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Dr. Armin Hofhansel

 

Anforderungen für KARTOFFELN AUS POLEN

Unter Bezug auf die Vereinbarungen im Ständigen Ausschuss Pflanzenschutz vom 23. Mai 2013 informierte uns der polnische Pflanzenschutzdienst über die aktuellen Anforderungen für die Ausfuhr von Kartoffeln aus Polen in andere Mitgliedstaaten. Folgende Punkte wurden aufgelistet:

  1. Kartoffeln, die in Polen erzeugt und in andere Mitgliedstaaten verbracht werden, müssen von amtlich registrierten Betrieben produziert und verpackt oder verbreitet werden. Die Betriebe werden in einem amtlichen Register geführt und bekommen eine standardisierte Registriernummer.
  2. Sendungen von Pflanzkartoffeln sind von einem Pflanzenpass begleitet. 
  3. Für andere als Pflanzkartoffeln gilt, dass jede einzelne Verpackung beschriftet sein sollte. Es gibt keine Formatvorlagen, aber es sollten wenigstens folgende Angaben enthalten sein:

    • SPHSIS Registriernummer des Betriebes, durch den die Kartoffeln erzeugt wurden, und/oder
    • Nummer(n) der nachfolgenden Händler
    • der Kode des Distrikts (Powiat), in dem die Kartoffeln erzeugt wurden.

  4. Sowohl Sendungen von Pflanzkartoffeln als auch Sendungen von anderen Kartoffeln, die aus Polen in andere Mitgliedstaaten verbracht werden, müssen von einem Zertifikat des polnischen Pflanzenschutzdienstes begleitet sein, in dem bestätigt wird, dass die Kartoffeln im Labor getestet wurden und frei von Clavibacter michiganensis ssp. sependonicus sind.
  5. Die Transportmittel für den Transport der Kartoffeln aus Polen in einen anderen Mitgliedstaat werden durch den polnischen Pflanzenschutzdienst amtlich versiegelt.
  6. Die Pflanzenschutzdienste der Mitgliedstaaten erhalten Informationen über die amtlich ausgestellten Dokumente.

Pflanzkartoffelzufuhren 2017 / 2018

Mit der Kontrolle der Pflanzkartoffelzufuhren aus anderen EU-Staaten und deutschen Bundesländern soll eine Einschleppung von bakteriellen Quarantänekrankheiten der Kartoffel nach M-V verhindert werden.
Dazu ist folgendes zu beachten:
Anzeigepflicht für alle nicht aus M-V stammenden Kartoffelzufuhren, die zur Pflanzung in M-V vorgesehen sind. Information über Eintreffen der Sendung per Telefon, Fax oder Mail an die Regionaldienste des Pflanzenschutzdienstes M-V

1. Eingangskontrolle durch amtlich verpflichtete Probenehmer:

Vor der Entladung ist die Übereinstimmung der Angaben auf dem Lieferschein mit dem Etikett zu kontrollieren
1.    Lieferpapiere (Lieferschein, Begleitschein bei Lieferung in geschlossenen Behältnissen)
2.    EG-Pflanzenpass/Anerkennungsetikett
3.    Plombierung am Auslauf des Fahrzeuges
4.    die mitgeführten Dokumente sind aufzubewahren

2. Beprobung durch amtlich verpflichtete Probenehmer

Beprobung aus geschlossenen Behältnissen (LKW):
a.    Bei Sendungen in geschlossenen Behältnissen ist die Probe grundsätzlich direkt vom Fahrzeug zu ziehen.
b.    Vor dem Betreten des LKW zur Probenzeihung (Verfahren nach Berliner Vereinbarung) sind die Stiefel zu desinfizieren und
        Einmalhandschuhe zu verwenden.
        Für eine LKW-Sendung von 25 t ist eine Probe von 210 Knollen wie folgt zu entnehmen:
        Von mindestens 10 verschiedenen Stellen sind bei einer Schöpftiefe bis zu 40 cm je 21 Knollen zu entnehmen und zu einer
        Gesamtprobe von 210 Knollen zusammenzugeben. Ist eine direkte Beprobung vom Fahrzeug technisch nicht möglich, erfolgt
        die Probenahme bei der Entladung aus dem Entladestrom (ca. 20 x). Dabei sind ebenfalls separat 210 Knollen zu entnehmen.

