Obst, Gemüse sowie Erzeugnisse daraus und Gewürze

Was wird untersucht?

  • Frischobst
  • Frischgemüse, wie Kartoffeln und Pilze
  • Obst- und Gemüsekonserven
  • Konfitüren, Fruchtaufstriche und Marmeladen
  • Trockenobst
  • Nüsse und Ölsaaten
  • Gewürze

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Untersuchung auf Pflanzenschutzmittelrückstände, Schwermetalle und Kontaminanten (z. B. Nitrat)
  • Nachweis von Verunreinigungen wie tierische Schädlinge, Fremdpartikel u. a.
  • Untersuchung auf Mykotoxine z. B. Aflatoxine, Ochratoxin A in Nüssen
  • Untersuchung der stofflichen Zusammensetzung (Zuckergehalt, Gesamtsäure ect.)
  • Bestimmung fruchtspezifischer Inhaltsstoffe (z. B. lösliche Trockenmasse, Zucker, Mineralstoffe, organische Säuren)
  • Untersuchung auf Zusatzstoffe (z. B. Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Schwefeldioxid, Süßstoffe)
  • Nachweis gentechnischer Veränderungen
  • Nachweis von Bestrahlung
  • Radioaktivitätsuntersuchung
  • mikrobiologische Untersuchungen
  • Prüfung auf Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung

Untersuchungsergebnisse 2016

Hülsenfrüchte, Ölsamen: 93 Proben, davon 5 beanstandet (5,4 %)
Nicht zum Verzehr geeignet (1)
Bei der sensorischen Prüfung fiel eine Probe „Erdnüsse“ durch eine ranzige, alte Note im Geruch und einem zusätzlich bitteren Geschmack auf.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (3)
Auf dem Etikett einer Probe „Blaumohn“ und einer Probe „Kürbiskerne“ wurde mit der Angabe „glutenfrei“ geworben. Diese Angabe wurde als irreführend beurteilt (Werbung mit Selbstverständlichkeiten), da sowohl Blaumohn als auch Kürbiskerne nicht zu den Lebensmitteln zählen, die Gluten enthalten.
Bei der Probe „Kürbiskerne“ wurde zusätzlich die nicht zulässige Angabe von Linolsäure innerhalb der Nährwerttabelle beanstandet. Auch fehlte die Angabe der Verzehrmenge Kürbiskerne i.S. der Health Claim Verordnung obwohl Linolsäure Gegenstand einer gesundheitsbezogenen Angabe war.
Bei einer Probe Walnüsse war das MHD nicht LMIV konform angegeben.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen (1)
Bei einer Probe „Lupinen Jogurt- Alternative Natur“ wurde die Bezeichnung "Joghurt" beanstandet gemäß der Gemeinsamen Marktorganisations-VO, da dieses Erzeugnis nicht aus Milch gewonnen wird und die Bezeichnung „Joghurt“ auf allen Vermarktungsstufen ausschließlich einem Milcherzeugnis vorbehalten ist.
Hinweise (3)
Drei Proben wurden aus verschiedenen Gründen mit Hinweisen versehen: Eine Probe Blaumohn wegen erhöhtem Morphingehalt, eine Probe Lupineneiweißisolat fiel aufgrund hoher Keimzahlen an Milchsäurebakterien, E. coli, Enterobakterien, Hefen und Schimmelpilze auf und bei einer Probe Mandeln (gemahlen) wurde der erhöhte Anteil an allergenen Erdnussspuren behinweist.


