Vorerntebehandlungen mit Glyphosat

Seit zwei Jahren gelten neue Restriktionen bei der Anwendung von glyphosathaltigen PSM. Vor allem ist die Sikkation seither stark eingeschränkt. Folgende Auflagen und weitere Hinweise sind zu beachten:

 

Für alle Anwendungen von glyphosathaltigen PSM gilt:

NG 352 Bei der Anwendung des Mittels ist ein Abstand von 40 Tagen zwischen Spritzungen einzuhalten, wenn der Gesamtaufwand von zwei aufeinanderfolgenden Spritzanwendungen mit die-sem und anderen Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln die Summe von 2,9 kg Glyphosat/ha überschreitet. [Anmerkung des Autors: Das entspricht 8 l/ha 360er; 6,4 l/ha 450er Ware etc.]

 

Für Spätanwendungen im Getreide gilt zusätzlich:

WA 700 Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen oder von Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist.

WA 701 Eine Anwendung ist nur auf  Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautwuchs in lagernden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist.

 

Neu: 2015 gab es nach Behandlungen von erntereifen Beständen mit blühenden Unkräutern Höchstgehaltsüberschreitungen von Glyphosat im Bienenhonig (0,05 mg/kg) um das 100fache. Hieraus resultieren analoge Forderungen, wie sie bereits bei Biscaya zur Blütenbehandlung im Raps kommuniziert wurden.

Weiterhin fordern die im Verband Deutscher Mühlen e. V. organisierten Müller die Landwirte auf, freiwillig auf den Einsatz von Glyphosat in der Vorerntebehandlung von Brotgetreide zu verzichten, um den Wirkstoff nicht in die Nahrungskette einzutragen. Dies würde sich deutlich positiv auf die Akzeptanz des Wirkstoffes in der Gesellschaft auswirken.

 

Für dieses Jahr heißt das konkret:

(1)    In Wintergetreidebestände eingedrilltes Sommergetreide gilt nicht als Durchwuchs. Die Reifesynchronisation mit Glyphosat ist verboten.

(2)    Aus heutiger Sicht ist der Einsatz von Glyphosat im Getreide (außer Wintergerste) aufgrund der kurzen, stehenden Bestände nicht möglich.

(3)    Behandlungen von Wintergersten mit deutlichem Zwiewuchs sind rechtskonform, sofern sie sich auf Nester bzw. Fahrspuren beschränken. Der Einsatz erfolgt ab Vollreife (BBCH 89, das Korn ist hart und kann nur schwer mit dem Daumennagel gebrochen werden, Kornfeuchte unter 25 %). Die Wartezeit liegt je nach Produkt bei 7 bzw. 14 Tagen.

(4) Von Glyphosatanwendungen in von Bienen beflogenen Beständen (vor allem Kornblume) wird deutlich abgeraten. Die möglicherweise daraus resultierenden lebensmittelrechtlichen Konsequenzen sind seit 2016 gesichert aufgezeigt.

(5)    Weiterhin gilt:

1.    kein Einsatz in Brau- und Saatgetreide

2.    Stroh nicht für Kultursubstrate verwenden

3.    maximal eine Anwendung je Vegetationsperiode.

 

Nehmen Sie im Zweifel Kontakt zu Ihrem Ansprechpartner im Pflanzenschutzdienst auf!


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zuletzt geändert am: 01.07.2016