Milch und Milchprodukte, Speiseeis

 

Was wird untersucht?

  • Milch: Rohmilch (z. B. Vorzugsmilch, Milch ab Hof, Werkmilch),
    pasteurisierte Milch, ultrahocherhitzte Milch, sterilisierte Milch
  • Joghurt und Joghurterzeugnisse
  • Sauermilch und Sauermilcherzeugnisse (z. B. crème fraîche)
  • Kefir
  • Buttermilch und Buttermilcherzeugnisse
  • Milchmischerzeungisse
  • Molkenerzeugnisse
  • Sahne /aufgeschlagene Sahne
  • Kondensmilch
  • Trockenmilcherzeugnisse (z. B. Milchpulver)
  • Käse und Käseerzeugnisse (Schmelzkäse)
  • Butter und Erzeugnisse aus Butter
  • Milchspeiseeis etc.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Sensorische Prüfung
  • Überprüfung der Verpackung
  • Untersuchung auf Mikroorganismen
    (a) pathogene Keime wie Salmonellen, Listeria monocytogenes, Staphylococcus aureus und
    (b) Indikatorkeime für Hygienemängel, wie Enterobakterien, E. coli, sowie Gesamtkeimzahl
    (c) Produkttypische Keime z. B. Säuerungskulturen, wie Milchsäurebildner
    (d) Verderb anzeigende Keime wie Pseudomonaden, Hefen und Schimmelpilze
  • Lagerversuche (Überprüfung Mindesthaltbarkeit),
    Nachweis der Erhitzung (Kurzzeit- und Hocherhitzung) über Bestimmung der Enzymaktivität
  • Bestimmung von chemischen Parametern wie Fett- und Trockenmassegehalt zur Einordnung der Erzeugnisse
  • Bestimmung der Tierart
  • Identifizierung der Fette (Milchfett oder pflanzliches Fett) in Milcherzeugnissen (z.B. Milchspeiseeis)
  • Untersuchung auf Zusatz von Zusatzstoffen (Konservierungsstoffe, z.B. Natamycin auf Käserinde)
  • Untersuchung auf Rückstände (z.B. Antibiotika, BR Test)
  • Prüfung auf Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung

Untersuchungsergebnisse 2016

Milch, Milchprodukte, Speiseeis
180 Proben, davon 9 beanstandet (5%)

