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PRESSEMITTEILUNGEN

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Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei,
Mecklenburg-Vorpommern

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Dr. Antje Krüger

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Pressemitteilung Vrebraucherzentrale Mv und LALLF Vom 15.09.2016

Tiefkühlgarnelen oft mit Wasser „aufgepumpt“

Gemeinsamer Test von Verbraucherzentrale MV und LALLF

Fisch und Garnelen als gefrorene Verkaufsware werden häufig schwerer gemacht – einfach durch die Zugabe von Wasser. Bei diesen preisintensiveren Produkten ist das besonders ärgerlich, denn einfaches Trinkwasser bekommt so einen stolzen Preis. In einem gemeinsamen Test haben die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e. V. (VZ M-V) und das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V (LALLF) stichprobenartig zwölf tiefgekühlte rohe Kabeljau-Filets und Garnelen aus Supermärkten rund um Rostock auf Fremdwasser und wasserbindende Zusatzstoffe untersucht. Bis zu 44 Prozent Garverlust wurden bei Garnelen ermittelt.

Bei den sieben untersuchten Garnelenproben fielen niedrige Eiweißgehalte, viel Wasser und große Garverluste auf  - alles Zeichen für größere Mengen Fremdwasser im Produkt. Wasserbindende Zusatzstoffe wurden kaum gefunden, aber hohe Salzgehalte. Auch Salz kann Wasser binden. Es ist für die Haltbarkeit der Garnelen nicht notwendig – sie ist schon durch das Tiefgefrieren gesichert.

„Es ist nicht verboten, diesen Produkten Wasser zuzusetzen“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF. „Zulässig ist die Zugabe zum Ausgleich von Verlusten bei der Verarbeitung. Was an Wassermenge darüber hinausgeht, muss kenntlich gemacht werden. Nur so kann sich der Verbraucher für oder gegen ein Produkt mit Wasserzusatz entscheiden.“

Garnelen sind von Natur aus reich an Wasser: 80 Prozent sind durchaus normal, aber beim Braten tritt reichlich Flüssigkeit aus und die Garnelen schrumpfen deutlich zusammen. „Jedoch nur bei zwei Proben Garnelen war Wasser als Zutat aufgeführt“, sagt Uta Nehls, stellvertretender Vorstand der VZ M-V. „Diese Information ist aber wichtig für den Verbraucher, denn beim Verzehren fällt der Wasserzusatz nicht unbedingt auf. Drei Garnelenproben zeigten Garverluste von 20 bis sogar 44 Prozent. Dass sich das Fremdwasser zum Garnelenpreis auch im Portemonnaie bemerkbar macht, zeigt eine Modellrechnung: Bei der Probe mit dem höchsten Wassergehalt bezahlen Verbraucher allein für das Fremdwasser über sechs Euro (gut 27 Prozent) des Kilopreises von rund 22 Euro.
 
Erfreulicher waren die Ergebnisse beim Kabeljau. Überhöhte Wasserzusätze wurden nicht ermittelt. Anlass zur Kritik ist aber: Die Nährwertkennzeichnung war sowohl hier, als auch bei den Garnelen oft ungenau. „Der Verbraucher muss sich jedoch auf diese Angaben verlassen können“, unterstreicht Uta Nehls.

Dass gesetzliche Regelungen zu Kennzeichnungen auf Lebensmittelverpackungen nicht immer verbraucherfreundlich sind, ist bei der Untersuchung deutlich geworden. Auf den Kabeljau-Verpackungen standen bei fünf Produkten fünf verschiedene Begriffe für die Füllmenge. Ein genauer Wortlaut ist nicht gesetzlich geregelt. Unverständlich bleibt auch, warum bei glasierter Ware nur noch das Abtropfgewicht angegeben werden muss. Zwei Gewichtsangaben – mit und ohne Glasur – würden zeigen, wie gut die empfindlichen Produkte geschützt sind. Eine Prozentangabe für die Zutat Wasser ist ebenfalls nicht vorgesehen. Sie ist aber nicht einfach aus dem Fischanteil zu errechnen, wenn gleichzeitig auch noch Zusatzstoffe und Salz enthalten sind, wie im Test deutlich wurde.


Kurzbericht - pdf (292 kB)
Ausführlicher Bericht - pdf (1,5 MB)

Pressemitteilung vom 07.09.2016

Langohrige Widder und viele andere Zwei- und Vierbeiner
LALLF organisiert u. a. die beliebte MeLa-Landestierschau


„Heute liegt das Ziel der durch uns organisierten Tierpräsentationen auf der MeLa darin, den Besuchern eine Informationsplattform zu bieten, um sich über die aktuellen Bedingungen und Leistungen der Tierhaltung informieren zu können“, sagt Dr. Siegfried Hoffmann, Dezernent für Tierzucht im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Dass in diesem Jahr das als ruhig bis zutraulich geltende Widderkaninchen „Tier der MeLa“ ist, findet Hoffman richtig: „Besonders zum Ende des 19.Jahrhunderts hat dieses Kaninchen viele Menschen, besonders Städter mit wertvollem Fleisch versorgt. Mitglieder des Landesverbandes der Rassekaninchenzüchter Mecklenburg-Vorpommern e. V. werden die heutige Schönheit und Vielfalt in der Widderkaninchenzucht vorstellen“.

Zu den vielfältigen Rassewettbewerben und -Schauen der MeLa werden die Tierarten von den jeweiligen Zuchtverbänden ausgewählt. Hoffmann beschreibt: „Es liegt dann an uns, ein glückliches Händchen für eindrucksvolle Zuchtdemonstrationen und vielfältige Präsentationen zu beweisen.“
Nach den Ergebnissen der Leistungswettbewerbe werden die besten Vertreter der Rassen mit Gold, Silber oder Bronze prämiert und dann für die Besucher auf den Demonstrationsschauen vorgestellt. „Das ist dann der Höhepunkt für die Züchter“, so Hoffmann.
Eindrucksvoll bilden die Landestierschauen am Samstag und Sonntag im großen Ring die tierzüchterischen Ergebnisse ab. Vertreter der über 500 Züchterinnen und Züchter unterstreichen hier noch einmal die Vereinbarkeit eines hohen Leistungsniveaus mit tiergerechtem Umgang und nachhaltiger Produktion sowie dem Erhalt einer biologischen Vielfalt in der Tierhaltung.

Den Milchrindbetrieben ist es in diesem Jahr wegen der äußerst niedrigen Milchpreise nicht möglich, Zuchttiere aus ihren Beständen auf die Wettbewerbe und Schauen der Landestierschau vorzubereiten. Der Rinderzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern eG ist dank seiner Jungzüchter und Fleischrindzuchtbetriebe dennoch in einer eigenen Tierhalle mit Tieren präsent. Darüber hinaus können die Besucher mit dem „Rinder-Mobil“ und einem Ausschnitt aus der Laufstallhaltung in Szenen aus dem Leben einer Milchkuh eintauchen und so erfahren, dass die Gesundheit, Langlebigkeit und Fruchtbarkeit seiner Rinder das höchste Gut des Milchbauern ist.

Besonders freut Hoffmann, dass sich die Kinder-MeLa zu einem landesweiten Renner entwickelt hat. „Die Schönheit der Tiere und deren Bedeutung für den Lebensraum wird abwechslungsreich und unterhaltsam erlebbar gemacht“, resümiert er. Der Darstellung des Wertes unverfälschter Produkte „von der Biene bis zum Fleischrind“ wird dabei ein besonderer Stellenwert eingeräumt.

Detailinformationen  - Kinder-MeLa 2016 (pdf)

                                - MeLa allgemein 2016 (pdf)

                                - Tier der MeLa 2016 (pdf)

pressemitteilung vom 02.09.2016

Geschüttelt oder verquirlt…
Sind Milchshakes aus Verkaufstheken keimbelastet?


Besonders Kinder und Jugendliche lieben in der Sommerzeit Milchshakes. Was deren Zusammensetzung angeht, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, sie ist rechtlich nicht geregelt. Üblicherweise wird Milch mit Speiseeis, Sahne, Joghurt, Obst, Schokolade oder Aromen verquirlt.

„Die meisten Zutaten sind ein guter Nährboden für Keime – aber Krankheitserreger konnten weder im letzten, noch in diesem Jahr bei den insgesamt 40 Proben festgestellt werden“, freut sich Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Die untersuchten Proben hatten alle einen Eisanteil und wurden in Verkaufsläden direkt für den Verbraucher zubereitet.
„Leider gab es hygienerelevante Keime in den Milchshakes!“, betont Feldhusen.
Aus 13 Proben (ca. 33 %) wurden Enterobakterien isoliert. Bei diesen Bakterien handelt es sich in der Regel um eine Verunreinigung (Kontamination) durch die Nutzung hygienisch nicht einwandfreier Gerätschaften bzw. Zutaten bei der Herstellung oder der Abgabe von Lebensmitteln.
In vier der 13 Proben sind zusätzlich E. coli-Bakterien nachgewiesen worden. Diese gelten als Indikator für fäkale Verunreinigungen von Trinkwasser oder Lebensmitteln.
Eine Probe enthielt so viele Keime, dass sie beanstandet werden musste. Bei sieben weiteren Shakes ergingen amtliche Hinweise.
Eine zweite Beanstandung ergab sich - hier fanden die Fachexperten Papierreste in der Milchshakeprobe.

„Wir weisen dringend darauf hin, für die Herstellung der beliebten Shakes nur einwandfreie Zutaten zu verwenden und die Hygienestandards einzuhalten bzw. zu verbessern“, so Feldhusen.

Hintergrund

Enterobakterien ist der Oberbegriff für eine Gruppe verschiedene Bakterien, die in der Natur weit verbreitet sind und hauptsächlich im Verdauungstrakt, also im Darm von Mensch und Tier vorkommen. Die meisten Arten sind für gesunde Menschen nicht gefährlich. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können diese Bakterien jedoch Darminfektionen und Krankheiten auslösen.

Pressemitteilung vom 25.08.2016

Verzehrsfertiges Obst aus dem Supermarkt schnell verbrauchen!

Melonen und anderes Obst sind besonders gern an heißen Sommertagen ein saftiger und erfrischender Genuss!
„In zehn Proben verzehrfertigem, geschnittenen Obst sind weder sensorische Abweichungen, noch gesundheitsgefährdende Keime nachgewiesen worden“, sagt Professor Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.
Die Proben wurden alle während des jetzigen Sommers in Supermärkten in Mecklenburg-Vorpommern entnommen.

Dabei waren sechs Proben verschiedener Melonenarten. Zu der Hälfte dieser Proben (drei) mussten die Fachexperten des LALLF Hinweise in Bezug auf auffällige hygienerelevante Keime geben. So wurden erhöhte Gesamtkeimgehalte, sowie erhöhte Gehalte an Enterobakterien und Pseudomonaden aber auch Schimmelpilze festgestellt.
Diese Hinweise ziehen die Überprüfung der Einhaltung einer guten Hygienepraxis bei der Bearbeitung und dem Umgang und der Lagerung mit dem Lebensmittel nach sich.

Um einen ungetrübten Genuss an bereits aufgeschnittenem, verzehrfertigem Frischobst zu haben, sollte nur Ware eingekauft werden, das eine für das Erzeugnis typische Färbung aufweist und gekühlt angeboten wird. Besonders in der Sommerzeit ist die Einhaltung der Kühlkette bis zum Verzehr eine wichtige Voraussetzung, dass sich Keime in den Lebensmitteln nicht übermäßig vermehren.
„Bevor Sie das Obst essen oder weiterverarbeiten, kontrollieren Sie, ob es nicht unangenehm riecht oder verändert aussieht – das kann ein Hinweis auf Verderb sein. Am besten ist immer ein Verzehr am Einkaufstag“, empfiehlt Feldhusen.

Hintergrund
Bedingt durch die Herstellungsweise von geschnittenem Obst und Gemüse kann es zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu einer Kontamination mit unerwünschten Keimen kommen. Schon bei der Erzeugung ist ein Kontaminationsrisiko durch das teilweise erdnahe Wachstum mit entsprechenden Verschmutzungsmöglichkeiten oder ggf. durch kontaminiertes Beregnungswasser gegeben. Bei der weiteren Bearbeitung spielt die Personal- und Herstellungshygiene eine wichtige Rolle.