Kartoffeln, Kartoffelerzeugnisse: 97 Proben, davon 5 beanstandet (5,2 %)
Nicht zum Verzehr geeignet (1)
Bei einer Probe Süßkartoffeln wurde in der sensorischen Analyse festgestellt, dass die Probe im Aussehen, Geruch und Konsistenz Abweichungen von der Verkehrsauffassung aufwies: die Mehrzahl der Süßkartoffeln war deutlich vertrocknet, bräunlich verfärbt und teilweise keimend mit einem verdorben bis gärigen Geruch.
Wertgemindert (1)
Eine Probe Kartoffeln wurde aufgrund des hohen Anteils an schadhaften Kartoffeln als wert-gemindert beurteilt. Ein Großteil der Kartoffeln wies schwarze, braune und graue Ver-färbungen, sowie mechanische Beschädigungen auf.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (2)
Bei zwei Proben wurden Kennzeichnungsmängel festgestellt: so fehlte bei einer Probe Kartoffeln die Losnummer und bei einer Probe Kroketten wurden in der Nährwerttabelle über 20% mehr Fett deklariert als analytisch gefunden wurden.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung (1)
Bei einer Probe geschälte Kartoffeln wurde die zulässige Höchstmenge an Schwefeldioxid um das Doppelte überschritten.
Hinweise (1)
Eine Probe Kartoffeln fiel in der sensorischen Analyse durch leicht unreinen, urinösen Geruch auf.

Frischgemüse: 160 Proben, davon 3 beanstandet (1,9 %)

Nicht zum Verzehr geeignet (1)
Eine Probe Mungo Bohnensprossen fiel bei der sensorischen Prüfung auf: einige Sprossen waren schon glasig, der Geruch der Sprossen wurde als muffig beschrieben und es hatte bereits beginnender Verderb eingesetzt.
Schadstoffe, Überschreitung von Höchstgehalten (2)
Eine Probe Rucola und eine Probe Spinat wurden beide aufgrund einer Höchstmengenüber-schreitung bzgl. des Nitratgehaltes beanstandet.
Hinweise (6)
Drei Proben waren mikrobiologisch auffällig: eine Probe Rucola wies einen Nitratgehalt nahe der Höchstmenge auf und bei einer Probe Porree aus ökologischem Anbau wurde Bromid in quantifizierbarer Menge nachgewiesen. Bei der Porreeprobe wurde eine  Ursachenermittlung angeraten.


Gemüseerzeugnisse: 78 Proben, davon 7 beanstandet (9 %)

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (7)
Bei einigen Gemüsesäften gab es diverse kleine Kennzeichnungsmängel, bei zwei Proben Karottensaft unzulässige gesundheitsbezogene Angaben.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung (2)
Zwei Proben „Pickled Turnips“ wurden neben Kennzeichnungsmängeln auch wegen Zusatz von nicht zugelassenem Farbstoff Rhodamin B beanstandet.
Hinweise (3)
Eine Probe gerösteter Seealgen wurde aufgrund diverser Kennzeichnungsmängel behinweist.
Ein Blattsalat (geschnitten) war durch einen leicht erhöhten Gehalt an Schimmelpilzen auffällig und eine Probe Weinsauerkraut fiel bei der chemischen Untersuchung durch einen zu niedrigen kochsalzfreien Extrakt auf.


Pilze, frisch: 40 Proben, davon 1 beanstandet (2,5 %)
Nicht zum Verzehr geeignet (1)
Bei der sensorischen Prüfung fiel eine Pilzmischung durch deutliche Abweichungen von der Verbrauchererwartung auf. Die Pilze waren z.T. feucht und schmierig, rochen unangenehm und muffig. Die Pilze wurden insgesamt als verdorben beschrieben.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (1)
Die gleiche Probe Pilzmischung wies auch zusätzliche Kennzeichnungsmängel auf bzgl. Losnummer, Zutatenverzeichnis und Nährwertdeklaration.
Hinweise (1)
Eine Probe Pfifferlinge unterschritt das geforderte Gesamtgewicht für eine Sammelprobe von mind. 1 kg deutlich. Da die sensorische und rückstandanalytische Untersuchung keinen Anlass zur Beanstandung ergaben wurde diese Tatsache nur behinweist.