Nicht zum Verzehr geeignet (1)
Eine Verdachtsprobe „Bio-Frischmilch“ vom Frühstücksbuffet eines Hotelbetriebes wies deutliche geschmackliche Abweichungen auf. Einem Gast war der extrem bittere Geschmack aufgefallen. Dieser Eindruck wurde durch die Sachverständigen bestätigt, verbunden mit einem adstringierenden Nachgeschmack. In Korrelation dazu wurde eine hohe Zahl an Pseudomonaden von 1,9 x 108 KbE/ml bestimmt. Auf Grund der festgestellten Abweichungen wurde die Probe als verdorben beurteilt.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (5)
Auffällig waren in diesem Zusammenhang drei Rohmilchproben aus Zapfautomaten eines Milchbetriebes in der Region. Grundsätzlich ist die Abgabe von Rohmilch ab Hof zulässig. Dabei sind jedoch bestimmte Angaben verbindlich. So muss die Formulierung „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“ angegeben werden. In diesem Betrieb waren andere zum Teil widersprüchliche Formulierungen verwendet worden. Um den Verbraucher vor möglichen gesundheitlichen Gefahren durch den Verzehr von Rohmilch zu schützen, sind korrekte Angaben zur Erhitzung vor Verzehr notwendig. Ohne diese darf Rohmilch nicht in Verkehr gebracht werden.  Weiterhin wurde eine Probe „Frische Bio-Vollmilch 3,8% Fett“ ohne entsprechende Öko-Kontrollstellennummer sowie ohne Gemeinschaftslogo in Verkehr gebracht, bei einer weiteren Probe „Weidemilch“ war die Losnummer nicht lesbar.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen  (3)
Zwei Proben darunter eine teilentrahmte und eine Vollmilch unterschritten den jeweils festgelegten Mindestfettgehalt. Eine länger haltbare fettarme Milch fiel durch zu hohe Keimzahlen an Pseudomonaden zum Zeitpunkt des Probeneingangs auf. Schon diese Werte deuten auf hygienische Mängel während der Herstellung hin. Eine weitere Untersuchung nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ergab noch weiter erhöhte Keimzahlen an Pseudomonaden sowie zusätzlich sensorische Abweichungen. In der vorgelegten Form ist das Erzeugnis als hygienisch nachteilig beeinflusst zu betrachten.
Hinweise (31)
14 Proben Rohmilch wiesen mikrobielle Auffälligkeiten wie erhöhte Zellzahl (2) , Nachweise von Campylobacter jejuni (3), Listeria monocytogenes (2), Yersinien (4) und/oder erhöhte Keimzahlen (7) auf. Da diese Milch bestimmungsgemäß vor Verzehr zu erhitzten ist, geht von diesen Keimen dann keine Gefahr für die Gesundheit aus. 4 Rohmilchproben aus Zapfautomaten wiesen Kennzeichnungsmängel hinsichtlich der Angaben zur Erhitzung als auch der gewählten Bezeichnung auf. 6 Proben zeigten geringe Unterschreitungen hinsichtlich des Mindestfettgehaltes. 3 Proben, die als „Weidemilch“ mit entsprechender Auslobung der entsprechenden Weidehaltung gekennzeichnet waren, wiesen zu geringe Gehalte an alpha-Linolensäure auf. Es bestand der Verdacht der irreführenden Auslobung der Haltungs- und Fütterungsbedingungen. In einer Beschwerdeprobe „Milch mit Fremdkörper“  aus einem Verbraucherhaushalt konnten Schimmelpilzkulturen der Gattung Cladosporum nachgewiesen werden. Da keine Vergleichsprobe vorhanden war, konnte nicht endgültig geklärt werden, ob die Milch selber kontaminiert war bzw. ob eine Rekontamination im Haushalt des Verbrauchers vorlag. Zwei pasteurisierte Milchproben wiesen zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums erhöhte Keimzahlen sowie erhöhte Zahlen an Pseudomonaden auf; sensorischen Abweichungen waren damit noch nicht verbunden.


Milcherzeugnisse
293 Proben, davon 37 beanstandet (12,6 %)