Pressemitteilung vom 18.8.2016

Ausschank-Getränke in Sport- und Fitnessstudios im Check

Nach dem Sport trinkt man oftmals etwas Erfrischendes, gern gleich direkt im Sportstudio. Aber ist das Angebot hygienisch, korrekt gekennzeichnet und auch sonst unbedenklich? Im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) wurden Mineral- und andere Erfrischungsgetränke getestet die direkt an den Theken von Sporteinrichtungen, z. T. auch in Selbstbedienung abgegeben werden.

„Knapp zwei Drittel (neun) der in diesem Jahr getesteten 14 Proben mussten aus verschiedenen Gründen beanstandet werden“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF in Rostock. Es gab keine Getränke, von denen eine direkte Gesundheitsgefahr ausging.
Mikrobiologisch waren alle Proben soweit in Ordnung, so dass diesbezüglich keine Beanstandung ausgesprochen werden musste.

Sportgetränke enthalten häufig Zusatzstoffe, wie Süßungsmittel, Konservierungsstoffe oder auch Farbstoffe. Die Kenntlichmachung dieser Zusatzstoffe war jedoch überwiegend mangelhaft.
Bei fünf Proben fehlte die Kenntlichmachung der Zusatzstoffe beim Ausschank. Acht Getränke enthielten zulässige Azofarbstoffe - es fehlte jedoch der geforderte Warnhinweis „Bezeichnung/E-Nummer des Farbstoffs/der Farbstoffe”: Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“.
Bei einem Mineralgetränk mit Fruchtgeschmack war sogar die Höchstmenge für den Konservierungsstoff Benzoesäure überschritten. Da diese Getränke häufig aus Konzentraten hergestellt werden, wurde bei dieser Probe wahrscheinlich nicht das vorgegebene Mischungsverhältnis eingehalten.
Eine Probe wurde mit der Angabe "low Carb" beworben. Dabei handelt es sich um eine unzulässige nährwertbezogene Angabe.

„Insgesamt scheint die Deklaration der Zusatzstoffe bei „losen“ abgegebenen Getränke ein Problem zu sein, wie ähnliche Schwerpunktuntersuchungen in der Vergangenheit bereits zeigten. Wegen der hohen Beanstandungsquote wird die Kenntlichmachung von Zusatzstoffen bei lose abgegeben Lebensmitteln routinemäßig überprüft“, betont Feldhusen.

Pressemitteilung vom 01.07.2016

Frische Erdbeeren essen!

„In den kürzlich untersuchten zehn Proben Erdbeeren sind nur Spuren der für dieses Obst zulässigen Höchstgehalte an Pflanzenschutzmitteln gefunden worden“, sagt Professor Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock. Im Mittel lagen die Gehalte der nachgewiesenen Pflanzenschutzmittel bei 2,5 % der maximal erlaubten Mengen.
Die Hälfte der Erdbeerproben stammte aus Mecklenburg-Vorpommern, die anderen z. B. aus Spanien, den Niederlanden oder anderen deutschen Bundesländern (alle NRW).

Eine Probe, die aus Spanien war, enthielt gar keine Rückstände.
Maximal wurden sechs Substanzen erlaubter Pflanzenschutzmittel in einer Erdbeerprobe ermittelt (zwei Proben).

Bis auf eine Ausnahme - ein Mittel gegen Spinnenmilben - handelt es sich bei allen nachgewiesenen Pflanzenschutzmitteln um Fungizide. Das sind Mittel, die die Pflanze, vor allem aber die Früchte, vor Pilzbefall schützen sollen. Damit sind die empfindlichen Erdbeeren auch nach der Ernte weniger für Fäulnis anfällig. Der Einsatz der Fungizide ist also der leichten Verderblichkeit von Erdbeeren geschuldet. Die Mittel helfen, dem Verbraucher eine unverdorbene Ware anbieten zu können.

„Erdbeeren sollten - wie alle Früchte, die ungeschält gegessen werden - vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden“, empfiehlt Feldhusen. „Untersuchungen belegen, dass dadurch die Gehalte von Mitteln gegen Pilzbefall halbiert werden können. Aber auch mikrobielle Belastungen sind so zu mindern oder gar zu entfernen“, ergänzt er.

Zulässige Höchstgehalte von anwendbaren Pflanzenschutzmitteln werden mit hohen Sicherheitsfaktoren zu toxikologischen Grenzwerten berechnet. Die Überprüfung der Einhaltung rechtlicher Vorgaben im Bereich Pflanzenschutzmittel beugt unsachgerechter Anwendung vor und trägt zum gesundheitlichen Verbraucherschutz bei.

pressemitteilung vom 29.06.2016

Jung- und Altarve (Engerling) des Junikäfers

Graswurzelfresser Gartenlaub- und Junikäfer jetzt erkennen und dezimieren
Befallssituation in M-V lokal unterschiedlich


„Wenn sandige Rasenflächen im Sommer schlecht bewachsen sind oder vermehrt flächig absterben und sich teppigartig zusammenrollen lassen, sollten Hobbygärtner im Juli/August Probegrabungen im Rasenwurzelbereich vornehmen“, rät Dr. Stephan Goltermann, stellvertretender Abteilungsleiter des Pflanzenschutzdienstes im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. „Zu finden sein können dann, auch massenweise, Engerlinge von Gartenlaub- und/oder Junikäfer“. Diese sind weiß, ein bis zwei Zentimeter groß und können ohne Bekämpfung bis November an den Graswurzeln fressen.
Zur Überwinterung wandern die Engerlinge in tiefere Bodenschichten und verpuppen sich im April, um ab Ende Mai des folgenden Jahres als Käfer zu schlüpfen.

Aus der Erfahrung der LALLF-Spezialisten tritt die eine oder die andere Käferart vorrangig in bestimmten Regionen in M-V auf. Beispielsweise „bevorzugt“ der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticula) die Regionen Schwerin und Neubrandenburg, während in der Umgebung Rostocks überwiegend Junikäfer (auch Gerippter Brachkäfer, Amphimallon solstitialis) nachgewiesen wurden. Allerdings kommen auch Mischpopulationen vor.

Für eine Bekämpfung ist es wichtig zu wissen, welcher der Engerlinge unter dem Rasen lebt. Die Gartenlaubkäfer-Engerlinge lassen sich generell gut mit nützlichen Heterorhabditis bacteriophora-Nematoden (erhältlich in Gartenfachmärkten oder bestellbar) dezimieren.
Diese Nematoden wirken aber nur gegen die jungen Larven des Junikäfers. Später kann der Junikäfer nicht mehr dezimiert werden – dann sind die Junglarven im darauf folgenden Jahr mit den benannten Nematoden eindämmbar.

Die Unterscheidung der Engerlinge ist möglich, für Laien aber schwierig. Die Vertriebsfirmen der nützlichen Nematoden und die Pflanzenschutzdienste der Länder sind bei der Bestimmung gewöhnlich behilflich. In der Regel deuten aber Beobachtungen am Standort bereits auf die schädigende Art hin: Sind im Mai/Juni ein Zentimeter kleine „Miniatur-Maikäfer“ tags über die Flächen geflogen, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den Gartenlaubkäfer. Der etwas größere Junikäfer schwärmt zur Sommersonnenwende und zwar abends.

„Durch Zuflug der Käfer ist alljährlich ein erneuter Befall der Rasenflächen möglich. Deshalb sollte man auch die in den Vorjahren erfolgreich sanierten Areale erneut auf Schädlingsbesatz untersuchen“, rät Goltermann.

pressemitteilung vom 24.6.2016

Erstmals keine Höchstgehaltsüberschreitungen von Schwermetallen in Lebensmitteln

627 Proben Lebensmittel sind im Jahr 2015 in insgesamt 4.358 Einzelbestimmungen auf verschiedene Schwermetalle und andere Elemente untersucht worden. „Das erfreuliche Ergebnis: es gab keine Überschreitungen der gesetzlich geregelten Höchstgehalte von Schwermetallen in Lebensmitteln! Und das, obwohl die Grenzen für Cadmium und Blei unter anderem für Säuglings- und Kleinkindernahrung gerade abgesenkt wurden“, sagt Helmar Tardel, Abteilungsleiter für Schadstoff- und Rückstandsanalytik im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.

Die für die Gesundheit kritischsten Schwermetalle sind Blei, Cadmium und Quecksilber. Sie sind in ihren Vorkommen in Lebensmitteln eng an die Umweltverschmutzung gebunden. Sie gelangen unter anderem durch bestimmte industrielle Verfahren in die Umwelt.
 
Blei gelangt vor allem durch die Verschmutzung der Luft durch Industrieabgase auf die Oberflächen der Lebensmittel. Bleihaltige Oberflächenverschmutzungen können zum größten Teil durch gründliches Waschen entfernt werden.

Cadmium wird von den Pflanzen über die Wurzeln aus dem Boden aufgenommen und im Gewebe gespeichert. Gute Cadmiumspeicher sind beispielsweise einige Wildpilze. Daneben kann sich Cadmium auch in Muscheln und in Innereien älterer Nutztiere in höheren Konzentrationen anreichern.

Quecksilber kommt vorwiegend in Fischen, besonders in Raubfischen, vor. Diese Lebensmittel stellen die Hauptquelle der nahrungsbedingten Quecksilberzufuhr für den Menschen dar.

Arsen ist ein Halbmetall und wird häufig bei den Kontaminanten in der Gruppe der giftigen Schwermetalle geführt. Es wird in der Nahrungskette zum Beispiel in Muscheln, Garnelen und Fischen angereichert. Für Fische und andere Meerestiere gibt es bisher keine Höchstgehalte im Lebensmittelrecht. Die Arsengehalte der im LALLF untersuchten Fischproben aus den Binnengewässern Mecklenburg-Vorpommerns und der Ostsee waren unauffällig.

„Hersteller und Händler sind an Höchstgehalte durch EU-Verordnungen gebunden. Deren Einhaltung wird vom LALLF und den Behörden der anderen Bundesländer ständig überwacht“, unterstreicht Tardel. „Wir hoffen, dass die Entwicklung anhält und wir auch zukünftig in Lebensmitteln keine Schwermetalle in gefährdenden Größenordnungen nachweisen.“

Hintergrund
Die gesetzlichen Regelungen zu Schwermetallen in Lebensmitteln sind in der Verordnung (EG) Nr.1881/2006 der Kommission vom 19. Dezember 2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten zusammengefasst.
Blei- und Cadmium-Höchstgehalte wurden für tierische und pflanzliche Lebensmittel sowie für Meerestiere festgesetzt. Zum Schutz von Säuglingen und Kleinkindern gelten für Blei besonders strenge Vorschriften.
Für Quecksilber gibt es Höchstgehalte in Fischen, Fischereiprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln.

Die ausführliche Darstellung der Ergebnisse finden Sie hier.

pressemitteilung vom 22.6.2016

Sensoriktests garantieren Käsequalität
Ergebnisse der länderübergreifenden Käseprüfung


Die Ergebnisse der heutigen amtlichen Käseprüfung stehen fest: „57 Käseproben aus Mecklenburg-Vorpommern (13 Stück), Niedersachsen (27 Stück), und Schleswig-Holstein (17 Stück) sind heute sensorisch getestet worden:
Vom Hirtenkäse, über Schmelzkäse bis hin zum Schnittkäse. Fünf Merkmale wurden dabei bepunktet: Äußeres, Inneres, Konsistenz, Geruch und Geschmack.

Viele Käse erhielten 24 bzw. 23 Punkte, die Höchstpunktzahl von 25 wurde bei etwa 23 % der Proben erreicht.
„Und sieben Käse entsprachen nicht den Qualitätsanforderungen“, so Dr. Helga Behn, Dezernatsleiterin für die Überwachung von Handelsklassen im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF), die heute auch mit geprüft hat.
Sie betont, dass die Prüfer streng auf die Einhaltung der Qualitätsstandards achten: „Verbraucher sollen die Qualität bekommen, die die Käsesorte verspricht“.
Markenkäse, der dreimal hintereinander abgewertet wird, verliert sein Qualitätssiegel. „Punktabzug gab es heute beispielsweise für bitteren Geschmack und Fehler in der Lochung“, sagt Behn.

