nahezu alle vom Menschen stark veränderten Lebensräume. Eine Ackerbaukultur wird jedoch durch diese Art nicht komplett besiedelt, sondern nur während der Nachtstunden von den Feldrändern aus aufgesucht. Eine Schadwirkung ist daher in M-V nur im Bereich der Feldränder bis ca. 15 m in den Bestand hinein zu erwarten.

Schadbild / Symptome

Arion spp. ? genaue Artbestimmung ohne Sektion nicht möglich

Abgefressene Keimlinge können ein Indiz für einen Schneckenbefall sein. Eindeutigere Hinweise sind glänzende Schleimspuren im Bestand.

Verwechslungsmöglichkeiten

Die Spanische Wegschnecke ist sehr leicht mit anderen Arten zu verwechseln. Vor allem die heimischen und nicht schädlichen Rote, Schwarze und Braune Wegschnecken (A. rufus, ater, fuscus) sind für den Laien nicht zu unterscheiden. Eine Artbestimmung ist nur durch eine Genitalpräparation möglich. In Ackerbaukulturen ist jedoch die Spanische Wegschnecke vorherrschend.

Diagnosehinweise

Auslegen von beköderten Schneckenfolien und die Suche nach Schleimspuren sind Maßnahmen zur Überwachung eines Bestandes in Bezug auf Schneckenbefall.
Gesicherte Bekämpfungsschwellen bei dem Einsatz von Schneckenfolien gibt es noch nicht.

Befallsbegünstigende Faktoren - vorbeugende Maßnahmen

Der Aufbau einer schädigend wirkenden Schneckenpopulation erfolgt nicht über Nacht. Alle Nacktschnecken sind auf genügend Feuchtigkeit im Jahresverlauf angewiesen um sich massenhaft vermehren zu können, auch wenn der aus dem südlicheren Europa eingewanderten Spanische Wegschnecke etwas geringere Feuchtigkeitsansprüche als die heimischen Arten nachgesagt werden. Hat sich eine große Schneckenpopulation in den Saumbiotopen aufgebaut, sind am ehesten die Frühsaaten im Herbst gefährdet.

Bekämpfungsmöglichkeiten

Ein optimales Saatbett mit zügigen Entwicklungsmöglichkeiten für die Kultur verringern die Gefahr von Schäden. Da diese Art nur vom Feldrand einwandert kann eine Schonung und Förderung natürlicher Gegenspieler (vor allem: Laufkäfer, Igel, Spitzmäuse und Vögel) die Schneckenpopulation bereits erheblich reduzieren
Für den Ackerbau stehen zur Zeit zwei Wirkstoffe zur chemischen Bekämpfung zur Verfügung (Metaldehyd und Eisen-III-Phosphat). Molluskizide mit dem Wirkstoff Methiocarb besitzen keine Indikation für Ackerbaukulturen mehr. Auf eine ausreichende Köderdichte ohne Überschreitung der zugelassenen Aufwandmengen ist zu achten.



zuletzt geändert am: 22.09.2015