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Cornelia Trapp

 

 

 

Merkblatt

Honigvermarktung (pdf 445 kB), Stand Oktober 2016

 

Honig und Süßwaren

 

Was wird untersucht?

Süßwaren

  • Hart- und Weichkaramellen
  • Fondant, Fondanterzeugnisse
  • Gelee-Erzeugnisse, Gummibonbons und Fruchtpasten
  • Schaumzuckerwaren
  • Lakritzwaren
  • Dragees
  • Komprimate/Pastillen
  • Marzipan-, Persipan- und Nougaterzeugnisse
  • Trüffel
  • Eiskonfekt, Krokant
  • kandierte Früchte etc.
  • Kakao, Kakaoerzeugnisse, Schokoladen und Schokoladenerzeugnisse

Honig

  • Blütenhonige (z. B. Rapshonig, Lindenhonig)
  • Blütenhonigmischungen (z. B. Frühtrachthonig, Sommerblütenhonig)
  • Honigtauhonig (z. B. Waldhonig, Koniferenhonig)

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Bestimmung der Inhaltsstoffe (z. B. Wasser, Fett, Eiweiß, Zucker, Mineralstoffe, Genusssäuren)
  • Bestimmung von wertgebenden Bestandteilen (Vitamine, Butter, Früchte, Ölsamen, Marzipan, Schokoladenanteil)
  • Untersuchung auf Zusatzstoffe (z. B. Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Süßstoffe)
  • Bestimmung von besonderen Inhaltsstoffen: Ammoniumchlorid, Glycyrrhizin (Lakritzwaren), Theobromin/Coffein (Schokolade/ Kakao)
  • Diastase- Aktivität und Hydroxymethylfurfuralgehalt als Nachweis von thermischer Belastung bei Honigen
  • Spezifische Leitfähigkeit und mikroskopische Pollenanalyse (Honigsorten, Herkunft von Honig)
  • Prüfung auf Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung

Untersuchungsergebnisse 2017

Zucker
21 Proben, davon 0 beanstandet

Hinweise: 2
Eine Probe Zucker-Raffinade wies eine zu geringe Reinheit hinsichtlich Punktzahl für Farbe in Lösung und Gesamtpunktzahl auf. Eine Probe Traubenzucker verwies auf die zugehörige Internetseite des Herstellers, auf der das Produkt mit unzulässigen gesundheitsbezogenen Angaben beworben wurde.

Honig
218 Proben, davon 77 (35,3 %) beanstandet

Nicht zum Verzehr geeignet (1)
Bei einer Probe wurde ein zu hoher Gehalt an Ameisensäure festgestellt und, damit verbunden, ein zu hoher Säuregrad. Vermutlich wurde die Ameisensäure nicht sachgemäß vom Imker (zur Milbenbekämpfung) eingesetzt.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (89)
Bei 18 Proben wurde die Kennzeichnung/Aufmachung als zur Täuschung geeignet beurteilt. Mehrfach wurde mit Selbstverständlichkeiten geworben z. B. durch die Bezeichnung „echter Honig“ oder durch eine Auslobung, die auf die Reinheit des Honigs hinwies („reiner Honig“).
4 Proben wiesen unerlaubte gesundheitsbezogene Angaben auf. Bei 67 Proben lag ein Verstoß gegen die Kennzeichnungsvorschriften der Honigverordnung oder der Lebensmittelinformationsverordnung vor. Häufig fehlte die Angabe des Ursprungslands oder das Mindesthaltbarkeitsdatum war formal nicht richtig angegeben. In einigen Fällen entsprach die Schriftgröße der Nennfüllmengenangabe nicht den Vorgaben der Fertigpackungsverordnung.
Pflanzenschutzmittel, Überschreitung von Höchstgehalten, unzul. Anwendung (2)
Zwei Proben wiesen einen Glyphosatgehalt über der zulässigen Höchstmenge auf.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen (3)
Drei Honige waren gärig und dementsprechend nicht mehr verkehrsfähig.
Hinweise (16)
16-mal wurden den Lebensmittelüberwachungsbehörden fachliche Hinweise zugearbeitet. Dabei handelte es sich überwiegend um kleinere Kennzeichnungsmängel. In einigen Fällen waren Pflanzenschutzmittelrückstände nachgewiesen worden, deren Menge aber noch im analytischen Streubereich lag.