Jeder Käse hat vorgegebene Qualitätsstandards. So muss die Lochung beim Gouda etwa Erbsengröße haben und gleichmäßig im Teig verteilt sein. Beim Edamer sollte sie auch diese Größe aufweisen, aber nur vereinzelt vorhanden sein. „Der Geruch beim Gouda muss mild bis leicht pikant sein, beim Edamer dagegen mild und rein aber nicht sauer“, erklärt Prüfungsleiter Ralf Engelmann, Fachexperte für Durchführung amtlicher und Qualitätsprüfungen für Butter und Käse im LALLF.
„Besonders der Camembert aus M-V, teilweise aufwändig in Handarbeit hergestellt, hat eine gleichbleibend gute Qualität“, freut sich Engelmann.

Hintergrund
Monatlich testen die drei benannten Bundesländer abwechselnd ihre Käsesorten gemeinsam. Dieses System wird seit 1991 genutzt. So sind mehr Vergleichsmöglichkeiten, eine verbesserte Objektivität in Sachen Qualität der Käsesorten und der Anspruch an die Qualitätsmerkmale gegeben.
Entsprechend dem Fettgehalt in der Trockenmasse werden Käse in folgende Gruppen eingeteilt: Hartkäse, Schnittkäse, Weichkäse, Frischkäse. Das ist in der nationalen Käsevorordnung festgeschrieben.
Die Käseproben werden anonymisiert von den Sachverständigen beurteilt.
Das LALLF qualifiziert die Sachverständigen und genehmigt oder entzieht die Verwendung der Bezeichnung „Markenkäse“.

pressemitteilung vom 31.05.2016

Blei und Cadmium in Modeschmuck?

Ketten, Armbänder, Ohrstecker, Creolen, Fingerringe – 23 Proben, teilweise aus dem Handel in M-V (13 Stück) und im Rahmen der Norddeutschen Kooperation aus Hamburg, wurden im Jahr 2015 im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock auf die Gehalte von Blei und Cadmium untersucht.
„In einer Probe Ohrringe wurde die zulässige Höchstmenge für Cadmium überschritten und musste beanstandet werden. Bei einer weiteren Probe Ohrstecker fehlte die komplette Kennzeichnung, die für eine Identifikation und Rückverfolgbarkeit des Produktes rechtlich vorgeschrieben ist“, sagt Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin zur Untersuchung von Lebens- und kosmetischen Mitteln sowie Bedarfsgegenständen im LALLF. Außerdem gab es bei weiteren sieben Proben Ungenauigkeiten in der Kennzeichnung, die jeweils einen amtlichen Hinweis nach sich zogen. Hierbei handelte es sich um unklare Angaben zur Kennzeichnung der Identifikation, die durch den Hersteller, Bevollmächtigten oder Einführer bei der Bereitstellung eines Verbraucherproduktes auf dem Markt anzubringen sind.

Laut EU-Verordnung gilt eine Obergrenze von 0,01 Gew.% Cadmium in Metallteilen von Schmuck/Modeschmuck einschließlich Piercingschmuck, Armbanduhren, Broschen, Manschettenknöpfen. Das Element gilt als krebserzeugend. Besonders für Kinder besteht eine Exposition in Schmuck durch Hautkontakt oder Ablecken. Cadmium schädigt die Nieren. Es wird im Körper aufgrund seiner langen Verweilzeit angereichert, wirkt knochenschädigend und beeinflusst das Hormonsystem.
Gehalte des Schwermetalls Blei wurden auch nachgewiesen, die ermittelten Mengen lagen aber deutlich unter dem Grenzwert von 0,05 %.

Allein über die Nahrung und die Umwelt nehmen Verbraucher schon oft größere Mengen an Schwermetallen auf, so dass alles zu vermeiden ist, was die Aufnahme noch erhöht, wie zum   Beispiel durch Bedarfsgegenstände wie Modeschmuck.
„Verbraucher sollten darauf achten, dass besonders Kinder nicht unbedingt Modeschmuck tragen, bei dem unklar ist, welche Metalle in der Herstellung verwendet wurden“, rät Trapp. Ebenso können Kinder kleine Metallteile schnell verschlucken. Daraus haben sich mit Blei weltweit schon mehrere Todesfälle ergeben (akute Bleivergiftung).

Hintergrund
Die gesetzlichen Regelungen zu Schwermetallen sind im europäischen Chemikalienrecht (VO 1907/2006 –REACH-) zusammengefasst.

pressemitteilung vom 9.5.16

Alle Dönerfleischproben beanstandet!
Zusammensetzung und Kennzeichnung mangelhaft

34 Proben lose Ware, die als Döner, Drehspieß oder Hackfleischdrehspieß von den amtlichen Probenehmern der Lebensmittelüberwachung im Jahr 2015 entnommen wurden, hatten Mängel und mussten von den Experten des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock beanstandet werden. Die Gründe dafür lagen in der Zusammensetzung der Fleischmasse und unkorrekter Kennzeichnung der angebotenen Produkte, teilweise in Kombinationen von beidem.

„24 der 34 Proben enthielten laut dem Etikett der vorverpackten Ware, wie er an den Imbiss geliefert wurde, ein Bindemittel, wie zum Beispiel Paniermehl. In weiteren drei Proben, zu denen keine Kennzeichnung vorlag, wurde qualitativ Stärke nachgewiesen. Somit enthielten 27 Proben (knapp 80 %) ein Bindemittel. Einige, laut Etikett, sogar mehrere“, resümiert Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin in der Lebensmitteluntersuchung. Eine Zugabe von Bindemitteln ist nach den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuches für „Döner Kebab“ nicht üblich (siehe Hintergrund). Damit darf das Produkt diese Bezeichnung nicht ohne zusätzliche Kennzeichnung für den Konsumenten tragen.

Von den 34 Proben sind 32 auf den Geschmacksverstärker Glutaminsäure untersucht worden. Alle enthielten diese Substanz. Bei der losen Abgabe im Imbiss ist der Verbaucher zumindest durch den Hinweis „mit Geschmacksverstärker“ zu Informieren. In 18 Fällen war die Verwendung von Glutaminsäure auch entsprechend gekennzeichnet. Bei drei Proben war auf dem Etikett „Hefeextrakt“ oder „Brühe“ angegeben, welche auch größere Mengen an freier Glutaminsäure enthalten. Bei vier Proben fehlte die erforderliche Kennzeichnung. Für die restlichen 10 Proben lagen keine Informationen vor, so dass eine rechtskonforme Kennzeichnung nicht kontrolliert werden konnte. Wesentlich ist auch das Analyseergebnis, dass in fünf Dönerspießproben der erlaubte Höchstgehalt an verwendeter Glutaminsäuregehalt von 10 g/kg überschritten war.

Da die Kontrollen gezeigt haben, dass bei Dönerfleisch sehr häufig Mängel auftreten, wird amtsseitig zukünftig weiter Augenmerk auf dieses Thema gelegt werden.

Hintergrund
Nach der allgemeinen Verkehrsauffassung, wie sie in den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuches (Nr. 2.511.7) widergegeben wird, besteht „Döner Kebab“ aus dünnen Fleischscheiben - Schaf- oder Rindfleisch - auf einem Drehspieß. Wird bei der Herstellung Hackfleisch mitverarbeitet, darf der Hackfleischanteil höchstens 60 % betragen.
Außer Salz und Gewürzen sowie ggf. Eiern, Zwiebeln, Öl, Milch und Joghurt sind keine weiteren Zutaten, insbesondere keine Bindemittel, wie zum Beispiel Paniermehl oder Semmelbrösel, enthalten.
Bezüglich der Qualität des Produkts gibt es drei Abstufungen: „vollkommen leitsatzkonform“, „überwiegend leitsatzkonform“ und „gering leitsatzkonform“.
Erzeugnisse „ohne oder mit nur geringen leitsatzkonformen Produkteigenschaften“ gelten als Aliud (=Erzeugnis eigener Art) und dürfen nicht mit dem Ausdruck „Döner Kebab“ oder „… nach Döner Kebab Art“ bezeichnet werden. Nur vollkommen leitsatzkonforme Drehspieße dürfen die alleinige Bezeichnung  „Döner Kebab“ tragen.

pressemitteilung vom 11.04.2016

Ehrenamtliche Fischereiaufseher kontrollierten 2015 knapp 20.000 Angler
Jährliche Fortbildung durch das LALLF sorgt für qualifizierte Arbeit der Ehrenamtler


„Die ehrenamtlichen Fischereiaufseher des Landes M-V haben im Jahr 2015 bei 19.466 kontrollierten Personen 679 Anzeigen aufgenommen“, so Thomas Richter, zuständiger Abteilungsleiter im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V. Diese Zahl wurde in der jährlichen Schulung der Gruppenleiter der ehrenamtlichen Fischereiaufsicht des Landes am letzten Sonnabend in Güstrow vorgestellt.
Ergänzend sagte er: „Wenn man die Anzeigen der hauptamtlichen Fischereiaufseher des LALLF und der Beamten der Wasserschutzpolizei dazu nimmt, gab es im letzten Jahr in M-V insgesamt 1.627 Anzeigen wegen der Verletzung fischereirechtlicher Vorschriften“.
Im Vergleich zum Vorjahr war die Arbeit der Ehrenamtler intensiver – es wurden über 1.200 Angler mehr als im Vorjahr kontrolliert. Daraus resultierten auch mehr ordnungswidrige Tatbestände: 3,2 % der kontrollierten Personen erhielten eine Anzeige (679), im Vorjahr waren es 2,9 % (563).
Am häufigsten ist die Verletzung der Fischereischeinpflicht bei den Kontrollen der Ehrenamtler, der hauptamtlichen Fischereiaufseher und der Wasserschutzpolizei festgestellt worden – 591 Fälle (27 %) wurden dokumentiert und geahndet. Die nachfolgenden Plätze belegten wiederholt das Nichtmitführen der Angelerlaubnis für die Küsten- bzw. Binnengewässer (422 bzw. 401 Fälle).

Zukünftig bleibt die Kontrolle des Fischereischeines und der Angelerlaubnis die Hauptaufgabe der Fischereiaufsicht. Augenmerk soll bei der Arbeit der ehrenamtlichen Fischereiaufseher auch auf den Salmonidenschutz gelegt werden. Da jährlich im Rahmen des Besatzprogrammes des Landes M-V etwa eine halbe Million Brütlinge der Meerforelle in Bächen ausgesetzt werden, ist der Schutz der beliebten Fischart, besonders in der Laichzeit wichtig.
Das Verbot der Verwendung von lebenden Köderfischen beim Angeln ist ein weiterer Schwerpunkt in der Kontrollarbeit.

Die Fischereibehörde des LALLF informierte die Ehrenamtler im Weiteren über verschiedene, zu beachtende fischereirechtliche Besonderheiten und die neu geltende Befahrensregelung von Bundeswasserstraßen in Naturschutzgebieten im Binnenbereich.

Fischereidirektor Richter dankte den Gruppenleitern der derzeit etwa 330 ehrenamtlichen Fischereiaufseher für ihren unermüdlichen Einsatz zum Schutz der Fischbestände und einer ordnungsgemäßen Fischereiausübung: „Sie sichern einen wesentlichen Teil der Kontrolltätigkeit an und auf den Gewässern in M-V ab. Dies ist eine wichtige Unterstützung unserer Arbeit im Sinne der nachhaltigen Fischerei. Wir wissen, dass es oft nicht einfach ist, auch unerfahrenen und teilweise uneinsichtigen Anglern die geltenden Rechte und Pflichten zu vermitteln.“

Weitere Informationen unter:
Zusammenfassung der Aufgaben der Fischereiaufsicht
und
Statistische Auswertung der Fischereiaufsicht

pressemitteilung vom 01.04.2016

Glasaale werden im Peenestrom ausgesetzt

340.000 Glasaale für M-V
Aal-Besatzmaßnahme als langfristiges, wissenschaftliches Projekt von LALLF und LFA

Gut 340.000 Glasaale sind am vergangenen Mittwoch (30.03.2016) im Salzhaff sowie am Donnerstag (31.03.2016) im Peenestrom von Mitarbeitern des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) und des Instituts für Fischerei der Landesforschungsanstalt (LFA) M-V ausgesetzt worden. Ziel des Projektes ist es, Informationen über den Erfolg von Besatzmaßnahmen in Küstengewässern des Landes zu erhalten.

