Getreide und Getreideerzeugnisse - Brot und Backwaren

 

Was wird untersucht?

  • Getreide (Roggen, Weizen, Reis, Mais etc.)
  • Getreideprodukte (Mehle, Cerealien, Müsli etc.)
  • Teigwaren (Nudeln etc.)
  • Brot und Kleingebäck
  • Feine Backwaren

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Untersuchung auf Mikroorganismen (Hefen, Schimmelpilze, Enterobacteriaceen)
  • Nachweis von Verunreinigungen: Mutterkörner, Besatz, tierischer Befall
  • Nachweis von gentechnischen Veränderungen: Mais, Reis
  • Untersuchung auf Rückstände von Pflanzenschutzmittel Herbizide, Fungizide etc.
  • Untersuchung auf Schwermetalle: Blei, Cadmium, Quecksilber
  • Untersuchung auf Schimmelpilzgifte: Aflatoxine, Ochratoxin A, Fumonisine
  • Bestimmung der Inhaltsstoffe (z.B. Wasser, Eiweiß, Fett, Ballaststoffe, Asche, Vitamine, Calcium, Magnesium)
  • Bestimmung von Cumarin in zimthaltigen Cerealien
  • Bestimmung von wertgebenden Bestandteilen (Butter, Milch, Sahne, Eier, Früchte, Ölsamen, Marzipan, Schokolade)
  • Untersuchung auf Zusatzstoffe (z.B. Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Süßstoffe)
  • Prüfung auf Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung

Untersuchungsergebnisse 2017

Getreide und Getreideerzeugnisse - Brot und Backwaren
Getreide: 48 Proben, davon keine beanstandet

Getreideverarbeitungsprodukte: 106 Proben, davon 3 (2,8 %) beanstandet
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (2)
Bei 2 Proben verschiedenes Popcorn  von einem Hersteller wurden die Produkte schon als Fertigpackung in Verkehr gebracht, obwohl noch keine vollständige Kennzeichnung nach LMIV  aufgedruckt war.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen (1)
In einer Probe Roggenmehl wurde eine Warnwertüberschreitung von E.coli festgestellt, außerdem waren die Richtwerte für die Gesamtkeimzahl und Schimmelpilze überschritten und VTEC wurde in der Anreicherung nachgewiesen.
Hinweise (4)
3 Proben  Mehl fielen mikrobiologisch wegen DGHM- Richtwertüberschreitungen auf, diese Befunde deuten auf Hygienemängel hin.
Bei 1Probe Müsli lag der ermittelten Eiweißgehalt über den festgesetzten Toleranzen  für die deklarierten Nährwerte.

Brot und Kleingebäck
134 Proben, davon 4 (3,0 %) beanstandet

Nicht zum Verzehr geeignet(2)
2 eingesandte Beschwerdeproben geschnittenes Brot zeigten deutlichen Schimmelpilzbefall und waren nicht zum Verzehr geeignet.
Wertgemindert (2)
Bei der Überprüfung der Nährwertangaben war bei einem Knäckebrot der Ballaststoffgehalt deutlich geringer und lag außerhalb der festgesetzten Toleranzen  für die deklarierten Nährwerte.
In einer Probe Brotchips wurde nur ein Drittel des deklarierten Fettgehaltes ermittelt, außerdem fiel dieses Produkt durch einen sehr hohen Bruchanteil auf.
Hinweise (5)
Bei 2 Proben (Knäckebrot, Snack) waren einige ermittelte Nährwertangaben leicht über den festgesetzten Toleranzen  für die deklarierten Nährwerte.
Eine Probe Knäckebrot lag über dem festgesetzten Richtwert(Signalwert) für Acrylamid.
Schwarze Ablagerungen am Boden eines Brotes deuteten auf unreine Backbleche hin, Schimmelpilze wurden aber nicht nachgewiesen.
Das MHD  einer Probe Softbrötchen war schon 2 Monate abgelaufen, die Ergebnisse der sensorischen Prüfung der Probe waren noch ohne Beanstandung- der Anbieter wurde aber darauf hingewiesen, seiner Pflicht auf Information darüber dem Verbraucher gerecht zu werden.

