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PRESSEMITTEILUNGEN

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Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei,
Mecklenburg-Vorpommern

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Dr. Antje Krüger

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Thierfelderstraße 18
18059 Rostock

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pressemitteilung vom 08.08.18

Erdbeeren und Melonen getestet – keine Überschreitung von Rückstandshöchstgehalten

„In den kürzlich untersuchten zehn Proben Erdbeeren und zehn Proben Wassermelonen sind nur geringste Mengen an für dieses Obst zulässigen Pflanzenschutzmitteln gefunden worden“, sagt Helmar Tardel, Abteilungsleiter für Schadstoff- und Rückstandsanalytik des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock. „Damit ist ein Verzehr bedenkenlos möglich“.
Die Erdbeeren stammten ausnahmslos aus konventioneller deutscher Erzeugung, acht aus M-V. Eine Probe enthielt keine Rückstände. Die anderen Erdbeerproben enthielten im Durchschnitt 4,8 Wirkstoffrückstände. Für die eingesetzten Pflanzenschutzmittel (PSM), meist Fungizide, gibt es gesetzlich festgeschriebene Höchstgehalte. Die Ausschöpfung der Höchstgehalte betrug 0,4 % bis 28,6 %. Das bestätigt die Größenordnung, die auch in der Vergangenheit im LALLF ermittelt wurde.
„Erdbeeren sollten - wie alle Früchte, die man ungeschält isst - vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden“, empfiehlt Tardel. „Untersuchungen belegen, dass dadurch die Gehalte von Mitteln gegen Pilzbefall halbiert werden können. Aber auch mikrobielle Belastungen sind so zu mindern“, ergänzt er.

Die konventionell erzeugten Wassermelonen aus Spanien (8 Proben), der Türkei (1) und Griechenland (1) wurden ebenfalls dem Handel in M-V entnommen. Sie enthielten erfreulich wenige Rückstände an PSM. In drei der spanischen Proben war jeweils ein PSM-Rückstand nachweisbar. Dabei handelte es sich zweimal um ein Insektizid und einmal ein Fungizid.

Hintergrund
Fungizide sind Mittel, die die Pflanze, vor allem die Früchte, vor Pilzbefall schützen sollen. Damit sind die empfindlichen Erdbeeren auch nach der Ernte weniger für Fäulnis anfällig. Der Einsatz der Fungizide ist also der leichten Verderblichkeit von Erdbeeren und anderen Früchten geschuldet. Die Mittel helfen, dem Verbraucher eine unverdorbene Ware anbieten zu können.

Höchstgehalte von zugelassenen PSM werden mit hohen Sicherheitsfaktoren zu toxikologischen Grenzwerten berechnet. Die Überprüfung der Einhaltung rechtlicher Vorgaben im Bereich Pflanzenschutzmittel beugt unsachgerechter Anwendung vor und trägt zum gesundheitlichen Verbraucherschutz bei.

pressemitteilung vom 25.07.2018

Nitrat in Frischgemüse – keine Beanstandungen

25 Proben Frischgemüse, hauptsächlich Petersilie, Rucola und andere Salatsorten, sind in diesem Jahr im LALLF auf Nitrat untersucht worden. „Erfreulicherweise wurde in keiner der Proben die erlaubte Höchstmenge an Nitrat überschritten“, resümiert Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.

Nitrate sind Stickstoffverbindungen, die sowohl im Boden vorkommen, als auch über chemische Düngung von der Gemüsepflanze aufgenommen werden. Pflanzliche Lebensmittel sind somit eine Hauptquelle für die Nitrataufnahme des Menschen. Nitrat selbst ist für den Menschen relativ unbedenklich. Durch mikrobiologische oder enzymatische Einwirkungen ist aber die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit möglich. Ursachen können unsachgemäßer Transport und falsche Lagerung sein. Wenn etwa Salat in einem Folienbeutel luftdicht verpackt ist, reduzieren Mikroorganismen Nitrat zu Nitrit. Nitrit ist an der Bildung der als krebserregend geltenden Nitrosamine beteiligt.

Einige Gemüsesorten, wie Feldsalat, Kopfsalat, Spinat oder Rucola, auch Wurzelgemüse, z. B. Rote Beete, weisen vergleichsweise hohe Nitratgehalte auf. Daher werden diese Gemüseerzeugnisse besonders überwacht und im LALLF regelmäßig untersucht.
„Eine abwechslungsreiche Gemüseauswahl in der Ernährung schafft für Verbraucher Sicherheit, eventuell vorhandene höhere Gehalte an unerwünschten Inhaltsstoffen zu minimieren. Das ist auch aus ernährungsphysiologischer Sicht sinnvoll“, sagt Feldhusen. Fakt ist ebenfalls, dass eine Kombination von nitratreichen Speisen mit Vitamin C (z. B. aus Säften), positiv ist, denn Vitamin C hemmt die Bildung von Nitrosaminen.

Hintergrund
Der Nitratgehalt von Gemüse hängt besonders von der Sonneneinstrahlung ab. Das von der Pflanze aufgenommene Nitrat wird hauptsächlich unter Sonneneinfluss, überwiegend zu Eiweiß und anderen organischen Stickstoffverbindungen umgewandelt. Je weniger Licht und je geringer die Temperaturen sind - wie vor allem im Winter in Gewächshäusern - desto unvollständiger wird das aufgenommene Nitrat abgebaut. Ein Teil des Nitrats wird aber auch in den Pflanzen gespeichert. Verschiedene Gemüsesorten, z. B. Kopfsalat, Spinat, Rote Bete, Radieschen und Rettich reichern je nach Jahreszeit und Anbaugebiet auffallend hohe Gehalte an Nitrat an.
Geringe bis sehr geringe Nitratgehalte haben unter anderem Rosenkohl, Chicorée, Kartoffeln, Möhren, Süßkartoffeln und Spargel. Ebenfalls als nitratarm gelten Obst und Fruchtgemüse, wie z. B. Tomaten, Paprika, Gurken, Erbsen, grüne Bohnen, Erdbeeren, Kürbis.

In der Analyse waren
10 x Petersilie
7 x Rucola
5 x Kopfsalat
1 x Eisbergsalat
1 x Feldsalat
1 x Spinat

Sieben der Proben stammten von Erzeugern aus M-V.

Laut EG-Verordnung 1881/2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln gelten z. B. für Rucola maximale Nitrat-Grenzwerte von 6.000 mg/kg.

pressemitteilung vom 18.07.2018

Das Mitbringen von Pflanzenschutzmitteln aus dem Ausland ist verboten!

Aus aktuellem Anlass weist der Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V darauf hin, dass von Privatpersonen im Ausland erworbene Pflanzenschutzmittel nicht über die Grenze nach Deutschland verbracht werden dürfen. Nach Erkenntnissen der Behörde handelt es sich überwiegend um Glyphosat-haltige Mittel, die in Unkenntnis der Rechtslage von Bürgerinnen und Bürgern bei Grenzübertritt mitgeführt werden. Diese Produkte dürfen jedoch in Deutschland nicht angewendet werden!

Nach dem Pflanzenschutzgesetz dürfen in Deutschland nur Pflanzenschutzmittel (PSM) eingesetzt werden, die in Deutschland auch zugelassen sind. Zugelassene PSM sind mit einem Zulassungszeichen und einer Zulassungsnummer versehen. Wichtiger Bestandteil der Zulassung ist die Gebrauchsanleitung, die in deutscher Sprache alle Bestimmungen für die richtige, bestimmungsmäße Anwendung sowie Auflagen zum Anwender- und Umweltschutz enthält.
Diese Bedingungen werden durch die im Ausland erworbenen Stoffe nicht erfüllt. Weder sind sie in Deutschland auf ihre Eigenschaften hin geprüft, noch ist ihre Wirkung als Pflanzenschutzmittel sicher. Eine Einfuhr nach Deutschland und ihre Anwendung sind darum verboten.

Das Einfuhrverbot wird durch die Zollbehörden an der Grenze kontrolliert. Wenn an den in Mecklenburg-Vorpommern befindlichen Grenzübergangsstellen zu Polen derartige Pflanzenschutzmittel gefunden werden, wird gegen die verfügungsberechtigte Person ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
Der Pflanzenschutzdienst des LALLF möchte darum Bürgerinnen und Bürger des Landes ebenso wie sich im Land befindliche Touristen informieren und gleichzeitig davor warnen, Pflanzenschutzmittel illegal nach Deutschland einzuführen.

Hintergrund
Durch die Zulassungsbehörde, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, sind in Deutschland derzeit 836 Pflanzenschutzmittel zugelassen, die unter 1620 Handelsbezeichnungen vertrieben werden. Darin enthalten sind 283 verschiedene Wirkstoffe. Für den Ökoanbau sind davon 92 Pflanzenschutzmittel mit 54 Wirkstoffen zulässig, vertrieben unter 209 Handelsbezeichnungen.
Als Pflanzenschutzmittel für nichtberufliche Anwender im Haus- und Kleingartenbereich sind derzeit 589 Handelsprodukte zugelassen. Sie unterliegen einer besonders strengen Prüfung und sind durch eine besonders risikoarme Anwendung gekennzeichnet. Dies ist erforderlich, da nichtberufliche Anwender keiner Sachkundepflicht unterliegen, wie es bei einer beruflichen Anwendung vorgeschrieben ist. Darüber hinaus darf von einer Pflanzenschutzmittelanwendung im Haus- und Kleingartenbereich auch kein Risiko für Dritte ausgehen, denn die Behandlungsflächen sind in der Regel für die Familie des Anwenders frei zugänglich. Die o.g. illegal eingeführten Pflanzenschutzmittel erfüllen diese Bedingungen nicht. Auch deshalb sind ihre Einfuhr und ihr Einsatz verboten.

pressemitteilung vom 27.06.2018

Pflanzenschutzmittelrückstände in Kartoffeln? –
Länderübergreifende Untersuchungen der Norddeutschen Kooperation


Die Kartoffelernte ist angelaufen - die erdigen Knollen sind ein beliebtes und variantenreiches Lebensmittel. Die Norddeutsche Kooperation ist deshalb der Frage nachgegangen, inwieweit Kartoffeln aus regionalem und überregionalem Anbau Rückstände von Pflanzenschutzmitteln aufweisen. Die Norddeutsche Kooperation ist ein Verbund der Landesuntersuchungseinrichtungen von Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig Holstein.