Nicht zum Verzehr geeignet (2)
Ein Schmand wurde auf Grund eines oberflächlichen Schimmelbefalls als nicht sicher beurteilt. Eine aufgeschlagene Sahne war auf Grund ihres bitteren Geschmacks als nicht zum Verzehr geeignet beurteilt worden, in Korrelation dazu waren mikrobiologisch Pseudomonaden  deutlich oberhalb des DGHM- Richtwertes nachweisbar.
Wertgemindert (1)
Bei einer Bio-Sahne mit deklariertem Fettgehalt von 30% wurde ein um 0,7% zu geringer Fettgehalt chemisch ermittelt. Damit sind die gesetzlichen Vorgaben Milcherzeugnis-Verordnung nicht erfüllt und die Probe wurde beanstandet.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (12)
Ein Joghurt wurde aufgrund eines zu weit gefassten Mindesthaltbarkeitsdatums als irreführend beurteilt. Bei Probeneingang war ein aufgewölbter Deckel auffällig und im Rahmen der mikrobiologischen Untersuchung wurden erhöhte Hefezahlen ermittelt. Am Ende des MHD schmeckte die Probe stark hefig und war in der Konsistenz verändert. Ein weiterer Joghurt wurde ebenfalls wegen umfangreicher Kennzeichnungsmängel als irreführend beanstandet, da der angegebene Fettgehalt weder zu der Verkehrsbezeichnung passte, noch in der chemischen Untersuchung bestätigt wurde. Bei einem Milchmischgetränk wurde in der Nährwertkennzeichnung ein Fettgehalt von 0,9 g/100 g deklariert, die chemische Untersuchung ergab jedoch einen Fettgehalt von 4,76 g/100g. Bei einer Kaffeesahne wurde die Angabe „mindestens 10% Fett“ bemängelt, da diese rechtlich so nicht zulässig ist. Bei zwei weiteren Milcherzeugnissen erfolgte in der Zutatenliste keine Hervorhebung der Stoffe, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können. Zwei Buttermilchen, eine davon mit polnischer Kennzeichnung, wurden als irreführend beurteilt. Im Ergebnis der chemischen Untersuchung konnte anhand eines zu niedrigen Phosphatid-Gehaltes festgestellt werden, dass es sich bei dem Produkten nicht um Buttermilch gem.  § 1 Absatz 1 der Milcherzeugnis Verordnung handelt, sondern um eine gesäuerte Magermilch. Eine weitere Probe Schmand wurde ebenfalls aufgrund der fehlenden deutschen Kennzeichnung beanstandet. Bei zwei weiteren Milcherzeugnissen war die aufgedruckte Losnummer nicht lesbar.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen (23)
Bei 2 Milchstreichfetten wurden anhand der chemischen Untersuchung deutliche Abweichungen vom deklarierten Fettgehalt festgestellt. Bei insgesamt 18 von 44 (40 %) Planproben und 4 von 13 Verdachts- bzw. Verfolgsproben aufgeschlagene Sahne wurde anhand der mikrobiologischen Untersuchung festgestellt, dass im Umgang mit den Aufschlagautomaten deutliches Verbesserungspotential vorhanden ist. In allen 21 Proben waren die  DGHM- Warnwerte für Enterobakterien überschritten, meistens in Kombination mit Richtwertüberschreitungen hinsichtlich der Gesamtkeimzahl und/ oder der Pseudomonaden.
Hinweise (37)
DGHM- Richtwertüberschreitungen für Pseudomonaden, Enterobakterien Gesamtkeimzahlen und/oder E. coli lagen bei 22 Proben (21 Plan und eine Verdachtsprobe) geschlagener Sahne vor. Dies gilt als Hinweis auf Hygienemängel im Zusammenhang mit dem Aufschlagen der Sahne. 4 Milchshakes fielen mit etwas erhöhter Keimzahlen an Enterobakterien, E. coli und Hefen und/ oder Schimmelpilzen auf.
Bei 5 Proben wurden im Ergebnis der sensorischen Untersuchung geringe Abweichungen festgestellt, die jedoch noch zu keiner lebensmittelrechtlichen Reglementierung führten. Eine Kakaomilch wurde als „Frische Kakaomilch“ bezeichnet, obwohl der sensorische Eindruck eher typisch für eine H-Milch war. Zwei Schlagsahneproben sollten aufgrund des Zusatzes an Zucker bzw. Süßstoff vor Ort eine als  Sahneerzeugnis deklariert werden. Bei einer Kaffeesahne wurde sensorisch ein leicht fremdartiger Geschmack festgestellt, der durch die durchgeführten mikrobiologischen und chemischen Untersuchungen nicht erklärt werden konnte und bei einem Vanillejoghurt wurde sensorisch ein vordergründiger Geschmack nach Zitrone bemerkt. Bei einer Buttermilch wurde im Ergebnis der chemischen Untersuchung anhand der Dichte und des Aschegehaltes der Verdacht geäußert, dass die Probe Fremdwasser enthält. Hier wurde die Überprüfung der Rohware sowie der Produktionstechnologie auf möglichen Spülwassereintrag angeraten. Bei einer Creme fraiche, einer Schlagsahne und einer Kondensmilch wurde der (Mindest)-Fettgehalt geringfügig unterschritten. In einem Milcherzeugnisse wurden färbende Pflanzenextrakte deklariert, deren rechtliche Einordnung als Zusatzstoff und damit verbunden ihre Kenntlichmachung in der Zutatenliste im Herstellerbetrieb gefordert wurde.  In 2 weiteren Fällen wurden Hinweise zur Kennzeichnung gemacht. Eine handwerklich hergestellte Buttermilch aus Rohmilch hatte auf der Kennzeichnung nicht den gesetzlich geforderten Wortlaut gemäß Anlage 5, Kapitel VI der Tier-LMHV „mit Rohmilch hergestellt“ und bei einer Schlagsahne war die Lesbarkeit der Losnummer nicht deutlich gegeben.