Beprobung von gesackter Ware:
Je 25 t (500 Säcke) sind aus 5 Säcken je 42 Knollen zu einer Gesamtprobe von 210 Knollen zu entnehmen

Beprobung von Big-Bags:

Je 25 t sind aus 5 Big-Bags je 42 Knollen zu einer Gesamtprobe von 210 Knollen zu entnehmen

3. Verpackung, Verschließung, Kennzeichnung der Proben

a.    Die Proben sind in unbenutzten Behältnissen zu verpacken und zu verplomben. Kennzeichnung der Probe erfolgt mit grünem
        Etikett (Angabe von Sorte, Stufe, Empfangsbetrieb).
b.    Beim Ausfüllen des Probenbegleitscheines sind alle geforderten Angaben eindeutig und lesbar zu machen.

4. Entladung aus geschlossenen Behältnissen / Sicherstellung der Partie

a.    Vor jeder Entladung sind die Transportbänder zu desinfizieren.
b.    Die Eingangsware ist in sauberen und desinfizierten Behältnissen zu lagern.
c.    Der Palettenstapel ist mit einem mitgelieferten Etikett zu kennzeichnen.
d.    Bis zur Freigabe durch den Pflanzenschutzdienst ist die zugeführte Warensendung gesondert unter Verschluss zu halten.

Gesackte Ware einschließlich Lieferungen in Big-Bags darf vor der Freigabe durch den Pflanzenschutzdienst (Testprotokoll) nicht ausgeschüttet und jegliche Ware nicht gepflanzt werden.

5. Beprobung von eigenem Nachbau:

Der Einsatz von eigenem, nicht geprüftem Nachbau-Pflanzgut stellt für den Betrieb sowie für den Kartoffelanbau insgesamt ein Risiko der unerkannten Ein- und Verschleppung von Quarantänebakteriosen dar.
Das LALLF bietet daher die Möglichkeit an, Pflanzgutproben aus eigenem Nachbau auf Bakterielle Ringfäule der Kartoffel testen zu lassen. Dazu sind Proben von 200 Knollen je Sorte zu ziehen und nach telefonischer Anmeldung (0381-4035 459) in das Labor des LALLF Rostock, Graf-Lippe-Str. 1 zu bringen.
Es wird darauf hingewiesen, dass bei QS zertifizierten Landwirtschaftsbetrieben in dem Kriterium "Anforderungen an das Pflanzgut" der Einsatz von geprüftem Pflanzgut gefordert wird. Darin ist die Testung auf Befallsfreiheit von Bakterieller Ringfäule eingeschlossen.

6. Sonderregelung für Kartoffelzufuhren aus Polen

1.    Entsprechend der Änderung der Pflanzenbeschauverordnung vom 11. August 2004 besteht Anzeigepflicht für jegliche Zufuhren
        von Kartoffeln aus Polen, die für gewerbliche Zwecke zur Lagerung, Verarbeitung und zum Handel vorgesehen sind.
2.    Zufuhren sind beim LALLF Abt. Pflanzenschutzdienst einen Werktag vor der Ankunft anzuzeigen, um eine Beprobung und
        Testung auf Quarantänekrankheiten (insbesondere Bakterielle Ringfäule und Schleimkrankheit der Kartoffel sowie Kartoffel-
        krebs) zu gewährleisten.
3.    Die Sendungen müssen von folgenden Dokumenten begleitet sein:
       a.    Bescheinigung über Testung auf Bakterielle Ringfäule der Kartoffel vor dem Versand durch den polnischen Pflanzenschutz-
              dienst.
       b.    Bestätigung der Herkunft aus einem von Kartoffelkrebs befallsfreien Standort (Powiat) in Polen.
4.    Die Sendung muss außerdem mit der Registriernummer des Erzeugers und des Abpackeers gekennzeichnet sein.
        Struktur der polnischen Registriernummer:
                           00                          00                       0000000
        Code der Wojewodschaft    Code des Powiats    Seriennummen

5.    Im Falle von Pflanzkartoffelsendungen aus Polen ist die übliche Kennzeichnung mit dem EG-Pflanzenpass erforderlich.

