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Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei,
Mecklenburg-Vorpommern

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Dr. Antje Krüger

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pressemitteilung vom 22.2.2018

Von Edelmandelgras bis Maiszünsler...
Amtsschulungen helfen Landwirten, ihre Kulturen fachlich gut zu managen


Die eröffnende Aussage von Dr. Stephan Goltermann, Dezernatsleiter im Pflanzenschutzdienst (PSD) des LALLF in Rostock, dass die amtlich regisitrierten Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht im Vergleich der Jahre 2016 und 2017 um 17 % abgenommen haben, erzeugte bei den anwesenden Landwirten der Region um Ribnitz-Damgarten eine gute Grundstimmung. Etwa 55 Landwirte und einige Berater nahmen an dieser von insgesamt 12 Winterschulungen quer durch M-V teil. Organisatoren sind die Kolleginnen und Kollegen der vier Regionaldienste des Pflanzenschutzdienstes des Landesamtes. Neuigkeiten aus dem Pflanzenschutzrecht, Empfehlungen zum Pflanzenschutz für Mais, Getreide und Winterraps, überwiegend abgeleitet aus Ergebnissen eigener Versuche, ergeben für die Anwesenden objektive Aussagen zur Unterstützung ihrer Arbeit.
Goltermann ergänzt in Bezug auf das o.g. Ergebnis: „Die abnehmende Anzahl Verstöße unterstreicht den Trend zu einem immer geringeren Problemniveau der in der Öffentlichkeit ängstlich beobachteten und oft stark kritisierten Einsätze von Spritzentechnik auf den Kulturflächen. Dabei waren die Rahmenbedingungen für die Technikeinsätze 2017 – überdurchschnittliche Niederschläge, oft verbunden oder ergänzt mit Wind – eher problematisch, so dass sich der Spritzeneinsatz auf eine geringe Einsatzzeit konzentrierte.“

Der Mais nimmt in M-V bekanntermaßen einen großen Anteil Ackerfläche ein. Er ist die drittgrößte Kultur nach Weizen und Raps. Was die wenigsten Beobachter wissen: „Trotz des Anbauumfangs benötigt der Mais bislang nur Herbizide zur Unkrautregulierung und erreicht somit ein geringes Maß an chemischem Pflanzenschutz“, unterstreicht Goltermann. Aktuell diskutiert werden das Auftreten neuer Schaderreger. Neben Pilzerkrankungen spielt in diesem Zusammenhang der Maiszünsler eine Rolle. Dieser Schmetterling hat sich seit seinem ersten Auftreten in M-V im Jahr 2001 im gesamten Land ausgebreitet. 2017 waren nachweislich im Schnitt 17 % der Maispflanzen betroffen. Die Raupen fressen im Stängelmark, in den Kolben, beeinträchtigen so den Ertrag sowie die Standfestigkeit der Pflanzen und befördern die Infektion des Mais mit Schadpilzen. Die Raupen überwintern im unteren Teil der Stängel. Hier setzt der integrierte Pflanzenschutz an. Mit speziellen Mulchern werden die Pflanzenreste nach der Ernte so stark zerkleinert, dass die Larven keinen Ort zum Überwintern finden. Nebenbei werden mit der Stoppelbearbeitung auch die Pilze dezimiert. „Insektizide und Fungizide werden derzeit nicht gebraucht. Der Mais bleibt eine pflegeleichte Kultur“, schlussfolgert Goltermann vor dem Fachpublikum.

Neben den schon bekannten Gefahren für die Ackerkulturen gibt es seitens der Experten des PSD auch Hinweise auf mögliche neue Schadorganismen im Ackerbau. „Aufgrund seiner raschen Ausbreitung von Süden nach Norden gehen wir davon aus, dass das Erdmandelgras (Cyperus esculentus) als invasiver Neophyt auch in unserem Bundesland gute Lebensbedingungen vorfindet und dann u. a. durch schnelle Vermehrung in extreme Konkurrenz zu den Kulturpflanzen geht“, warnt Goltermann. Die bis zu einigen hundert mandelgroßen Knöllchen des Grases – die unteridischen Überdauerungsorgane - bleiben bis zu zehn Jahre keimfähig im Boden und lassen sich kaum mechanisch oder chemisch kontrollieren.

Noch nicht lange im Fokus der Berater ist die Sprenkelkrankheit der Gerste (Ramularia), ein Blattpilz, der mittlerweile Landwirten im restlichen Bundesgebiet „graue Haare wachsen“ lässt. „Nur in M-V bereitet die Krankheit, die Gerstenbestände innerhalb weniger Tage zusammenbrechen lassen kann, noch keine Probleme. Warum, bleibt uns ein Rätsel“, äußert der Fachmann. „Dieser aggressive Pilz ist sehr schwer zu behandeln. Es gibt nur einen einzigen geeigneten Wirkstoff bei den Pflanzenschutzmitteln und dessen Zukunft ist wegen Zulassungsfragen ungewiss“, ergänzt er.

Hintergrund

Die neuen Ergebnisse und Empfehlungen zum Integrierten Pflanzenschutz im Ackerbau werden seit 1991 vom Pflanzenschutzdienst des LALLF jährlich zusammengestellt und auch in Broschürenform herausgegeben. Sie sind unter anderem Basis für die Winterschulungen. Landwirte, Händler und Berater finden aktuelle Beratungsempfehlungen für die Planung und Umsetzung von Pflanzenschutzmaßnahmen. Die Grundlage bilden konkrete Ergebnisse aus Versuchen und Monitorings zurückliegender Jahre. Die Empfehlungen können als Leitfaden und Unterstützung für die tägliche Arbeit verstanden werden. Alle neuen rechtlichen Anforderungen sowie Neuerungen bei Zulassungen bzw. Anwendungsbestimmungen der Pflanzenschutzmittel finden ebenfalls Berücksichtigung. Die Broschüre ist gegen eine Schutzgebühr im LALLF erhältlich:
www.lallf.de/Broschueren.349.0.html 

pressemitteilung vom 5.2.2018

Schwermetalle in Speisepilzen?

Wild- und vor allem Kulturpilze sind in der heutigen Zeit fast ganzjährig in Verkaufseinrichtungen und Restaurants im Angebot, auch gefrorene Ware ist verfügbar. Regelmäßig werden sie daher amtlich kontrolliert.
„Erfreulicherweise hatte in den Jahren 2016 und 2017 keine der insgesamt 70 untersuchten Proben frische Kultur- und Wildpilze eine beanstandenswerte Belastung an Schwermetallen“, resümiert Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Dem Einzel- und Großhandel wurden 51 Proben Kulturpilze (30 x Kulturchampignon, 10 x Kräuterseitling, 8 x Austernpilze, 3 x Shiitake) sowie 19 Proben Wildpilze, alles Pfifferlinge, entnommen und von den Experten des LALLF analysiert. Geprüft wurde auf die Elemente Blei, Cadmium und Quecksilber.

Pilze nehmen Schwermetalle über das Mycel (Wurzelgeflecht) aus ihrem Nährsubstrat bzw. dem Boden auf. Sie filtern sie natürlicherweise aus und reichern sie in ihren Fruchtkörpern an.
Wildpilze können je nach Beschaffenheit des Bodens höhere Gehalte an Cadmium und Quecksilber aufweisen als Kulturpilze. Die Aufnahmemenge der Elemente ist je nach Pilzart sehr unterschiedlich und erscheint in getrockneten Speisepilzen entsprechend in noch höheren Konzentrationen.
„Wer regelmäßig frische Wildpilze isst, sollte laut Empfehlung des Bundesumweltministeriums* pro Woche nicht mehr als 200 bis 250 g genießen. Für Kinder gelten entsprechend ihres Körpergewichts geringere Mengen“, unterstreicht Feldhusen. „Für den gelegentlichen Verzehr größerer Mengen gibt es keine Bedenken.“

In der Verordnung (EG) 1881/2006 der Kommission zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln ist u. a. für Kulturpilze bei Blei ein Höchstgehalt von 0,3 mg/kg und für Cadmium ein Höchstgehalt von 0,2 mg/kg festgelegt. Wildwachsende Pilze haben eine Maximalgehaltsgrenze von 1,0 mg/kg Cadmium.

* Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Pressemitteilung vom 25.01.2018

Nitratuntersuchungen in Salat und Spinat

Im Jahr 2017 sind insgesamt 44 Proben verschiedener frischer Salate und Spinat im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock auf ihre Nitratgehalte untersucht worden. Sie stammten überwiegend aus Deutschland (33 Proben) aber auch aus Italien (7), Frankreich und Holland. Die Proben wurden bei Erzeugern und unterschiedlichen Handelsunternehmen in M-V zur Untersuchung entnommen. Nur zwei Proben – ein Spinat und ein Rucola-Salat, beide aus Italien – sind aufgrund der Überschreitung der EU-weit geltenden Höchstmengen für Nitrat beanstandet worden.

Pflanzliche Lebensmittel sind eine Hauptquelle für die Nitrataufnahme des Menschen. Nitrat selbst stellt keine unmittelbare Gefahrenquelle dar, allerdings kann es sich durch mikrobiologische oder enzymatische Einwirkungen zu Nitrit umwandeln - Nitrit wiederum ist an der Bildung der krebserregend geltenden Nitrosamine beteiligt. Mögliche Ursachen für die Nitritbildung können ein unsachgemäßer Transport und falsche Lagerung sein. Wenn etwa Salat in einem Folienbeutel luftdicht verpackt ist, können Mikroorganismen Nitrat zu Nitrit reduzieren.