Käse
348 Proben, davon 60 beanstandet (17,2 %)


Gesundheitsschädlich, Gesundheitsgefährdend (2)
Im Rahmen einer schwerpunktmäßigen mikrobiologischen Untersuchung von Rohmilchkäsen wurden in 2 Proben Weichkäse  verotoxinbildende E. coli nachgewiesen. Aufgrund des möglichen Rohverzehrs sind derart kontaminierte Proben zur Gesundheitsschädigung geeignet.
Nicht zum Verzehr geeignet (4)
Ein französischer Tortenbrie war im Geruch und Geschmack deutlich unrein. 2 Beschwerdeproben aus einem Verbraucherhaushalt, ein Räucherkäse und eine Schnittkäsezubereitung mit Paprika, fielen durch weißgraue bis grünliche Beläge auf der Oberfläche auf, die sich mikroskopisch als Pilze bestätigten.   Auf Grund der festgestellten sensorischen und mikrobiologischen Abweichungen waren diese Produkte verdorben.  In einer weiteren Schnittkäseprobe befand sich im Käseteig ein Haar. Somit war diese Probe inakzeptabel kontaminiert und nicht zum menschlichen Verzehr geeignet.
Wertgemindert (2)
Zwei Proben Tilsiter wiesen sensorische Abweichungen hinsichtlich eines bitteren, überreifen Geschmacks auf. In dieser Form entsprachen sie nicht der Verbrauchererwartung.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (53)
6 Proben, darunter 2 Schmelzkäse, 1 Schnittkäse, 2 Weichkäse und 1 Frischkäse enthielten irreführende Angaben bezüglich der Fettgehaltsstufe. In einer Frischkäsezubereitung wurde pflanzliches Fremdfett nachgewiesen. Ein in Deutschland hergestellter Ziegenkäse wurde fälschlicherweise als „Feta-Art“ ausgelobt.   Auffällig bei dieser Warengruppe ist wie schon in den Vorjahren  eine hohe Zahl von Kennzeichnungsfehlern. 45  Proben wiesen allgemeine Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften auf.  Insbesondere bei im Einzelhandel lose abgegebenem bzw. in der Verkaufsstelle vorverpacktem Käse für SB-Theken ist die Kennzeichnung oft unvollständig oder fehlerhaft. Zu erwähnen sind dabei unter anderem fehlende oder unvollständige Angaben der Käsegruppe (12) und/oder Fettgehaltsstufe (14), unvollständige oder nicht korrekte Zutatenlisten bzw. Angaben von Zutaten (9), fehlende bzw. fehlerhafte  Hinweise „mit Rohmilch hergestellt“ (5)  und fehlerhafte Mindesthaltbarkeitsangaben bzw. Kühlhinweise (7). Allergene Zutaten müssen bei vorverpackten Lebensmitteln bei Angabe in der Zutatenliste durch den Schriftgrad, Fettdruck bzw. Unterstreichungen hervorgehoben werden. Bei 10 Proben vorverpackter Ware fehlte die Hervorhebung der allergenen Milchbestandteile. Weiterhin zu erwähnen sind nicht korrekte Bezeichnungen (3), unvollständige Öko-Kennzeichnung (1), fehlende Tierartenangabe (1), fehlender Warnhinweis in Verbindung mit Farbstoffzusätzen (1), unvollständige Adressenangaben (2) sowie fehlende Nährwertangaben(1).
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung (7)
In 3 Proben Schnittkäse war der verwendete Farbstoff Annatto nicht ordnungsgemäß deklariert. Der Konservierungsstoff Natamycin war bei einer weiteren Schnittkäseprobe nicht angegeben. 3 Schmelzkäseproben fielen durch hohe Phosphatgehalte auf. 
Hinweise (22)
2 Proben waren aufgrund sensorischer Mängel auffällig; darunter  eine Schnittkäseprobe durch Geruchs- und Geschmacksveränderungen insbesondere beißig, die auf erhöhte Gehalte an biogenen Aminen zurückzuführen waren. 1 Probe fiel durch hefige Geschmacksabweichungen verbunden mit erhöhten Hefekeimzahlen auf. Mehrere Proben wiesen geringe Abweichungen in der Fettgehaltsstufe auf. 2 Frischkäsezubereitungen aus Schaf- bzw. Ziegenmilch sowie 1 Schnittkäse fielen durch erhöhte Hefezahlen auf. In einer Weichkäseprobe aus Ziegenrohmilch wurde eine erhöhte Anzahl an Staphylokokken bestimmt. 2 Quarkproben wiesen etwas zu niedrige Protein und Trockenmassegehalte auf; in einer Probe geriebenem Käse bewegte sich der Stärkegehalt im Bereich der zulässigen Höchstmenge. Des Weiteren lagen diverse Kennzeichnungsmängel vor. Bei 2 Käseproben war die Angabe, dass es sich um Käse mit Rohmilch handelt, nicht korrekt. Weiterhin wurden fehlerhafte MHD- Angaben, fehlerhafte Genusstauglichkeitszeichen und Mängel in Zutatenlisten festgestellt.