Die erfreulichen Ergebnisse: von insgesamt 98 untersuchten Proben frischer Speisekartoffeln sind 88 Prozent rückstandsfrei. Nur in zwölf Prozent der Proben wurden Pflanzenschutzmittelrückstände oberhalb der Bestimmungsgrenze nachgewiesen. Zulässige Höchstgehalte wurden nicht überschritten, auch wenn in vier Kartoffelproben Mehrfach-rückstände nachweisbar waren.
Die Kartoffeln stammten zu knapp 80 Prozent aus regionalem Anbau, davon 14 Prozent (11 Proben) aus ökologischem Anbau. Die ökologisch erzeugten Kartoffeln enthielten keine Rückstände. Die restlichen Proben kamen aus dem europäischen Ausland bzw. Ägypten.

Fazit: Im Kartoffelanbau ist der Einsatz von Pflanzenschutzmittel zugelassen. Pflanzenschutzmittelrückstände sind in Kartoffeln seit Jahren rückläufig. Sie zählen zu den Erzeugnissen, die vergleichsweise gering belastet sind. Zum Vergleich: Im deutschen Lebensmittelmonitoring des Bundes wurden zuletzt 2014 Kartoffeln auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Damals wurden in 20 bis 50 Prozent der untersuchten Proben Rückstände nachgewiesen, aber auch keine Höchstgehaltsüberschreitungen festgestellt.

Hintergrund
Bei den Rückstandsfunden handelt es sich um die fungiziden Wirkstoffe Propamocarb und Pencycuron, das Herbizid Chlorpropham und sein Abbauprodukt 3- Chloranilin sowie das Insektizid Imidacloprid. Bei den nachgewiesenen Wirkstoffen handelt es sich um im Gemüseanbau zugelassene Pflanzenschutzmittel.

Die Landeslabore und Landesuntersuchungsanstalten der Länder Berlin/Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung Kompetenzen gebündelt und ein leistungsfähiges und effizientes Netzwerk aufgebaut. Zu der Norddeutschen Kooperation (NOKO) gehören:
- Landeslabor Berlin-Brandenburg,
- Landesuntersuchungsamt für Chemie, Hygiene und Veterinärmedizin, Bremen,
- Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg,
- Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei, Mecklenburg-Vorpommern,
- Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit,
- Landeslabor Schleswig-Holstein.


Der Abschlussbericht der NOKO ist hier einsehbar.

pressemitteilung vom 05.06.2018

Gespenstisch, aber ungefährlich

Ab Mai finden sich an Weißdorn, Pfaffenhütchen und Traubenkirschen, aber auch Schlehen, Apfel- und Pflaumenbäume weiße Gespinste. Teilweise bedecken diese die kompletten Büsche und bieten einen gespenstischen Anblick. Insbesondere wenn Pflanzen im eigenen Garten betroffen sind, ist dies immer wieder Anlass zur Sorge. Verursacher sind, entgegen aller Erwartungen, keine Spinnen. Vielmehr wird das Phänomen durch die Raupen einer bestimmten Schmetterlingsfamilie, namens Gespinnstmotten (Yponomeutidae) verursacht. Die Raupen sondern Gespinstfäden ab, um sich vor Fraßfeinden und ungünstiger Witterung zu schützen.
Gespinnstmotten sind weltweit verbreitet, alleine in Mitteleuropa leben etwa 60 Arten. In unseren Breiten findet man am häufigsten
•    die Spindelbaumgespinstmotte (Yponomeuta cagnagella),
•    die Traubenkirschengespinstmotte (Yponomeuta evonymella) sowie
•    die Apfelbaumgespinstmotte (Yponomeuta malinellus).

In manchen Jahren, so auch diesem, kommt es zu Massenvermehrungen. Dementsprechend werden ganze Pflanzen eingesponnen und komplett kahl gefressen. Eine Gefahr für den Menschen sind die Raupen der Gespinstmotten nicht. Sie mögen allenfalls ekelerregend sein. Befallene Büsche und Bäume treiben in der Regel wieder aus.

Um den Garten gespinstfrei zu halten, sollten Kleingärtner ihre Bäume im Frühjahr kontrollieren und beginnende, bewohnte Nester ausschneiden und ggf. verbrennen oder im Hausmüll entsorgen. Biologische Gegenspieler sind verschiedene Nützlinge wie Raubwanzen, parasitierende Wespen und Meisen. Sie lassen sich durch Insektenhotels, Steinhaufen und Nistkästen in die Gärten zu locken.
Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in der Regel sinnlos. Die Raupen werden durch das Gespinst geschützt, so dass Insektizide sie nicht erreichen.

Ergänzend
Biologie
Die Falter sind schneeweiß mit schwarzen Punkten. Sie fliegen in den Monaten Juni und Juli hauptsächlich um die Futterpflanzen ihrer Raupen. Dort legen sie gleich nach dem Schlüpfen und der sofortigen Begattung ihre Eier an der Rinde von Trieben und Zweigen ab. Die geschlüpften Jungraupen überwintern dort. Etwa im folgenden April/Mai werden sie aktiv, wandern auf die Blätter und fallen erst auf, wenn sie große Teile der Zweige mit Gespins-ten umgeben haben. Anfangs liegen diese Raupennester meist an den Zweigspitzen. Gesellig fressen sie in den Nestern, häuten sich dort, wandern weiter und legen neue an. Bei Massenvermehrung findet man so eine Unzahl großer, schleierartiger Gespinste.
Die Nester sind durchsetzt mit Häuten und dunklen Kotkrümeln, bewohnt von mehreren etwa 2 cm großen, gelbgrauen, fleischi-gen, mit dicken schwarzen Punkten versehenen Raupen. Die ausgewachsenen Larven verpuppen sich in den Nestern grup-penweise in weißen Kokons. Nach ca.14 Tagen Puppenruhe schlüpfen die Falter.

Interessant
Die oft sehr dichten Gespinste von Yponomeuta wurden früher in Tirol zur Malerei genutzt. Erwähnt wird die Technik schon im 16. Jahrhundert. Das erste erhaltene Gemälde stammt aus dem Jahr 1730. Bei diesen sogenannten Spinnwebenbildern wurden Teile des Gespinstes vom Baum geschnitten, auf einen Rahmen ge-spannt und der Malgrund anschließend mit Milch behandelt. Gemalt wurden vor allem Aquarelle, teilweise jedoch auch Ölgemälde oder Kupferstiche.

pressemitteilung vom 21.05.2018

Zum Wohl der Biene - Gründung der Bienengesundheits-AG M-V

Ein Zusammenschluss von Vertretern aller in M-V relevanten Einrichtungen, die das Wohl der Bienen unterstützen, ist in Rostock erfolgt. Auf Initiative des LALLF wurde die Bienengesundheits-Arbeitsgemeinschaft unter Federführung des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes Vorpommern-Rügen in enger Zusammenarbeit mit dem Bienengesundheitsdienst des Landes und dem LALLF ins Leben gerufen. So wird die Beratung der Imker durch diese koordinierte Arbeit eine neue Qualität erreichen.

Jede der nachfolgend benannten Einrichtungen wird mindestens einen Vertreter in die Arbeitsgemeinschaft abordnen:
× Landesimkerverband M-V,
× Landesverband der Buckfastimker M-V,
× Bienengesundheitsdienst der Tierseuchenkasse M-V,
× Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter der Landkreise und kreisfreien Städte,
× Tierseuchenbekämpfungsdienst und Labor des LALLF
× Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt M-V.
Regelmäßige Treffen und der Austausch aller Erkenntnisse sollen zu einer optimierten Ergebnislage in der ganzheitlichen Betrachtung der Bienengesundheit führen.

Diskutiert wird der Nutzen eines Monitorings zur Früherkennung einer möglichen Einschleppung des Kleinen Beutenkäfers. Der Befall von Bienenständen mit dem Kleinen Beutenkäfer zählt zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Bereits der Verdacht unterliegt der Anzeigepflicht nach dem Tiergesundheitsgesetz des Bundes. Seine Schadwirkung erfolgt durch die Larven des Käfers, die als Schädlinge Honig, Pollen, Waben und Bienenbrut fressen. Derzeit ist der Schädling noch nicht in M-V nachgewiesen worden.

Weiterhin soll bei den Imkern auf die Untersuchungsmöglichkeit zu bienenrelevanten Viren im LALLF hingewiesen werden. Hier kann im Zusammenhang mit neuesten Analysemethoden auf
- das Flügeldeformationsvirus
- das Akute Bienenparalysevirus
- das Chronische Bienenparalysevirus untersucht werden. Ursachen für Völkerverluste durch Viren und andere Ursachen können eventuell so geklärt und Behandlungslücken bei der Arbeit der Imker geschlossen werden.

Ergänzend:
Folgende Fakten wurden in der Gründungsbesprechung weiterhin zusammengetragen:
- die Varroamilbe ist eines der Hauptprobleme für die Bienen , nicht nur als unmittelbarer Schädling, sondern auch als Überträger von Bienenviren
- die Amerikanische Faulbrut erfordert einen intensiven Austausch aller an der Bekämpfung Beteiligten
- Zusammenstellung von Fakten für eine Anpassung der Bienenseuchen-Verordnung des Bundes
- die Arbeit der Bienensachverständigen – qualifizierte Helfer zur Unterstützung der Amtstierärzte in Sachen Seuchenprophylaxe und -Bekämpfung – ist wertvoll und unabdingbar
- Honiguntersuchungen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und eventueller Gehalte von Pyrrolizidinalkaloiden, giftigen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen aus bestimmten Pflanzen, werden im LALLF weiter geführt
- Schäden durch Pflanzenschutzmittel an Bienen bilden die Ausnahme (von 40 seit 2012 beim LALLF gemeldeten Verdachtsfällen waren vier Schäden durch PSM nachweisbar).

pressemitteilung vom 07.05.2018

Viel hilft nicht viel!
Pflanzenschutzmittel und Dünger im Garten sensibel einsetzen


