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Cornelia Trapp

Übersichtsartikel

"Chemie für die Schönheit- aber sicher!" - Artikel aus "Nachrichten aus der Chemie", 63, Mai 2015

Kosmetikrecht

Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 (Europäische Kosmetik- Verordnung)

Verordnung über kosmetische Mittel (KosmV 2014)

Vortrag: Die neue EU-Kosmetikverordnung

Erläuterungen/Kommentare

Verordnung (EU) Nr. 655/2013 (Werbeaussagen bei kosmetischen Mitteln- "Claims- Verordnung")

Konservierung kosmetischer Mittel

Positionspapier der AG Kosmetik der Gesellschaft Deutscher Chemiker

Haarfärbemittel - Wie sicher sind Haarfarben?

Bericht des CVUA Karlsruhe

Sonnenschutz

"lichtschutzfactory"- Infos für Jugendliche

 

Was wird untersucht?

Kosmetische Mittel

Kosmetische Mittel im Sinne von Artikel 2 Abs. 1a) der Verordnung (EG) Nr. 1223/ 2009 sind Stoffe oder Gemische, die dazu bestimmt sind, äußerlich mit den Teilen des menschlichen Körpers (Haut, Behaarungssystem, Nägel, Lippen und äußere intime Regionen) oder mit den Zähnen und den Schleimhäuten der Mundhöhle in Berührung zu kommen, und zwar zu dem ausschließlichen oder überwiegenden Zweck, diese zu reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern, sie zu schützen, sie in gutem Zustand zu halten oder den Körpergeruch zu beeinflussen. Durch § 2 Abs. 5 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches wird dazu ergänzt:  Als kosmetische Mittel gelten nicht Stoffe oder Zubereitungen aus Stoffen, die zur Beeinflussung der Körperformen bestimmt sind.

Dazu gehören:
■ Mittel zur Hautreinigung wie Seifen, Dusch- und Badepräparate
■ Mittel zur Hautpflege wie z. B. Cremes, Lotionen, Puder, Gesichtsmasken, Abschminkmittel
■ Augenpflegemittel, Fußpflegemittel, Rasierhilfsmittel, Massagehilfsmittel
■ Dekorative Kosmetik wie Make- Up, Rouge, Schminke, Lidschatten, Mascara, Eyeliner, Lippenstift
■ Sonnenschutzmittel, After-Sun-Produkte, Hautbleichmittel, Hautbräunungsmittel
■ Shampoos, Spülungen, Haarwasser, Haarsprays, Haarkuren, Dauerwellpräparate, Haarglättungsmittel
■ Haarfärbemittel, Haartönungen, Haarentfernungsmittel
■ Nagelkosmetik wie Nagellack, Nagellackentferner, Mittel zur Nagelmodellage
■ Mund- und Zahnpflegemittel wie Zahnpasten, Mundwässer, Mund- und Zahnspülungen, Zahnweißer
■ Deodorants, Antitranspirantien, Parfüms, Eau de Toilettes
■ feuchte Pflegetücher, feuchtes Toilettenpapier

Eine beispielhafte Aufzählung kosmetischer Mittel findet man im Erwägungsgrund (VII) der Verordnung (EG) Nr. 1223/ 2009 (Link siehe Kasten "Kosmetikrecht" am rechten Rand dieser Seite).

Die Vorschriften des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches für kosmetische Mittel gelten auch für Mittel zum Tätowieren einschließlich vergleichbarer Stoffe und Gemische aus Stoffen, die dazu bestimmt sind, zur Beeinflussung des Aussehens in oder unter die menschliche Haut eingebracht zu werden und dort, auch vorübergehend, zu verbleiben.

Welche Untersuchungen und Prüfungen werden durchgeführt ?

■ Untersuchung auf verbotene Stoffe und eingeschränkt zugelassene Stoffe (Anhänge II und III der VO (EG) Nr. 1223/2009)
■ Untersuchung auf Farbstoffe, Konservierungsstoffel und UV-Filtersubstanzen (Kontrolle der Positivlisten und Höchstmengenregelungen der Anhänge IV, V und VI der VO (EG) Nr. 1223/2009)
■ Prüfung von Werbeaussagen/Claims hinsichtlich Irreführung/Täuschung des Verbrauchers gemäß VO (EU) 655/2013 und LFGB sowie Untersuchung auf ausgelobte Wirkstoffe
■ Überprüfung der  Kennzeichnungspflichten, Anwendungsbedingungen, Warnhinweise laut VO (EG) Nr. 1223/2009 und Kosmetik- Verordnung
■ Teilnahme an bundes-, landes- und europaweiten Untersuchungsprogrammen wie BüP, Monitoring, LÜP
■ Prüfung von Abgrenzungsfragen zu Arzneimitteln, Medizinprodukten, Lebensmitteln und Biozidprodukten
■ Durchführung von Betriebskontrollen zur Prüfung der Produktinformationsdatei incl. Sicherheitsbewertung sowie der Guten Herstellungspraxis (DIN EN ISO 22716)