Bei stark zerkleinerten Lebensmitteln, die längere Zeit in einem geschlossenem Behältnis aufbewahrt werden, wird die Reduzierung von Nitrat zu Nitrit begünstigt, da die Reaktionsoberfläche für Mikroorganismen im zerkleinerten Zustand wesentlich größer ist. So sollte beispielsweise Spinat nicht zu lange stehen und möglichst auf einmal verzehrt werden.
Verbraucher sollten aber wegen dieser Umstände nicht weniger Gemüse essen, sondern eher auf eine vielfältige Gemüseauswahl achten.

Hintergrund
Im Gegensatz zu Tomaten, Gurken oder Bohnen können einige Gemüsesorten, wie Feldsalat, Kopfsalat, Spinat oder Rucola vergleichsweise hohe Nitratgehalte aufweisen. Daher werden sie regelmäßig auf Nitrat untersucht.
Nitrate sind Stickstoffverbindungen, die im Boden vorkommen aber auch über chemische Düngung von Pflanzen aufgenommen werden. Das erfolgt in Abhängigkeit von der Pflanzenart selbst, der Stärke der Düngung sowie von  Licht-, Wasser- und Temperatureinflüssen.
Der Rucola enthielt einen Nitratgehalt von 7.400 mg/kg. Laut Verordnung (EG) Nr.1881/2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln gilt für Rucola bei einer Ernte vom 1. April bis 30. September eine Nitrat-Höchstmenge von 6.000 mg/kg. Der Spinat enthielt 4.713 mg/kg Nitrat bei maximal erlaubten 3.500 mg/kg.

pressemitteilung vom 16.01.2018

Neu in Sachen Bienengesundheit - Virentests
LALLF erweitert Untersuchungsspektrum


Wenn Bienenverluste auftreten, wissen die Imker nicht immer, was die Ursache ist. Oft wird z. B. eine Vergiftung durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vermutet. Aber: Neue Erkenntnisse zeigen, dass Viren eine ernst zu nehmende Rolle im Verlustgeschehen bei den Honigbienen spielen. Diese winzigen, infektiösen Partikel werden auch oft durch die Varroamilben übertragen. Man davon aus, dass diese Milbenart bei uns in allen Bienenvölkern vorhanden ist.
Daher hat das Landesamt nun das Untersuchungsspektrum auf die Identifizierung der wichtigsten Viren erweitert. „Ab sofort können Proben von Bienen bei uns auf
- das Flügeldeformationsvirus,
- das Akute Bienenparalyse-Virus und
- das Chronische Bienenparalyse-Virus
untersucht werden. Damit haben wir eine Möglichkeit geschaffen, die Imker vor einem Virenbefall nach Varroa zu warnen. Nach Völkerverlusten kann die Diagnostik über die Todesursache mehr Klarheit verschaffen und den Imkerinnen und Imkern helfen, eventuelle Behandlungslücken in ihrer Varroabekämpungsstrategie zu schließen“, freut sich Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock.
Neben den benannten Virenuntertersuchungen werden die Bienenproben gleichzeitig auf einen Nosema-Befall - eine ansteckende Darmerkrankung durch einzellige Parasiten - sowie auf Varroamilben analysiert. „Insgesamt schaffen wir für ein kleines Geld von 33,20 Euro für den Imker Klarheit und eine Basis, seine Völker gesund zu erhalten“, unterstreicht Feldhusen.

Die Untersuchungsexperten des LALLF haben in Zusammenarbeit mit dem Bienengesundheitsdienst der Tierseuchenkasse M-V ein entsprechendes Merkblatt und eine Einsendeanleitung entwickelt. Die Informationen sind auf der Homepage des LALLF (www.lallf.de) oder der Tierseuchenkasse abzurufen.

Hintergrund
Viele Viren können Bienen infizieren und sich in Bienen vermehren, ohne diese erkennbar zu schädigen.
Die im 20. Jahrhundert nach Europa eingeschleppte Varroamilbe kann beim Saugen an den Bienenpuppen Viren direkt injizieren und so die Brut schädigen. Da die Varroamilbe die Bienen schwächt, können auch harmlosere Infektionen mit Viren zu größeren Problemen führen.
Gegen Bienenviren gibt es keine Medikamente. Da aber erst die Varroamilben einige der Bienenviren richtig gefährlich werden lassen, verringert eine effektive Bekämpfung der Milben auch die Schäden, die von den durch die Milben übertragenen oder aktivierten Viren ausgehen.

pressemitteilung vom 25.12.2017

Pilzgifte in Nüssen und Trockenfrüchten?

In 78 Proben verschiedener Nusssorten und Mandeln sowie 30 Proben unterschiedlicher Trockenfrüchte, untersucht in den Jahren 2016 und 2017, gab es Nachweise von den Pilzgiften Aflatoxin und Ochratoxin (OTA). Besonders auffällig waren Sultaninen und Korinthen, bei denen 94 % geringe Gehalte an Ochratoxin enthielten, aber alle unter der erlaubten Höchstmenge von 10 µg/kg lagen. In zwei Proben gemahlener Haselnüsse gab es Spuren von Aflatoxin, die ebenfalls nicht die Grenzwerte erreichten.

In der Analyse auf vier verschiedene Aflatoxine und OTA waren unter anderem Erd-, Para-, Wal-, Hasel- und Cashewnüsse, außerdem Pistazien. Neben den benannten Sultaninen und Korinthen sind Feigen und Datteln analysiert und beurteilt worden. Alle Proben kamen aus üblichen Einkaufseinrichtungen des Landes.

„Ob in der Weihnachtsbäckerei oder zum Knabbern – Nüsse sind eine Quelle für Energie aus gutem Nahrungsfett und fast alle enthalten wertvolle Fettsäuren. Trockenfrüchte sind vielfältig als Ergänzung in Backwerk zu finden oder sie dienen pur als energiereicher Snack“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock. Feldhusen rät: „Alle Nüsse und Trockenfrüchte, die äußerlich oder innerlich sichtbare Schimmelspuren aufweisen, sind nicht mehr genießbar und müssen entsorgt werden. Sollten Sie beim Verzehr einen atypischen Geschmack - bitter, pelzig, muffig – feststellen, sollten Sie besser alles ausspucken!“ Ein atypischer Geschmack muss nicht zwangsläufig auf einen Schimmelpilzbefall hindeuten, es liegt jedoch ein erhöhtes Risiko für einen solchen Befall vor.

Um einen Schimmelpilzbefall im eigenen Haushalt zu vermeiden, sollten Nüsse und Trockenfrüchte kühl, trocken und luftig gelagert werden.

Aufgrund der festgestellten Gehalte auch unterhalb des Grenzwerte sind neben der Etablierung von Höchstmengen auf europäischer Ebene regelmäßige Untersuchungen von Nüssen und Trockenfrüchten erforderlich. Trotz intensiver Anstrengungen, das Auftreten von Mykotoxinen in Trockenfrüchten zu reduzieren, ist das Problem nach wie vor vorhanden, auch wenn in den Untersuchungsergebnissen ein Trend zur Verbesserung  in diesem Jahr deutlich war. Routinekontrollen bleiben entscheidend, um einen effektiven Verbraucherschutz zu gewährleisten.

Hintergrund
Nüsse können bereits am Baum, aber auch beim Transport oder bei der Lagerung durch hohe Luftfeuchte und Wärme von Pilzen befallen werden. Diese können Gifte (Mykotoxine) entwickeln. Die Pilzgifte sind nicht mit bloßem Auge sichtbar und auch nicht am Geruch oder Geschmack erkennbar. Die spezielle Art Mykotoxine, die Aflatoxine, sind hitze- und säurestabil. Sie überstehen daher die üblichen Verarbeitungs- und Zubereitungsmethoden für Lebensmittel und sind somit auch in gerösteten Nüssen zu finden.

Aflatoxine gehören auch zu den Mykotoxinen. Bei Mykotoxinen handelt es sich um natürlich vorkommende, sogenannte sekundäre Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Aflatoxine werden unter anderem von den Schimmelpilzen Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus gebildet. Sie können beim Menschen die Entstehung von Krebs begünstigen, Nieren und Leber schädigen, das Immunsystem beeinträchtigen oder Durchfall und Erbrechen verursachen. Außerdem können Aflatoxine das Erbgut schädigen, das heißt sie wirken genotoxisch.

OTA entsteht unter unzureichenden Lagerbedingungen, besonders was die Feuchtigkeit angeht. Auch dieses Pilzgift wirkt nieren- und leberschädigend und wird als eine für den Menschen möglicherweise krebserzeugende Substanz und gentoxisch eingestuft. Problematisch ist seine lange Halbwertszeit im tierischen und menschlichen Organismus, d. h. nach dem Verzehr belasteter Produkte wird das Toxin nur sehr langsam verstoffwechselt und aus dem Körper ausgeschieden.

pressemitteilung vom 17.12.2017

Auslöser für Nickelallergien: Modeschmuck und Co
Amt testete Bedarfsgegenstände

Jährlich testet das Landesamt im Sinne des Verbraucherschutzes risikorrientiert Bedarfsgegenstände mit Körperkontakt wie zum Beispiel Modeschmuck und Uhrenarmbänder auf Nickellässigkeit. Das heißt, es wird die Menge Nickel gemessen, die aus einem metallenen Gegenstand bei simuliertem Körperkontakt abgegeben wird. Der Grund: Nickel gilt seit Jahren als häufigstes Kontaktallergen in Europa.
Im LALLF sind im Jahr 2017 54 Proben, davon 23 Modeschmuckstücke, 14 Uhrenarmbänder, sieben Jeansknöpfe aus Metall sowie zehn Piercingschmuckstücke aus dem Einzelhandel im norddeutschen Raum geprüft worden. „In zwei der 54 Proben (knapp 4 %) überschritten die Nickelabgaben die maximal erlaubten Mengen. Das waren ein Uhrenarmband und ein Piercingstecker“, resümiert Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin für Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeuntersuchung im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Das amtliche Ergebnis passt damit in etwa in die Größenordnung bundesweiter Messungen. Das Problem: nach den Analyseergebnissen der deutschen Untersuchungsämter sind die Beanstandungsraten in Sachen Nickel den letzten Jahren gesunken aber dermatologische Publikationen weisen darauf hin, dass die Anzahl der Patienten mit Nickelallergie durch Piercingschmuck zunehmen. „Letztlich kann unser Beitrag nur sein, dass wir die Hersteller mit regelmäßen Kontrollen dazu bringen, alle gesetzlichen Anforderungen einzuhalten“, unterstreicht Trapp. „So mussten die Experten der Fachabteilung nicht nur wegen der Nickelwerte beanstanden, sondern auch elf Proben wegen fehlender bzw. nicht eindeutiger Angaben zur Identifikation des Verbraucherprodukts gemäß Produktsicherheitsgesetz“.
Verbrauchern können wir nur raten: Bemerken Sie beim Tragen metallener Uhren oder Schmuck etwas Unangenehmes, legen Sie es sofort ab und kontaktieren Sie bei Bedarf einen (Haut)Arzt.


