Obst, Gemüse sowie Erzeugnisse daraus und Gewürze

Was wird untersucht?

  • Frischobst
  • Frischgemüse, wie Kartoffeln und Pilze
  • Obst- und Gemüsekonserven
  • Konfitüren, Fruchtaufstriche und Marmeladen
  • Trockenobst
  • Nüsse und Ölsaaten
  • Gewürze

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Untersuchung auf Pflanzenschutzmittelrückstände, Schwermetalle und Kontaminanten (z. B. Nitrat)
  • Nachweis von Verunreinigungen wie tierische Schädlinge, Fremdpartikel u. a.
  • Untersuchung auf Mykotoxine z. B. Aflatoxine, Ochratoxin A in Nüssen
  • Untersuchung der stofflichen Zusammensetzung (Zuckergehalt, Gesamtsäure ect.)
  • Bestimmung fruchtspezifischer Inhaltsstoffe (z. B. lösliche Trockenmasse, Zucker, Mineralstoffe, organische Säuren)
  • Untersuchung auf Zusatzstoffe (z. B. Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Schwefeldioxid, Süßstoffe)
  • Nachweis gentechnischer Veränderungen
  • Nachweis von Bestrahlung
  • Radioaktivitätsuntersuchung
  • mikrobiologische Untersuchungen
  • Prüfung auf Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung

Untersuchungsergebnisse 2017

Hülsenfrüchte, Ölsamen
94 Proben, davon 9 (9,6 %) beanstandet

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  6
Auf dem Etikett einer Probe „Sonnenblumenkerne““ wurde mit der Angabe „glutenfrei“ und auf den Etiketten zwei anderer Proben (Chiasamen, Sonnenblumenkerne) mit der Angabe „laktosefrei“ geworben. Diese Angaben wurden als irreführend beurteilt (Werbung mit Selbstverständlichkeiten), da sowohl Sonnenblumenkerne als auch Chiasamen von Natur aus weder Gluten noch Laktose enthalten.
Bei einem Bio-Sojadrink wurde die Angabe der ökologischen Landwirtschaft nicht in deutscher Sprache deklariert.
Auf dem Etikett eines vegetarischen Hacksteaks fehlte bei der Wiederholung der Nährwerte pro Portion die Angabe des Brennwertes pro 100 g. Bei derselben Probe  fehlte die Hervorhebung der Allergene (Sellerie, Hafer) im Zutatenverzeichnis.
Die Bezeichnung einer Probe vegetarischer Snackwürstchen war unzureichend; eine beschreibende Bezeichnung war zu ergänzen. Bei derselben Probe fehlte die Hervorhebung der Allergene (Soja, Weizen, Mandeln) im Zutatenverzeichnis.
Schadstoffe, Überschreitung von Höchstgehalten: 1
Der Blausäuregehalt einer Probe süße Aprikosenkerne überschritt die zulässige Höchstmenge von 20 mg/kg.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen:  1
Bei zwei Proben „Sojagurt“ (Joghurtersatz aus Soja) wurde die Bezeichnung "Joghurtalternative" beanstandet gemäß der Gemeinsamen Marktorganisations-VO, da dieses Erzeugnis nicht aus Milch gewonnen wird und die Bezeichnung „Joghurt“ auf allen Vermarktungsstufen ausschließlich einem Milcherzeugnis vorbehalten ist.
Hinweise: 4
Bei einem Tofu war die freiwillige Wiederholung "Hinweis für Allergiker: Sojabohnen" gemäß EU-Bekanntmachung zu Allergenen C(2017) 4864 nicht zulässig. Bei süßen Aprikosenkernen mit erhöhtem Blausäuregehalt fehlte ein Warnhinweis im Sinne von Art.10 Abs. 2 Buchstabe d) VO (EG) 1924/2006 zur möglichen Gesundheitsgefahr bei übermäßigen Verzehr. Eine Probe Hanfsamen überschritt den Richtwert von delta-9-THC.

Kartoffeln, Kartoffelerzeugnisse
85 Proben, 1 (1,2 %) beanstandet

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  1
Der deklarierte Salzgehalt einer Probe Kartoffelchips wich vom ermittelten Salzgehalt über die zulässigen Toleranzgrenzen hinaus ab.