Phytosanitäre Betriebsteiltrennung


Ein Beitrag für einen sicheren Pflanzkartoffelanbau in Mecklenburg-Vorpommern


Gesetzliche Regelungen für die Bekämpfung der Bakteriellen Ringfäule (Clavibacter michiganensis ssp. sepedonicus)

  • RL 93/85/EWG des Rates zur Bekämpfung der Bakteriellen Ringfäule der Kartoffel, zuletzt geändert durch RL 2006/56/EG vom 12. Juni 2006

  • Verordnung zur Bekämpfung der Bakteriellen Ringfäule und der Schleimkrankheit vom 05. Juni 2001 (BGBl. I, S. 1008)

  • In Deutschland einheitliche Umsetzung dieser beiden EU-Vorgaben durch "Leitlinie zur Durchführung von Maßnahmen zur Bekämpfung der Bakteriellen Ringfäule der Kartoffel in Deutschland"

Voraussetzungen für die Betriebsteiltrennung im Betrieb

  • keine Infektion mit der Bakteriellen Ringfäule in den Vorjahren

  • schriftliche Vereinbahrung mit dem Pflanzenschutzdienst Mecklenburg-Vorpommern über Abgrenzung von Produktionsorten und Pflichten des Betriebes (vor Befall) bis zum 31.05.

  • nur deutlich voneinander getrennte Produktionsorte abgrenzbar

Maßnahmen/Pflichten der Betriebe - allgemein

  • kein geschnittenes Pflanzgut verwenden

  • Lagerkisten werden getrennt, partieweise aufgestellt und gekennzeichnet
    (Bei Einzelboxlager keine Vermischung ermöglichen - keine Netzabtrennung!)

  • Lageplan anfertigen

  • notwendige Buchführung:
    - Herkunft und Verwendung sämtlicher erzeugter Kartoffelpartien
    - Art und Zeitpunkt der durchgeführten Bearbeitungsschritte an Produktionsorten
    - Art und Zeitpunkt der durchgeführten Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten

Maßnahmen/Pflichten der Betriebe - Reinigung und Desinfektion

  • für den ganzen Betrieb:
    - mindestens einmal jährlich gründliche Reinigung und Desinfektion des Lagers und der Kartoffelkisten
    - gründliche Reinigung und Desinfektion aller Transportmittel und Behältnisse vor Transport von Pflanzgut

  • zwischen Produktionsorten des Betriebes gründliche Reinigung und Desinfektion von:
    - Pflanzmaschinen
    - Erntegeräte und Erntevorbereitungsgeräte (z.B. Krautschläger, Roder...)
    - Hacken, Häufler, Striegel
    - Einlagerungsgeräte, Bänder, Sortier- und Auslagerungsgeräte

Bewertung der Betriebsteiltrennung

Vorteil:    - deutliche materielle Risikoreduzierung für den Kartoffel anbauenden Betrieb

Nachteil: - erhöhter Aufwand, was zu einer leichten Verteuerung des Kartoffelanbaues führt

Die Antragstellung erfolgt formlos beim Pflanzenschutzdienst Mecklenburg-Vorpommern.

Die auszufüllenden Unterlagen der "Vereinbarung zur phytosanitären Betriebsteiltrennung für das Anbaujahr" werden Ihnen dann umgehend zugeschickt.


Reinigung und Desinfektion der Arbeitsmaschinen:

Fotos: I. Wulfert
Herausgeber:Pflanzenschutzdienst des LALLF M-V
Verfasser: Dr. Armin Hofhansel / Karsten Witt
Adresse:Graf-Lippe-Str. 1, 18059 Rostock
Telefon:0381-4035439
E-Mail:armin.hofhansel@lallf.mvnet.de


zuletzt geändert am: 19.09.2017