Konfitüren, Marmeladen
103 Proben, davon 35 (34 %) beanstandet

Wertgemindert:  2
Ein Quitten-Gelee erwies sich als nicht streichfähig; wodurch die sensorische Beschaffenheit von der Verbrauchererwartung deutlich abwich. Bei einer Probe Erdbeer-Fruchtaufstrich waren die Früchte stark zerkocht. Die weiche Textur wurde als im Genusswert gemindert beurteilt.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  34
Bei Proben wie z.B. Fruchtaufstrich und Erzeugnissen nach Konfitürenverordnung traten vielfältige Kennzeichnungsmängel auf wie z.B. fehlerhaftes Zutatenverzeichnis, fehlende Mengenangaben, fehlerhafte Angaben der Mindesthaltbarkeit und der Losnummer, fehlende Herstellerangaben, fehlende oder unzutreffende Angabe zum Fruchtgehalt, fehlerhafte Angaben des Klassennamens bzw. Zusatzstoffes, nicht korrekte nährwertbezogene Angaben, fehlerhafte bzw. fehlende Nährwertkennzeichnungstabelle, nicht gegebene Lesbarkeit. Überwiegend Proben von kleineren Herstellern wiesen derartige Fehler auf.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung:  6
Bei fünf Fruchtaufstrichen wurde der Konservierungsstoff Sorbinsäure, der hier durch die Verwendung von Gelierzucker in die Produkte gelangt, nicht im Zutatenverzeichnis deklariert. Eine Probe Sanddorn-Konfitüre enthielt den Konservierungsstoff Sorbinsäure, obwohl dies für die Produktgruppe unzulässig war.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen:  4
Vier Proben darunter Gelee und Konfitüre erfüllten nicht die Anforderungen der Konfitürenverordnung, da der Refraktometerwert unterhalb der gesetzlich geforderten Mindestmenge lag.
Hinweise: 3
Bei zwei Fruchtaufstrichen fehlte die Nährwertkennzeichnung; wonach eine bestehende Ausnahmeregelung nachzuprüfen war. Eine Probe Fruchtaufstrich wies Kennzeichnungsmängel im Zutatenverzeichnis auf.

Süßwaren
65 Proben, davon 5  (7,7 %) beanstandet

Wertgemindert:  1
Eine Probe Fruchtgummi wies eine stark verklebte Textur auf, wodurch sie hinsichtlich der sensorischen Eigenschaften als wertgemindert beurteilt wurde.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  4
Eine Süßware enthielt die Nährwertkennzeichnung und die Bezeichnung nur in niederländischer Sprache, die in Deutschland nicht als leicht verständlich gilt.
Geforderte Kennzeichnungsangaben (z.B. Bezeichnung, Mindesthaltbarkeitsdatum,  Anschrift des Herstellers, Füllmengenangabe) waren nicht korrekt deklariert oder fehlten.
Bei einer Probe Waffeln wich der in der Nährwertkennzeichnungstabelle deklarierte Fettgehalt erheblich vom ermittelten Fettgehalt ab.
Hinweise: 5
Bei einer schokoladenhaltigen Süßware fehlte die Angabe der Losnummer. Bei einer losen Ware bestanden Unklarheiten bezüglich der Angabe des Glutengehaltes als Allergenkennzeichnung.
Eine Probe Marzipan wies einen ranzigen Geruch und Geschmack auf. Bei einer weiteren Probe Marzipanrohmasse bestand der Verdacht, dass es sich statt Marzipanrohmasse um angewirktes Marzipan handelte.

Schokolade
46 Proben, davon 7 (15,2 %) beanstandet

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  7
Eine Probe Schokolade wurde wegen einer irreführend hohen Angabe des Kakaogehaltes beanstandet.  Bei drei Schokoladen fehlte die Nährwertkennzeichnung. Bei einer auch das Mindesthaltbarkeitsdatum. Bei zwei weiteren Schokoladen entsprach die Kennzeichnung des Kakaoanteils nicht der Kakaoverordnung.
Hinweise: 2
Bei zwei weiteren Proben Schokolade lag der Kakaoanteil nach Berücksichtigung der Messunsicherheit noch im Toleranzbereich.


Kakao
18 Proben, davon 1 (5,6 %) beanstandet

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  1
Eine Probe kakaohaltiges Getränkepulver wurde wegen einer irreführend hohen Angabe des Kakaogehaltes beanstandet.
Hinweise: 2
Bei zwei weiteren Proben kakaohaltigem Getränkepulver lag der Kakaoanteil nach Berücksichtigung der Messunsicherheit noch im Toleranzbereich.



zuletzt geändert am: 02.08.2018