Hintergrund
Hat die Sensibilisierung auf Nickel einmal stattgefunden, bleibt sie lebenslang bestehen. Das Allergen, ein Nickelion, kann durch Schweiß aus nickelhaltigen Materialien herausgelöst werden und dann eine Körperreaktion hervorrufen.
Eine aktuelle, europaweit vergleichende Studie benennt den durchschnittlichen Anteil an Nickel-Allergikern zwischen 8,6 und 19,2 % in der Gesamtbevölkerung. Diese Rate variiert signifikant nach Geschlecht (männlich: 1,2 - 13 %; weiblich: 11,8 - 31,1 %).

Zur Prüfung auf Nickellässigkeit werden die Proben eine Woche lang in eine künstliche Schweißlösung eingebracht und der an diese Lösung abgegebene Anteil Nickel nach einer Kontaktzeit von einer Woche bestimmt. Zuvor wird die Zusammensetzung der Oberflächen und des Materials bestimmt. Beschichtete Materialien werden vor der Nickellässigkeit einem Abrieb- und Korrosionstest unterzogen, um einen zweijährigen Tragegebrauch zu simulieren.

pressemitteilung vom 12.12.2017

Wildfleisch nicht roh verzehren!
Küchenhygiene beachten

Wildfleisch ist zu Weihnachten eine Alternative zum traditionellen Enten- oder Gänsebraten. Im Landesamt sind in den letzten zwei Monaten 12 Proben, quer durch alle üblichen Tierarten, von Damwild über Wildschwein bis Hase, untersucht worden.
„Wir sehen es als unsere Pflicht an, auf eine gute Küchenhygiene bei den Verbrauchern hinzuweisen, denn wir haben in drei Proben Verotoxin-bildende Escherichia coli (VTEC) nachgewiesen“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Diese Keime kommen natürlicherweise im Magen-Darm-Kanal von Wiederkäuern vor und können über Verschmutzungen bei der Schlachtung und/oder Zerlegung auf das Fleisch gelangen. VTEC können beim Menschen unter Umständen akute Durchfall- und Nierenerkrankungen erzeugen.
Diese Keimnachweise führen noch nicht zu Beanstandungen der Proben, weil das Fleisch nicht zum Rohverzehr an Verbraucher abgegeben wird. „Gut durcherhitzen – das ist der Weg, um Infektionen vorzubeugen“, rät Feldhusen. Zudem gilt die allgemeine Hygieneregel, dass der Kontakt zwischen rohem Fleisch und verzehrsfertigen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Salat, über Hände, Arbeitsflächen und Gerätschaften vermieden werden sollte.
„Händewaschen nicht vergessen! Diese Kinderregel gilt auch unbedingt für das Zubereiten von Speisen“, unterstreicht der Amtschef. „Wenn das Fleischstück außerdem mit einer Kerntemperatur von mindestens 70 Grad über zwei Minuten gart, haben Sie ein gesundes Lebensmittel mit viel Eiweiß und einem hohem Vitamin- und Mineralstoffgehalt auf dem Teller! Genießen Sie das!“.

pressemitteilung vom 06.12.2017

Abdriftkontrollen - Bienengesundheit – „Insektensterben“ - Resistenzen u. a.
Über 200 Besucher auf der 26. Fachtagung „Pflanzenschutz“ des LALLF

„Die Kolleginnen des Landes-Pflanzenschutzdienstes gingen in diesem Jahr 31 Verdachtsfällen auf Abdrift (Verwehen von Pflanzenschutzmitteln) nach. Dies waren 60 % aller Anzeigen. Sofort anschließende Vor-Ort-Kontrollen, Probenahmen von Pflanzen und deren Analysen in den Fachlaboren des LALLF bestätigten in nur drei Fällen (Vorjahr: 7) ein Abdriftgeschehen, also Verstöße gegen gesetzliche Auflagen in der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“, sagt Dr. Joachim Vietinghoff, Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst (PSD) des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) auf der heutigen Fachtagung „Pflanzenschutz“ in Rostock. „Wir schulen, informieren und kontrollieren die Landwirte seit Jahren in diesem höchst sensiblen Bereich und gehen davon aus, dass inzwischen die überwiegende Mehrheit der Betriebe entsprechende gute fachliche Praxis walten lässt.“

Weiterhin ging es auf der Tagung für Landwirte, Berater und Interessierte um verschiedene Themenbereiche, die „unter den Nägeln brennen“. So werden Landwirte oft pauschal als Bienenkiller betitelt. „Aber: Die im Amt gemeldeten und untersuchten Bienenschäden hatten nachgewiesenermaßen nur in vier Fällen mit fehlerhaften Pflanzenschutzmittelanwendungen zu tun. „Hauptursache für die gemeldeten Völkerverluste scheinen Viruserkrankungen zu sein, die von der Varroamilbe übertragen werden und die hochpathogene Stämme gebildet haben“, weiß Vietinghoff. Unter anderem ist das Flügeldeformationsvirus ein zunehmendes Problem. „Die Aufklärung der Ursachen für Bienenvölkerverluste in unserem Land ist für uns wichtige Amtsaufgabe. Daher haben wir im LALLF seit Kurzem eine molekularbiologische Untersuchungsmethode eingerichtet, mit der der Virusstatus diagnostiziert werden kann.

Eingehend äußerte sich Vietinghoff zu den Aussagen aus der vielzitierten Studie zum „Insektensterben“. „Die Untersuchungsmethode, nämlich die Erfassung des „Abtropfgewichtes“ der Fallenfänge, gestattet keine Aussage zu den tatsächlichen Verhältnissen des Untersuchungsstandortes. Mindestens hätten die Individuenzahlen, besser die Zuordnung der Fänge zu den verschiedenen Insektengruppen erfasst werden müssen. Innerhalb der äußerst vielgestaltigen Klasse der Insekten gibt es enorme Unterschiede in der Masse der einzelnen Individuen, weshalb die Gesamtmasse von Fallenfängen keinen Rückschluss auf Anzahl der Individuen erlaubt. Die Autoren der Studie benutzen das Schlagwort vom Insektensterben darum auch nicht.“ Ein wissenschaftlich begründetes Monitoring zur exakten Einschätzung der tatsächlichen Verhältnisse ist unbedingt notwendig, um relevante Wirkungsfaktoren zu ermitteln“, unterstreicht er. Pauschalverdächtigungen ohne Kenntnisse der tatsächlichen Verhältnisse helfen weder den Landwirten, noch den Verbrauchern und erst recht nicht den Insekten!

Die konventionelle Landwirtschaft kommt derzeit noch nicht ohne chemische Pflanzenschutzmittel aus. Deren Verfügbarkeit nimmt jedoch recht schnell ab: Alte Substanzen gehen verloren, weil sie nicht mehr den human- und ökotoxikologische Anforderungen genügen oder sie aufgrund resistenter Unkräuter, Krankheiten, Insekten nicht mehr wirken. In den letzten Jahren wurden selten neue Wirkstoffe und sehr selten solche aus neuen Wirkstoffklassen zugelassen. Das zwingt Landwirte, ihre Anbausysteme unabhängiger vom chemischen Pflanzenschutz zu machen. Die mechanische Unkrautbekämpfung ist ein solcher Ansatz. Aus der Forschung berichtete dazu Andreas Titze (Landesforschungsanstalt M-V) über Potenziale und Grenzen von Striegel und Hacke. Doreen Riske, Landwirtin aus Groß Kiesow, teilte ihre zweijährigen positiven Erfahrungen mit der mechanischen Unkrautbekämpfung in Raps und Zuckerrüben mit den Tagungsbesuchern. Sie konnte damit ohne ökonomische Nachteile den Pflanzenschutzmitteleinsatz in beiden Kulturen deutlich reduzieren.

„Die Bereitstellung von Bekämpfungsempfehlungen ist und bleibt eine der Hauptaufgaben des Pflanzenschutzdienstes“, resümiert Vietinghoff. Vorbeugende Maßnahmen und die Nutzung biologihcher Regelmechanismen sind besonders zu beachtende Grundsätze dieses Fachgebietes.

pressemitteilung vom 28.11.2017

Wissenschaftliche Untersuchungen in „Winterlagern“ werden fortgesetzt
Amt bittet um Verständnis und Mithilfe!



Untersuchungsgebiet für die Erhebung grundlegender fischereibiologischer Daten in Winterlagern des Landes ist in der Wintersaison 2017/2018 der Hafen Wolgast.
„Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) möchte als obere Fischereibehörde mit dem Vorhaben für die Fischbestände in der Winterzeit den bisherigen Vorsorgeansatz des Landes Mecklenburg-Vorpommern als Fischereiberechtigem ergänzen“, sagt Thomas Schaarschmidt, Dezernatsleiter für Fischereiverwaltung des LALLF.