„Wissen Sie, unsere Rosen haben immer diese Flecken auf den Blättern und letztes Jahr hab ich mindestens zweimal Bi 58* gespritzt, aber so richtig geholfen hat das nicht.“ An diesen Bericht eines Hobbygärtners am MeLa-Stand des LALLF erinnert sich Dr. Stephan Goltermann, stellvertretender Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst des LALLF in Rostock, noch lebhaft. Hier hatte jemand ein Insektizid mit einem Mittel gegen Pilze verwechselt. Ganz verstummt sind solche Anfragen trotz der Informationspflicht der Verkäufer von Pflanzenschutzmittel nicht. Hat ein Hobbygärtner Fragen zu Schäden an den Pflanzen im heimischen Garten, fragen die Kollegen des Pflanzenschutzdienstes nach allem, was die Pflanzengesundheit beeinflussen kann. Aus diesen Gesprächen zieht Goltermann den Schluss, dass wenn ein Hobbygärtner zu Pflanzenschutz- oder Düngemittel greift, häufig das alte Prinzip „viel hilft viel“ gilt.
Im heimischen Garten sollte die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln (PSM) möglichst die Ausnahme sein. Laut dem Pflanzenschutzgesetz dürfen hier nur Mittel angewendet werden, die den Aufdruck "Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig“ tragen.
Verkäufer von PSM sind gesetzlich zur Beratung von „wogegen, wann und wie“ verpflichtet. Auch wenn die chemischen Mittel einfach in der Handhabung sind und vergleichsweise günstige Eigenschaften haben, sollte ein verantwortungsvoller Gärtner auch nach Alternativen fragen.
Wenn sich der Hobbygärtner zu einer Anwendung entschlossen hat, ist die Gebrauchsanleitung auf der Packung Pflichtlektüre. Darin steht alles Beachtenswerte und was zu einer sicheren und vorschriftsmäßigen Anwendung nötig ist. Das Befolgen der Hinweise zur sachgemäßen Lagerung und Entsorgung runden einen verantwortungsvollen Einsatz von PSM ab.
Goltermann weist darauf hin, dass Pflanzenschutzmittel auf Freilandflächen nur eingesetzt werden dürfen, wenn diese landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Gärtnerisch genutzt werden auch Haus- und Kleingärten, aber nicht Wege, Hauseinfahrten, Böschungen oder sonstige befestigte und unbefestigte Freilandflächen. Hier stellt die PSM-Anwendung eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeld geahndet werden kann. Eine Anwendung auf diesen Flächen ist nur erlaubt, wenn zusätzlich eine Ausnahmegenehmigung bei dem Pflanzenschutzdienst beantragt und genehmigt wurde.
Noch ein Gedanke zur Düngung: Pflanzen werden durch eine überhöhte Düngergaben, besonders von Stickstoff, empfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Bundesweite Untersuchungen haben ergeben, dass die meisten Gartenböden extrem überversorgt sind, vor allem mit Phosphor, Kalium, Stickstoff. Besonders bei Stickstoff gilt es, das richtige Maß zu finden: ein Zuviel im Boden kann zu einer Nitratanreicherung in der Pflanze führen. Der Verzehr solcher Pflanzen hat beim Menschen möglicherweise gesundheitsschädliche Folgen. Von den Pflanzen nicht benötigter Stickstoff geht außerdem leicht durch Auswaschung in tiefere Bodenschichten verloren und kann damit das Grundwasser belasten. Grundsätzlich gilt für den Hobbygarten: Wird ein Boden regelmäßig mit organischer Substanz, wie Kompost, Mist, Gründüngung, versorgt, ist eine ausreichende Stickstoffzufuhr meist gewährleistet.
Goltermann resümiert: „Im Kleingarten helfen in den meisten Fällen Hacke, Schere und das Absammeln von Raupen, Schnecken und befallener Pflanzenteile. Kleingärten sollen Orte der Biodiversität sein. Unter den Bäumen stehen Sträucher und daneben wachsen Erdbeeren und Kräuter. In diesem wunderbaren Durcheinander ist einfach kein Platz für chemischen Pflanzenschutz.“
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*Bi 58 ist im Haus und Kleingarten nur bei Zierpflanzen unter Glas zugelassen! Es ist bienengefährlich und schädigt Insekten!

pressemitteilung vom 04.05.2018

Tierschutz beim Angeln Pflicht!

Erstmals fand am 2.5.18 eine gemeinsame Kontrolle der oberen Fischereibehörde des LALLF und des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes Rostock bei Heringsanglern im Bereich der Unterwarnow statt. Spezifischer Hintergrund war die Prüfung der Einhaltung der tierschutzrechtlichen Bestimmungen beim Angeln, hier speziell das Betäuben und Töten der Fische im Sinne der Tierschutzschlachtverordnung.

Im Bereich des Stadthafens und des Fischereihafens wurden rund 40 Angler kontrolliert, wobei bei knapp der Hälfte Verstöße gegen die vorgenannten Bestimmung festgestellt werden mussten. Zwar waren die Fische meist durch Schlag auf den Kopf betäubt worden, jedoch unterblieb die Tötung durch Herzstich oder Kiemenschnitt. Vielfach hatten sich die Heringe im Eimer nach dem Schlag auf den Kopf wieder erholt und zeigten Atembewegungen oder sprangen noch hoch.
Die Verantwortung des Anglers gegenüber dem Tier verlangt, dass die gefangenen Fische „im Rahmen der Aneignung“ ordnungsgemäß durch einen stumpfen Schlag auf den Kopf betäubt und danach sofort getötet werden.

Die Feststellungen wurden durch die Veterinärbehörde aufgenommen und werden dort bearbeitet. Wenn ein Fisch nicht, nicht richtig, nicht in der vorgeschriebenen Weise oder nicht rechtzeitig betäubt wird, kann das als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 € geahndet werden.
In Kürze werden weitere Kontrollen zum Tierschutz beim Angeln durchgeführt.

Informationen für Angler sind aufgrund der vielfältigen Hinweise zu tierschutzwidrigem Verhalten vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in M-V im September 2017 herausgegeben worden. Der Flyer „Angeln in MV – aber richtig!“ enthält alles notwendige Wissen, um gesetzeskonform zu handeln - pdf.

pressemitteilung vom 16.04.2018

Ehrenamtliche Fischereiaufseher kontrollierten 2017 etwa 16.500 Angler in M-V
Schlechtes Wetter – schlechtes Angeljahr – weniger Feststellungen?


„Die 321 ehrenamtlichen Fischereiaufseher des Landes M-V haben im Jahr 2017 bei 16.453 kontrollierten Personen 431 Anzeigen aufgenommen“, so Thomas Richter, zuständiger Abteilungsleiter im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V. Diese Zahl stellte er in der jährlichen Schulung der Gruppenleiter der ehrenamtlichen Fischereiaufsicht des Landes am vergangenen Wochenende in Güstrow vor.
Er ergänzte: „Wenn man die Anzeigen der hauptamtlichen Fischereiaufseher des LALLF und die der Beamten der Wasserschutzpolizei noch dazu nimmt, gab es im letzten Jahr in M-V insgesamt 1.380 rechtswidrige Handlungen wegen der Verletzung fischereirechtlicher Vorschriften“. Im Vorjahr waren es noch 1.530. Damit ist die Anzahl um etwa 10 % gesunken. Ob die Verstöße objektiv weniger geworden sind, lässt sich nicht mit Sicherheit interpretieren. Es deutet einiges darauf hin, dass aufgrund des schlechten Wetters einerseits eine unbefriedigende Heringsangelsaison zu verzeichnen war und auch damit insgesamt weniger Angler angetroffen wurden. Ggf. spielte andererseits auch die Begrenzung der Dorschtagesfangmenge eine Rolle. Unterstützt wird die These durch geringere Verkäufe von Fischereiabgabemarken, Touristenfischereischeinen sowie Angelerlaubnissen für die Küstengewässer.

Wie in den Vorjahren ergaben auch im Jahr 2017 die Ermittlungsverfahren in der überwiegenden Anzahl den Straftatbestand der Fischwilderei, also der Verletzung des Fischereirechts. Das waren 561 Fälle, die dokumentiert und geahndet wurden. Daneben ist in vier Fällen wegen des Verdachtes der Urkundenfälschung (Fischereischein) und in 24 Fällen wegen des Verdachtes der Tierquälerei (z. B. Verwendung lebender Köderfische) ermittelt worden.
Die Verletzung der Fischereischeinpflicht war im Jahr 2017 ein häufiges Delikt – 454 Fälle (knapp 28 %) wurden geahndet. Die Plätze 2 und 3 belegten wiederholt das Nichtmitführen der Angelerlaubnis für die Küsten- bzw. Binnengewässer.

Fischereidirektor Richter gab den knapp 40 anwesenden Gruppenleitern der ehrenamtlichen Fischereiaufsicht Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Fischereirecht, sowie Ein- und Ausblicke auf verschiedene Regelungen, die derzeit in Entscheidungsprozessen sind.
Die Ereignisse rund um die Tierrechtsorganisation Peta in Bezug auf deren Anzeigen gegen Angelvereine ergaben in der Veranstaltung Grund für Diskussionen. Richter sagte „Das Landesamt ist für das Landesfischereirecht zuständig, nicht für das Bundestierschutzrecht, welches von Peta angeführt wird. Wir werden trotzdem versuchen, zur Klärung und Entspannung der Situation beizutragen.“

Die seit letztem Jahr geltenden, einschneidenden Reglementierungen rund um den Dorsch sind weiterhin ein Schwerpunkt für die Arbeit der Ehrenamtler. „Natürlich bleibt die Kontrolle des Fischereischeines und der Angelerlaubnis die Hauptaufgabe, denn hier gibt es nach wie vor die meisten Verstöße“, unterstrich Richter. Er dankte den Gruppenleitern der ehrenamtlichen Fischereiaufseher für ihr Engagement und den unermüdlichen Einsatz zum Schutz der Fischbestände und einer ordnungsgemäßen Fischereiausübung: „Sie sichern einen großen Teil der Kontrolltätigkeit an und auf den Gewässern des Landes ab. Dies ist eine wesentliche Unterstützung im Sinne der nachhaltigen Fischerei in M-V.“

pressemitteilung vom 13.04.2018

Neues Fischereiaufsichtsboot in Dienst gestellt
Fischereiaufsicht Usedom jetzt fast doppelt so schnell


„Endlich ist das Fischereiaufsichtsboot FREEST in Kröslin an die Fischereiaufsicht Usedom übergeben worden“, freut sich Prof. Frerk Feldhusen, erster Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock.
Der in Finnland gebaute Bootstyp Targa 25.1 ist 8,38 m lang. Mit einer Motorenleistung von 330 PS kann eine Höchstgeschwindigkeit von 36 Knoten erreicht werden. Damit ist das Boot fast doppelt so schnell wie sein Vorgänger, der nun nach 22 Jahren Einsatzzeit außer Dienst gestellt wurde.
Die „Freest“ wird in Freest stationiert sein. Damit steht der Fischereiaufsicht Usedom mit ihren Aufsichtsbereichen im Greifswalder Bodden, Peenestrom und Achterwasser sowie im Außenbereich vor Usedom ein zeitgemäßes Boot mit moderner Navigationstechnik zur Verfügung.
Die Hauptaufgabe der vier Mitarbeiter der Fischereiaufsicht rund um Usedom umfasst die Kontrolle der Berufs- und Freizeitfischer. Dazu ist die Einhaltung der Rechtsverordnungen des EU-, Bundes- und Landesrechts Schwerpunkt der Arbeit. Unter anderem wird geprüft,
• ob die Schonzeiten verschiedener Fischarten und die Mindestmaße der gefangenen Fische eingehalten werden,
• alle erforderlichen Dokumente vorhanden sind,
• die Fanggeräte den Vorschriften entsprechen
u.v.a.m..
Natürlich kontrollieren die Fischmeister auch die Angler vor Ort.
„Um die erforderlichen Arbeiten auf See effizient durchführen zu können, ist die Fischereiaufsicht im östlichen Teil des Landes M-V nun gut aufgestellt. Wünschen wir dem neuen Fischereiaufsichtsboot FREEST und seiner Besatzung allzeit gute Fahrt“, so Feldhusen.

pressemitteilung vom 25.03.2018

Keine Salmonellen auf und in Eiern

„Seit zwei Jahren haben wir bei den amtlichen Untersuchungen im LALLF keine Salmonellen im oder auf dem handelsüblichen Hühnerei der Güteklasse A nachweisen können“, freut sich Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. In der Untersuchung waren insgesamt 1.518 Eier.

