Multiresistente Keime

Multiresistente Erreger (MRE) sind Bakterien, die unempfindlich sind gegenüber der Wirkweise der meisten Antibiotika. Diese Unempfindlichkeit ist eine biologische Eigenschaft, die im Erbgut vieler Bakterienstämme festgelegt ist und bei ihrer Vermehrung weitergegeben wird. Der in der Regel medizinisch begründete Einsatz von Antibiotika hat über Jahrzehnte hinweg zu einer Selektion (Überlebensvorteil) von Bakterienstämmen geführt, die gegen eine zunehmend größere Zahl von Wirkstoffen resistent sind und die empfindlicheren Bakterienstämme allmählich verdrängen.

Als Multiresistenz bezeichnet man in der Medizin eine Form der Antibiotikum Resistenz, bei der Bakterien gegen mehrere, verschiedene Antibiotika unempfindlich sind. Sie werden auch als MRE-Keime/Multiresistente Erreger bezeichnet.

Die Multiresistenz kann verschiedene Ursachen haben. Einerseits kann ein Resistenzmechanismus gegen viele Antibiotika wirksam sein, wie bei einem Teil der Betalaktamasen. Andererseits kann ein Erreger mehrere Resistenzmechanismen ausprägen, die aus epidemiologischen Gründen gehäuft zusammen auftreten. Beispielsweise sind ESBL-Keime häufig nicht nur resistent gegen Beta-Laktam-Antibiotika, sondern auch gegen Fluorchinolone.
Unter den Gefahren durch Infektionserreger kommt in Europa nach einer aktuellen Analyse den im Krankenhaus erworbenen (sogenannten nosokomialen) Infektionen die größte Bedeutung zu.
Hierbei zeichnet sich eine zunehmende Gefährdung durch immer resistentere Erreger ab. Inzwischen stellen MRE ein großes Problem bei der Behandlung von Infektionen dar.

Zu den wichtigsten MRE gehören Methicillinresistente Staphylococcus aureus-Stämme (MRSA), Extented Spectrum Beta Lactamase (ESBL) bildende Enterobakterien und weitere sogenannte Gram-negative Bakterien.
Um der weiteren Zunahme von Antibiotikaresistenzen entgegenzusteuern, müssen eine kluge Antibiotikaanwendung geschult, angemessene Hygienemaßnahmen umgesetzt und MRE-Träger erkannt werden.

Die Multiresistenz kann verschiedene Ursachen haben. Einerseits kann ein Resistenzmechanismus gegen viele Antibiotika wirksam sein, wie bei einem Teil der Betalaktamasen. Andererseits kann ein Erreger mehrere Resistenzmechanismen ausprägen, die aus epidemiologischen Gründen gehäuft zusammen auftreten. Beispielsweise sind ESBL-Keime häufig nicht nur resistent gegen Beta-Laktam-Antibiotika, sondern auch gegen Fluorchinolone.

 

 

Zur weiteren Information:

  • GERMAP 2012: Antibiotika-Resistenz und -Verbrauch: Bericht über den Antibiotikaverbrauch und die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Human- und Veterinärmedizin in Deutschland (erstellt auf Initiative des Bundesamtes für Verbraucherscutz und Lebensmittelsicherheit, BVL - Auflage April 2014)


zuletzt geändert am: 13.02.2017