Die Untersuchungen finden seit Mitte Oktober 2017 sowohl im Bereich des Winterlagers Hafen Wolgast als auch in nördlich und südlich des Winterlagers gelegenen Bereichen des Peenestroms statt. Sie werden bis März 2018 andauern.
Der Fokus liegt auf der Fischfauna. Dazu wird mit modernen hydroakustischen Methoden und wissenschaftlicher Stellnetzfischerei gearbeitet. Die benannten Gewässer werden regelmäßig befahren und dabei Fang- und Messgeräte eingesetzt. Die anglerische Nutzung im Bereich der Winterlager wird ebenfalls erfasst.
Die obere Fischereibehörde geht mit diesen Studien auch Forderungen aus der öffentlichen Diskussion zu den Winterlagern nach. Die Ergebnisse sollen bei der Überprüfung der Winterlagerregelungen sowohl hinsichtlich der Gewährleistung des Fischschutzes als auch einer angemessenen anglerischen Nutzung berücksichtigt werden.

„Das Amt bittet um Verständnis, dass es im Zuge der Arbeiten kurzzeitig zu leichten Einschränkungen für das Angeln in den Untersuchungsgebieten kommen kann“, erklärt Schaarschmidt. „Außerdem können Sie sehr helfen, indem Sie die vorgeschriebene Fangstatistik ordnungsgemäß führen und zu uns senden! Damit kann die Datengrundlage wesentlich ergänzt werden, was letztlich zu optimalen Entscheidungen beiträgt“.

Mit der aktuellen Studie sollen die Arbeiten in den Winterlagern abgeschlossen werden. Der Hafen Stralsund sowie der Untere Ryck Greifswald wurden bereits untersucht.

Hintergrund
Im Herbst und Winter wird ein Teil der Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns von den Fischen als Schutz- und Rückzugsraum genutzt. In diesem Zeitraum werden in solchen sogenannten Winterlagern regelmäßig hohe Fischkonzentrationen beobachtet.
Zum Schutz der Fischbestände in den Winterlagern Hafen Stralsund, Lanckener Bek, Unterer Ryck, Untere Uecker und Hafen Wolgast hat das LALLF als obere Fischereibehörde wie auch in den letzten Jahren hier die Fischereiausübung per Allgemeinverfügung zeitweise eingeschränkt. Dies betrifft neben der Fischerei auch das Angeln.

Mit den diesjährigen Arbeiten wurde die FIUM GmbH & Co. KG - Institut für Fisch und Umwelt aus Rostock in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen Partner beauftragt.

pressemitteilung vom 30.08.2017

Sind Smoothies rückstandsfrei?
Amtlicher check auf Pflanzenschutzmittel


Es wird empfohlen, fünfmal am Tag eine Portion Obst oder Gemüse zu verzehren. Das entspricht etwa 600 g Obst und Gemüse pro Tag. Darauf nehmen einige Hersteller von "Smoothies" Bezug und preisen ihre Produkte als Ersatzportion an.
Smoothies enthalten zwangsläufig das, was ihre Zutaten mit in die Mischung bringen. Daher verwundert es nicht, dass auch Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln (PSM) auffindbar sind.
In 10 von 18 Smoothies (56 %), die sowohl als vorverpackte als auch als lose frisch hergestellte Ware in Verkehr gebracht wurden, fanden sich zwischen einem und fünf Rückstände von PSM. Aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten der verwendeten Zutaten für Smoothies gibt es derzeit aber keine gesetzlichen Festlegungen zu Höchstmengen. „Diese Grenzwerte existieren nur für die einzelnen verwendeten Früchte oder Gemüse“, sagt Matthias Denker, stellvertretender Abteilungsleiter der Lebensmitteluntersuchung im LALLF in Rostock. „Es gab keine Höchstmengenüberschreitungen, soweit man das unter diesen variablen Herstellungsbedingungen abschätzen kann.“

Auffällig war eine Probe mit frisch gepresstem Orangensaft. Drei Schalenbehandlungsmittel für Zitrusfrüchte - o-Phenylphenol, Imazalil und Thiabendazol - sind hier nachweisbar gewesen. „Das heißt, dass für die Herstellung von dem frischen Saft wahrscheinlich behandelte Orangen verwendet wurden“, resümiert Denker. „Nicht nur in diesem Fall gilt, dass mit der Verwendung von unbehandelten Zutaten, am sichersten zertifizierten Bioqualitäten, die Belastung mit PSM-Rückständen minimierbar ist“, weiß der Lebensmittelchemiker.

Beanstandet wurden zwei der 18 Proben wegen ungenügender Kennzeichnungen.

„Smoothies sind, wenn man so will, die teuerste Art Obst und Gemüse zu sich zu nehmen“, meint Denker. Das Trendprodukt kann die tägliche Ernährung bereichern, sollte aber kein ausschließlicher Ersatz für frisches Obst und Gemüse sein. In vielen Fertigpackungen sind verarbeitete und erhitzte Bestandteile, wie Fruchtsäfte, enthalten, die kein Ersatz für frisches Obst und Gemüse sind.

Hintergrund
In vielen Fällen handelt es sich bei Smoothies um verarbeitete, industrielle hergestellte und ggf. erhitzte Erzeugnisse aus Obst und Gemüse. Lebensmittelrechtlich ist die Angabe "Smoothie" nur eine Phantasiebezeichnung und allein, ohne eine Ergänzung, nicht ausreichend.
Eine Forderung, die sich aus den kennzeichnungsrechtlichen Vorschriften ergibt, ist die obligatorische Angabe eines Zutatenverzeichnisses. In dieser Liste werden alle Zutaten in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtanteiles aufgeführt. Der Verbraucher hat somit die Möglichkeit, die Produkte hinsichtlich ihrer Zusammensetzung zu unterscheiden und zu erkennen, ob dem Erzeugnis Zusatzstoffe zugesetzt worden sind. Weiterhin müssen Zutaten, die durch Abbildungen oder Hinweise in der Bezeichnung des Lebensmittels besonders hervorgehoben werden, mit ihrem prozentualen Mengenanteil aufgeführt werden.

pressemitteilung vom 24.08.2017

Buchsbaumbestände leiden durch Cylindrocladium buxicola
Vielerorts bietet sich bei Buchsbäumen (Buxus microphylla und B. sempervirens) auf Friedhöfen und in Gärten ein trauriges Bild: massiver Blattfall, teilweise noch punktuell, oft aber auch flächendeckend. Das ist oft das Ergebnis einer Infektion mit dem Schadpilz Cylindrocladium buxicola (kein deutscher Name).
„Sobald eine etwa fünfstündige Blattnässe gegeben ist, kann Cylindrocladium buxicola die Blätter und Triebe des Buchsbaums infizieren. Der Pilz dringt in das gesunde Pflanzengewebe ein und das auch ohne Verletzung der schützenden Oberfläche“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Unter den diesjährigen feuchtwarmen Bedingungen, wie sie schon fast den ganzen Sommer in M-V lang herrschen, traten Infektionen frühzeitiger und auch heftiger als in den Vorjahren auf. Erste Krankheitsanzeichen sind orange-bräunliche Flecken auf den Blättern. Bald danach werden die Blätter hellgrau und fallen ab. Ein sicheres Erkennungszeichen dieser Krankheit sind schmale schwarze Striche auf den jungen grünen Trieben. Teile der Pflanze sterben oft ab. Oft ergrünen befallene Buchsbäume im Frühling wieder, so dass man glauben könnte, die Krankheit sei überwunden. Doch im Spätsommer bei feuchtwarmer Witterung bricht der Blattfall erneut aus. Einmal erkrankte Buxus werden nicht wieder gesund.
Die Sporen auf den abgefallenen Blättern werden vom Wind verweht und stecken so gesunde Pflanzen in der Umgebung an. Außerdem bildet der Schadpilz Dauersporen, die das Erdsubstrat mindestens vier Jahre lang verseuchen.
Deshalb ist es nicht ratsam, neuen Buchsbaum in eine verseuchte Pflanzstelle zu setzen.

Was kann man tun?
Schon beim Kaufen sollten Verbraucher darauf achten, dass die Pflanzen augenscheinlich gesund sind. Die Buchssorten sind auch unterschiedlich anfällig für den Pilz. „Lassen Sie sich dazu im Fachhandel beraten“, sagt Feldhusen.
Da Blattnässe eine wichtige Voraussetzung für die Infektion ist, sollten bei der Pflanzung windoffene, sonnige Lagen bevorzugt werden, um das Abtrocknen der Pflanzen zu fördern. Zusatzbewässerung ist besser direkt an die Wurzel zu geben, das Wasser nicht über das Laub gießen.
„Entfernen Sie erkrankte Pflanzen zusammen mit dem herabgefallenen Laub und vernichten Sie beides über den Restmüll oder die professionelle Kompostierung, eine Heißrotte. Auch ein Verbrennen, sofern erlaubt, oder tiefes Vergraben ist möglich“, rät Feldhusen. Noch gründlicher geht man vor, wenn die oberste Erdschicht ebenfalls entfernt wird.
Verwendete Geräte und Werkzeuge sowie Schuhe und Hände sollten nach dem Arbeiten an erkrankten Pflanzen gereinigt und möglichst desinfiziert werden.
„Versuche mit Pflanzenschutzmitteln zeigen, dass die Anwendung von Fungiziden nur vorbeugend sinnvoll ist. Sind bereits Symptome eines Befalls sichtbar, ist eine Spritzung zwecklos,“ weiß Feldhusen. „Dann sind zunächst die genannten Hygienemaßnahmen zu ergreifen.“