Im mikrobiologischen Probenansatz werden die Eier getrennt nach Eischale und Eidotter analysiert. Am Ende ergab sich seit dem Jahr 2016 das Ergebnis: weder auf der Eischale noch im Eiinneren Salmonellen.
Wie die Untersuchungsergebnisse bundesweit in den letzten Jahren zeigen, werden diese Bakterien im Geflügelbereich immer seltener nachgewiesen. Das resultiert aus den angewendeten Salmonellenbekämpfungsprogrammen, u. a. den Impfungen der Legehennen. Falls doch Salmonellen gefunden werden, geschieht der Nachweis in der Regel auf der Schale, da die Keime den Legedarm besiedeln, die Hühner selbst aber nicht erkranken.
Zwar werden die Eischalen nicht mitgegessen, der Eiinhalt kommt aber beim Aufschlagen mit der Außenseite der Schale in Kontakt. Auf der Schale vorhandene Salmonellen könnten so den Inhalt kontaminieren. Bei Rohverzehr, z. B. roheihaltigen Mayonnaisen oder Tiramisu, besteht ein Risiko für die Gesundheit des Verbrauchers.
Speisen, die Rohei enthalten, sollten umgehend verzehrt oder nach rascher Abkühlung auf unter 7 °C höchstens 24 Stunden aufbewahrt werden. „Insbesondere ältere, kranke oder abwehrgeschwächte Menschen sowie Kinder sollten trotz der hier angeführten optimalen Untersuchungsergebnisse auf roheihaltige Speisen zum Schutz vor Infektionen verzichten“, rät Feldhusen. Er ergänzt: „Achten Sie beim Eierkauf allgemein auf einwandfreie, nicht beschädigte Ware. Beim Zubereiten von Speisen mit rohen Eiern ist die Einhaltung der Küchenhygiene sehr wichtig!“

Weitere Hintergrundinfos:

Auf der Verpackung von Hühnereiern müssen u. a. das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und der Verbraucherhinweis "Nach dem Kauf bei Kühlschranktemperaturen aufbewahren. Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums durcherhitzen." deutlich sichtbar angebracht sein. Das Mindesthaltbarkeitsdatum beträgt höchstens 28 Tage nach dem Legen. Hühnereier dürfen nur 21 Tage nach dem Legen an den Verbraucher abgegeben werden.

pressemitteilung vom 23.03.2018

Gehölzwucherungen jetzt entfernen

„So lange die Natur noch unbelaubt ist, sind an Gehölzen eventuell vorhandene Missbildungen gut erkennbar. Besonders an Forsythien und Rosen können tumorartige Geschwulste durch die Bakterienart Rhodococcus fascians gebildet werden“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. Der Befall anderer Pflanzen ist ebenfalls möglich, wie z. B. Kern-, Stein- und Beerenobst-Gehölze, Nüsse und Liguster.

Das grampositive Bakterium ruft an der Befallsstelle der Pflanze ein unkontrolliertes Zellwachstum hervor, welches als krebsartig wuchernde Anschwellung gut sichtbar wird (Foto). Da Rhodococcus fascians im Boden überdauert, greift es oft Wurzelteile an, weshalb die Krankheit auch als "Wurzelkropf" bekannt ist. Diese Bezeichnung ist aber irreführend, da auch oberirdische Partien der Pflanze betroffen sein können.
Die entstehenden Fehlbildungen selber ergeben eine optimale Lebensumgebung für die Bakterien und deren Vermehrung.

Wie bei vielen anderen pflanzenpathogenen Bakterienkrankheiten ist auch beim sogenannten Bakterienkrebs eine Bekämpfung mit chemischen Pflanzenschutzmitteln nicht möglich. Befallene Triebe können lediglich frühestmöglich ausgeschnitten und vernichtet werden.
Da die Bakterien im Leitgewebe auch in andere Gehölzbereiche transportiert werden können, ist eine schnelle Eindämmung von Vorteil. Ein Desinfizieren der Schnittwerkzeuge ist nach jeder Pflanze ratsam.
Die Erreger können jahrelang im Boden überdauern, daher sollte das Schnittgut keinesfalls kompostiert werden. „Entsorgen Sie die Pflanzenteile am besten in der Mülltonne oder verbrennen Sie sie“, rät Feldhusen*.

(* Ggf. kommunale Brennverbote von frischem Gehölzschnitt beachten!)

pressemitteilung vom 20.03.2018

Zucchini und Auberginen weitestgehend ohne Rückstände von Pflanzenschutzmitteln

Zehn Proben Auberginen und zehn Proben Zucchini sind im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock sensorisch und auf Rückstände untersucht worden. Sie stammten überwiegend aus Deutschland, den Niederlanden und Spanien.
Die in M-V aus Handelsunternehmen entnommenen Gemüseproben aus konventionellem Anbau wurden in Aussehen, Geruch und Geschmack analysiert – dabei ergaben sich keine Auffälligkeiten.
Nach einer Aufbereitung der Proben sind sie in den Amtslaboren auf 413 Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln (PSM) analysiert worden. In nur jeweils zwei Proben Auberginen (Spanien) und zwei Proben Zucchini (Deutschland) waren überhaupt PSM-Rückstände enthalten. Diese lagen mengenmäßig weit unterhalb der gesetzlich erlaubten Höchstmengen. Zwei Proben enthielten nur einen, die anderen beiden zwei verschiedene Rückstände. Insgesamt wurden vier verschiedene Substanzen nachgewiesen. Drei davon waren Insektizide, das andere ein Fungizid. Diese Mittel werden an den wachsenden Pflanzen eingesetzt.

Amtsdirektor Feldhusen schätzt ein: „Der allgemeine Trend zu geringeren PSM-Belastungen von Obst und Gemüse zeigt sich hier bestätigt. Laut Jahresbericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wiesen 2016 weit mehr als die Hälfte aller Zucchini und Auberginen Rückstände auf. Damit waren unsere Proben wesentlich unbelasteter.“
Verbraucher können Zucchini und Auberginen gut mit in ihren Speiseplan aufnehmen. „Beide Gemüse empfehlen sich während des ganzen Jahres in der Küche als kalorienarme „Farbtupfer“ mit vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten“, so Feldhusen.

pressemitteilung vom 20.3.2018

Zunehmend forensische Untersuchungen im Landesamt

Ein toter, etwa einjähriger Schäferhund wird zu einer amtlich angewiesenen Untersuchung auf die Todesursache in die Abteilung Tierseuchendiagnosik des LALLF nach Rostock eingesendet.
Das Tier ist in einem guten Ernährungszustand und weist auch sonst äußerlich keine Auffälligkeiten oder Verletzungen auf. In der Luftröhre findet der Pathologe etwas schaumige Flüssigkeit. Der Magen ist voll futterartigem Brei – aber unnatürlich türkisgrün gefärbt… Am Ende der Untersuchung stellt sich heraus, dass die Befunde für eine Vergiftung mit Schneckenkorn sprechen.

Dieses und andere Themen spielten im Jahr 2017 in der LALLF-Arbeit eine Rolle. Insgesamt sind 1.651 Proben in der Pathologie untersucht worden. Davon waren 61 Tiere in 39 Aufträgen für die Forensik bestimmt: Neben 22 Heim- und Hobbytieren (Hunde, Katzen, Zwergkaninchen), auch landwirtschaftliche Nutztiere wie Geflügel, Rinder, Schafe, Pferde, Kaninchen und gelegentlich Zoo- und Wildtiere (zum Vergleich: im Jahr 2016 waren es insgesamt 1.476 Sektionen, davon 32 forensische Sektionen).
Tierschutzrelevante Befunde gab es nach den aufwändigen Untersuchungen bei sechs Tieren: einem Kalb, vier Schafen und einem Schwein.
Fälle mit forensischem Hintergrund enden für den Pathologen meistens mit dem Versand des Obduktionsberichtes an den Amtstierarzt, die Polizei oder die Staatsanwaltschaft. Ob ein Fall wirklich gelöst wurde, ein Täter gefasst und eine gerechte Strafe erhielt, erfährt er leider nur selten. In manchen Fällen treten die Amtspathologen aber auch als Sachverständige vor Gericht auf.

Die forensische Veterinärpathologie ist ein umfangreiches, äußerst anspruchsvolles und gleichermaßen interessantes Feld. In unserer heutigen Gesellschaft, in der Heimtiere oft als Familienmitglieder gelten, rückt der Tierschutzgedanke mehr und mehr in den Fokus. Für Verbraucher spielt aber auch das Tierwohl landwirtschaftlicher Nutztiere eine immer größere Rolle. Dies ist auch an den zunehmenden forensischen Sektionen landwirtschaftlicher Nutztiere im LALLF zu spüren.