Feine Backwaren
253 Proben, davon 30 (11,9 %) beanstandet

Nicht zum Verzehr geeignet (6)
4 Proben Fettgebäck (Berliner, Spritzkuchen, Quarkbällchen) wurden in verdorbenem Siedefett hergestellt, zeigten unter anderem auch sensorische Mängel und waren damit nicht zum Verzehr  geeignet.
Gespinstanteile und Fraßstellen  wurden in einer Beschwerdeprobe Erlebniskekse festgestellt, außerdem ergab die sensorische Untersuchung deutliche Abweichungen im Geruch und Geschmack.
Eine Beschwerdeprobe Mandarinenkuchen war aufgrund eines sehr kräftigen, abartigen, rauchigen Geruches und Geschmackes nicht zum Verzehr geeignet.
Wertgemindert (8)
2 Proben (Spritzkuchen, Bienenstich)  fielen sensorisch wegen eines deutlich salzigen Geschmackes auf, was auch mit dem chemischen Nachweis bestätigt wurde. In 3 Proben Feinen Backwaren war der nach den Leitsätzen geforderte Butteranteil zu gering,   neben dem Butteranteil wurde auch Fremdfett nachgewiesen. In 2 Bienenstichproben entsprach der Anteil an Ölsaaten nicht den in den Leitsätzen geforderten Mengen.
Eine Probe Amerikaner war aufgrund eines deutlichen Ammoniakgeruches als Beschwerdeprobe eingesandt worden und der ermittelte Ammoniakwert lag deutlich über dem empfohlenen Grenzwert.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (9)
Eine als Mandel-Sahne-Torte deklarierte Probe enthielt nur einen sehr geringen Anteil an Butterfett, was als Irreführung zu werten war.3 Proben Feine Backwaren wurden eingesandt, die keine oder eine fehlerhafte Kennzeichnung der eingesetzten Farbstoffe enthielten. Die bei loser Ware geforderte Allergeninformation fehlte bei 6 eingesandten Feinen Backwaren.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen ( 7)
In 7 Proben Feine Backwaren wurden DGHM- Warnwert- Überschreitungen festgestellt, darunter 5 für Enterobacteriaceen und 2 für Bacillus cereus. Außerdem waren in diesen eingesandten Proben auch  je 1mal der Richtwert  für Hefen, die Gesamtkeimzahl und die Zahl der Enterbacteriaceen  überschritten, was für deutliche Hygienemängel bei der Herstellung bzw. Abgabe von Feinen Backwaren spricht.
Hinweise (22)
17 Proben Feine Backwaren fielen mikrobiologisch wegen DGHM- Richtwertüberschreitungen auf, diese Befunde deuten auf Hygienemängel hin.1 Probe Fettgebäck hatte einen deutlich erhöhten Gehalt an trans-Fettsäuren, in diesem Zusammenhang wurde auf das Minimierungskonzept für trans-Fettsäuren hingewiesen. Ein Blätterteiggebäckstück fiel durch seinen salzigen Geschmack auf. Eine Probe Limonelle-Torte entsprach in seiner Zusammensetzung nicht den Anforderungen für dieses Produkt (fehlender Geschmack nach Zitrone)- es handelte sich dabei um eine Verwechslung der Kennzeichnung.

Teigwaren
44 Proben, davon 3 (6,8 %) beanstandet

Gesundheitsschädlich, Gesundheitsgefährdend(1)
Eine Probe als „Luftgetrocknete BIO Casarecce ohne Ei“ ausgelobte Probe Teigwaren enthielt deutliche Mengen Eiklarprotein, so dass für einen sensiblen Verbraucher eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte.
Wertgemindert (2)
Eine Probe Frischeinudeln wich aufgrund ihres zu geringen Eigehaltes von der Verkehrsauffassung ab. Eine weitere Probe Muschelnudeln entsprach auf Grund des zu hohen Abkochverlustes sensorisch nicht der Verbrauchererwartung.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften(1)
Die Allergenkennzeichnung einer Probe Muschelnudeln entsprach nicht den gesetzlichen Vorgaben. Die Kennzeichnung der allergenen Zutaten, hier Hartweizengrieß und Eier, war in der Zutatenliste nicht durch die Schriftart hervorgehoben. .
Hinweise ( 6 )
5 BÜP –Planproben enthielten Spuren an Fipronil, bei dreien davon wurden Stufenkontrollen zur Abklärung des Eintragwegs erbeten. Eine Beschwerdeprobe Teigwaren aus der Gemeinschaftsverpflegung enthielt angeblich mäusekotähnliche Fremdkörper.  In diesen wurde  mittels PCR Maus-spezifische DNA nachgewiesen. Da aber diese Fremdanteile nur separat eingesandt wurden, konnte eine endgültige Klärung des Sachverhalts nicht vorgenommen werden.



zuletzt geändert am: 02.08.2018