Hintergrund
Die schwerwiegende Erkrankung an Buchsbäumen stammt aus Neuseeland und hat seit dem ersten dokumentierten Auftreten in Deutschland im Jahr 2004 eine große Bedeutung erlangt. Sowohl in Baumschulen als auch in privaten und öffentlichen Gartenanlagen, in Parks und auf Friedhöfen ruft der Befall mit dem Pilz Cylindrocladium buxicola teilweise verheerende Schäden hervor. Der Pilz wächst ausschließlich in Pflanzen aus der Familie der Buchsbaumgewächse (Buxaceae).

pressemitteilung vom 16.08.2017

Ist Superfood super?
Untersuchungsergebnisse zu Pflanzenschutzmittelrückständen und Schwermetallen

Goji Beeren, Gerstengras, Chia-, Hanfsamen und viele andere sogenannte Superfoods nehmen immer mehr Platz in den Marktregalen ein. Sind diese, oft exotischen, Lebensmittel unbelastet? Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) testete jetzt 14 Proben auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Schwermetalle.
„In sechs der 14 Proben konnten Pflanzenschutzmittelrückstände nachgewiesen werden“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF in Rostock. „Eine Probe Goji Beeren enthielt acht verschiedene Wirkstoffrückstände von Pflanzenschutzmitteln, davon zwei über der zulässigen Höchstmenge. Diese Probe haben wir amtlich beanstandet“, ergänzt er.
Eine Probe Gerstengraspulver enthielt Rückstände von sieben chemischen Wirkstoffen. Da für Gerstengras keine Höchstmengen existieren, wurden zur Beurteilung die Maßstäbe von frischen Kräutern herangezogen. Unter Berücksichtigung eines Trocknungsfaktors lag keiner der ermittelten Wert über den erlaubten Höchstmengen. Zusätzlich ergaben die Analysen des Gerstengraspulvers auch eine recht hohe Menge Aluminium, so dass diese Probe mit einem amtlichen Hinweis versehen wurde.
„Beachten muss man bei diesen und anderen getrockneten Produkten, dass alle Inhaltsstoffe der Ursprungspflanzen durch die Trocknung um ein Mehrfaches konzentriert werden. Das gilt für die Nährstoffe, wie z. B. Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe, aber auch für die Rückstände“, führt Feldhusen aus.

Grundsätzlich geht man heute davon aus, dass in Deutschland der Bedarf an Nährstoffen durch die übliche Nahrung sehr gut abgedeckt ist. Durch den Verzehr von Gemüse, Obst oder Vollkornprodukten ist ein positiver Einfluss auf die Gesundheit möglich. Superfoods können eine Bereicherung des Speiseplans sein und neue Geschmackserlebnisse vermitteln. „Aber ein gesundheitlicher Mehrwert im Vergleich mit der Vielzahl heimischer Gemüse und Früchte ist nachweislich eher nicht gegeben. Heidel- und Johannisbeeren oder Holunder, selbst Äpfel, Leinsamen und Kohlarten sind vergleichbar wertig, wachsen hierzulande unter kontrollierten Anbaubedinungen und sind preiswerter zu haben“, sagt Feldhusen.

Hintergrund
Der Begriff „Superfood" wird seit einigen Jahren verwendet, ohne dass es eine rechtlich verbindliche Definition gibt. Allgemein wer-den damit Lebensmittel bezeichnet, die einen besonders hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und/oder sekundären Pflanzenstoffen aufweisen. Ihnen werden besondere, gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Wissenschaftliche Beweise für diese Eigenschaften gibt es jedoch kaum.
Waren Superfoods ursprünglich überwiegend exotischer Natur, so werden jetzt häufig einheimische Lebensmittel mit einbezogen. Die Angebotspalette reicht von der Frucht bzw. Pflanze über getrocknete Produkte und Saft bis hin zu Extrakten und Pulvern.

Beispiel Goji Beeren
Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat keine der beantragten gesundheitsbezogenen Aussagen für Goji Beeren zugelassen.

pressemitteilung vom 03.08.2017

Herbizideinsatz auf Hof- und Garageneinfahrten ist unzulässig!

„Eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Freilandflächen und auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich, noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, ist verboten“, macht Dr. Joachim Vietinghoff, Leiter der Abteilung Pflanzenschutzdienst des LALLF in Rostock deutlich.
Zu den betreffenden Flächen gehören beispielsweise Platten- und Kieswege, Garagen- und Grundstückszufahrten, Stellflächen, sonstige Hofflächen, Gehwege, Bürgersteige, Radwege, Parkplätze, Böschungen, Feldraine usw..

„Wir müssen immer wieder feststellen, dass Verstöße gegen diesen Teil des Pflanzenschutzgesetzes, § 12 Abs. 2, vorkommen. Typisch sind gelblich-bräunlich welkende Pflanzen, die unübersehbar darauf hinweisen, dass Bürger Chemikalien ausgebracht haben“, sagt Vietinghoff (siehe Fotos).

Das Anwendungsverbot ist ebenso für andere Mittel, die der Unkrautvernichtung dienen können, zutreffend - z. B. Wegerein oder Steinreiniger. Es gilt auch dann, wenn in der Gebrauchsanleitung eines Pflanzenschutzmittels Anwendungsgebiete wie "Wege und Plätze", "Wege und Plätze mit Holzgewächsen" oder "Wege und Plätze ohne Holzgewächse" aufgeführt sind.

In begründeten Einzelfällen kann die zuständige Behörde, das LALLF, auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung  erteilen.
Dazu muss der angestrebte Zweck
- vordringlich sein,
- mit zumutbarem Aufwand auf andere Art nicht erzielt werden können,
- überwiegenden öffentlichen Interessen, insbesondere dem Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier  oder des Naturhaushaltes, nicht entgegenstehen.

Ein Verstoß gegen diese gesetzliche Regelung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einem Bußgeld, laut Gesetz bis 50.000 Euro, geahndet.
Für landwirtschaftliche Beihilfeempfänger ist der Verstoß Cross Compliance relevant und führt entsprechend zu Kürzungen der Gelder.

„Wir bitten alle, sich an dieses Verbot zu halten“, mahnt Vietighoff.
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Fotos: typische Beispiele regelwidriger Anwendung von Chemikalien

pressemitteilung vom 10.06.2017

Pflanzen nicht sorglos mitnehmen!
Xylella fastidiosa birgt Gefahr


„Xylella fastidiosa – es gibt keinen deutschen Namen - kann mehr als 300 Wirtspflanzenarten befallen, so z. B. Kräuter, Oleander, Olivenbäumchen, Ahorn“, sagt Joachim Vietinghoff, Leiter des Pflanzenschutzdienstes im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock.
„Sind auch nur Einzelpflanzen nachweislich infiziert, müssen im Umkreis von 100 Metern alle bekannten und verdächtigen Wirtspflanzen ausnahmslos vernichtet werden. Es wird außerdem eine 10 km-Pufferzone eingerichtet, in der regelmäßig amtliche Überwachungsmaßnahmen durchzuführen sind. Zahlreiche Pflanzenschutzmaßnahmen folgen anschließend, um einer weiteren Verbreitung vorzubeugen“, macht Vietinghoff anschaulich.

Das gramnegative Bakterium Xylella besiedelt die Leitbahnen, das Xylem der Pflanzen und bildet dabei Schleimschichten (Biofilme), sodass sich die Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen können. Folgen sind das Vertrocknen und Absterben von Pflanzenteilen oder der gesamten Pflanzen. Übertragen wird der, nicht durch Pflanzenschutzmittel bekämpfbare Erreger, durch saugende Insekten, meist Zikaden.
Befallene Pflanzen zeigen ggf. über Monate keine Krankheitsanzeichen, so dass eine Ausbreitung oft lange unentdeckt bleibt. Das verkompliziert die Bekämpfung zusätzlich. Außerdem sind die erkennbaren Schäden an den Pflanzen sehr leicht mit bloßem Ver-trocknen von Pflanzenteilen zu verwechseln.

Was kann der Verbraucher beitragen, dass sich Xylella fastidiosa in der EU nicht weiter ausbreitet?
Fälle der Krankheit gab es seit dem Jahr 2013 besonders in Italien und Frankreich, einen im Jahr 2016 auch in Sachsen. „Wenn Sie aus dem Urlaub Pflanzen aus anderen europäischen Ländern mit-bringen wollen, können wir Sie nur sehr bitten, dass Sie diese in zugelassenen Baumschulen kaufen und darauf achten, dass ein Pflanzenpass vorliegt“, mahnt Vietinghoff.
Jeder Betrieb, der bekannte Wirtspflanzenarten produziert und/oder mit ihnen handelt, muss sich in einer EU-Datei registrieren lassen. „Bringen Sie aus Drittländern bitte nur Pflanzen mit in die EU, denen ein Pflanzengesundheitszeugnis beigefügt ist“, ergänzt er.
Xylella fastidiosa stellt aufgrund der benannten Umstände eine Gefahr für den heimischen Obst-, Zierpflanzen- und Weinanbau dar.
Für gewerbliche Betriebe liegt der Schwerpunkt der Vorsorge in der Überwachung und Minimierung der übertragenden Insekten. Das ist z. B. die regelmäßige Entfernung der Gräser in den Kulturen, dem Lebensraum der Zikaden.

Hintergrund
Das Hauptverbreitungsgebiet des Bakteriums ist Nord- und Südamerika. Der Erreger wurde erstmalig 1880 in Kalifornien als Ursache einer Krankheit an Weinpflanzen nachgewiesen.
Alle Wirtspflanzen, an denen in der EU bisher Xylella fastidiosa nachgewiesen werden konnte, sind auf einer von der EU online geführten Datenbank aufgeführt. Die Europäische Union erließ im Zusammenhang mit dem Befall in Italien und Frankreich den Durchführungsbeschluss 2015/789/EU, in dem zusätzliche Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Verschleppung des Erregers innerhalb der EU und der Einschleppung in die EU festgelegt worden sind.