Untersuchungsergebnisse 2017

Kosmetische Mittel
245 Proben, davon 32 (13,1 %) beanstandet

Nicht sicher, Gesundheitsschädlich, Gesundheitsgefährdend (1)
Auf Grund einer bundesweiten Information über eine RAPEX-Meldung zu einem Wimpernwuchsmittel wurde ein vergleichbares Erzeugnis als Verdachtsprobe eingeliefert. Nach Anforderung und Prüfung der Sicherheitsbewertung wurde festgestellt, dass als Wirkstoff der Prostaglandin-analoge Wirkstoff Dechloro-Dihydroxy-Difluoro-Ethylcloprostenolamid (Tafluprostethylamid) enthalten war. Prostaglandine sind Gewebshormone, die in der Medizin für die Glaukomtherapie eingesetzt werden, da sie augeninnendrucksenkende Wirkung haben. Als häufige Nebenwirkung wurde dabei ein verstärktes Wimpernwachstum beobachtet. Daher werden mittlerweile zahlreiche Produkte mit einem dieser Prostaglandin-Analoga als Wimpernwuchsmittel im Kosmetiksektor angeboten. Nach gesundheitlicher Bewertung kam das BfR zur Einschätzung, dass das vorgelegte Erzeugnis eine gesundheitliche Gefährdung des Verbrauchers darstellt.
Täuschend, Irreführend, Nichteignung (0)
Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (22)
Kennzeichnungsmängel waren bei ca. 9 % der Proben festzustellen. Bei diversen Erzeugnissen waren die enthaltenen Duftstoffe nicht vollständig deklariert. Weiterhin handelte es sich insbesondere um fehlende bzw. fehlerhafte Angaben des Mindesthaltbarkeitsdatums, der Verwendungsdauer nach dem Öffnen, zur Liste der Bestandteile, zur Chargenangabe, zum Verwendungszweck, der Füllmenge sowie der verantwortlichen Person.
Verwendung verbotener Stoffe, Verstöße gegen Verwendungsbeschränkungen (10)
Seit April 2016 bzw. Februar 2017 dürfen kosmetische Mittel, welche auf der Haut verbleiben (leave on-Produkte), das Konservierungsstoffgemisch Methylisothiazolinon/  Methylchlorisothiazolinon (MIT/CMIT) bzw. den Konservierungsstoff Methylisothiazolinon (MIT) nicht mehr enthalten. In acht verschiedenen Erzeugnissen waren diese Konservierungsstoffe noch festzustellen. Je eine Probe Tätowierfarbe enthielt das Element Cadmium bzw. Barium in nicht erlaubten Mengen.
Verstöße gegen Vorschriften zur Bereithaltung von Unterlagen und gegen Vorschriften zur Notifizierung (3)
Zum Erzeugnis eines einheimischen Herstellers konnte keine den Rechtsvorschriften genügende Produktinformationsdatei/Sicherheitsbewertung vorgelegt werden. Zu zwei weiteren Proben von Herstellern aus MV fehlte die Notifizierung im Portal der EU- Kommission (CPNP).
Hinweise (14)
Hinweise ergingen wegen verschiedenster Sachverhalte, u.a. zur Klärung der Herkunft nicht deklarierter Phthalate, zu den Auslobungen „pH-hautneutral“ und „pH-neutral“, zum Mengenverhältnis des eingesetzten Konservierungsmittelgemisches MIT/CMIT, zur Deklaration „Mit Sanddornöl“ bei unklarem Fettsäurespektrum, zur Deklaration von UV-Filtern, zur Angabe von Farbstoffen in der Liste der Bestandteile, zu unklaren Kennzeichnungselementen wie Charge und MHD, zur Belegbarkeit von Werbeaussagen, zu fehlenden bzw. unklaren Einträgen im Notifizierungsportal CPNP, zu unvollständigen Produktinformationsdateien (PID)/Sicherheitsbewertungen (SIB), zur Klärung der verantwortlichen Person sowie zur Bitte um Prüfung der PID/SIB bei einheimischen Kleinherstellern.



zuletzt geändert am: 03.08.2018