Da der Bestand des Europäischen Aals dramatisch zurück-gegangen ist, werden seit Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, die Wiederauffüllung des Bestands zu unterstützen. Dazu sind die Mitgliedsstaaten der EU per Gesetz sogar verpflichtet (EG-Verordnung Nr. 1100/2007).
In Binnengewässern wird Aalbesatz durch die Fischerei schon seit etwa 100 Jahren praktiziert. Ob und inwieweit der Besatz mit Aalen auch in Küstengewässern unseres Landes einen sinnvollen Beitrag beim Wiederaufbau des Aalbestandes leisten kann, ist Gegenstand eines bereits seit 2014 laufenden, gemeinsames Forschungsprojektes von LALLF und LFA.
Während der nun abgeschlossenen Besatzmaßnahmen der ersten Projektphase sind in den Jahren 2014 bis 2016 ins-gesamt etwa 350 kg fast durchsichtige Jungaale in die beiden oben genannten Referenzgewässer entlassen worden. Alle Glasaale wurden zur eindeutigen Identifikation der Herkunft aus diesem Projekt markiert.
Diese Maßnahmen wurden durch das Land komplett mit Rücklaufmitteln aus dem Verkauf von Angelerlaubnissen finanziert.

Die Hoffnung der Landesforscher ist es, dass die Aale in den Besatzgewässern bleiben und dann als Blankaale zum Laichen in Richtung Sargassosee aufbrechen. Sobald die ausgesetzten Fische groß genug sind, um in den Fängen der Berufsfischerei erscheinen zu können, wird in den nächsten Projektphasen eine gezielte Entnahme und Untersuchung von repräsentativen Proben erfolgen. Die Wissenschaftler können daher erst in einigen Jahren erste Ergebnisse präsentieren und eine wissenschaftliche Auswertung des Vorhabens durchführen.

Hintergrund
Mit Erreichen der Geschlechtsreife, nach bisherigen Kenntnisstand meist nach etwa acht bis zehn Jahren, wandern erwachsene Aale zum Ablaichen in die Sargassosee (Nordatlantik). Die Larven, sogenannte Weidenblattlarven, kommen von dort mit den Meeresströmungen zurück an die europäischen Küsten und gelangen später als sogenannte Glas- bzw. Steigaale auch in die Küsten- und Binnengewässer von M-V.
In der Verordnung (EG) Nr. 1100/2007 des Rates vom 18. September 2007 mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestands des Europäischen Aals heißt es, dass sich der Europäische Aal (Anguilla anguilla) »außerhalb sicherer biologischer Grenzen« befindet. Deshalb wurden die Mitgliedsstaaten verpflichtet, eine Mindestabwanderung geschlechtsreifer Aale aus den Gewässern zu ihrem Laichgebiet im Ozean zu gewährleisten. In M-V ist ein durch das Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei fachlich abgestimmtes Besatzprogramm Bestandteil des Maßnahmepaketes für den bei Berufsfischern und Anglern gleichermaßen beliebten Speisefisch.
Im Jahr 2009 ist der heimische Aal als besonders geschützte Art in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgenommen worden.

pressemitteilung vom 15.03.2016

Leberwurst = „Graues Geheimnis“?
Die Wurst in der Amtsanalyse


„Das Ergebnis der Untersuchung von 34 Proben Leberwurst war: drei mit zu viel Wasser und eine mit zu viel Fett“, fasst Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock die Ergebnisse des Untersuchungsschwerpunkts des Landes 2015 „Kesselkonserven – Leberwurst im Glas“ aus eigener Herstellung zusammen. Diese vier Proben (11,8 %) wurden als „wertgemindert“ beurteilt.

Die Untersuchung umfasste die Prüfung der vorgeschriebenen Kennzeichnung, der sensorischen Beschaffenheit (Aussehen, Geruch, Geschmack) sowie die Bestimmung von Inhaltsstoffen, wie Fett, Eiweiß, Wasser, Nitrit/Nitrat, Natriumchlorid und Hydroxyprolin (eine Aminosäure). Die sogenannten Fleischkennzahlen, wie z. B. das Bindegewebseiweiß, BEFFE (bindegewebseiweißfreies Fleischeiweiß - Erklärung siehe Hintergrund) sind aus den ermittelten Werten der Inhaltsstoffe berechnet worden.
Abweichungen von den Beurteilungskriterien ergaben sich bei den oben benannten Proben nach der Analyse durch die Berechnung des Wasser/Eiweiß- und des Fett/Eiweiß-Quotienten.
Außerdem war die Kennzeichnung bei 65 % (22 Stück) der Leberwurstproben mangelhaft. Dies betraf unter anderem fehlende Angaben zur Tierart bei Zutaten (z. B. Leber vom Schwein), fehlende bzw. nicht rechtskonforme Angaben von Allergenen oder des Mindesthaltsbarkeitsdatums sowie die unkorrekte Mengenkennzeichnung von Zutaten.
Aufgrund des doch recht hohen Anteils von Problemfällen wird das Untersuchungsprogramm für diese Art Wurst ein Schwerpunkt bleiben. „Das „graue Geheimnis“ wird bei uns weiterhin durchleuchtet werden, damit für den Verbraucher Transparenz entsteht“, unterstreicht Feldhusen.

Hintergrund
Zur Beschreibung der allgemeinen Verkehrsauffassung sind für Leberwürste in den Leitsätzen für Fleisch und in den Beurteilungsparametern für Fleischerzeugnisse Mindestanforderungen festgelegt. Die Kennzahl BEFFE steht für das bindegewebseiweißfreie Fleischeiweiß und ist ein Maß für die Qualität einer Fleischware. Das BEFFE repräsentiert den Eiweißanteil des reinen Muskelfleisches ohne Bindegewebe, wie z. B. Sehnen.
Des Weiteren gibt es noch andere Kennzahlen, die die maximalen Anteile von Wasser und Fett sowie deren Verhältnis zum Fleischeiweiß beschreiben.

pressemitteilung vom 09.03.2016

Natamycin in Käserinde oft nachgewiesen

„In 27 der 28 Proben Schnitt- und Hartkäse ist in unserem Neubrandenburger Labor das Antibiotikum Natamycin im Rindenteil nachgewiesen worden. In keinem Fall wurde die zulässige Höchstmenge überschritten“, sagt Professor Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.
Bei den überwiegend vorverpackten Käseproben war der verwendete Konservierungsstoff Natamycin oder auch E 235 ordnungsgemäß deklariert. „Das ist ein besseres Ergebnis im Vergleich zu dem Untersuchungsschwerpunkt von vor drei Jahren – damals gab es eine Höchstmengenüberschreitung und Defizite bei der Kennzeichnung. Aber – vor drei Jahren ist nur in knapp 50 % der Proben überhaupt Natamycin nachgewiesen worden“, vergleicht Feldhusen.
Natamycin ist ein mikrobiell gewonnenes Antibiotikum. Es wirkt spezifisch gegen Hefen und Schimmel. Im Lebensmittelbereich ist es als Konservierungsstoff zur Oberflächenbehandlung von Hartkäse, Schnittkäse, halbfestem Schnittkäse und getrockneten, gepökelten Würsten mit einer Höchstmenge von 1 mg/dm² zugelassen. Die aktuell ermittelten Gehalte bewegten sich zwischen 0,11 und 0,92 mg/dm². Fünf Millimeter unterhalb der Oberfläche darf die Substanz nicht mehr nachweisbar sein.

Im humanmedizinischen Bereich findet Natamycin zum Beispiel Anwendung bei Hefepilzerkrankungen der Haut, bestimmten Hornhautentzündungen des Auges und anderen Erkrankungen, verursacht durch Pilze.

Für Verbraucher, die den Verzehr des beschriebenen Konservierungsstoffs vorsorglich vermeiden wollen, ist die Kenntlichmachung von Natamycin notwendig. Nur dann kann eine Konsumentscheidung gefällt werden. „Grundsätzlich gilt die Empfehlung, die Rinde von mit Natamycin behandeltem Käse bis zu einem halben Zentimeter wegzuschneiden und nicht zu essen“, betont Feldhusen.
Wer sicher sein will, dass der Käse kein Natamycin enthält, kann auf Biokäse zurückgreifen. Hier darf E235 nicht eingesetzt werden.

Hintergrund
Insbesondere Hartkäse, Schnittkäse und halbfeste Schnittkäse durchlaufen während der Käseherstellung längere Reifeprozesse. Im handwerklichen Maßstab werden die Oberflächen der Käselaibe durch regelmäßiges Bürsten und Abreiben mit Salzlake und erwünschten Reifungskulturen und durch Wenden der Käselaibe gepflegt. Die Bildung von unerwünschten Schimmelpilzen auf der Oberfläche wird dadurch reduziert und gewünschte Reifeprozesse gefördert. Im industriellen Maßstab ist eine solch arbeitsintensive Pflege der Käselaibe nicht möglich. Hier kommen zum Beispiel Oberflächenbeschichtungen oder Folienreifung zum Einsatz. Natamycin ist hier als Konservierungsstoff zur Behandlung der Käseoberflächen gegen Schimmelpilzbefall zugelassen.

Pressemitteilung vom 15.2.2016

Brühwurstaufschnitt von der Theke auf dem Prüfstand

"17 der 19 Proben Brühwurst als lose Thekenware wiesen sensorisch und mikrobiologisch keine Abweichungen auf - eine Probe war verderbgefährdet und eine verdorben. Und, besonders wichtig ist: Keine der 19 Wurstproben enthielt krankmachende Keime“, fasst Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin Lebens- und Futtermitteluntersuchung im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock die Ergebnisse der Stichprobenkontrolle zusammen.
In der Untersuchung waren unter anderem Proben von Jagdwurst, Bierschinken, Bierwurst, Leberkäse, Paprikawurst, Filetpastete, Lyoner.

Brühwürste werden, wie der Name schon sagt, durch Brühen haltbar gemacht. Vorhandene Mikroorganismen werden durch das Erhitzen stark reduziert. Überlebende Keime, wie z. B. Milchsäurebakterien, können sich aber auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren. Eine zu lange Lagerdauer sowie eine Lagerung bei zu hohen Temperaturen können dennoch zum mikrobiellen Verderb der Wurst führen. Das war bei einer Probe Jagdwurst der Fall, was schon in der Sensorikuntersuchung auffiel: die Wurst hatte einen unreinen, säuerlichen Geschmack. Mikrobiologisch nachgewiesen wurden dann auch ein hoher Gehalt an Milchsäurebakterien und Hefen.
Neben einer falschen Lagerung kann es auch beim Aufschneiden der Wurst zu einer Rekontamination der Brühwurstscheiben mit Verderbniskeimen kommen, beispielsweise durch die Nutzung schlecht gereinigter Schneidemaschinen.

Die Ergebnisse dieses Landesuntersuchungsprogramms sowie weitere Analyseergebnisse weisen darauf hin, dass bei loser Aufschnittware aus Fleischtheken ein etwas höheres Verderbnisrisiko im Vergleich zu vorverpackter Ware besteht. „Das heißt allerdings nicht, dass Verbraucher sich scheuen sollten, ihren Aufschnitt an der Bedientheke zu kaufen“, sagt Trapp. Es sollte auf allgemeine Sauberkeit und Ordnung in der Verkaufsstelle geachtet werden.
Aufgrund der mikrobiologisch sensiblen Thematik wird die an der Theke lose angebotene Brühwurst auch zukünftig beprobt und untersucht werden.