Frischgemüse
139 Proben, davon 4 (2,9 %) beanstandet

Nicht zum Verzehr geeignet:  1
Eine Probe frischer Spinat fiel bei der sensorischen Prüfung auf: der Geruch des Spinats wurde als muffig und gärig beschrieben. Der Spinat war somit nicht mehr zum Verzehr geeignet.
Schadstoffe, Überschreitung von Höchstgehalten: 2
Eine Probe Rucola und eine Probe Spinat wurden aufgrund einer Nitrat-Höchstmengenüberschreitung beanstandet.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen:  1
Eine Probe frische Melone wurde aufgrund eines sehr hohen Gehaltes an Enterobakterien als hygienisch nachteilig beeinflusst beurteilt.
Hinweise: 1
Bei einer Probe weißer Spargel wurde aufgrund von beginnendem Verderb ein Hinweis gegeben.

Gemüseerzeugnisse
81 Proben, davon 10 (12,3 %) beanstandet

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  10
Die Kennzeichnung einer Probe Grünkohlchips wies die unzulässige gesundheitsbezogene Angabe "Unser (Herz) schlägt für Grünkohl, nicht nur, weil er so gesund ist, ..."  auf. Darüber hinaus enthielt die Kennzeichnung die unzulässige nährwertbezogene Angabe "Hoher Proteinanteil", da nur 15 % des Brennwertes auf den Proteinanteil entfielen (soll: mind. 20 %). Außerdem fehlte bei derselben Probe bei der Wiederholung des Brennwertes bezogen auf die Packung (Portion) die Angabe des Brennwertes je 100g.
Auch bei einer Probe Maiskolben fehlte bei der Wiederholung des Brennwertes bezogen auf die Packung (Portion) die Angabe des Brennwertes je 100g.
Bei drei Proben Gemüsechips wich der deklarierte Salz- bzw. Fettgehalt vom ermittelten Salz- bzw. Fettgehalt über die zulässigen Toleranzgrenzen hinaus ab. Außerdem fehlte bei einer Probe Gemüsechips die Angabe "in veränderlichen Gewichtsanteilen" hinter der Zutat „Gemüse“.
Die Bezeichnung und die Nettofüllmenge einer Probe Bohnensalat wurden nicht wie gefordert im selben Sichtfeld angegeben. Darüber hinaus fehlte die Mengenangabe für die Bohnen im Zutatenverzeichnis.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung:  2
Zwei Proben „Pickled Turnips“ (eingelegte Rüben) aus dem Libanon wurden neben Kennzeichnungsmängeln auch wegen Zusatz von nicht zugelassenem Farbstoff Rhodamin B beanstandet.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen:  1
Eine Blattsalatmischung wies eine auffällige mikrobiologische Beschaffenheit (hohe aerobe Gesamtkeimzahl, hoher Gehalt an Pseudomonaden, sehr hohe Konzentration Hefen) und wurde daher als hygienisch nachteilig beeinflusst beurteilt.
Hinweise: 3
Eine Blattsalatmischung war durch einen leicht erhöhten Gehalt an Hefen auffällig. Der deklarierte Salzgehalt einer Probe Gemüsechips wich vom ermittelten Salzgehalt ab. Eine Probe Gerstengraspulver wies erhöhte Gehalte an Linuron und Aluminium auf.

Pilze, frisch
43 Proben, davon 1 (2,3 %) beanstandet

Nicht zum Verzehr geeignet:  1
Eine Probe Champignons wich aufgrund von Schimmelpilzbildung von der Verbrauchererwartung ab und war zum Verzehr nicht mehr geeignet.


Pilzerzeugnisse
39 Proben, davon 2 (5,1 %) beanstandet

Wertgemindert:  2
Eine Probe tiefgekühlte Steinpilze wurde als wertgemindert beurteilt, da diese bei der sensorischen Prüfung durch ausgeprägte Eiskristallbildung auffiel. Aufgrund des erhöhten Wassergehaltes wurde eine Probe getrocknete Steinpilze als wertgemindert beurteilt.