Hintergrund

Forensik ist ein Sammelbegriff für wissenschaftliche und technische Arbeitsgebiete, in denen kriminelle Handlungen systematisch untersucht werden.
Aufgabe der Veterinärpathologie des LALLF ist in erster Linie die Früherkennung anzeigepflichtiger Tierseuchen, meldepflichtiger Tierkrankheiten und Zoonosen bei verendeten landwirtschaftlichen Nutztieren.
Die Pathologen werden aber mehr und mehr bei forensischen Fragestellungen von amtstierärztlicher Seite oder der Staatsanwaltschaft mit einbezogen. Verdacht auf Vergiftung, Vernachlässigung und Misshandlungen sind häufige Einsendungsgründe. Auch bei Jagdunfällen, Arzneimittelnebenwirkungen, gutachterlicher Tätigkeit in Versicherungsfällen oder als Sachverständiger vor Gericht ist der Pathologe gefragt.

Ausführlicheres auch Z. B. unter: www.lallf.de/fileadmin/media/PDF/Veroeffentlichungen/Broschueren/Fokus2016.pdf
S. 27 ff

pressemitteilung vom 28.2.2018

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Zitrusfrüchten?

„Das gute Ergebnis vorweg: Rückstandshöchstgehalte von Pflanzenschutzmitteln sind in den gerade untersuchten 30 Proben Zitrusfrüchten nicht überschritten worden“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock.
Zehn Proben Mandarinen, zehn Proben Grapefruits, sechs Orangen- und vier Zitronenproben sind auf jeweils über 400 Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln (PSM) analysiert worden. Biologisch/ökologisch erzeugt waren zwei Zitrusfrüchte (1 x Zitrone, 1 x Orange), alle anderen entstammten dem konventionellen Anbau.
Während die zwei Bio-Proben keine Rückstände aufwiesen, waren in den übrigen Zitrusfrüchten bis zu sieben Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln pro Probe nachweisbar (Maximum sieben PSM bei einer Clementinen- und zwei Grapefruitproben). Man spricht in diesem Fall von Mehrfachrückständen.
Zitrusfrüchte dürfen zur Verlängerung der Haltbarkeit auch nach der Ernte mit PSM behandelt werden. Übliche Wirkstoffe zur Nacherntebehandlung, zur Schimmelpilzvermeidung sind Imazalil, Thiabendazol und o-Phenylphenol, die auch in den aktuellen Untersuchungen oft nachweisbar waren. Die Nacherntebehandlung ist jedoch kennzeichnungspflichtig. Eine Probe Grapefruit wurde aufgrund der fehlenden Kenntlichmachung solch einer Nacherntebehandlung mit Thiabendazol beanstandet.

Zur Sicherheit der Verbraucher und wegen der speziellen Schalenbehandlungsmethoden werden Zitrusfrüchte als ganze Früchte untersucht, also im Mix von Fruchtfleisch und Schale. Die Rückstandshöchstgehalte für PSM beziehen sich auf die gesamte Frucht. Bekannt ist, dass im Fruchtfleisch in der Regel nur etwa 18 % der PSM-Wirkstoffe Im Vergleich zu ganzen Früchten mit Schale aufweisen (Untersuchungen des Bundesamtes für Risikobewertung, Berlin). „Um die Übertragung von Rückständen von der Schale auf das Fruchtfleisch zu minimieren, erscheint ein Händewaschen nach dem Schälen und vor dem Verzehr der Früchte grundsätzlich sinnvoll. Ergänzt werden kann das durch das Waschen der Zitrusfrüchte vor dem Schälen“, erläutert Feldhusen.

Hintergrund
Herkunft der Zitrusfrüchte:
24 x Spanien
2 x   Italien
2 x   Türkei
1 x   Griechenland
1 Probe ohne Herkunftsangabe
Schalenbehandlungsmittel (Nacherntebehandlungsmittel) sind Fungizide (Wirkstoffe gegen Pilzbefall), die häufig auch zusammen mit verschiedenen Wachsen auf die Schalen von Zitrusfrüchten aufgebracht werden. Ziel ist, den Verderb der Früchte auf dem Transport und während der Lagerung zu vermeiden. Das Wachs schützt die Früchte vor Austrocknung. Danach sind die Schalen für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet. Deshalb muss diese Nacherntebehandlung beim Verkauf für den Verbraucher deutlich sichtbar kenntlich gemacht werden.

pressemitteilung vom 22.2.2018

Von Erdmandelgras bis Maiszünsler...
Amtsschulungen helfen Landwirten, ihre Kulturen fachlich gut zu managen


Die eröffnende Aussage von Dr. Stephan Goltermann, Dezernatsleiter im Pflanzenschutzdienst (PSD) des LALLF in Rostock, dass die amtlich regisitrierten Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht im Vergleich der Jahre 2016 und 2017 um 17 % abgenommen haben, erzeugte bei den anwesenden Landwirten der Region um Ribnitz-Damgarten eine gute Grundstimmung. Etwa 55 Landwirte und einige Berater nahmen an dieser von insgesamt 12 Winterschulungen quer durch M-V teil. Organisatoren sind die Kolleginnen und Kollegen der vier Regionaldienste des Pflanzenschutzdienstes des Landesamtes. Neuigkeiten aus dem Pflanzenschutzrecht, Empfehlungen zum Pflanzenschutz für Mais, Getreide und Winterraps, überwiegend abgeleitet aus Ergebnissen eigener Versuche, ergeben für die Anwesenden objektive Aussagen zur Unterstützung ihrer Arbeit.
Goltermann ergänzt in Bezug auf das o.g. Ergebnis: „Die abnehmende Anzahl Verstöße unterstreicht den Trend zu einem immer geringeren Problemniveau der in der Öffentlichkeit ängstlich beobachteten und oft stark kritisierten Einsätze von Spritzentechnik auf den Kulturflächen. Dabei waren die Rahmenbedingungen für die Technikeinsätze 2017 – überdurchschnittliche Niederschläge, oft verbunden oder ergänzt mit Wind – eher problematisch, so dass sich der Spritzeneinsatz auf eine geringe Einsatzzeit konzentrierte.“

Der Mais nimmt in M-V bekanntermaßen einen großen Anteil Ackerfläche ein. Er ist die drittgrößte Kultur nach Weizen und Raps. Was die wenigsten Beobachter wissen: „Trotz des Anbauumfangs benötigt der Mais bislang nur Herbizide zur Unkrautregulierung und erreicht somit ein geringes Maß an chemischem Pflanzenschutz“, unterstreicht Goltermann. Aktuell diskutiert werden das Auftreten neuer Schaderreger. Neben Pilzerkrankungen spielt in diesem Zusammenhang der Maiszünsler eine Rolle. Dieser Schmetterling hat sich seit seinem ersten Auftreten in M-V im Jahr 2001 im gesamten Land ausgebreitet. 2017 waren nachweislich im Schnitt 17 % der Maispflanzen betroffen. Die Raupen fressen im Stängelmark, in den Kolben, beeinträchtigen so den Ertrag sowie die Standfestigkeit der Pflanzen und befördern die Infektion des Mais mit Schadpilzen. Die Raupen überwintern im unteren Teil der Stängel. Hier setzt der integrierte Pflanzenschutz an. Mit speziellen Mulchern werden die Pflanzenreste nach der Ernte so stark zerkleinert, dass die Larven keinen Ort zum Überwintern finden. Nebenbei werden mit der Stoppelbearbeitung auch die Pilze dezimiert. „Insektizide und Fungizide werden derzeit nicht gebraucht. Der Mais bleibt eine pflegeleichte Kultur“, schlussfolgert Goltermann vor dem Fachpublikum.

Neben den schon bekannten Gefahren für die Ackerkulturen gibt es seitens der Experten des PSD auch Hinweise auf mögliche neue Schadorganismen im Ackerbau. „Aufgrund seiner raschen Ausbreitung von Süden nach Norden gehen wir davon aus, dass das Erdmandelgras (Cyperus esculentus) als invasiver Neophyt auch in unserem Bundesland gute Lebensbedingungen vorfindet und dann u. a. durch schnelle Vermehrung in extreme Konkurrenz zu den Kulturpflanzen geht“, warnt Goltermann. Die bis zu einigen hundert mandelgroßen Knöllchen des Grases – die unteridischen Überdauerungsorgane - bleiben bis zu zehn Jahre keimfähig im Boden und lassen sich kaum mechanisch oder chemisch kontrollieren.

Noch nicht lange im Fokus der Berater ist die Sprenkelkrankheit der Gerste (Ramularia), ein Blattpilz, der mittlerweile Landwirten im restlichen Bundesgebiet „graue Haare wachsen“ lässt. „Nur in M-V bereitet die Krankheit, die Gerstenbestände innerhalb weniger Tage zusammenbrechen lassen kann, noch keine Probleme. Warum, bleibt uns ein Rätsel“, äußert der Fachmann. „Dieser aggressive Pilz ist sehr schwer zu behandeln. Es gibt nur einen einzigen geeigneten Wirkstoff bei den Pflanzenschutzmitteln und dessen Zukunft ist wegen Zulassungsfragen ungewiss“, ergänzt er.

Hintergrund

Die neuen Ergebnisse und Empfehlungen zum Integrierten Pflanzenschutz im Ackerbau werden seit 1991 vom Pflanzenschutzdienst des LALLF jährlich zusammengestellt und auch in Broschürenform herausgegeben. Sie sind unter anderem Basis für die Winterschulungen. Landwirte, Händler und Berater finden aktuelle Beratungsempfehlungen für die Planung und Umsetzung von Pflanzenschutzmaßnahmen. Die Grundlage bilden konkrete Ergebnisse aus Versuchen und Monitorings zurückliegender Jahre. Die Empfehlungen können als Leitfaden und Unterstützung für die tägliche Arbeit verstanden werden. Alle neuen rechtlichen Anforderungen sowie Neuerungen bei Zulassungen bzw. Anwendungsbestimmungen der Pflanzenschutzmittel finden ebenfalls Berücksichtigung. Die Broschüre ist gegen eine Schutzgebühr im LALLF erhältlich:
www.lallf.de/Broschueren.349.0.html 

pressemitteilung vom 5.2.2018

Schwermetalle in Speisepilzen?

Wild- und vor allem Kulturpilze sind in der heutigen Zeit fast ganzjährig in Verkaufseinrichtungen und Restaurants im Angebot, auch gefrorene Ware ist verfügbar. Regelmäßig werden sie daher amtlich kontrolliert.
„Erfreulicherweise hatte in den Jahren 2016 und 2017 keine der insgesamt 70 untersuchten Proben frische Kultur- und Wildpilze eine beanstandenswerte Belastung an Schwermetallen“, resümiert Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Dem Einzel- und Großhandel wurden 51 Proben Kulturpilze (30 x Kulturchampignon, 10 x Kräuterseitling, 8 x Austernpilze, 3 x Shiitake) sowie 19 Proben Wildpilze, alles Pfifferlinge, entnommen und von den Experten des LALLF analysiert. Geprüft wurde auf die Elemente Blei, Cadmium und Quecksilber.