Hintergrund
Die mikrobiologische Beschaffenheit der Wurstproben wurde anhand von Untersuchungen auf Verderbnisorganismen vorgenommen. Das waren zum Beispiel:
•die aerobe mesophile Keimzahl,
•Milchsäurebakterien,
•Hefen.
Auf folgende potentiell pathogene Keime ist beispielsweise untersucht worden:
Bacillus cereus,
•koagulase-positive Staphylokokken
Listeria monocytogenes.

pressemitteilung vom 11.02.2016

Ziegenmilch im Labor-Stresstest

„Um dem vorbeugenden Verbraucherschutz Rechnung zu tragen, werden auch Nischenprodukte, wie zum Beispiel ultrahocherhitze Ziegenmilch, im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V analysiert“, erklärt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor der oberen Landesbehörde in Rostock.
13 im Einzelhandel entnommene Proben ultrahocherhitzter (UHT) Ziegenmilch wurden nach Eingang im Fachlabor sensorisch beurteilt und mikrobiologisch untersucht. Die Milchproben entsprachen in Geruch, Geschmack und Aussehen den Anforderungen einer Handelsware. Auch mikrobiologisch war alles in Ordnung.
Der „Stresstest“ für UHT-Ware soll die Stabilität der Milch bei bzw. nach Extrembedingungen unter Beweis stellen. Er umfasst eine Bebrütung in verschlossenen Verpackungen für 15 Tage bei einer Temperatur von + 30 ºC (Test gemäß Verordnung (EG) Nr. 853/2004).
„Auch nach dieser Prozedur waren die Ziegenmilchproben völlig in Ordnung. Es gab keine Veränderungen in den sensorischen Merkmalen und der mikrobiologischen Beschaffenheit“, sagt Feldhusen. Damit ist der Beweis angetreten, dass die Ware dieser Stichprobe vorschriftsmäßig hergestellt wurde.

Hintergrund
Die Abkürzung "UHT" steht für "Ultrahocherhitzung". Beim UHT-Verfahren wird die Milch für kurze Zeit auf mindestens 135 °C erhitzt, so dass bei einer Aufbewahrung in einer sterilen, verschlossenen Verpackung bei Umgebungstemperatur keine lebensfähigen Mikroorganismen oder Sporen vorhanden sind. Die Milch ist keimfrei. Bei Zimmertemperatur ist sie mehrere Monate haltbar. Das gilt allerdings nur, solange die Milchpackung verschlossen ist. Nach dem Öffnen gehört auch UHT-Milch in den Kühlschrank und ist nicht wesentlich länger haltbar als pasteurisierte Milch.

pressemitteilung vom 05.02.2016

Mykotoxin Patulin in Apfelsaft und Apfelmus?

Ende letzten Jahres sind im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock neun Apfelsäfte und zehn Apfelmuse auf das als Nervengift geltende Schimmelpilzgift Patulin untersucht worden. Zur Analyse kamen vorrangig Produkte von Herstellern des Landes M-V – aber auch Proben aus dem Einzelhandel.
„In einer Probe Apfelmus ist die gesetzliche Höchstmenge für Patulin um mehr als 200 % überschritten worden“, sagt Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin Lebens- und Futtermitteluntersuchung des LALLF. Es ist daher davon auszugehen, dass in diesem Fall keine einwandfreie Rohware verarbeitet wurde.
Das Mykotoxin konnte ebenfalls in zwei Proben Apfelsaft nachgewiesen werden - aber die ermittelten Werte lagen deutlich unterhalb der erlaubten Höchstmenge.

Neben der Patulin-Bestimmung sind weitere Prüfungen an den Proben durchgeführt worden. So sind bei zwei Apfelsäften Fehler in der Kennzeichnung festgestellt worden (z. B. unerlaubte Werbung „ohne Zuckerzusatz“).
Außerdem hatten die Experten bei der sensorischen Untersuchung eines Apfelsaftes den Verdacht, dass eine Verdünnung mit Wasser vorlag. Die Ergebnisse der chemischen Untersuchung bestätigten diese Vermutung.
Mikrobiologisch waren alle sechs Apfelsäfte von Herstellern aus M-V in Ordnung.

Patulin kann in angefaultem Kernobst, aber auch anderen faulenden Obstsorten und im Getreide vorkommen. Für den Verbraucher ist der Verzehr eines einzelnen Produktes mit erhöhtem Patulingehalt keine akute Gefahr.
„In Deutschland wird Apfel in vielen Varianten gegessen bzw. sehr gern Apfelsaft getrunken - auch schon von Babys und Kleinkindern. Wir raten dazu, angefaultes Obst weder zu essen, noch weiter zu Kompott oder Konfitüre zu verarbeiten“, sagt Trapp. Wichtig zu wissen ist, dass die Mykotoxine weitgehend hitzestabil sind und daher ihre Wirkung durch Erhitzen nicht verlieren.

Der Appell zur Verarbeitung von gesunden Äpfeln richtet sich auch an die Hersteller von Apfelmus und Apfelsaft im Land.

Hintergrund
Patulin ist ein sekundäres Stoffwechselprodukt verschiedener Gattungen niederer Pilze. Es kann in verschiedenen verschimmelten pflanzlichen Lebensmitteln wie Früchten - Weintrauben, Kirschen, Himbeeren, Erdbeeren, Pfirsiche - und Getreide auftreten. Die Hauptkontaminationsquelle für den Menschen stellt jedoch angefaultes Kernobst dar: Birnen, Äpfel, Erzeugnisse wie Apfelsaft, Apfelmus, auch Apfelwein.
Patulin kann zu Erbrechen und Verdauungsstörungen führen. Außerdem soll es leberschädigend sein.
In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass Patulin in der Regel nur in den fauligen Stellen verbreitet ist, es kaum im auch noch vorhandenen gesunden Apfelgewebe nachweisbar war. Weitere Analysen belegen, dass bis zu 40 % der braunfaulen Stellen an Äpfeln Patulin enthielten.

pressemitteilung vom 02.02.2016

Von Mäuseln bis Nickelübergang - Qualität von Glühweinen aus M-V, S-H und HH im Check

„Elf der 58 Proben Glühwein und ähnliche Erzeugnisse, entnommen am Jahresende 2015 in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein sowie in Hamburg, wiesen Mängel auf“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. Die Proben wurden im Kompetenzzentrum für Wein und Spirituosen im Institut für Hygiene und Umwelt in Hamburg untersucht. Dieses Labor ist im Rahmen der Norddeutschen Kooperation der Bundesländer für diese Aufgabe zuständig.
Die Weine stammten von Ständen auf Märkten, in Fußgängerzonen und aus Einkaufszentren. Es wurden die unerhitzte Originalware und die erhitzte Ware untersucht. So war feststellbar, ob schon in der Originalware Mängel vorlagen oder sie durch unsachgemäßes Erhitzen entstanden.

Von den erhitzten Proben waren drei aufgrund von sensorischen Abweichungen zu beanstanden, wovon zwei Proben zusätzlich den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalkoholgehalt von 7 % vol nicht einhielten. Die sensorischen Mängel: Mäuseln (unangenehmer Geruch und/oder Geschmack, der an Mäuseharn erinnert), brandige Noten (verkohlt) oder Karamellnoten u. a. konnten dabei auf unsachgemäße Erhitzung zurückgeführt werden.
Eine weitere Probe wies ausschließlich einen zu geringen Alkoholgehalt auf. Indizien für eine unzulässige Wässerung ergaben sich bei dieser Probe aber nicht, so dass hier ebenfalls eine unsachgemäße Erhitzung bzw. Bevorratung als Ursache ausgemacht wurde.

Glühwein kann aufgrund seiner natürlichen Zusammensetzung die Oberflächen von Gegenständen angreifen, in dem er sich befindet oder zubereitet wird. Im Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt wird daher auch der Gehalt von Nickel und Kupfer in der Originalware und der erhitzten Probe untersucht und mögliche Differenzen ermittelt. Im Ergebnis der Überprüfung wurde bei einer Probe ist ein erhöhter Nickelgehalt in der erhitzten Variante festgestellt.

12,1 % der Proben (7 Stück) sind mit irreführenden Angaben in den Verkehr gebracht worden. In den meisten Fällen wurden Beeren- bzw. Fruchtglühweine fälschlich als „Glühwein“ verkauft. Die „Umdeklaration“ ist häufig durch den Standbetreiber erfolgt.

„Verbraucher sollten sich nicht scheuen, an Verkaufsständen Fragen zu stellen oder Beschwerden anzubringen, wenn ihnen der Geruch oder Geschmack der Glühweine artfremd vorkommt“, rät Feldhusen. Insgesamt muss man zwar damit rechnen, dass sich beim Erhitzen von Glühwein die Qualitätsparameter in kurzer Zeit verändern, aber durch gutes Management lässt sich das verhindern.
Wenn Verbraucher sich zu Hause Glühwein zubereiten, ist zu beachten, dass auch hier ungeeignetes Kochgeschirr Metallübergänge in den Glühwein begünstigt. „Empfehlenswert ist die Nutzung unbeschädigter, emaillierter Töpfe, hitzebeständiger Glaskannen oder von Edelstahltöpfen“, sagt Feldhusen.

Hintergrund
Glühwein ist ein Produkt, das aus Wein hergestellt wird.
Sowie Wein aus anderem Obst Basis des Getränks ist, darf dieser Begriff in Alleinstellung nicht genutzt werden.

Die Zusammenarbeit in der Norddeutschen Kooperation (NOKO) der Bundesländer Berlin, Brandenburg, M-V, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie der Freien Hansestadt Bremen, der Freien und Hansestadt Hamburg gibt es seit Mai 2009. Sie erfolgt in den Bereichen Veterinärwesen, Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung, Bedarfsgegenstände, Wein, kosmetische Mittel sowie Tabakerzeugnisse.
Die länderübergreifende Zusammenarbeit der Untersuchungseinrichtungen soll dazu beitragen, einerseits Kostensteigerungen durch die Bündelung bestimmter Untersuchungsanforderungen zu begrenzen und andererseits ein breites Untersuchungsspektrum zur Sicherung eines hohen Niveaus des gesundheitlichen Verbraucherschutzes vorrätig zu halten.

pressemitteilung vom 22.12.2015

2015 kein Nachweis des gefährlichen Kiefernholznematoden in M-V

Der Kiefernholznematode (Bursaphelenchus xylophilus) gehört zu den gefährlichsten Kiefernschädlingen weltweit – er kann ganze Wälder innerhalb weniger Wochen zum Absterben bringen.

Um eine Infektion der einheimischen Kiefernbestände mit diesem Schaderreger zu vermeiden, sind in diesem Jahr von den Experten des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) 95 Holzproben aus hiesigen Kieferwäldern und Sägewerken sowie sechs Holzverpackungen aus Importen (Portugal bzw. Spanien) auf einen Befall mit dem Kiefernholznematoden untersucht worden. Es wurden keine Nematoden festgestellt. 
Um neue Bäume zu besiedeln, benötigt der Kiefernholznematode einen Vektor, d.h. eine Art „Taxi“, das ihn transportiert. Diese Funktion haben Bockkäfer der Gattung Monochamus. 17 dieser Käfer wurden im LALLF im Jahr 2015 ebenfalls „unter die Lupe“ genommen – es gab keinen Nematodennachweis.

Mit dem Kiefernholznematoden befallene Bäume zeigen Welkeerscheinungen und sterben bei höheren Temperaturen im Sommer relativ schnell ab. Da in M-V etwa 38 % des Baumbestandes aus Kiefern besteht, kann die Einschleppung hier katastrophale Folgen für das Ökosystem Wald haben. Eine Bekämpfung des Schädlings im Baumbestand ist nicht möglich. Befallene Bäume müssen deshalb gefällt und deren Holz vernichtet werden.

