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Phoma
Schaderreger: | Hauptform: Leptosphaeria maculans; Nebenfruchtform: Phoma lingam |
Befallsquellen: |
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Schadbild / Symptome
- auf Blättern
- scharf begrenzte Flecken mit weißgrauem Zentrum und schwarzen Pyknidien, reißen bei Ausdehnung ein (Blätter mit Herbstbefall im Frühjahr größtenteils abgestorben, Pyknidien weiterhin infektiös)
- unter günstigen Bedingungen schon im Herbst Wurzelhalsbefall: dunkelbraune bis schwarzer Läsionen
- stängelumgreifende Einschnürungen, Absterben bzw. Abbrechen der Pflanze (Umfaller)
- Auswinterung
- Stängelsymptome in verschiedenen Erscheinungsformen:
- dunkelbraun, rissig, vermorscht, Trockenfäule oder Umbrechen am Wurzelhals (ab Blüte)
- Stängel graubraun, stirbt ab
- hellgrau bis weißliche Zonen durch braunschwarzen Rand von gesundem Gewebe abgegrenzt(Ausgangspunkt häufig Verletzungen, Wachstums-, Frostrisse)
- in Reifephase Blau- bis Schwarzfärbung von Stängelbasis bis ca 20 cm Höhe
- Weiße Stängel
- Spätbefall: fahlbraune, leicht eingesunkene Stängelflecken mit schwärzlichem Rand, darüber Pflanzen grün
- Unterbrechung der Wasser- und Nährstoffleitung, Notreife, Lager, vermindertes TKG
Verwechslungsmöglichkeiten / Diagnosehinweise:
Blattsymptome:
? Falscher Mehltau (Peronospora parasitica): blattunterseits grauweißer Pilzrasen
? Rapsschwärze (Alternaria brassicae): anfangs kleine, schwarze, eckige Blattnekrosen,
später ringförmige, alternierend helle und dunkle Zonen
? Weißfleckigkeit und Graustängeligkeit (Mycosphaerella capsellae)
? AHL-Schäden: keine Pyknidien
Stängelsymptome:
? Rapsschwärze (Alternaria brassicae): 1 - 5 mm große, längliche, scharf abgegrenzte und schwarz umrandete fahlgrau
bis schwärzliche Flecken, bei feuchter Witterung schwärzlicher samtartiger Pilzrasen
? Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum): bildet im Stängelinneren hellgraue bis schwärzliche Sklerotien
(Phoma bildet unter Epidermis rötlich-punktförmige Pyknidien)
? Rapswelke (Verticillium longisporium): unter Epidermis (eingerissen, streifig abziehbar) Mikrosklerotien (?Eisenpulver?-Aussehen)
? Spätbefall Grauschimmel (Botrytis cinerea) ? bildet Konidiosporenrasen
Befallsbegünstigende Faktoren - vorbeugende Maßnahmen
Befallsbegünstigende Faktoren:
? Enge Rapsfruchtfolge
? hoher Vorjahresbefall, Nähe zu Altrapsschlägen, mangelhafte Stoppelbearbeitung
? feuchtwarme Witterung (Temperaturen 10-20°C, Niederschläge, längere Tauphasen), Wind
? Verletzungen durch Rapserdflohlarven (Herbst), Rapsstängelrüssler, Kohltriebrüssler (Frühjahr), Frost
? Anbau wenig toleranter Sorten
vorbeugende Maßnahmen:
? Anbau toleranter Sorten
Auftreten in MV
? verbreitet, Befallsstärke schwankt witterungsabhängig zwischen schwach (trocken, kalt) und stark (feucht, mittlere Temperaturen)
? höhere Ertragsverluste nur in Einzeljahren (2002)
Bekämpfung
Bekämpfungsrichtwert:
? nicht vorhanden
? Prognose zur Wirtschaftlichkeit von Fungizidmaßnahmen schwierig, da Befallsentwicklung / Ertragsauswirkung vom weiteren
Witterungsverlauf abhängt
Bekämpfung:
? Herbstbehandlung Versicherungsmaßnahme zur Wachstumsregulierung, Erhöhung der Winterfestigkeit, Eindämmung des
Phomabefalls
? bei hohem Ausgangsbefall und befallsfördernder Witterung gezielte Phomabekämpfung mit höheren Aufwandmengen
bzw. Zumischung eines reinen Fungizides
? Behandlungen zwischen 4-8-Blattstadium
? Nutzung von Prognoseprogrammen als Entscheidungshilfe zur Wahl des optimalen Behandlungstermines
? Splitting sinnvoll in früh gedrillten Beständen, wüchsigen Sorten bei anhaltend feuchtwarmer Herbstwitterung
? Frühjahrsbehandlung bei frühem Vegetationsbeginn und hohem Phomadruck geeignete Präparate z. B. Folicur, Carax,
Matador (Wachstumsregler und Fungizid), Cantus Gold (Fungizid)
zuletzt geändert am: 03.02.2011