Ausführliche Informationen gibt es im Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen Julius Kühn

Passende Fotos sind auf folgender Website dargestellt:
gd.eppo.int/taxon/XYLEFA/photos

pressemitteilung vom 30.03.2017

Pflanzenschutz-Ratgeber Haus- und Kleingarten
Neuauflage der Fachbroschüre jetzt erhältlich


Alle Jahre wieder tauchen bei Hobbygärtnern Fragen zum Pflanzenschutz auf. So steht zum Beispiel die Lieblingsrose erst mit vergilbenden und schwarzfleckigen Blättern und kurz darauf „nackt“ im Garten. Was ist dagegen zu tun? „Diese bedeutendste Rosenkrankheit – der Sternrußtau - und viele andere werden in der neu aufgelegten Broschüre „Pflanzenschutz-Ratgeber Haus- und Kleingarten“ auf fast 300 Seiten mit über 600 Bildern für Jedermann anschaulich dargestellt“, freut sich Dr. Joachim Vietinghoff, Abteilungsleiter Pflanzenschutz des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock. Es geht thematisch um fast alles, was im Garten wächst: Obst, Gemüse, Zierpflanzen und  –gehölze, außerdem Stauden und Rasen.
Das Handbuch enthält weitreichende Informationen zu:
- spezifischen Schaderregern,
- Unkräutern,
- nichtbiologische Schadursachen,
- den Integrierten Pflanzenschutz und
- Rechtsgrundlagen.
So wird bei „Sternrußtau“ unter anderem erklärt, dass Rosen vollsonnige, windoffene Lagen bevorzugen, dass befallene Blätter abgesammelt und vernichtet werden sollten, ggf. zugelassene Fungizide (Mittel gegen Pilze) eingesetzt werden müssten.

Die Broschüre wurde in Zusammenarbeit erfahrener Fachberater aus fünf norddeutschen Bundesländern erstellt (Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und M-V).
Bei Kaufinteresse ist die Nutzung eines Bestellformulars zwingend. Es ist auf der Internetseite des LALLF veröffentlicht (Pflanzenschutzdienst/Haus- und Kleingarten).
www.lallf.de/Haus-und-Kleingarten.719.0.html
Die Kosten betragen 15 Euro/Broschüre (inklusive Versand).

Pressemitteilung vom 16.12.2016

Lachsspezialitäten zügig verbrauchen!
Listerien nachgewiesen


Von 20 planmäßig zur mikrobiologischen Prüfung entnommenen Proben kaltgeräuchertem bzw. gebeiztem (graved) Lachs sind nur 11 (55 %) in Ordnung gewesen. Insgesamt mussten den zuständigen Überwachungsbehörden, den VLÄ*, zu sieben Proben auffällige Befunde übermittelt  werden: In sechs Fällen waren Verunreinigungen  mit Listeria monocytogenes (Listerien) nachweisbar. Ein Hinweis erging wegen einem auffälligem Gehalt hygienerelevanter Bakterien. Zwei Lachsspezialitäten waren wegen einem besonders hohen Gehalt an Listerien sogar als gesundheitsschädlich einzuordnen und wurden entsprechend lebensmittelrechtlich gemaßregelt“, resümiert Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Bei den Proben handelte es sich um vorverpackt eingeschweißte Ware aus dem Lebensmitteleinzelhandel in M-V: 15 Erzeugnisse kaltgeräucherter Lachs in Scheiben, davon zwei mit Frischkäse-füllung und fünf Proben Graved Lachs (gebeizt).
Der Lachs wurde im LALLF-Labor sensorisch untersucht. Das umfasst die Prüfung von Geruch, Geschmack, Aussehen und Konsistenz. Die mikrobiologische Analyse ergab die Aussagen zur hygienischen Qualität.
Listerien sind Bakterien, die überall in der Umwelt vorkommen. Das Tückische ist, sie führen nicht zum Verderb der Lebensmittel. Daher kann man ihr Vorkommen weder am Aussehen noch am Geruch der Waren erkennen. „Listerien sind sogar in der Lage, sich bei Kühltemperaturen zu vermehren. Auch ein Tiefgefrieren von Lebensmitteln können Listerien überleben“, betont Feldhusen. Das Hauptziel beim Verbraucher ist, die weitere Vermehrung von eventuell vorhandenen Krankheitserregern bei bereits verzehrsfertigen Erzeugnissen zu verhindern.

Auch deshalb sollten optimale Bedingungen bei Lagerung und Transport der leicht verderblichen Ware gewährleistet sein:
-       strikte Einhaltung der Kühlkette vom Kühlregal im Laden bis zum Kühlschrank (optimal bei nicht mehr als 4° C),
-       bereits verzehrsfertigen Fisch nicht zu lange offen stehen lassen und zügig verbrauchen.
Generell raten wir den Verbrauchern: Leicht verderbliche Lebensmittel wie Fisch vor dem Verzehr immer sensorisch zu prüfen, ob Abweichungen bei der Ware zu erkennen sind. Es gibt Verderbniserreger, die auch zu Änderungen der üblichen sensorischen Merkmale führen. „Was nicht gut riecht oder anders aussieht als normal, sollte man auch nicht essen – egal, was das Haltbarkeitsdatum vorgibt.“, so Feldhusen.
 
Hintergrund
Räuchern/Kalträuchern
Räuchern ist ein Verfahren zur Konservierung bzw. Aromatisierung von Lebensmitteln, vorwiegend von Fisch und Fleisch. Das Kalträuchern erfolgt bei nur 15 bis 25  C mit speziellen Hölzern.
Graved Lachs
Graved Lachs ist marinierter Lachs. Nach Anbringung der Beize zur Reifung wird das Fischerzeugnis einige Tage kühl gelagert. Die Haltbarkeit des Produkts wird allein durch das Beizen erreicht.
Listeriose (Infektion mit Listerien)
Die Listeriose ist eine relativ seltene Erkrankung. Für gesunde Erwachsene stellt sie nur eine geringe Gefahr dar. Meist verläuft eine Infektion symptomlos und bleibt unerkannt. Stärker gefährset sind Personen mit geschwächtem Immunsystem. Zu den Risikopersonen gehören u. a. Säuglinge, ältere Menschen, Krebs-, Diabetes-, und AIDS-Kranke sowie Schwangere. Küchenhygienische Maßnahmen können vor einer Infektion schützen. Dazu zählt: Gründliches Hände waschen mit warmem Wasser und Seife vor und nach dem Umgang mit Lebensmitteln, insbesondere nach potentiell belasteten Lebensmitteln wie nicht durcherhitzter Fisch, rohes Fleisch, Rohmilcherzeugnissen oder (Fertig-)Salat. Regelmäßiges Wechseln der Handtücher verhindert, dass sich die Listerien dort "verstecken" können.
Verzehrsfertige Speisen und rohes Fleisch bzw. roher Fisch sollten immer getrennt voneinander zubereitet werden. Messer und andere Küchengeräte möglichst gründlich reinigen, bevor sie für andere Lebensmittel weiterverwendet werden. Ideal eignen sich glatte, einfach und akkurat zu reinigende Oberflächen, da sich in Ritzen die Bakterien festsetzen können. Speisen sollten wenn möglich immer sorgfältig erhitzt und nicht zu lange aufbewahrt werden. Voraussetzung für ein Abtöten der meisten potentiell „gefährlichen“ Bakterien, wie z. B. Listerien, ist, dass im Lebensmittel für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70° C im Kern erreicht wurden.

*VLÄ – Veterinär- und Lebensmittelünerwachungsämter

pressemitteilung vom 22.11,2016

Sind Wasser aus Ausschank und Spendern sowie Eiswürfel ok?

Ob in Rehakliniken, Schulen oder in Schnellrestaurants – oft findet man in öffentlichen Einrichtungen Wasserspender oder Selbstbedienungszapfanlagen für Wasser und teilweise gibt es Eiswürfel dazu.

„Insgesamt 23 Proben, davon 15 Wasser- und acht Eiswürfelproben wurden im LALLF in diesem Jahr auf sensorische und mikrobiologische Beschaffenheit untersucht“, sagt Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin Lebensmittel- und Futtermitteluntersuchung im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.
Tatsächlich war eine Probe Eiswürfel aus einer Freizeiteinrichtung wegen sensorischer Mängel nicht in Ordnung: sie wies einen deutlichen Fremdgeruch sowie Kalkablagerungen auf.
Zwei weitere Proben fielen den Prüfern im akkreditierten Landeslabor auf: ein Quellwasser aus einem frei stehenden Wasserspender wegen leicht unreinen Fremdgeschmacks und eine Eiswürfelprobe aufgrund einer leicht erhöhten Keimzahl. Bei beiden Proben wurden die Veterinär- und Lebensmittelämter (VLÄ) darauf hingewiesen, dass eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Ausgabeeinrichungen erneut notwendig ist. Die VLÄ geben vor Ort Hinweise zur zukünftigen Vermeidung von derartigen Abweichungen, setzen ggf. weitere Nachkontrollen an.

„Bei verändertem Aussehen, Geruch oder Geschmack sollten Verbraucher Lebensmittel nicht verzehren, um eventuell vorhandene Keime oder Verunreinigungen nicht zu konsumieren“, rät Trapp. „Trauen Sie sich, die verantwortlichen Lebensmittelunternehmer über solche Auffälligkeiten zu informieren. Nur so können Verbesserungen erzielt werden.“

Pressemitteilung vom 27.09.2016

Von scharf bis aromatisch – mit dem Senf alles in Ordnung?