Pilzerzeugnisse: 41 Proben, davon 7 beanstandet (17,1 %)
Wertgemindert (4)
Zwei Proben Champignons (geschnitten) wiesen einen metallischen Geschmack und Geruch auf der durch die chemische Analyse eines erhöhten Eisengehaltes gestützt wurde. Diese Pilzkonserven wurden aufgrund der sensorischen Mängel als in ihrem Genusswert gemindert beurteilt.
Als wertgemindert wurde auch eine Probe Champignonscheiben (Tiefkühlware) beurteilt, die bei der sensorischen Prüfung durch die Verklumpung der Pilzscheiben und einer ausgeprägten Eiskristallbildung auffiel.
Aufgrund des erhöhten Wassergehaltes wurde eine Probe getrocknete Steinpilze als wertgemindert beanstandet.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (3)
Bei drei Proben verschiedener Pilzerzeugnisse wurden Kennzeichnungsmängel (Zutatenverzeichnis, Nährwertkennzeichnung) beanstandet.
Hinweis (4)
Bei vier Proben getrockneter Pilze wurden bei der mikrobiologischen Untersuchung ein hoher Gehalt an präsumtivem Bacillus cereus festgestellt. Da einige Stämme von Bacillus cereus unter bestimmten Bedingungen in der Lage sind Lebensmittelvergiftungen auszulösen, wurde darauf hingewiesen, auf der Etikettierung einen entsprechend klar formulierten Zubereitungs/-Warnhinweis anzubringen. Nur dann kann bei so vorgegebener Verwendung ein sicheres Lebensmittel auf allen Stufen der Herstellung, Verarbeitung und Vertrieb gewährleisten werden.


Frischobst: 137 Proben, davon 9 beanstandet (6,6 %)
Nicht zum Verzehr geeignet (4)
Bei einer Probe Süßkirschen wurde in der sensorischen Analyse ein starker Befall mit noch lebenden weißen Maden festgestellt. Bei einer Probe Physalis wurde festgestellt, dass einige Beeren bereits verdorben waren, weil sie weißen bzw. schwarzen Schimmelpilzwachstum und Druckstellen aufwiesen. Erhebliche sensorische Mängel (beginnender Verderb, Fäulnisnote, teilweise Schimmelbildung) wurden auch bei einer Probe Ananas und einer Probe Grapefruit festgestellt. Der Gesamteindruck dieser Proben wurde als bereits verdorben beurteilt.
Alle Proben wurden als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet und somit als nicht sicheres Lebensmittel beurteilt.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (4)
Bei einer Probe Grapefruits wurde Thiabendazol als Nacherntebehandlungsmittel chemisch nachgewiesen, jedoch fehlte die erforderliche Angabe „konserviert mit Thiabendazol“. Bei einer Probe Tafeltrauben fehlte die verpflichtende Angabe des Namens und die Anschrift des Lebensmittelunternehmers. Der gleiche Kennzeichnungsmängel wurde auch bei zwei Proben Physalis beanstandet, hier fehlten auch die Losnummern.
Pflanzenschutzmittel, Überschreitung von Höchstgehalten,unzulässige Anwendung (1)
Bei einer Bio-Probe Äpfel wurde eine Überschreitung des Höchstgehaltes des Pflanzen-schutzmittels Trifloxystrobin festgestellt und beanstandet.
Hinweise (2)
Eine Beschwerdeprobe Ananas war sensorisch o.B. und wurde daher nur behinweist. Bei einer Probe Erdbeeren wurde im Geruch und Geschmack beginnender Verderb festgestellt, der wahrscheinlich durch falsche Lagerung ausgelöst wurde. Da die durchgeführte rückstandsanalytische Untersuchung jedoch keine Auffälligkeiten ergab, wurde von einer Beanstandung abgesehen.