Butter
65 Proben, davon 8 beanstandet (12,3 %)


Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (5)
Bei 5 Proben Butterzubereitungen mit geschmacksgebenden Zutaten wie Kräutern, Knoblauch, oder Pilzen war der Kochsalzgehalt nicht wie vorgeschrieben in der Zutatenliste deklariert.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen  (3)
In drei Proben Markenbutter  überschritt der Wassergehalt den zulässigen Höchstwert von 16%.
Hinweise (4)
In einer Bio-Sauerrahmbutter waren sowohl der pH-Wert als auch der Zitronensäure-Gehalt leicht erhöht. Eine Süßrahmbutter fiel durch eine hohe Keimzahl auf. Bei einer Büffelbutter wurde ein abweichend hoher Fettgehalt von 84, 5% festgestellt. Der Wassergehalt einer weiteren Markenbutter war leicht erhöht.

Speiseeis
732 Proben, davon 173 beanstandet (23,6 %)


Wertgemindert (11)
In neun Proben Milcheis wurden entweder Fremdfette und/ oder zu geringe Mengen an Milchfett nachgewiesen. Die Leitsätze für Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse schreiben für bestimmte Eissorten den Anteil an Milch bzw. Milchfett vor. Milcheis muss z. B. mindestens 70 Prozent Vollmilch und Eiskrem mindestens 10 Prozent Fett aus Milch enthalten. Diese Proben hätten richtigerweise unter der Verkehrsbezeichnung Eis oder Speiseeis in den Verkehr gebracht werden müssen.
Insgesamt drei Eisproben, darunter eine mit zu geringem Milchfettgehalt, wurden aufgrund sensorischer Abweichungen als wertgemindert beurteilt. Ursache dafür waren in zwei Fällen Konsistenzmängel, die auf einer sandigen- bzw. schaumigen Konsistenz beruhten. Bei einem dritten Eis, das als Softeis Vanillegeschmack angeboten wurde, war die ohnehin gering ausgeprägte Vanillenote durch einen kochigen Geschmack in Verbindung mit einer deutlichen Karamellnote nahezu völlig überdeckt und entsprach so nicht mehr der Verbrauchererwartung.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (49)
Wie auch in den Vorjahren waren 14 Eis- bzw. Milcheisproben statt „mit Vanillegeschmack“ irreführend mit der Verkehrsbezeichnung Vanilleeis bzw. Vanillemilcheis deklariert worden. Wenn eine Geschmacksrichtung durch den überwiegenden Zusatz von Aromen zustande kommt, ist dies kenntlich zu machen. Das Einhalten dieser Regelung ist aber nicht nur auf „Eis mit Vanillegeschmack“ beschränkt, wie zwei Eisproben zeigten, bei denen Eis mit Fruchtgeschmack fälschlicherweise als Fruchteis angeboten wurde.
Zudem wurden noch drei Eisproben beanstandet, deren Kennzeichnung irreführend war. So enthielt ein Sahneeis zu wenig Milchfett und ein Milchstreicheis überhaupt keine Milch. In einem Sorbet waren Milchbestandteile enthalten, was gemäß den Leitsätzen für Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse nicht zulässig ist.
Erhebliche Probleme bereitet offensichtlich weiterhin die Kennzeichnung der Stoffe, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können. Derartige Zutaten wie bspw. Milch, Eier oder Erdnüsse sind gemäß VO (EU) 1169/2011 auch bei loser Ware verpflichtend anzugeben. Diese Deklaration fehlte bei insgesamt 18 Proben.
In einem Eis fehlte der vorgeschriebene Warnhinweis, dass der verwendete Farbstoff E 102 die Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen kann.
Mehrere Beanstandungen erfolgten aufgrund z. T. erheblicher Kennzeichnungsmängel. So war bei zwei Proben die Nährwertangabe für Fett fehlerhaft und auf zwei weiteren Verpackungen fehlten Kennzeichnungselemente. Bei 2 Proben fehlte die komplette Kennzeichnung, da sie fälschlicherweise als lose Ware eingestuft waren.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung (1)
In einer Eisprobe wurde der Süßstoff Acesulfam K nachgewiesen, obwohl er nicht deklariert war.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen (122)
Pathogene Keime wie beispielsweise Salmonellen konnten in keiner Probe nachgewiesen werden. Wie schon in den Jahren zuvor waren die meisten mikrobiologischen Beanstandungen auf gram- negative Hygieneindikatorkeime zurückzuführen. Die davon betroffenen 114 Proben unterteilten sich in 102 Plan-, neun Verfolgs- und drei Verdachtsproben. Grund für die Beanstandungen waren ausschließlich Warn- bzw. Grenzwertüberschreitungen von Enterobakterien (einschließlich E. coli). Bei vier dieser Proben waren sowohl die Warn- bzw. Grenzwerte für Enterobakterien als auch die Warnwerte für E. coli überschritten.
Dem gegenüber standen acht Warnwertüberschreitungen grampositiver Erreger, die ausschließlich auf Bacillus cereus zurückzuführen waren. In einem Fall lag sowohl eine Grenzwertüberschreitung für Enterobakteriaceen als auch eine Warnwertüberschreitung für Bacillus cereus vor. Oft kam es neben dem beanstandeten Parameter auch zu hohen Keimzahlen. So war bei 32 Eisproben auch noch der DGHM- Richtwert für die Gesamtkeimzahl überschritten.