Pilze nehmen Schwermetalle über das Mycel (Wurzelgeflecht) aus ihrem Nährsubstrat bzw. dem Boden auf. Sie filtern sie natürlicherweise aus und reichern sie in ihren Fruchtkörpern an.
Wildpilze können je nach Beschaffenheit des Bodens höhere Gehalte an Cadmium und Quecksilber aufweisen als Kulturpilze. Die Aufnahmemenge der Elemente ist je nach Pilzart sehr unterschiedlich und erscheint in getrockneten Speisepilzen entsprechend in noch höheren Konzentrationen.
„Wer regelmäßig frische Wildpilze isst, sollte laut Empfehlung des Bundesumweltministeriums* pro Woche nicht mehr als 200 bis 250 g genießen. Für Kinder gelten entsprechend ihres Körpergewichts geringere Mengen“, unterstreicht Feldhusen. „Für den gelegentlichen Verzehr größerer Mengen gibt es keine Bedenken.“

In der Verordnung (EG) 1881/2006 der Kommission zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln ist u. a. für Kulturpilze bei Blei ein Höchstgehalt von 0,3 mg/kg und für Cadmium ein Höchstgehalt von 0,2 mg/kg festgelegt. Wildwachsende Pilze haben eine Maximalgehaltsgrenze von 1,0 mg/kg Cadmium.

* Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Pressemitteilung vom 25.01.2018

Nitratuntersuchungen in Salat und Spinat

Im Jahr 2017 sind insgesamt 44 Proben verschiedener frischer Salate und Spinat im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock auf ihre Nitratgehalte untersucht worden. Sie stammten überwiegend aus Deutschland (33 Proben) aber auch aus Italien (7), Frankreich und Holland. Die Proben wurden bei Erzeugern und unterschiedlichen Handelsunternehmen in M-V zur Untersuchung entnommen. Nur zwei Proben – ein Spinat und ein Rucola-Salat, beide aus Italien – sind aufgrund der Überschreitung der EU-weit geltenden Höchstmengen für Nitrat beanstandet worden.

Pflanzliche Lebensmittel sind eine Hauptquelle für die Nitrataufnahme des Menschen. Nitrat selbst stellt keine unmittelbare Gefahrenquelle dar, allerdings kann es sich durch mikrobiologische oder enzymatische Einwirkungen zu Nitrit umwandeln - Nitrit wiederum ist an der Bildung der krebserregend geltenden Nitrosamine beteiligt. Mögliche Ursachen für die Nitritbildung können ein unsachgemäßer Transport und falsche Lagerung sein. Wenn etwa Salat in einem Folienbeutel luftdicht verpackt ist, können Mikroorganismen Nitrat zu Nitrit reduzieren.

Bei stark zerkleinerten Lebensmitteln, die längere Zeit in einem geschlossenem Behältnis aufbewahrt werden, wird die Reduzierung von Nitrat zu Nitrit begünstigt, da die Reaktionsoberfläche für Mikroorganismen im zerkleinerten Zustand wesentlich größer ist. So sollte beispielsweise Spinat nicht zu lange stehen und möglichst auf einmal verzehrt werden.
Verbraucher sollten aber wegen dieser Umstände nicht weniger Gemüse essen, sondern eher auf eine vielfältige Gemüseauswahl achten.

Hintergrund
Im Gegensatz zu Tomaten, Gurken oder Bohnen können einige Gemüsesorten, wie Feldsalat, Kopfsalat, Spinat oder Rucola vergleichsweise hohe Nitratgehalte aufweisen. Daher werden sie regelmäßig auf Nitrat untersucht.
Nitrate sind Stickstoffverbindungen, die im Boden vorkommen aber auch über chemische Düngung von Pflanzen aufgenommen werden. Das erfolgt in Abhängigkeit von der Pflanzenart selbst, der Stärke der Düngung sowie von  Licht-, Wasser- und Temperatureinflüssen.
Der Rucola enthielt einen Nitratgehalt von 7.400 mg/kg. Laut Verordnung (EG) Nr.1881/2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln gilt für Rucola bei einer Ernte vom 1. April bis 30. September eine Nitrat-Höchstmenge von 6.000 mg/kg. Der Spinat enthielt 4.713 mg/kg Nitrat bei maximal erlaubten 3.500 mg/kg.

pressemitteilung vom 16.01.2018

Neu in Sachen Bienengesundheit - Virentests
LALLF erweitert Untersuchungsspektrum


Wenn Bienenverluste auftreten, wissen die Imker nicht immer, was die Ursache ist. Oft wird z. B. eine Vergiftung durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vermutet. Aber: Neue Erkenntnisse zeigen, dass Viren eine ernst zu nehmende Rolle im Verlustgeschehen bei den Honigbienen spielen. Diese winzigen, infektiösen Partikel werden auch oft durch die Varroamilben übertragen. Man davon aus, dass diese Milbenart bei uns in allen Bienenvölkern vorhanden ist.
Daher hat das Landesamt nun das Untersuchungsspektrum auf die Identifizierung der wichtigsten Viren erweitert. „Ab sofort können Proben von Bienen bei uns auf
- das Flügeldeformationsvirus,
- das Akute Bienenparalyse-Virus und
- das Chronische Bienenparalyse-Virus
untersucht werden. Damit haben wir eine Möglichkeit geschaffen, die Imker vor einem Virenbefall nach Varroa zu warnen. Nach Völkerverlusten kann die Diagnostik über die Todesursache mehr Klarheit verschaffen und den Imkerinnen und Imkern helfen, eventuelle Behandlungslücken in ihrer Varroabekämpungsstrategie zu schließen“, freut sich Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock.
Neben den benannten Virenuntertersuchungen werden die Bienenproben gleichzeitig auf einen Nosema-Befall - eine ansteckende Darmerkrankung durch einzellige Parasiten - sowie auf Varroamilben analysiert. „Insgesamt schaffen wir für ein kleines Geld von 33,20 Euro für den Imker Klarheit und eine Basis, seine Völker gesund zu erhalten“, unterstreicht Feldhusen.

Die Untersuchungsexperten des LALLF haben in Zusammenarbeit mit dem Bienengesundheitsdienst der Tierseuchenkasse M-V ein entsprechendes Merkblatt und eine Einsendeanleitung entwickelt. Die Informationen sind auf der Homepage des LALLF (www.lallf.de) oder der Tierseuchenkasse abzurufen.

Hintergrund
Viele Viren können Bienen infizieren und sich in Bienen vermehren, ohne diese erkennbar zu schädigen.
Die im 20. Jahrhundert nach Europa eingeschleppte Varroamilbe kann beim Saugen an den Bienenpuppen Viren direkt injizieren und so die Brut schädigen. Da die Varroamilbe die Bienen schwächt, können auch harmlosere Infektionen mit Viren zu größeren Problemen führen.
Gegen Bienenviren gibt es keine Medikamente. Da aber erst die Varroamilben einige der Bienenviren richtig gefährlich werden lassen, verringert eine effektive Bekämpfung der Milben auch die Schäden, die von den durch die Milben übertragenen oder aktivierten Viren ausgehen.

pressemitteilung vom 17.12.2017

Auslöser für Nickelallergien: Modeschmuck und Co
Amt testete Bedarfsgegenstände

Jährlich testet das Landesamt im Sinne des Verbraucherschutzes risikorrientiert Bedarfsgegenstände mit Körperkontakt wie zum Beispiel Modeschmuck und Uhrenarmbänder auf Nickellässigkeit. Das heißt, es wird die Menge Nickel gemessen, die aus einem metallenen Gegenstand bei simuliertem Körperkontakt abgegeben wird. Der Grund: Nickel gilt seit Jahren als häufigstes Kontaktallergen in Europa.
Im LALLF sind im Jahr 2017 54 Proben, davon 23 Modeschmuckstücke, 14 Uhrenarmbänder, sieben Jeansknöpfe aus Metall sowie zehn Piercingschmuckstücke aus dem Einzelhandel im norddeutschen Raum geprüft worden. „In zwei der 54 Proben (knapp 4 %) überschritten die Nickelabgaben die maximal erlaubten Mengen. Das waren ein Uhrenarmband und ein Piercingstecker“, resümiert Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin für Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeuntersuchung im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Das amtliche Ergebnis passt damit in etwa in die Größenordnung bundesweiter Messungen. Das Problem: nach den Analyseergebnissen der deutschen Untersuchungsämter sind die Beanstandungsraten in Sachen Nickel den letzten Jahren gesunken aber dermatologische Publikationen weisen darauf hin, dass die Anzahl der Patienten mit Nickelallergie durch Piercingschmuck zunehmen. „Letztlich kann unser Beitrag nur sein, dass wir die Hersteller mit regelmäßen Kontrollen dazu bringen, alle gesetzlichen Anforderungen einzuhalten“, unterstreicht Trapp. „So mussten die Experten der Fachabteilung nicht nur wegen der Nickelwerte beanstanden, sondern auch elf Proben wegen fehlender bzw. nicht eindeutiger Angaben zur Identifikation des Verbraucherprodukts gemäß Produktsicherheitsgesetz“.
Verbrauchern können wir nur raten: Bemerken Sie beim Tragen metallener Uhren oder Schmuck etwas Unangenehmes, legen Sie es sofort ab und kontaktieren Sie bei Bedarf einen (Haut)Arzt.


Hintergrund
Hat die Sensibilisierung auf Nickel einmal stattgefunden, bleibt sie lebenslang bestehen. Das Allergen, ein Nickelion, kann durch Schweiß aus nickelhaltigen Materialien herausgelöst werden und dann eine Körperreaktion hervorrufen.
Eine aktuelle, europaweit vergleichende Studie benennt den durchschnittlichen Anteil an Nickel-Allergikern zwischen 8,6 und 19,2 % in der Gesamtbevölkerung. Diese Rate variiert signifikant nach Geschlecht (männlich: 1,2 - 13 %; weiblich: 11,8 - 31,1 %).