Besonders Holzverpackungen von Warensendungen aus Befallsgebieten in Nordamerika, Asien, Portugal, Madeira und Spanien sind ein großer Risikofaktor für die Übertragung des Schädlings. In der Europäischen Union werden große Anstrengungen unternommen, um eine Ausbreitung des Nematoden zu verhindern.
Um zu überprüfen, ob befallenes Verpackungsholz aus Risikoländern auch zu uns gelangt ist, können Firmen den Pflanzenschutzdienst des LALLF informieren. Dem Verpackungsholz werden dann Proben zur Untersuchung entnommen. Für die Firmen entstehen weder Nachteile noch Kosten. Auch Auffälligkeiten am Verpackungsholz, wie Bohrmehl oder Ausbohrlöcher, die einen Käferfraß vermuten lassen, sind eine hilfreiche Information zur Vermeidung der Einschleppung des Nematoden.

Hintergrund
Aus seiner ursprünglichen nordamerikanischen Heimat wurde der Kiefernholznematode wahrscheinlich über Asien nach Europa eingeschleppt und erstmals 1999 in Portugal nachgewiesen.
Der Kiefernholznematode ist ein ca. 1 mm langer Fadenwurm. Er befällt vor allem Kiefernarten.
Entsprechend des Durchführungsbeschlusses der Kommission 2012/535/EU ist jedes Mitgliedsland verpflichtet, einen Notfallplan auszuarbeiten, in dem die Maßnahmen angeführt werden, die bei Auftreten (oder Verdacht) des Vorkommens des Kiefernfadenwurms zu treffen sind. In jedem Land werden Holz-Monitoringprogramme durchgeführt.

pressemitteilung vom 10.12.2015

Kontrollen bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln werden intensiviert!
Auszug von der 24. Jahrestagung Pflanzenschutz des LALLF am 8.12.2015


Vorgestern fand in Rostock die traditionelle Jahrestagung „Pflanzenschutz“ des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V statt. Knapp 200 Landwirte und Interessierte füllten den großen Hörsaal der Agrarfakultät.

Die wichtigste Fachtagung für den Pflanzenschutz in M-V bot einen breiten Überblick über aktuelle fachliche und rechtliche Schwerpunkte. So wuchs der Winterraps erstmals seit Jahren ohne Saatgutbehandlung mit Neonicotinoiden (Schutzbeizung gegen Insekten wie den Rapserdfloh) auf, was einen noch nie dagewesenen Befall mit tierischen Schadinsekten im Herbst 2014 zur Folge hatte. Offensichtlich traf aber der Wegfall dieser Behandlungsmöglichkeit zeitlich mit einem natürlichen Anstieg der Population des Rapserdflohs (Psylliodes chrysocephala) zusammen. Gemeinsam mit dem extrem milden Winter führte dies zu einer massiven Larvenentwicklung und schweren Fraßschäden in den jungen Rapspflanzen.
Auch der Mäusebefall in den Feldkulturen und Obstanlagen stieg stark an. Insgesamt zeigt es sich, dass die Klimaveränderungen in Form von nun mehreren milden Wintern in Folge ganz konkrete Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben. Ohne diese Einflüsse wären wahrscheinlich höhere Erntemengen an Raps möglich gewesen.

Keinesfalls dürfen solche Entwicklungen dazu führen, dass Pflanzenschutzmittel fehlerhaft angewendet oder die konkreten Anwendungsbestimmungen nur teilweise eingehalten werden. „Die Landwirtschaft ringt um Akzeptanz in der Gesellschaft. Diese Bemühungen müssen sich auch in einem hohen Verantwortungsbewusstsein und besonderer Sorgfalt bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln widerspiegeln!“ forderte Dr. Joachim Vietinghoff, Leiter des Pflanzenschutzdienstes am LALLF. „Dazu gehört, dass die Anwendungsbedingungen während der Behandlung, insbesondere die Windverhältnisse berücksichtigt werden. Abdrift kann zum Beispiel vermieden werden, wenn die Behandlung in die windstillen Nachtstunden verlegt werden.“, führte er aus.
„Die in diesem Jahr große Zahl an Anlaßkontrollen, also Kontrollen in Folge von konkreten Verdachtsmomenten oder Anzeigen, führte zu einem größeren Anteil an Verstößen. Im Jahr 2014 gab es bei 115 Kontrollen auf diesem Gebiet 42 Verstöße (37 %). In diesem Jahr erfolgten 163 Kontrollen (Stand 30.11.), geahndet wurden 82 Verstöße (50 %)“, fasst Vietinghoff zusammen. Auffällig war dabei die Zunahme von Verstößen bei der Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände.
„Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln muss in jeder Hinsicht rechtlich einwandfrei erfolgen – genau so, wie es die überwiegende Mehrzahl der Landwirte jedes Jahr praktiziert! Das werden wir weiter effektiv kontrollieren“, unterstreicht der Pflanzenschutzexperte.

Weitere Vorträge wiesen die Anwesenden auf wichtige Detailerkenntnisse in der Facharbeit hin. So kann eine gezielte Sortenwahl im Anbau und die genaue Ermittlung des Krankheitsdruckes von Kulturpflanzen einen Beitrag zur Reduzierung von Pflanzenschutzmitteleinsätzen leisten. Die Kolleginnen und Kollegen des LALLF bringen hierzu wichtige Resultate aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Die Ergebnisse werden aktuell und regelmäßig veröffentlicht:
www.lallf.de

Hintergrund
Insgesamt erfolgten im Jahr 2014 durch den Pflanzenschutzdienst des Landes M-V 8.702 Kontrollen und Erhebungen zur Einhaltung des Pflanzenschutzgesetzes. Überprüft werden landesweit Landwirtschaftsbetriebe, aber auch Gärtnereien, Baumschulen und Obstplantagen u.v.a.m. Auch die Spritzentechnik der Anwender wird regelmäßig geprüft sowie Ausbringungsmengen und Lager(bestände) für Pflanzenschutzmittel.
Auf Äckern überwachen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflanzenschutzdienstes Schaderreger an landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen. Die Ergebnisse werden auch auf der Homepage des Amtes veröffentlicht.
Durchgeführt wird eine jahres- bzw. witterungsabhängige Beratung für Landwirte in Sachen Sortenwahl im Anbau und zum schaderregerspezifischen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Eigene Versuche auf kleinen Anbauflächen schaffen hierfür die Grundlage.

pressemitteilung vom 07.12.2015

Acrylamidgehalte sinken weiter

„In keiner der 38 auf Acrylamid untersuchten Proben des Jahres 2015 sind Werte oberhalb des EU-Richtwertes festgestellt worden“, so Professor Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock. „In unserem Speziallabor wurden Proben von 15 x Knäckebrot, 15 x Zwieback, sechs Lebkuchen und 2 x Kartoffelchips auf den vermutlich krebserregenden Stoff analysiert“, ergänzt Feldhusen die Aussage.


Acrylamid ist ein Nebenprodukt der sogenannten Bräunungsreaktion, die bei Röst-, Back- und Bratvorgängen stattfindet und für die typische Farbe, Duft und Geschmack sorgt. Je dunkler Backwerk, Chips und Co sind, desto höher ist wahrscheinlich auch ihr Acrylamid-Gehalt.

Verglichen mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre können im LALLF stetig geringere Acrylamidgehalte bestätigt werden. Der gelten-de Richtwert für Acrylamid wurde seitens der EU seit dem Jahr 2002 auch mehrere Male abgesenkt.
Feldhusen meint: „Die Lebensmittelindustrie hat inzwischen Einiges zur Verringerung des Acrylamidgehaltes in Lebensmitteln geleistet. Neben der Zucht und Auswahl von Getreide und Kartoffeln mit geringen Gehalten an Acrylamid bildenden Substanzen, zählen eine angepasste Herstellungsrezeptur und ein entsprechender Herstellungsprozess zu den erfolgreichen Strategien.“

Auch in der eigenen Küche können Verbraucherinnen und Verbraucher den Gehalt an der fragwürdigen Substanz gering halten. „Die Faustregel „vergolden statt verkohlen“ veranschaulicht da unsere Empfehlung“, sagt Feldhusen. Bei Gartemperaturen unterhalb von 180 Grad entstehen deutlich geringere Mengen an Acrylamid als bei höheren Temperaturen.

Trotz der guten Ergebnisse werden die Kontrollen weitergeführt. Im nächsten Jahr stehen Produkte aus Bäckereien und von kleineren Herstellerbetrieben im Fokus der amtlichen Überwachung.

Hintergrund
Acrylamid gehört aufgrund von Daten aus Tierversuchen (es wirkte im Tierversuch Krebs erzeugend und Erbgut verändernd) zu den unerwünschten Stoffen.
Das Bundesamt für Risikobewertung in Berlin schätzt ein, dass Acrylamid in Lebensmitteln das Risiko der Krebsentwicklung bei Verbrauchern aller Altersgruppen erhöhen könnte.
In Lebensmitteln entsteht Acrylamid tagtäglich bei der Zubereitung unter hohen Temperaturen, die Lebensmittel auch ‚bräunt‘. Wichtige Acrylamid-Quellen sind Kaffee, Chips, Kekse, Kräcker und Knäckebrot sowie Toastbrot. Im Verhältnis zum Körpergewicht sind Kinder die am stärksten exponierte Altersgruppe.
Die Bildung von Acrylamid ist unter anderem abhängig von der Erhitzungsdauer sowie vom Wassergehalt des Lebensmittels. Aufgrund der vielen Einflussfaktoren lässt sich die Höhe der Bildung von Acrylamid bislang schwer voraussagen.

Pressemitteilung vom 27.11.2015

Aflatoxine in Nüssen?

Ob in der Weihnachtsbäckerei oder zum Knabbern – Nüsse sind eine Quelle für Energie aus gutem Nahrungsfett und fast alle enthalten wertvolle Fettsäuren. Getrübt wäre diese Qualität, wenn die Schalenfrüchte einen Schimmelpilzbefall mit krebserregenden Aflatoxinbildnern hätten.
Aber: „In 37 in diesem Jahr untersuchten Proben Nüsse sind keine Aflatoxine nachgewiesen worden“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock. „Und auch sensorisch gab es keine Auffälligkeiten.“, untermauert Feldhusen. D. h. Aussehen, Geruch und Geschmack der Nussvielfalt - alles lag im Normbereich.
In der Analyse auf vier verschiedene Aflatoxine waren jeweils zehn Proben von Cashewkernen (davon 3x geröstet und gesalzen), Erdnüssen, Mandeln (davon 2 x geröstet und gesalzen) und sieben Proben Paranüsse. Alle Nussproben sind in üblichen Einkaufseinrichtungen des Landes entnommen worden.

Nüsse können bereits am Baum, aber auch beim Transport oder bei der Lagerung durch hohe Luftfeuchte und Wärme von Pilzen befallen werden. Diese können Gifte (Mykotoxine) entwickeln. Die Pilzgifte sind nicht mit bloßem Auge sichtbar und auch nicht am Geruch oder Geschmack erkennbar. Die spezielle Art Mykotoxine, die Aflatoxine, sind hitze- und säurestabil. Sie überstehen daher die üblichen Verarbeitungs- und Zubereitungsmethoden für Lebensmittel und sind somit auch in gerösteten Nüssen zu finden.

Feldhusen rät: „Alle Nüsse, die auf der Schale oder am Nusskern sichtbare Schimmelspuren aufweisen, sind nicht mehr genießbar und müssen entsorgt werden. Sollten Sie bei einer Nuss einen atypischen Geschmack - bitter, pelzig, muffig - feststellen, gilt: Nicht schlucken, sondern spucken!“
Ein atypischer Geschmack muss nicht zwangsläufig auf einen Schimmelpilzbefall hindeuten, es liegt jedoch ein erhöhtes Risiko für einen solchen Befall vor.
Um einen Schimmelpilzbefall im eigenen Haushalt zu vermeiden, sollten Nüsse kühl, trocken und luftig gelagert werden.

Hintergrund
Aflatoxine gehören zu den Mykotoxinen. Bei Mykotoxinen handelt es sich um natürlich vorkommende, sogenannte sekundäre Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Aflatoxine werden unter anderem von den Schimmelpilzen Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus gebildet.
Aflatoxine können beim Menschen die Entstehung von Krebs begünstigen, Nieren und Leber schädigen, das Immunsystem beeinträchtigen oder Durchfall und Erbrechen verursachen.
Außerdem können Aflatoxine das Erbgut schädigen, das heißt sie wirken genotoxisch.

pressemitteilung vom 07.10.2015

Wissenschaftliche Untersuchungen in „Winterlagern“ werden fortgesetzt
Amt bittet um Verständnis und Mithilfe!