Grillwurst, Bockwurst, aktuell auch die Weißwurst – für viele ist die Wurst oder anderes erst mit Senf perfekt. Dabei kann der Verbraucher auf unterschiedlichste Produkte zurückgreifen: von Frucht-, über Kräuter- bis Biersenf reichen die erhältlichen Kreationen.

„Die kürzlich untersuchten 10 Proben unterschiedlichste Senfarten aus dem Handel oder kleineren Manufakturen in Mecklenburg-Vorpommern entsprachen in der chemischen Zusammensetzung den geltenden Vorschriften. Ein Hinweis ging an einen Hersteller, da in seinem Knoblauchsenf fast doppelt so viel Salz enthalten war als deklariert“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.
Auch beim Check auf den Konservierungsstoff Schwefeldioxid ergaben sich keine Abweichungen.
Dennoch gab es bei zwei Senfproben Mängel. Auf den Verpackungen war die Mindestschriftgröße der Kennzeichnung unterschritten worden. „Auch diese „winzigen“ Details werden nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) im Amt geprüft und Maßnahmen eingeleitet“, betont Feldhusen. Die LMIV gilt seit Ende 2014 EU-weit. Die Schriftgröße muss bei Verpackungen unter 80 cm² mindestens 0,9 mm betragen (ansonsten 1,2 mm).

Hintergrund
Senf ist ein scharfes Gewürz, das aus den Samenkörnern des Weißen, Braunen und des Schwarzen Senfs hergestellt wird. Gebräuchlich ist es als Senfkörner (ganze Samen), Senfpulver (gemahlene Samen) und vor allem zu einer Würzpaste verarbeitet als Tafelsenf oder Mostrich.
Heute übliche Grundzutaten sind neben Senf noch Wasser, Essig und Salz. Je nach Sorte können auch verschiedene Gewürze und andere Zutaten hinzukommen.

Pressemitteilung vom 25.08.2016

Verzehrsfertiges Obst aus dem Supermarkt schnell verbrauchen!

Melonen und anderes Obst sind besonders gern an heißen Sommertagen ein saftiger und erfrischender Genuss!
„In zehn Proben verzehrfertigem, geschnittenen Obst sind weder sensorische Abweichungen, noch gesundheitsgefährdende Keime nachgewiesen worden“, sagt Professor Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Die Proben wurden alle während des jetzigen Sommers in Supermärkten in Mecklenburg-Vorpommern entnommen.

Dabei waren sechs Proben verschiedener Melonenarten. Zu der Hälfte dieser Proben (drei) mussten die Fachexperten des LALLF Hinweise in Bezug auf auffällige hygienerelevante Keime geben. So wurden erhöhte Gesamtkeimgehalte, sowie erhöhte Gehalte an Enterobakterien und Pseudomonaden aber auch Schimmelpilze festgestellt.
Diese Hinweise ziehen die Überprüfung der Einhaltung einer guten Hygienepraxis bei der Bearbeitung und dem Umgang und der Lagerung mit dem Lebensmittel nach sich.

Um einen ungetrübten Genuss an bereits aufgeschnittenem, verzehrfertigem Frischobst zu haben, sollte nur Ware eingekauft werden, das eine für das Erzeugnis typische Färbung aufweist und gekühlt angeboten wird. Besonders in der Sommerzeit ist die Einhaltung der Kühlkette bis zum Verzehr eine wichtige Voraussetzung, dass sich Keime in den Lebensmitteln nicht übermäßig vermehren.
„Bevor Sie das Obst essen oder weiterverarbeiten, kontrollieren Sie, ob es nicht unangenehm riecht oder verändert aussieht – das kann ein Hinweis auf Verderb sein. Am besten ist immer ein Verzehr am Einkaufstag“, empfiehlt Feldhusen.

Hintergrund
Bedingt durch die Herstellungsweise von geschnittenem Obst und Gemüse kann es zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu einer Kontamination mit unerwünschten Keimen kommen. Schon bei der Erzeugung ist ein Kontaminationsrisiko durch das teilweise erdnahe Wachstum mit entsprechenden Verschmutzungsmöglichkeiten oder ggf. durch kontaminiertes Beregnungswasser gegeben. Bei der weiteren Bearbeitung spielt die Personal- und Herstellungshygiene eine wichtige Rolle.

Pressemitteilung vom 18.8.2016

Ausschank-Getränke in Sport- und Fitnessstudios im Check

Nach dem Sport trinkt man oftmals etwas Erfrischendes, gern gleich direkt im Sportstudio. Aber ist das Angebot hygienisch, korrekt gekennzeichnet und auch sonst unbedenklich? Im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) wurden Mineral- und andere Erfrischungsgetränke getestet die direkt an den Theken von Sporteinrichtungen, z. T. auch in Selbstbedienung abgegeben werden.

„Knapp zwei Drittel (neun) der in diesem Jahr getesteten 14 Proben mussten aus verschiedenen Gründen beanstandet werden“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF in Rostock. Es gab keine Getränke, von denen eine direkte Gesundheitsgefahr ausging.
Mikrobiologisch waren alle Proben soweit in Ordnung, so dass diesbezüglich keine Beanstandung ausgesprochen werden musste.

Sportgetränke enthalten häufig Zusatzstoffe, wie Süßungsmittel, Konservierungsstoffe oder auch Farbstoffe. Die Kenntlichmachung dieser Zusatzstoffe war jedoch überwiegend mangelhaft.
Bei fünf Proben fehlte die Kenntlichmachung der Zusatzstoffe beim Ausschank. Acht Getränke enthielten zulässige Azofarbstoffe - es fehlte jedoch der geforderte Warnhinweis „Bezeichnung/E-Nummer des Farbstoffs/der Farbstoffe”: Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“.
Bei einem Mineralgetränk mit Fruchtgeschmack war sogar die Höchstmenge für den Konservierungsstoff Benzoesäure überschritten. Da diese Getränke häufig aus Konzentraten hergestellt werden, wurde bei dieser Probe wahrscheinlich nicht das vorgegebene Mischungsverhältnis eingehalten.
Eine Probe wurde mit der Angabe "low Carb" beworben. Dabei handelt es sich um eine unzulässige nährwertbezogene Angabe.

„Insgesamt scheint die Deklaration der Zusatzstoffe bei „losen“ abgegebenen Getränke ein Problem zu sein, wie ähnliche Schwerpunktuntersuchungen in der Vergangenheit bereits zeigten. Wegen der hohen Beanstandungsquote wird die Kenntlichmachung von Zusatzstoffen bei lose abgegeben Lebensmitteln routinemäßig überprüft“, betont Feldhusen.

pressemitteilung vom 09.03.2016

Natamycin in Käserinde oft nachgewiesen

„In 27 der 28 Proben Schnitt- und Hartkäse ist in unserem Neubrandenburger Labor das Antibiotikum Natamycin im Rindenteil nachgewiesen worden. In keinem Fall wurde die zulässige Höchstmenge überschritten“, sagt Professor Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.
Bei den überwiegend vorverpackten Käseproben war der verwendete Konservierungsstoff Natamycin oder auch E 235 ordnungsgemäß deklariert. „Das ist ein besseres Ergebnis im Vergleich zu dem Untersuchungsschwerpunkt von vor drei Jahren – damals gab es eine Höchstmengenüberschreitung und Defizite bei der Kennzeichnung. Aber – vor drei Jahren ist nur in knapp 50 % der Proben überhaupt Natamycin nachgewiesen worden“, vergleicht Feldhusen.
Natamycin ist ein mikrobiell gewonnenes Antibiotikum. Es wirkt spezifisch gegen Hefen und Schimmel. Im Lebensmittelbereich ist es als Konservierungsstoff zur Oberflächenbehandlung von Hartkäse, Schnittkäse, halbfestem Schnittkäse und getrockneten, gepökelten Würsten mit einer Höchstmenge von 1 mg/dm² zugelassen. Die aktuell ermittelten Gehalte bewegten sich zwischen 0,11 und 0,92 mg/dm². Fünf Millimeter unterhalb der Oberfläche darf die Substanz nicht mehr nachweisbar sein.

Im humanmedizinischen Bereich findet Natamycin zum Beispiel Anwendung bei Hefepilzerkrankungen der Haut, bestimmten Hornhautentzündungen des Auges und anderen Erkrankungen, verursacht durch Pilze.

Für Verbraucher, die den Verzehr des beschriebenen Konservierungsstoffs vorsorglich vermeiden wollen, ist die Kenntlichmachung von Natamycin notwendig. Nur dann kann eine Konsumentscheidung gefällt werden. „Grundsätzlich gilt die Empfehlung, die Rinde von mit Natamycin behandeltem Käse bis zu einem halben Zentimeter wegzuschneiden und nicht zu essen“, betont Feldhusen.
Wer sicher sein will, dass der Käse kein Natamycin enthält, kann auf Biokäse zurückgreifen. Hier darf E235 nicht eingesetzt werden.