Zur Prüfung auf Nickellässigkeit werden die Proben eine Woche lang in eine künstliche Schweißlösung eingebracht und der an diese Lösung abgegebene Anteil Nickel nach einer Kontaktzeit von einer Woche bestimmt. Zuvor wird die Zusammensetzung der Oberflächen und des Materials bestimmt. Beschichtete Materialien werden vor der Nickellässigkeit einem Abrieb- und Korrosionstest unterzogen, um einen zweijährigen Tragegebrauch zu simulieren.

pressemitteilung vom 06.12.2017

Abdriftkontrollen - Bienengesundheit – „Insektensterben“ - Resistenzen u. a.
Über 200 Besucher auf der 26. Fachtagung „Pflanzenschutz“ des LALLF

„Die Kolleginnen des Landes-Pflanzenschutzdienstes gingen in diesem Jahr 31 Verdachtsfällen auf Abdrift (Verwehen von Pflanzenschutzmitteln) nach. Dies waren 60 % aller Anzeigen. Sofort anschließende Vor-Ort-Kontrollen, Probenahmen von Pflanzen und deren Analysen in den Fachlaboren des LALLF bestätigten in nur drei Fällen (Vorjahr: 7) ein Abdriftgeschehen, also Verstöße gegen gesetzliche Auflagen in der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“, sagt Dr. Joachim Vietinghoff, Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst (PSD) des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) auf der heutigen Fachtagung „Pflanzenschutz“ in Rostock. „Wir schulen, informieren und kontrollieren die Landwirte seit Jahren in diesem höchst sensiblen Bereich und gehen davon aus, dass inzwischen die überwiegende Mehrheit der Betriebe entsprechende gute fachliche Praxis walten lässt.“

Weiterhin ging es auf der Tagung für Landwirte, Berater und Interessierte um verschiedene Themenbereiche, die „unter den Nägeln brennen“. So werden Landwirte oft pauschal als Bienenkiller betitelt. „Aber: Die im Amt gemeldeten und untersuchten Bienenschäden hatten nachgewiesenermaßen nur in vier Fällen mit fehlerhaften Pflanzenschutzmittelanwendungen zu tun. „Hauptursache für die gemeldeten Völkerverluste scheinen Viruserkrankungen zu sein, die von der Varroamilbe übertragen werden und die hochpathogene Stämme gebildet haben“, weiß Vietinghoff. Unter anderem ist das Flügeldeformationsvirus ein zunehmendes Problem. „Die Aufklärung der Ursachen für Bienenvölkerverluste in unserem Land ist für uns wichtige Amtsaufgabe. Daher haben wir im LALLF seit Kurzem eine molekularbiologische Untersuchungsmethode eingerichtet, mit der der Virusstatus diagnostiziert werden kann.

Eingehend äußerte sich Vietinghoff zu den Aussagen aus der vielzitierten Studie zum „Insektensterben“. „Die Untersuchungsmethode, nämlich die Erfassung des „Abtropfgewichtes“ der Fallenfänge, gestattet keine Aussage zu den tatsächlichen Verhältnissen des Untersuchungsstandortes. Mindestens hätten die Individuenzahlen, besser die Zuordnung der Fänge zu den verschiedenen Insektengruppen erfasst werden müssen. Innerhalb der äußerst vielgestaltigen Klasse der Insekten gibt es enorme Unterschiede in der Masse der einzelnen Individuen, weshalb die Gesamtmasse von Fallenfängen keinen Rückschluss auf Anzahl der Individuen erlaubt. Die Autoren der Studie benutzen das Schlagwort vom Insektensterben darum auch nicht.“ Ein wissenschaftlich begründetes Monitoring zur exakten Einschätzung der tatsächlichen Verhältnisse ist unbedingt notwendig, um relevante Wirkungsfaktoren zu ermitteln“, unterstreicht er. Pauschalverdächtigungen ohne Kenntnisse der tatsächlichen Verhältnisse helfen weder den Landwirten, noch den Verbrauchern und erst recht nicht den Insekten!

Die konventionelle Landwirtschaft kommt derzeit noch nicht ohne chemische Pflanzenschutzmittel aus. Deren Verfügbarkeit nimmt jedoch recht schnell ab: Alte Substanzen gehen verloren, weil sie nicht mehr den human- und ökotoxikologische Anforderungen genügen oder sie aufgrund resistenter Unkräuter, Krankheiten, Insekten nicht mehr wirken. In den letzten Jahren wurden selten neue Wirkstoffe und sehr selten solche aus neuen Wirkstoffklassen zugelassen. Das zwingt Landwirte, ihre Anbausysteme unabhängiger vom chemischen Pflanzenschutz zu machen. Die mechanische Unkrautbekämpfung ist ein solcher Ansatz. Aus der Forschung berichtete dazu Andreas Titze (Landesforschungsanstalt M-V) über Potenziale und Grenzen von Striegel und Hacke. Doreen Riske, Landwirtin aus Groß Kiesow, teilte ihre zweijährigen positiven Erfahrungen mit der mechanischen Unkrautbekämpfung in Raps und Zuckerrüben mit den Tagungsbesuchern. Sie konnte damit ohne ökonomische Nachteile den Pflanzenschutzmitteleinsatz in beiden Kulturen deutlich reduzieren.

„Die Bereitstellung von Bekämpfungsempfehlungen ist und bleibt eine der Hauptaufgaben des Pflanzenschutzdienstes“, resümiert Vietinghoff. Vorbeugende Maßnahmen und die Nutzung biologihcher Regelmechanismen sind besonders zu beachtende Grundsätze dieses Fachgebietes.

pressemitteilung vom 03.08.2017

Herbizideinsatz auf Hof- und Garageneinfahrten ist unzulässig!

„Eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Freilandflächen und auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich, noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, ist verboten“, macht Dr. Joachim Vietinghoff, Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst des LALLF in Rostock deutlich.
Zu den betreffenden Flächen gehören beispielsweise Platten- und Kieswege, Garagen- und Grundstückszufahrten, Stellflächen, sonstige Hofflächen, Gehwege, Bürgersteige, Radwege, Parkplätze, Böschungen, Feldraine usw..

„Wir müssen immer wieder feststellen, dass Verstöße gegen diesen Teil des Pflanzenschutzgesetzes, § 12 Abs. 2, vorkommen. Typisch sind gelblich-bräunlich welkende Pflanzen, die unübersehbar darauf hinweisen, dass Bürger Chemikalien ausgebracht haben“, sagt Vietinghoff (siehe Fotos).

Das Anwendungsverbot ist ebenso für andere Mittel, die der Unkrautvernichtung dienen können, zutreffend - z. B. Wegerein oder Steinreiniger. Es gilt auch dann, wenn in der Gebrauchsanleitung eines Pflanzenschutzmittels Anwendungsgebiete wie "Wege und Plätze", "Wege und Plätze mit Holzgewächsen" oder "Wege und Plätze ohne Holzgewächse" aufgeführt sind.

In begründeten Einzelfällen kann die zuständige Behörde, das LALLF, auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung  erteilen.
Dazu muss der angestrebte Zweck
- vordringlich sein,
- mit zumutbarem Aufwand auf andere Art nicht erzielt werden können,
- überwiegenden öffentlichen Interessen, insbesondere dem Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier  oder des Naturhaushaltes, nicht entgegenstehen.

Ein Verstoß gegen diese gesetzliche Regelung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einem Bußgeld, laut Gesetz bis 50.000 Euro, geahndet.
Für landwirtschaftliche Beihilfeempfänger ist der Verstoß Cross Compliance relevant und führt entsprechend zu Kürzungen der Gelder.

„Wir bitten alle, sich an dieses Verbot zu halten“, mahnt Vietighoff.
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Fotos: typische Beispiele regelwidriger Anwendung von Chemikalien

pressemitteilung vom 10.06.2017

Pflanzen nicht sorglos mitnehmen!
Xylella fastidiosa birgt Gefahr


„Xylella fastidiosa – es gibt keinen deutschen Namen - kann mehr als 300 Wirtspflanzenarten befallen, so z. B. Kräuter, Oleander, Olivenbäumchen, Ahorn“, sagt Joachim Vietinghoff, Leiter des Pflanzenschutzdienstes im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock.
„Sind auch nur Einzelpflanzen nachweislich infiziert, müssen im Umkreis von 100 Metern alle bekannten und verdächtigen Wirtspflanzen ausnahmslos vernichtet werden. Es wird außerdem eine 10 km-Pufferzone eingerichtet, in der regelmäßig amtliche Überwachungsmaßnahmen durchzuführen sind. Zahlreiche Pflanzenschutzmaßnahmen folgen anschließend, um einer weiteren Verbreitung vorzubeugen“, macht Vietinghoff anschaulich.

Das gramnegative Bakterium Xylella besiedelt die Leitbahnen, das Xylem der Pflanzen und bildet dabei Schleimschichten (Biofilme), sodass sich die Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen können. Folgen sind das Vertrocknen und Absterben von Pflanzenteilen oder der gesamten Pflanzen. Übertragen wird der, nicht durch Pflanzenschutzmittel bekämpfbare Erreger, durch saugende Insekten, meist Zikaden.
Befallene Pflanzen zeigen ggf. über Monate keine Krankheitsanzeichen, so dass eine Ausbreitung oft lange unentdeckt bleibt. Das verkompliziert die Bekämpfung zusätzlich. Außerdem sind die erkennbaren Schäden an den Pflanzen sehr leicht mit bloßem Ver-trocknen von Pflanzenteilen zu verwechseln.

Was kann der Verbraucher beitragen, dass sich Xylella fastidiosa in der EU nicht weiter ausbreitet?
Fälle der Krankheit gab es seit dem Jahr 2013 besonders in Italien und Frankreich, einen im Jahr 2016 auch in Sachsen. „Wenn Sie aus dem Urlaub Pflanzen aus anderen europäischen Ländern mit-bringen wollen, können wir Sie nur sehr bitten, dass Sie diese in zugelassenen Baumschulen kaufen und darauf achten, dass ein Pflanzenpass vorliegt“, mahnt Vietinghoff.
Jeder Betrieb, der bekannte Wirtspflanzenarten produziert und/oder mit ihnen handelt, muss sich in einer EU-Datei registrieren lassen. „Bringen Sie aus Drittländern bitte nur Pflanzen mit in die EU, denen ein Pflanzengesundheitszeugnis beigefügt ist“, ergänzt er.
Xylella fastidiosa stellt aufgrund der benannten Umstände eine Gefahr für den heimischen Obst-, Zierpflanzen- und Weinanbau dar.
Für gewerbliche Betriebe liegt der Schwerpunkt der Vorsorge in der Überwachung und Minimierung der übertragenden Insekten. Das ist z. B. die regelmäßige Entfernung der Gräser in den Kulturen, dem Lebensraum der Zikaden.