In der Wintersaison 2015/2016 werden die Studien zur Erhebung von grundlegenden fischereibiologischen Daten zu Winterlagern rund um den Hafen Stralsund fortgesetzt. Dazu wird es parallel Untersuchungen in Greifswald geben.
„Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) möchte als obere Fischereibehörde mit dem Vorhaben für die Fischbestände in der Winterzeit den bisherigen Vorsorgeansatz des Landes Mecklenburg-Vorpommern als Fischereiberechtigtem ergänzen“, sagt Thomas Schaarschmidt, Dezernatsleiter für Fischereiverwaltung.

Die Untersuchungen zur Erhebung grundlegender fischereibiologischer Daten finden ab Mitte Oktober 2015 bis Ende März 2016 im Bereich des Winterlagers Hafen Stralsund sowie erstmals auch im Unteren Ryck Greifswald statt.
Vorgesehen sind vor allem Erhebungen der Fischfauna. Dazu werden moderne hydroakustische Methoden genutzt und wissenschaftliche Stellnetzfischerei betrieben. Der Untersuchungsplan umfasst Befahrungen mit dem regelmäßigen Einsatz von Fang- und Messgeräten. Die anglerische Nutzung im Bereich der Winterlager wird ebenfalls erfasst.
Die obere Fischereibehörde geht mit diesen Studien auch Forderungen aus der öffentlichen Diskussion zu den Winterlagern nach. Die Ergebnisse sollen bei der Erarbeitung der Winterlagerregelungen der kommenden Jahre sowohl hinsichtlich der Gewährleistung des Fischschutzes als auch einer angemessenen anglerischen Nutzung berücksichtigt werden.

„Das Amt bittet um Verständnis, dass es im Zuge der Arbeiten kurzzeitig, lokal begrenzt zu leichten Einschränkungen für das Angeln in den Untersuchungsgebieten kommen kann, z. B. durch ein kreuzendes Einsatzschiff“, erklärt Schaarschmidt. „Außerdem können Sie sehr helfen, indem Sie die vorgeschriebene Fangstatistik ordnungsgemäß führen und zu uns senden! Damit kann die Datengrundlage ganz wesentlich ergänzt werden, was letztlich zu optimalen Entscheidungen beiträgt“.

Für Rückfragen oder Hinweise stehen Ihnen im LALLF M-V, Abt. Fischerei und Fischwirtschaft, Herr Richter (0381 – 4035 740) oder Herr Dr. Schaarschmidt (0381 – 4035 717) gerne zur Verfügung.

Hintergrund
Im Herbst und Winter wird ein Teil der Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns von den Fischen als Schutz- und Rückzugsraum genutzt. In diesem Zeitraum werden in solchen sogenannten Winterlagern regelmäßig hohe Fischkonzentrationen beobachtet.
Zum Schutz der Fischbestände in den Winterlagern Hafen Stralsund, Lanckener Bek, Unterer Ryck, Untere Uecker und Hafen Wolgast hat das LALLF als obere Fischereibehörde wie auch in den letzten Jahren hier die Fischereiausübung per Allgemeinverfügung zeitweise eingeschränkt. Dies betrifft neben der Fischerei auch das Angeln.

Mit den Arbeiten zur wissenschaftlichen Analyse wurde der Fisch und Umwelt e.V. aus Rostock in Zusammenarbeit mit zwei wissenschaftlichen Partnern beauftragt.

pressemitteilung vom 22.07.2015

Riesen-Bärenklau an einer Steilküste

"Riesen-Bärenklau" - Einwanderer aus dem Kaukasus schadet Gesundheit und Boden

„Bis zu vier Meter groß kann der imposante, aber schädliche Einwanderer aus dem Kaukasusgebiet werden“, beschreibt Joachim Vietinghoff, Abteilungsleiter Pflanzenschutzdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock den Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum). Derzeit blühen die Pflanzen noch oder beginnen bereits, an ihren ca. 50 cm großen Dolden 15.000 Samenfrüchte oder mehr zu bilden. Die auch Herkulesstaude genannte Pflanze fällt gegenwärtig als großes Einzelexemplar auf, kann aber überall zusammenhängende Bestände bilden.

Der Kaukasusriese ist für viele negative gesundheitliche Aspekte bekannt: Dazu gehören Rötungen und Entzündungen der Haut durch Kontakt mit der Pflanze bis zu heftigen Verbrennungen durch den Pflanzensaft, aber auch Atemnot und Bronchitis durch den bloßen Aufenthalt an sonnigen Tagen in der Nähe der Pflanzen. Besonders gefährdet sind Kinder, die in den urzeitlich anmutenden Bärenklau-Dickichten gern spielen oder sich verstecken - leider oft mit fatalen Folgen.
„Für Naturschützer, Wasserwirtschaftler und Landwirte stellen die Verdrängung oder das Absterben des natürlichen Artenspektrums in der Krautschicht durch die Schattenwirkung der großen Pflanze, die Beeinträchtigung von Uferböschungen sowie die Verstärkung von Bodenerosion zunehmend Probleme dar“, sagt Vietinghoff.

Was kann man gegen die Verbreitung tun?
Durch mehrfaches Mähen und Mulchen, Fräsen kann der Riesen-Bärenklau kaum nachhaltig in Schach gehalten werden. Kleinere Bestände oder Einzelpflanzen werden am besten mit dem Spaten abgestochen. Dabei muss der bis zu 20 cm tief unter der Bodenoberfläche liegende Vegetationskegel getroffen werden, sonst treibt die robuste Pflanze sofort wieder aus. Die erste Bekämpfung erfolgt bestmöglich schon im niedrigen Pflanzenbestand spätestens im April.
„Jetzt im Sommer sollten die gut sichtbaren, großwüchsigen Pflanzen unbedingt am Aussamen gehindert werden! Einzelne Exemplare sind – möglichst im Schutzanzug mit Brille aber wenigstens mit Handschuhen – am besten auszugraben und im Plastiksack im (Rest)Müll zu entsorgen. Wenn nicht die ganze Pflanze vernichtet werden kann, sollten mindestens die Dolden entfernt und in den Müll gegeben werden – keinesfalls auf den Kompost! Verbrennen ist auch eine Möglichkeit“, rät Vietinghoff.
Chemisch kann der Riesen-Bärenklau effektiv bekämpft werden, sinnvollerweise in Kombination mit den oben genannten mecha-nischen Maßnahmen. Eine großflächige Bekämpfung muss Fachfirmen überlassen werden. Nur sie besitzen die notwendige Technik und geeignete Schutzausrüstung, um sich vor der Giftwirkung der Pflanze zu schützen.

Der Riesen-Bärenklau tritt in Gewässernähe, an Straßenrändern, Rad- und Wanderwegen und nicht bewirtschafteten feuchten Flächen wie den Rändern von Söllen oder Brüchen auf.
Seine Verbreitungsmöglichkeiten sind höchst vielfältig. Die schwimmfähigen Samen können mittels fließenden Gewässern oder Regenwasser über größere Entfernungen transportiert werden. Verwirbelungen an Straßenrändern tragen ebenso zur Verbreitung der Samen bei. Im Fell von Tieren können Samen anhaften und weiter getragen werden. Komposthalden sowie die Nutzung als Zierpflanzen in Kleingärten stellen weitere, nicht zu unterschätzende, Verbreitungsformen dar.

Vietinghoff unterstreicht: „Kontrollieren Sie immer wieder, ob ein schon im Frühjahr abgestochener Riesen-Bärenklau nicht mehr nachwächst. Die Pflanzen sind sehr widerstandsfähig und können mehrfach wieder austreiben, wenn der Vegetationskegel nicht zerstört wurde. Eine komplette Vernichtung der Pflanze kann dann bis zu mehreren Jahren dauern“.

Pressemitteilung vom 16.07.2015

Arbeitsort der Kontrolleure

Rekord im Export
Neuer Mengenrekord bei amtlicher Exportgetreidezertifizierung im Rostocker Seehafen

„Fast 2,2 Millionen Tonnen Getreide sind im ersten Halbjahr 2015 im Rostocker Seehafen durch die Mitarbeiter der Pflanzengesundheitskontrolle des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei untersucht und zertifiziert worden“, betont der Dezernatsleiter für Pflanzengesundheit Dr. Armin Hofhansel. Das entspricht fast der Menge, die im gesamten Vorjahr bearbeitet wurde (2,8 Mio t).
Weizen, Gerste und Roggen für arabische Länder wie Saudi Arabien und Iran sowie diverse Länder Afrikas und Asien waren überwiegend zu überprüfen.

Der Handel von Pflanzen bzw. Pflanzenteilen unterliegt bei Exporten aus der EU in Drittländer der Pflicht einer Kontrolle, die mit der Ausstellung eines Pflanzengesundheitszeugnisses mit urkundlichem Charakter verbunden ist.
„Pflanzliche Waren, die in Nicht-EU–Länder exportiert werden, müssen vom amtlichen Pflanzenschutzdienst vor Ort auf Quarantäneschaderreger untersucht werden“, sagt Hofhansel. Bei den Getreideexporten spielt die Analyse auf die Vorratsschädlinge Korn-, Mais- oder Reiskäfer nach wie vor die wichtigste Rolle. Aber auch auf Beimengungen wie Unkrautsamen, wie zum Beispiel von Quecke, wird geachtet.

Die Kontrolleure im Hafen richten sich bei ihrer Arbeit nach den Einfuhrbestimmungen der jeweiligen Empfängerländer. Direkt vom Förderband werden beim Beladen der Schiffe Proben nach einer vorgeschriebenen Methode aus dem Warenstrom entnommen. Diese werden durchgesiebt und der Siebrest später im Labor mikroskopisch untersucht.

Während der ersten sechs Monate des Jahres 2015 gab es im Januar und Februar einige Beanstandungen wegen des Befalls von Getreide mit dem Reiskäfer. Zum Abtöten der Reiskäfer erfolgte dann die Begasung der Laderäume.

Deutsche Waren, so auch Getreide und andere landwirtschaftliche pflanzliche Produkte, sind im internationalen Handel je nach Marktlage gefragt – daher sind die Exportmengen über den Rostocker Hafen zunehmend. Außerdem gibt es eine neue Schiffsklasse, die eine Ladekapazität von etwa 80.000 t hat. Diese Schiffe kommen mit den Bedingungen (u. a. Tiefgang) im Hafen Rostock sehr gut zurecht. Auch so erklärt sich, dass hier immer mehr Handelsware umgeschlagen wird.

pressemitteilung vom 27.05.2015

Triclosan in der Kennzeichnung

Zusatz von umstrittenem Triclosan in Kosmetika – in Stichproben keine Höchstmengenüberschreitungen

"15 Proben Kosmetika, die im Jahr 2014 in einem Landesuntersuchungsschwerpunkt analysiert worden sind, wiesen keine Höchstmengenüberschreitungen an Triclosan auf – allerdings wurden die erlaubten Höchstmengen oft maximal ausgeschöpft“, resümiert Professor Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock.

Nach Tierversuchen steht das zu den Organochloverbindungen gehörende Triclosan im Verdacht, Krebserkrankungen zu begünstigen. Für eine Übertragung dieser Erkenntnisse auf den Menschen fehlen bisher noch endgültige wissenschaftliche Beweise.
Die weltweit angewendete Substanz ist als biozider Wirkstoff Bestandteil von Desinfektionsmitteln und wird im ärztlich-medizinischen Bereich so dosiert, dass sie Bakterien abtötet. Der Einsatz von Triclosan in anderen verbrauchernahen Produkten wie Kosmetika, Waschmitteln, Textilien und Gegenständen, die mit Lebensmitteln im Kontakt sind, erfolgt hingegen in niedriger Dosierung für eine antimikrobielle oder desodorierende Wirkung. Diese reicht häufig nicht aus, um bakterielle Krankheitserreger abzutöten, kann aber dazu führen, dass Mikroorganismen gegen Triclosan resistent werden und sich dann stärker vermehren als nicht resistente Erreger. Im Fall von Triclosan kann diese Resistenzbildung auch bewirken, dass die Erreger gegen Antibiotika unempfindlich werden.