Hintergrund
Insbesondere Hartkäse, Schnittkäse und halbfeste Schnittkäse durchlaufen während der Käseherstellung längere Reifeprozesse. Im handwerklichen Maßstab werden die Oberflächen der Käselaibe durch regelmäßiges Bürsten und Abreiben mit Salzlake und erwünschten Reifungskulturen und durch Wenden der Käselaibe gepflegt. Die Bildung von unerwünschten Schimmelpilzen auf der Oberfläche wird dadurch reduziert und gewünschte Reifeprozesse gefördert. Im industriellen Maßstab ist eine solch arbeitsintensive Pflege der Käselaibe nicht möglich. Hier kommen zum Beispiel Oberflächenbeschichtungen oder Folienreifung zum Einsatz. Natamycin ist hier als Konservierungsstoff zur Behandlung der Käseoberflächen gegen Schimmelpilzbefall zugelassen.

pressemitteilung vom 11.05.2015

Amt empfiehlt ausdrücklich abendliches oder nächtliches Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln

„Es ist nicht nur legal, wir empfehlen den Landwirten sogar, dass sie die Abend- und Nachtstunden dazu nutzen, ihre Felder mit notwendigen Behandlungen zu befahren“, sagt Joachim Vietinghoff, Abteilungsleiter Pflanzenschutzdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock.
Entgegen einer weit verbreiteten Vermutung wollen Landwirte sich damit nicht den Kontrollen des Pflanzenschutzdienstes entziehen oder heimlich verbotene Mittel anwenden! Sie realisieren mit dieser – manchem Bürger etwas befremdlich anmutenden Arbeitszeit - eine natur- und umweltschonendere Methode der Spritzmaßnahmen.
Jetzt im Frühjahr ist die Hauptvegetationszeit und die Schadorganismen sind in der Massenvermehrung. Ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als fünf Metern pro Sekunde darf mit einer Feldspritze nicht gearbeitet werden. Die Windverhältnisse bestimmen also die Anzahl der täglich möglichen Arbeitsstunden. Um die Spritzmittel zu einem optimalen Wachstumszeitpunkt in minimaler Menge auszubringen, können und sollten die überwiegend windstilleren Abende und Nächte genutzt werden.
Mit der inzwischen gut entwickelten, auch abdriftgeminderten Spritzdüsentechnik und präzisen, GPS-gesteuerten Fahrgeräten kommt das Pflanzenschutzmittel oder der Flüssigdünger punktgenau in den Pflanzenbestand. Randstreifen an Gewässern und Biotopen lassen sich so auch nachts ganz exakt abgrenzen.

Ein weiterer wichtiger Vorteil nächtlicher Pflanzenschutzmaßnahmen ist, dass Honigbienen, Hummeln und viele andere, sogenannte Nichtzielorganismen nicht beeinträchtigt werden. Denn sie sind nachts nicht auf Nahrungssuche. Sie können also weder durch direktes Besprühen, noch durch Geruchsveränderungen gestört werden.

„Es gibt also keinen Grund zur Besorgnis! Vielmehr ist ein in der Nacht mit der Pflanzenschutzspritze arbeitender Landwirt ein umweltbewusster Landwirt“, resümiert Vietinghoff.

Hintergrund:
Bei allen Spritzarbeiten unter freiem Himmel muss vor allem eine Abdrift des Spritznebels vermieden werden. Die Geräte erzeugen über den Spritzdruck feine Tröpfchen, deren Größe auch von der Fahrgeschwindigkeit abhängt, denn es geht darum, die gesetzlich festgelegte Aufwandmenge auf die Fläche zu bringen.
Um Abdrift zu verhindern, gibt es teilweise raffinierte technische Lösungen. Durch die Konstruktion der Düsen entsteht im Düsenkörper ein Luftstrom, der die Tröpfchen mit sich reißt und direkt in den Bestand schleudert. Durch diese sogenannten abdrift-geminderten Düsen kann die Abdrift um bis zu 90 % reduziert werden. Die Flüssigkeitsmenge einer Abdrift ist unter regulären Bedingungen sehr gering. Bei einer Abdriftminderung von 90 % darf sie zum Beispiel für den Düsentyp ID 05 im Abstand von einem Meter neben dem Spritzbalken höchstens 0,34 % und im Abstand von zehn Metern noch höchstens 0,03 % der normalen Behandlungsmenge betragen. Viele neue Pflanzenschutzmittel dürfen zulassungsseitig nur mit dieser abdriftgeminderter Düsentechnik angewendet werden.

Für die unterschiedlichen Pflanzenschutzmittel gelten spezifische Abstandsauflagen zu Gewässern. Ist kein Abstand ausgewiesen, greift § 12 Absatz 2 des Pflanzenschutzgesetzes. Dort heißt es: Pflanzenschutzmittel "dürfen jedoch nicht in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern und Küstengewässern angewandt werden."  Dieser Forderung wird der Landwirt gerecht, wenn er bei optimalen Anwendungsbedingungen (Wind, Fahrgeschwindigkeit und Spritzgestängehöhe) einen Abstand von einem Meter zur Böschungsoberkante einhält.

Pressemitteilung vom 19.02.2015

Fisch aus dem Schaalsee ist bedenkenlos genießbar

Erstmals hat Ende 2014 eine Übersichtsuntersuchung von Fischen aus dem Schaalsee stattgefunden. Es sind 12 Proben Fisch auf jeweils 110 Parameter im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock analysiert worden. Es ergaben sich keine Beanstandungen bzw. Höchstmengenüberschreitungen.

Neben der Bestimmung der Fettgehalte prüften die Experten bei Maräne, Hecht, Barsch, Aal und Blei die Belastung mit Dioxinen, PCB`s (Polychlorierte Biphenyle), Pflanzenschutzmitteln sowie Schwermetallen.

Die Fettanteile der Fische lagen bei Hecht, Barsch und Schlei zwischen 1 und 2 %. Der Aal war erwartungsgemäß mit 35 % der fettreichste Fisch.

Da Dioxine und PCB`s fettlöslich sind und sich somit im Fischgewebe anreichern, sind die höchsten Mengen dieser Umweltkontaminanten im fettreichen Aal nachgewiesen worden. Aber es wurde kein zulässiger Höchstwert überschritten.

Die Untersuchung auf Rückstände von 46 Pflanzenschutzmitteln ergab einen Nachweis von DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan – ist ein in der EU seit vielen Jahren verbotenes Insektizid). Hier stellte sich ebenfalls eine Abhängigkeit vom Fettgehalt der Fische dar – Aal und Maräne enthielten die höchsten, aber unbedenklichen Mengen von knapp 0,2 bzw. 0,05 mg/kg Frischsubstanz Fisch.

Auch bei den Schwermetallen Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber waren keine auffälligen Werte bestimmbar.

Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen finden Sie auf der Internetseite des Amtes: www.lallf.de/Aktuelles.440.0.html

pressemitteilung vom 05.02.2015

Asiatischer Laubholzbockkäfer

„Schwarzfahrer“ im Verpackungsholz gefährden heimische Bäume

„Abgestorbene Laub- und Obstbäume – das kann einer der derzeit gefürchtetsten ‚Schwarzfahrer‘ in Holzpaletten oder –kisten bewirken: der Asiatische Laubholzbockkäfer“, stellt Armin Hofhansel, Dezernatsleiter der Pflanzengesundheitskontrolle im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock fest. Der bis zu 35 mm große, schwarzweiße Asiatische Laubholzbockkäfer mit seinen auffällig langen Antennen kann über das Verpackungsholz in der ganzen Welt verbreitet werden. Paletten und Kisten sind somit notwendige Transporthilfe für Waren im internationalen Handel aber leider auch ungewollt für Schaderreger.

Qualifizierte MitarbeiterInnen des Pflanzenschutzdienstes des LALLF kontrollieren regelmäßig die Holzverpackungen von Importwaren auf eventuellen Befall mit diesem Käfer, suchen nach Schadbildern, wie Bohrlöchern oder Bohrmehl.
Um der Verbreitung des Asiatischen Laubholzbockkäfers und anderen Schädlingen vorzubeugen, gibt es einen internationalen Standard mit Maßnahmen für die Behandlung von Holzverpackungsmaterial im internationalen Handel (ISPM Nr. 15). Ist das Holz stärker als 6 mm, muss es einer Hitzebehandlung nach dem o. g. Standard unterzogen werden. Schadorganismen sterben dann ab. Ein somit sicheres Verpackungsholz wird mit einer amtlich registrierten Markierung gekennzeichnet, was einem amtlichen Dokument für die Schädlingsfreiheit gleich kommt. Diese Markierung dient auch als Kontrollmerkmal für den Pflanzenschutzdienst bei der Importkontrolle von Verpackungsholz. Ist das Verpackungsholz oder dessen Kennzeichnung nicht in Ordnung, kann durch den Kontrolleur unter anderem die Verbrennung angeordnet werden.

„Wenn Sie an einer Palette oder auch an einem Laubbaum ca. 1 cm große kreisrunde Ausbohrlöcher sehen oder bis zu 3 cm breite Fraßgänge, gegebenenfalls auch größere Mengen grobe Nagespäne oder gar bis zu 60 mm große cremeweiße Insektenlarven, dann könnte es sich um einen eingewanderten Laubholzbockkäfer handeln. Zögern Sie nicht und informieren Sie den Pflanzenschutzdienst“, bittet Hofhansel.
„Wenn der Verdacht besteht, dass Sie einen Asiatischen Laubholzbockkäfer gefunden haben, setzen Sie ihn fest – am besten in einem Glas, denn Plastiktüten sind für den Käfer kein Hindernis - und geben uns Bescheid“, ergänzt Hofhansel. Es darf auf keinen Fall zu einer Freisetzung  oder Vermehrung dieses Schädlings kommen. Er ist eine ernstzunehmende Gefahr für das Leben und Überleben unserer heimischen Baumbestände.

Hintergrund
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) stammt ursprünglich aus Asien und ist in Deutschland bisher an mehreren Standorten gefunden worden. Die neuesten Fälle sind 2014 aus München und Magdeburg bekannt.
Der Käfer kann völlig gesunde Bäume besiedeln und abtöten. Für den Menschen ist er unbedenklich. Zu seinen Wirtspflanzen zählen alle Laubbaumarten, einschließlich Obstgehölze.

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite des Amtes: www.lallf.de/Verpackungsholz.230.0.html



zuletzt geändert am: 22.02.2018