Hintergrund
Das Hauptverbreitungsgebiet des Bakteriums ist Nord- und Südamerika. Der Erreger wurde erstmalig 1880 in Kalifornien als Ursache einer Krankheit an Weinpflanzen nachgewiesen.
Alle Wirtspflanzen, an denen in der EU bisher Xylella fastidiosa nachgewiesen werden konnte, sind auf einer von der EU online geführten Datenbank aufgeführt. Die Europäische Union erließ im Zusammenhang mit dem Befall in Italien und Frankreich den Durchführungsbeschluss 2015/789/EU, in dem zusätzliche Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Verschleppung des Erregers innerhalb der EU und der Einschleppung in die EU festgelegt worden sind.

Ausführliche Informationen gibt es im Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen Julius Kühn

Passende Fotos sind auf folgender Website dargestellt:
gd.eppo.int/taxon/XYLEFA/photos

pressemitteilung vom 11.05.2015

Amt empfiehlt ausdrücklich abendliches oder nächtliches Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln

„Es ist nicht nur legal, wir empfehlen den Landwirten sogar, dass sie die Abend- und Nachtstunden dazu nutzen, ihre Felder mit notwendigen Behandlungen zu befahren“, sagt Joachim Vietinghoff, Abteilungsleiter Pflanzenschutzdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock.
Entgegen einer weit verbreiteten Vermutung wollen Landwirte sich damit nicht den Kontrollen des Pflanzenschutzdienstes entziehen oder heimlich verbotene Mittel anwenden! Sie realisieren mit dieser – manchem Bürger etwas befremdlich anmutenden Arbeitszeit - eine natur- und umweltschonendere Methode der Spritzmaßnahmen.
Jetzt im Frühjahr ist die Hauptvegetationszeit und die Schadorganismen sind in der Massenvermehrung. Ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als fünf Metern pro Sekunde darf mit einer Feldspritze nicht gearbeitet werden. Die Windverhältnisse bestimmen also die Anzahl der täglich möglichen Arbeitsstunden. Um die Spritzmittel zu einem optimalen Wachstumszeitpunkt in minimaler Menge auszubringen, können und sollten die überwiegend windstilleren Abende und Nächte genutzt werden.
Mit der inzwischen gut entwickelten, auch abdriftgeminderten Spritzdüsentechnik und präzisen, GPS-gesteuerten Fahrgeräten kommt das Pflanzenschutzmittel oder der Flüssigdünger punktgenau in den Pflanzenbestand. Randstreifen an Gewässern und Biotopen lassen sich so auch nachts ganz exakt abgrenzen.

Ein weiterer wichtiger Vorteil nächtlicher Pflanzenschutzmaßnahmen ist, dass Honigbienen, Hummeln und viele andere, sogenannte Nichtzielorganismen nicht beeinträchtigt werden. Denn sie sind nachts nicht auf Nahrungssuche. Sie können also weder durch direktes Besprühen, noch durch Geruchsveränderungen gestört werden.

„Es gibt also keinen Grund zur Besorgnis! Vielmehr ist ein in der Nacht mit der Pflanzenschutzspritze arbeitender Landwirt ein umweltbewusster Landwirt“, resümiert Vietinghoff.

Hintergrund:
Bei allen Spritzarbeiten unter freiem Himmel muss vor allem eine Abdrift des Spritznebels vermieden werden. Die Geräte erzeugen über den Spritzdruck feine Tröpfchen, deren Größe auch von der Fahrgeschwindigkeit abhängt, denn es geht darum, die gesetzlich festgelegte Aufwandmenge auf die Fläche zu bringen.
Um Abdrift zu verhindern, gibt es teilweise raffinierte technische Lösungen. Durch die Konstruktion der Düsen entsteht im Düsenkörper ein Luftstrom, der die Tröpfchen mit sich reißt und direkt in den Bestand schleudert. Durch diese sogenannten abdrift-geminderten Düsen kann die Abdrift um bis zu 90 % reduziert werden. Die Flüssigkeitsmenge einer Abdrift ist unter regulären Bedingungen sehr gering. Bei einer Abdriftminderung von 90 % darf sie zum Beispiel für den Düsentyp ID 05 im Abstand von einem Meter neben dem Spritzbalken höchstens 0,34 % und im Abstand von zehn Metern noch höchstens 0,03 % der normalen Behandlungsmenge betragen. Viele neue Pflanzenschutzmittel dürfen zulassungsseitig nur mit dieser abdriftgeminderter Düsentechnik angewendet werden.

Für die unterschiedlichen Pflanzenschutzmittel gelten spezifische Abstandsauflagen zu Gewässern. Ist kein Abstand ausgewiesen, greift § 12 Absatz 2 des Pflanzenschutzgesetzes. Dort heißt es: Pflanzenschutzmittel "dürfen jedoch nicht in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern und Küstengewässern angewandt werden."  Dieser Forderung wird der Landwirt gerecht, wenn er bei optimalen Anwendungsbedingungen (Wind, Fahrgeschwindigkeit und Spritzgestängehöhe) einen Abstand von einem Meter zur Böschungsoberkante einhält.

Pressemitteilung vom 19.02.2015

Fisch aus dem Schaalsee ist bedenkenlos genießbar

Erstmals hat Ende 2014 eine Übersichtsuntersuchung von Fischen aus dem Schaalsee stattgefunden. Es sind 12 Proben Fisch auf jeweils 110 Parameter im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock analysiert worden. Es ergaben sich keine Beanstandungen bzw. Höchstmengenüberschreitungen.

Neben der Bestimmung der Fettgehalte prüften die Experten bei Maräne, Hecht, Barsch, Aal und Blei die Belastung mit Dioxinen, PCB`s (Polychlorierte Biphenyle), Pflanzenschutzmitteln sowie Schwermetallen.

Die Fettanteile der Fische lagen bei Hecht, Barsch und Schlei zwischen 1 und 2 %. Der Aal war erwartungsgemäß mit 35 % der fettreichste Fisch.

Da Dioxine und PCB`s fettlöslich sind und sich somit im Fischgewebe anreichern, sind die höchsten Mengen dieser Umweltkontaminanten im fettreichen Aal nachgewiesen worden. Aber es wurde kein zulässiger Höchstwert überschritten.

Die Untersuchung auf Rückstände von 46 Pflanzenschutzmitteln ergab einen Nachweis von DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan – ist ein in der EU seit vielen Jahren verbotenes Insektizid). Hier stellte sich ebenfalls eine Abhängigkeit vom Fettgehalt der Fische dar – Aal und Maräne enthielten die höchsten, aber unbedenklichen Mengen von knapp 0,2 bzw. 0,05 mg/kg Frischsubstanz Fisch.

Auch bei den Schwermetallen Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber waren keine auffälligen Werte bestimmbar.

Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen finden Sie auf der Internetseite des Amtes: www.lallf.de/Aktuelles.440.0.html

pressemitteilung vom 05.02.2015

Asiatischer Laubholzbockkäfer

„Schwarzfahrer“ im Verpackungsholz gefährden heimische Bäume

„Abgestorbene Laub- und Obstbäume – das kann einer der derzeit gefürchtetsten ‚Schwarzfahrer‘ in Holzpaletten oder –kisten bewirken: der Asiatische Laubholzbockkäfer“, stellt Armin Hofhansel, Dezernatsleiter der Pflanzengesundheitskontrolle im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock fest. Der bis zu 35 mm große, schwarzweiße Asiatische Laubholzbockkäfer mit seinen auffällig langen Antennen kann über das Verpackungsholz in der ganzen Welt verbreitet werden. Paletten und Kisten sind somit notwendige Transporthilfe für Waren im internationalen Handel aber leider auch ungewollt für Schaderreger.

Qualifizierte MitarbeiterInnen des Pflanzenschutzdienstes des LALLF kontrollieren regelmäßig die Holzverpackungen von Importwaren auf eventuellen Befall mit diesem Käfer, suchen nach Schadbildern, wie Bohrlöchern oder Bohrmehl.
Um der Verbreitung des Asiatischen Laubholzbockkäfers und anderen Schädlingen vorzubeugen, gibt es einen internationalen Standard mit Maßnahmen für die Behandlung von Holzverpackungsmaterial im internationalen Handel (ISPM Nr. 15). Ist das Holz stärker als 6 mm, muss es einer Hitzebehandlung nach dem o. g. Standard unterzogen werden. Schadorganismen sterben dann ab. Ein somit sicheres Verpackungsholz wird mit einer amtlich registrierten Markierung gekennzeichnet, was einem amtlichen Dokument für die Schädlingsfreiheit gleich kommt. Diese Markierung dient auch als Kontrollmerkmal für den Pflanzenschutzdienst bei der Importkontrolle von Verpackungsholz. Ist das Verpackungsholz oder dessen Kennzeichnung nicht in Ordnung, kann durch den Kontrolleur unter anderem die Verbrennung angeordnet werden.

„Wenn Sie an einer Palette oder auch an einem Laubbaum ca. 1 cm große kreisrunde Ausbohrlöcher sehen oder bis zu 3 cm breite Fraßgänge, gegebenenfalls auch größere Mengen grobe Nagespäne oder gar bis zu 60 mm große cremeweiße Insektenlarven, dann könnte es sich um einen eingewanderten Laubholzbockkäfer handeln. Zögern Sie nicht und informieren Sie den Pflanzenschutzdienst“, bittet Hofhansel.
„Wenn der Verdacht besteht, dass Sie einen Asiatischen Laubholzbockkäfer gefunden haben, setzen Sie ihn fest – am besten in einem Glas, denn Plastiktüten sind für den Käfer kein Hindernis - und geben uns Bescheid“, ergänzt Hofhansel. Es darf auf keinen Fall zu einer Freisetzung  oder Vermehrung dieses Schädlings kommen. Er ist eine ernstzunehmende Gefahr für das Leben und Überleben unserer heimischen Baumbestände.

Hintergrund
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) stammt ursprünglich aus Asien und ist in Deutschland bisher an mehreren Standorten gefunden worden. Die neuesten Fälle sind 2014 aus München und Magdeburg bekannt.
Der Käfer kann völlig gesunde Bäume besiedeln und abtöten. Für den Menschen ist er unbedenklich. Zu seinen Wirtspflanzen zählen alle Laubbaumarten, einschließlich Obstgehölze.

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite des Amtes: www.lallf.de/Verpackungsholz.230.0.html



zuletzt geändert am: 08.08.2018