Das jährliche Produktionsvolumen von Triclosan beträgt etwa 1.500 Tonnen weltweit. Die Exposition ist allgegenwärtig und der Stoff quasi universell verbreitet. In den USA wurde die Substanz häufig in Flüssen nachgewiesen, ebenso in den Körperflüssigkeiten von Wildtieren. Triclosan wird sehr gut resorbiert und wurde im Blut, Urin und in der Muttermilch von zahlreichen Probanden, auch Schwangeren, sowie in hohen Dosen im Urin von Krankenhauspersonal festgestellt.
Konkret wurden im LALLF 12 Zahnpasten, zwei Deodorantien, eine Waschlotion sowie eine Fußpflegecreme im Labor auf den Zusatzstoff Triclosan untersucht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, den Einsatz von Triclosan auf das unbedingt notwendige Maß im ärztlichen Bereich zu beschränken und im häuslichen Bereich ganz auf triclosanhaltige Produkte zu verzichten.
“Diesem Rat schließen wir uns an! Verbraucher müssen über Triclosan informiert sein, um dann am Verkaufsregal bewusst auf diese umstrittene Substanz verzichten zu können“, unterstreicht Feldhusen.

Hintergrund
Die europäischen Experten des wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit (SCCS) bewerteten Triclosan neu. Sie schlussfolgerten, dass sein Einsatz mit einer maximal zulässigen Konzentration von 0,3 % als Konservierungsstoff in allen kosmetischen Mitteln als nicht sicher für den Verbraucher angesehen werden kann! Das Inverkehrbringen triclosanhaltiger Kosmetika wurde daher ab Oktober 2014 auf bestimmte Produktgruppen:
Zahnpasta, Handseife, Bade- und Duschprodukte, Deodorantien, Gesichtspuder, Abdeckstifte sowie Nagelpflegeprodukte mit einer Einsatzkonzentration von 0,3 % beschränkt.
Für Mundwässer wurde die Höchstmenge auf 0,2 % gesenkt.
Fußcreme (eine der Proben im LALLF) mit Triclosan ist nach der neuen Rechtslage ab 30. Juli 2015 nicht mehr verkehrsfähig. Bis dahin gilt eine Übergangsfrist.

pressemitteilung vom 11.05.2015

Amt empfiehlt ausdrücklich abendliches oder nächtliches Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln

„Es ist nicht nur legal, wir empfehlen den Landwirten sogar, dass sie die Abend- und Nachtstunden dazu nutzen, ihre Felder mit notwendigen Behandlungen zu befahren“, sagt Joachim Vietinghoff, Abteilungsleiter Pflanzenschutzdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock.
Entgegen einer weit verbreiteten Vermutung wollen Landwirte sich damit nicht den Kontrollen des Pflanzenschutzdienstes entziehen oder heimlich verbotene Mittel anwenden! Sie realisieren mit dieser – manchem Bürger etwas befremdlich anmutenden Arbeitszeit - eine natur- und umweltschonendere Methode der Spritzmaßnahmen.
Jetzt im Frühjahr ist die Hauptvegetationszeit und die Schadorganismen sind in der Massenvermehrung. Ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als fünf Metern pro Sekunde darf mit einer Feldspritze nicht gearbeitet werden. Die Windverhältnisse bestimmen also die Anzahl der täglich möglichen Arbeitsstunden. Um die Spritzmittel zu einem optimalen Wachstumszeitpunkt in minimaler Menge auszubringen, können und sollten die überwiegend windstilleren Abende und Nächte genutzt werden.
Mit der inzwischen gut entwickelten, auch abdriftgeminderten Spritzdüsentechnik und präzisen, GPS-gesteuerten Fahrgeräten kommt das Pflanzenschutzmittel oder der Flüssigdünger punktgenau in den Pflanzenbestand. Randstreifen an Gewässern und Biotopen lassen sich so auch nachts ganz exakt abgrenzen.

Ein weiterer wichtiger Vorteil nächtlicher Pflanzenschutzmaßnahmen ist, dass Honigbienen, Hummeln und viele andere, sogenannte Nichtzielorganismen nicht beeinträchtigt werden. Denn sie sind nachts nicht auf Nahrungssuche. Sie können also weder durch direktes Besprühen, noch durch Geruchsveränderungen gestört werden.

„Es gibt also keinen Grund zur Besorgnis! Vielmehr ist ein in der Nacht mit der Pflanzenschutzspritze arbeitender Landwirt ein umweltbewusster Landwirt“, resümiert Vietinghoff.

Hintergrund:
Bei allen Spritzarbeiten unter freiem Himmel muss vor allem eine Abdrift des Spritznebels vermieden werden. Die Geräte erzeugen über den Spritzdruck feine Tröpfchen, deren Größe auch von der Fahrgeschwindigkeit abhängt, denn es geht darum, die gesetzlich festgelegte Aufwandmenge auf die Fläche zu bringen.
Um Abdrift zu verhindern, gibt es teilweise raffinierte technische Lösungen. Durch die Konstruktion der Düsen entsteht im Düsenkörper ein Luftstrom, der die Tröpfchen mit sich reißt und direkt in den Bestand schleudert. Durch diese sogenannten abdrift-geminderten Düsen kann die Abdrift um bis zu 90 % reduziert werden. Die Flüssigkeitsmenge einer Abdrift ist unter regulären Bedingungen sehr gering. Bei einer Abdriftminderung von 90 % darf sie zum Beispiel für den Düsentyp ID 05 im Abstand von einem Meter neben dem Spritzbalken höchstens 0,34 % und im Abstand von zehn Metern noch höchstens 0,03 % der normalen Behandlungsmenge betragen. Viele neue Pflanzenschutzmittel dürfen zulassungsseitig nur mit dieser abdriftgeminderter Düsentechnik angewendet werden.

Für die unterschiedlichen Pflanzenschutzmittel gelten spezifische Abstandsauflagen zu Gewässern. Ist kein Abstand ausgewiesen, greift § 12 Absatz 2 des Pflanzenschutzgesetzes. Dort heißt es: Pflanzenschutzmittel "dürfen jedoch nicht in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern und Küstengewässern angewandt werden."  Dieser Forderung wird der Landwirt gerecht, wenn er bei optimalen Anwendungsbedingungen (Wind, Fahrgeschwindigkeit und Spritzgestängehöhe) einen Abstand von einem Meter zur Böschungsoberkante einhält.

Pressemitteilung vom 19.02.2015

Fisch aus dem Schaalsee ist bedenkenlos genießbar

Erstmals hat Ende 2014 eine Übersichtsuntersuchung von Fischen aus dem Schaalsee stattgefunden. Es sind 12 Proben Fisch auf jeweils 110 Parameter im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock analysiert worden. Es ergaben sich keine Beanstandungen bzw. Höchstmengenüberschreitungen.

Neben der Bestimmung der Fettgehalte prüften die Experten bei Maräne, Hecht, Barsch, Aal und Blei die Belastung mit Dioxinen, PCB`s (Polychlorierte Biphenyle), Pflanzenschutzmitteln sowie Schwermetallen.

Die Fettanteile der Fische lagen bei Hecht, Barsch und Schlei zwischen 1 und 2 %. Der Aal war erwartungsgemäß mit 35 % der fettreichste Fisch.

Da Dioxine und PCB`s fettlöslich sind und sich somit im Fischgewebe anreichern, sind die höchsten Mengen dieser Umweltkontaminanten im fettreichen Aal nachgewiesen worden. Aber es wurde kein zulässiger Höchstwert überschritten.

Die Untersuchung auf Rückstände von 46 Pflanzenschutzmitteln ergab einen Nachweis von DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan – ist ein in der EU seit vielen Jahren verbotenes Insektizid). Hier stellte sich ebenfalls eine Abhängigkeit vom Fettgehalt der Fische dar – Aal und Maräne enthielten die höchsten, aber unbedenklichen Mengen von knapp 0,2 bzw. 0,05 mg/kg Frischsubstanz Fisch.

Auch bei den Schwermetallen Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber waren keine auffälligen Werte bestimmbar.

Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen finden Sie auf der Internetseite des Amtes: www.lallf.de/Aktuelles.440.0.html

pressemitteilung vom 05.02.2015

Asiatischer Laubholzbockkäfer

„Schwarzfahrer“ im Verpackungsholz gefährden heimische Bäume

„Abgestorbene Laub- und Obstbäume – das kann einer der derzeit gefürchtetsten ‚Schwarzfahrer‘ in Holzpaletten oder –kisten bewirken: der Asiatische Laubholzbockkäfer“, stellt Armin Hofhansel, Dezernatsleiter der Pflanzengesundheitskontrolle im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock fest. Der bis zu 35 mm große, schwarzweiße Asiatische Laubholzbockkäfer mit seinen auffällig langen Antennen kann über das Verpackungsholz in der ganzen Welt verbreitet werden. Paletten und Kisten sind somit notwendige Transporthilfe für Waren im internationalen Handel aber leider auch ungewollt für Schaderreger.

Qualifizierte MitarbeiterInnen des Pflanzenschutzdienstes des LALLF kontrollieren regelmäßig die Holzverpackungen von Importwaren auf eventuellen Befall mit diesem Käfer, suchen nach Schadbildern, wie Bohrlöchern oder Bohrmehl.
Um der Verbreitung des Asiatischen Laubholzbockkäfers und anderen Schädlingen vorzubeugen, gibt es einen internationalen Standard mit Maßnahmen für die Behandlung von Holzverpackungsmaterial im internationalen Handel (ISPM Nr. 15). Ist das Holz stärker als 6 mm, muss es einer Hitzebehandlung nach dem o. g. Standard unterzogen werden. Schadorganismen sterben dann ab. Ein somit sicheres Verpackungsholz wird mit einer amtlich registrierten Markierung gekennzeichnet, was einem amtlichen Dokument für die Schädlingsfreiheit gleich kommt. Diese Markierung dient auch als Kontrollmerkmal für den Pflanzenschutzdienst bei der Importkontrolle von Verpackungsholz. Ist das Verpackungsholz oder dessen Kennzeichnung nicht in Ordnung, kann durch den Kontrolleur unter anderem die Verbrennung angeordnet werden.

„Wenn Sie an einer Palette oder auch an einem Laubbaum ca. 1 cm große kreisrunde Ausbohrlöcher sehen oder bis zu 3 cm breite Fraßgänge, gegebenenfalls auch größere Mengen grobe Nagespäne oder gar bis zu 60 mm große cremeweiße Insektenlarven, dann könnte es sich um einen eingewanderten Laubholzbockkäfer handeln. Zögern Sie nicht und informieren Sie den Pflanzenschutzdienst“, bittet Hofhansel.
„Wenn der Verdacht besteht, dass Sie einen Asiatischen Laubholzbockkäfer gefunden haben, setzen Sie ihn fest – am besten in einem Glas, denn Plastiktüten sind für den Käfer kein Hindernis - und geben uns Bescheid“, ergänzt Hofhansel. Es darf auf keinen Fall zu einer Freisetzung  oder Vermehrung dieses Schädlings kommen. Er ist eine ernstzunehmende Gefahr für das Leben und Überleben unserer heimischen Baumbestände.

Hintergrund
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) stammt ursprünglich aus Asien und ist in Deutschland bisher an mehreren Standorten gefunden worden. Die neuesten Fälle sind 2014 aus München und Magdeburg bekannt.
Der Käfer kann völlig gesunde Bäume besiedeln und abtöten. Für den Menschen ist er unbedenklich. Zu seinen Wirtspflanzen zählen alle Laubbaumarten, einschließlich Obstgehölze.

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite des Amtes: www.lallf.de/Verpackungsholz.230.0.html



zuletzt geändert am: 19.09.2016