Obsterzeugnisse: 108 Proben, davon 12 beanstandet (11,1 %)
Nicht zum Verzehr geeignet (2)
Eine Probe Mangoscheiben wich im sensorischen Gesamtprofil (alt, überreif, fehlende Fruchtnote) stark von der Verbrauchererwartung ab und wurde aufgrund der sensorischen Mängel als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet beurteilt. Den gleichen Beanstandungsgrund lieferte eine Probe getrocknete Feigen. Bei der sensorischen Prüfung wurde hier ein Insekt als Kontamination zwischen den getrockneten Früchten entdeckt. Die gleiche Probe gab darüber hinaus einen weiteren Anlass zur Beanstandung:
Wertgemindert (1)
In der sensorischen Analyse wurde die Konsistenz dieser Feigen als sehr fest, zäh und überwiegend ausgetrocknet beschrieben. Damit entsprachen die sensorischen Eigenschaften der Probe nicht der in den Leitsätzen für Obsterzeugnisse beschriebenen Verkehrsauffassung von getrockneten Feigen. Die Probe wird aufgrund des sensorischen Mangels als in ihrem Genusswert gemindert beurteilt.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (4)
Bei einer Probe entsteinter, gezuckerter Pflaumen wich der tatsächliche Zuckergehalt der Probe von dem auf dem Etikett angegebenen Gehalt ab. Dies wurde als irreführend hinsichtlich der Zusammensetzung beanstandet.
Diverse Fehler in der Nährwertkennzeichnung wurden bei einer Probe Waldheidelbeeren und einer Probe Sultaninen beanstandet.
Pflanzenschutzmittel, Überschreitung von Höchstgehalten,unzulässige Anwendung (7)
Eine Probe gefrorener Johannisbeeren wurde beanstandet, da Rückstände des Pflanzenschutzmittels Chlorthalonil nachgewiesen wurden, die über der gesetzlich festgelegten Höchstmenge lagen.
Bei sechs Proben getrocknetem Bio-Apfel wurde eine Überschreitung des Höchstgehaltes des Pflanzenschutzmittels Trifloxystrobin festgestellt und beanstandet.
Hinweise (6)
Drei Proben aufgeschnittener Melone waren durch ihren erhöhten aeroben Gesamtkeim-gehalt mikrobiologisch auffällig. Eine Probe Goji Beeren wurde im Rahmen einer Verbraucherbeschwerde zur Untersuchung eingesandt. Die sensorische Prüfung ergab keine Auffälligkeiten, auch die chemische Unter-suchung auf Pflanzenschutzmittelrückstände ergab keinen Anlass zur Beanstandung. Die Kennzeichnungsmängel (Nährwertkennzeichnung und Angabe MHD) wurden behinweist, die Ursache für den Beschwerdegrund (Übelkeit nach Verzehr) konnte mittels der durchgeführten Analysen nicht gefunden werden.
Bei zwei Proben getrockneter Bio-Apfelwürfel wurde der nachgewiesene DDAC-Gehalt behinweist.


Würzmittel: 44 Proben, davon 5 beanstandet (11,4 %)

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (5)
Bei verschiedenen Proben (Senf und Feinkostsaucen) traten Kennzeichnungsmängel hin-sichtlich Zutatenverzeichnis, Schriftgröße und Hervorhebung von Allergenen auf.
Hinweis (2)
Bei einer Probe Senf wurde in der Nährwerttabelle ein deutlich geringerer Salzgehalt deklariert als analytisch gefunden wurde. Um eine Irreführung des Verbrauchers auszuschließen wurde empfohlen, die Angaben der Nährwertkennzeichnungstabelle anzu-passen oder die Rezeptur des Senfes zu überarbeiten.

Gewürze: 46 Proben, davon 2 beanstandet (4,3 %)
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (1)
Eine Probe Gewürzzubereitung wurde als „Chili Würzer“ bezeichnet. Hier wurde die fehlende Mengenangabe der Zutat „Chili“ im Zutatenverzeichnis als Kennzeichnungsmangel beanstandet.
Pflanzenschutzmittel, Überschreitung von Höchstgehalten, unzulässige Anwendung (1)
Bei der chemischen Untersuchung einer Gewürzprobe Oregano wurden Rückstände des Pflanzenschutzmittels Chlorthalonil nachgewiesen. Der ermittelte Gehalt an Chlorthalonil lag über dem zulässigen Höchstgehalt weshalb die Probe beanstandet wurde.
Die toxikologische Bewertung ergab jedoch, dass der Gehalt keinen Anlass für eine Gesundheitsgefährdung gab.



zuletzt geändert am: 03.08.2017