Frischobst
116 Proben, davon 11 (9,5 %) beanstandet

Nicht zum Verzehr geeignet:  2
Frische Johannisbeeren wurden als verdorben beurteilt, da die Hälfte der Beeren bereits verschimmelt war. Auch eine Probe Zwetschen war bereits verschimmelt und wurde als verdorben beurteilt
Wertgemindert:  2
Unreife Pflaumen und überreife Clementinen wurden als wertgemindert beurteilt.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  4
Vier Proben (Pomelo, Erdbeeren, Bananen) wiesen diverse Kennzeichnungsmängel (fehlende Anschrift des Herstellers, fehlende Losnummer, fehlende Angabe des Ursprungslandes) auf.
Pflanzenschutzmittel, Überschreitung von Höchstgehalten, unzulässige Anwendung: 3
Bei einer Probe Erdbeeren wurde der zulässige Höchstgehalt für das Pflanzenschutzmittel Dinocap überschritten. Bei einer Probe Mandarinen wurde der zulässige Höchstgehalt für das Pflanzenschutzmittel Dimethomorph überschritten. Bei einer Probe Äpfel wurde der zulässige Höchstgehalt für das Pflanzenschutzmittel Tetramethrin überschritten.
Hinweise: 2
Bei einer Probe Erdbeeren wurde im Geruch und Geschmack beginnender Verderb festgestellt, der wahrscheinlich durch falsche Lagerung ausgelöst wurde.
Bei einer Probe Kaki wurde aufgrund von mangelnder Reife ein Hinweis gegeben.

Obsterzeugnisse
89 Proben, davon 3 (3,4 %) beanstandet

Gesundheitsschädlich: 1
Eine Probe getrocknete Goji-Beeren wurden aufgrund von hohen Gehalten an Amitraz und Nikotin als gesundheitsschädlich beurteilt.
Nicht zum Verzehr geeignet:  1
Eine Probe getrocknete Apfelringe wurden bei der sensorischen Prüfung als gärig und alt beschrieben und daher als verdorben und somit zum Verzehr ungeeignet beurteilt.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  2
Diverse Fehler in der Nährwertkennzeichnung wurden bei einer Probe Dosenpfirsiche und einer Probe Goji-Beeren beanstandet.
Pflanzenschutzmittel, Überschreitung von Höchstgehalten, unzulässige Anwendung: 1
Eine Probe getrocknete Goji-Beeren überschritt die zulässigen Höchstgehalte für die Pflanzenschutzmittel Amitraz und Nikotin.
Hinweise: 11
Bei einer Probe getrocknete Goji-Beeren wurde aufgrund eines erhöhten Gehaltes an Nikotin ein Hinweis gegeben. Eine Probe geschnittenes Obst wies einen erhöhten Gehalt an Hefen auf. Bei insgesamt neuen Proben Dosenobst wurden die Nährwerte nur bezogen auf das abgetropfte Produkt angegeben, obwohl auch der Verzehr des gesamten Produktes üblich ist.

Würzmittel
43 Proben, davon 8 (18,6%) beanstandet

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften: 8
Bei drei Proben Senf wurde die Nährwertkennzeichnung nicht in tabellarischer Form dargestellt. Weitere Kennzeichnungsmängel bei Würzmitteln und Chutneys umfassten u.a. fehlende Klassennamen von Zusatzstoffen, fehlerhafte Allergenkennzeichnung und unvollständige Mindesthaltbarkeitsdaten.
Hinweise: 1
Bei einem als Verbraucherbeschwerde eingereichtem Steinsalz konnten mikroskopisch pflanzliche Fremdkörper nachgewiesen werden. Bei den Fremdkörpern handelte es sich um getrocknetes Wurzelgemüse vermutlich Möhren. Da es sich bei der Probe um eine geöffnete Packung handelte die mehrere Monate im Haushalt des Beschwerdeführers lagerte und eine Vergleichsprobe nicht zu Verfügung stand, wurde auf eine Beanstandung verzichtet.

Gewürze
49 Prroben, davon 4 (8,2 %) beanstandet

Nicht zum Verzehr geeignet:  2
Zwei Proben waren nicht zum Verzehr geeignet. Eine Verbraucherbeschwerde Paprikaflocken fiel durch Madenbefall auf. Der Befund konnte an der Vergleichsprobe bestätigt werden.
In einer Probe Oregano konnten Pyrrolizidinalkaloide aus Fremdpflanzen nachgewiesen werden. Bei einer angenommenen Verzehrmenge von 0,1 g Gewürz pro Tag war die tägliche duldbare Aufnahmemenge sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen ausgeschöpft.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung:  2
In zwei Proben Muskatnuss wurde der bei Gewürzen nicht zulässige Zusatzstoff Siliciumdioxid verwendet.
Hinweise: 1
In einer Probe Oregano wurde ein Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden unterhalb der täglichen duldbaren Aufnahmemenge für Erwachsene nachgewiesen. Hier wurde auf das Minimierungsprinzip zur Verringerung des Kontaminantengehaltes in Lebensmitteln verwiesen (ALARA – Prinzip).



zuletzt geändert am: 06.08.2018