Hinweise (110)
Bei 65  Proben lagen Richtwert- bzw. Schwellenwertwertüberschreitungen vor. Wie bereits bei den mikrobiologischen Beanstandungen spielten auch hier gram-negative Keime (Enterobacteriaceen) mit 51 Proben die größte Rolle. Diese waren in 47 Fällen die alleinige Ursache für den Hinweisbefund. In vier Fällen lag gleichzeitig die aerobe Keimzahl über dem Richtwert; in einem Fall die Anzahl von E. coli. Dagegen war der Anteil gram positiver Erreger mit insgesamt 5 Richtwertüberschreitungen für Bacillus cereus vergleichsweise gering. Bei insgesamt 9 Proben waren die Richtwerte für die aerobe Gesamtkeimzahl überschritten, ohne dass eine weitere Differenzierung erfolgte.
Geringe sensorische Mängel konnten bei drei Eisproben festgestellt werden. Ein Lakritzeis schmeckte mehr nach Kakao denn nach Lakritz und bei einem Milcheis mit Kirschen überwog die Joghurtnote. Bei dem dritten sensorisch auffälligen Eis hatte der Hersteller offenkundig zu viel Aroma verwendet.
Wie in den Jahren zuvor gab es auch diesmal zahlreiche Kennzeichnungsmängel. Der größte Anteil betraf, vermutlich bedingt durch die geänderte Rechtslage, mit 30 auffälligen Proben vorrangig Fragen zur Allergenkennzeichnung. Weitere Hinweise beschäftigten sich mit Fragen der Deklaration, der Zusammensetzung des Eises und der Deklaration von Zusatzstoffen. In mehreren Fällen bestand der Verdacht, dass Zusatzstoffe im Rahmen der Herstellung verschleppt waren.

Pudding, Cremespeisen
95 Proben, davon 4 beanstandet (4,2 %)


Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (2)
In einer Probe war die Allergenkennzeichnung nicht regelkonform deklariert. In einem Fertigprodukt  Dessert auf Milchbasis lag der ermittelte  Zuckergehalt  deutlich außerhalb der festgelegten Schwankungsbreite  bei Nährwertangaben.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen (2)
Zwei Proben Milchreis mit Zimt und Zucker aus der Gemeinschaftsverpflegung zeigten eine Überschreitung des zulässigen Cumaringehaltes in der Fertigportion.
Hinweise (2)
Zwei Proben Milchsuppen fielen mikrobiologisch wegen DGHM- Richtwertüberschreitungen  auf, diese Befunde deuten auf Hygienemängel bei der hin.



zuletzt geändert am: 02.08.2017