Getreide und Getreideerzeugnisse - Brot und Backwaren

 

Was wird untersucht?

  • Getreide (Roggen, Weizen, Reis, Mais etc.)
  • Getreideprodukte (Mehle, Cerealien, Müsli etc.)
  • Teigwaren (Nudeln etc.)
  • Brot und Kleingebäck
  • Feine Backwaren

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Untersuchung auf Mikroorganismen (Hefen, Schimmelpilze, Enterobacteriaceen)
  • Nachweis von Verunreinigungen: Mutterkörner, Besatz, tierischer Befall
  • Nachweis von gentechnischen Veränderungen: Mais, Reis
  • Untersuchung auf Rückstände von Pflanzenschutzmittel Herbizide, Fungizide etc.
  • Untersuchung auf Schwermetalle: Blei, Cadmium, Quecksilber
  • Untersuchung auf Schimmelpilzgifte: Aflatoxine, Ochratoxin A, Fumonisine
  • Bestimmung der Inhaltsstoffe (z.B. Wasser, Eiweiß, Fett, Ballaststoffe, Asche, Vitamine, Calcium, Magnesium)
  • Bestimmung von Cumarin in zimthaltigen Cerealien
  • Bestimmung von wertgebenden Bestandteilen (Butter, Milch, Sahne, Eier, Früchte, Ölsamen, Marzipan, Schokolade)
  • Untersuchung auf Zusatzstoffe (z.B. Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Süßstoffe)
  • Prüfung auf Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung

Untersuchungsergebnisse 2016

Getreide: 52 Proben, davon keine beanstandet

Getreideverarbeitungsprodukte: 77 Proben, davon 5 beanstandet (6,5 %)
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (5)
Bei zwei Proben Roggen-und einer Probe Dinkelmehl  wich der deklarierte Mineralstoffgehalt     (Mehltype) deutlich vom ermittelten Gehalt ab, was andere Backeigenschaften des Mehles zur Folge hat. In einer Müsliprobe lagen die nachgewiesen Fett- und Zuckergehalte deutlich außerhalb der festgelegten Schwankungsbreiten bei Nährwertangaben und in einer Probe Maismehl wurden 102,3 mg/kg Gluten nachgewiesen, die aber nicht gesetzeskonform deklariert waren.
Hinweise (3)
Zwei Proben  Mehl wichen  im  Mineralstoffgehalt leicht von der deklarierten Mehltype ab. Bei  einer Probe „BIO vegan Buchweizenmehl“ wurden mehr als 20 mg/kg Gluten nachgewiesen, wobei auf der Verpackung „ Gluten in Spuren“  deklariert war. 

Brot und Kleingebäck: 98 Proben: keine Beanstandungen
Hinweise (3)
Bei zwei Proben Eiweißbrot lagen die ermittelten Ballaststoffgehalte leicht über den festgesetzten Toleranzen  für die deklarierten Nährwerte. Eine Probe Knäckebrot lag über dem festgesetzten Richtwert(Signalwert) für Acrylamid.
 

Feine Backwaren: 235 Proben, davon 38 banstandet (16,1 %)
Gesundheitsschädlich, Gesundheitsgefährdend (1)
Aus einer Probe Liebesknochen wurde  Listeria monocytogenes isoliert. Da es sich um eine Warnwertüberschreitung handelte, wurde die Probe als gesundheitsschädlich und nicht sicher beurteilt.
Nicht zum Verzehr geeignet (4)
Drei Proben Fettgebäck (Berliner bzw. Spritzkuchen) wurden in verdorbenem Siedefett hergestellt, zeigten unter anderem auch sensorische Mängel und waren damit nicht zum Verzehr  geeignet. In dem Teig einer Probe Punschberge war ein ca. 3 cm langes, ungleichmäßig gefärbtes Haar (Tierhaar) eingebacken.
Wertgemindert (6)
Eine Probe Windbeutel war sensorisch auffällig wegen eines deutlich brennigen Geruches und brennig - bitteren Geschmackes. In zwei Proben Sahnetorte  wurden neben dem Sahneanteil auch Fremdfett nachgewiesen, außerdem fehlte der in der Verkehrsbezeichnung ausgelobte Fruchtgeschmack. Eine Probe Frankfurter Kranz enthielt neben Butterfett in nicht unerheblichem Anteil Fremdfett und erfüllte somit nicht die Anforderungen der Leitsätze für feine Backwaren. Zwei Proben Butterstollen zeigten aufgrund fehlerhafter Backverfahren deutliche sensorische Mängel.
.Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (14)
Drei Proben Zwieback enthielten nicht den laut Zutatenliste deklarierten Zuckeranteil (nach Zuckerarten-VO= Saccharose). Drei Proben Obstsahnetorten enthielten Farbstoffe, die nicht deklariert waren, bei vier Proben fehlte der Warnhinweis nach Art. 24  VO 1333/2008 „ Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“.
Die mit der  Lebensmittelinformationsverordnung bei loser Ware geforderte Allergeninformation fehlte bei sieben eingesandten feinen Backwaren.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung (3)
Bei drei feinen Backwaren fehlte die Kenntlichmachung der verwendeten Farbstoffe.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen (12)
In 10 Proben Feine Backwaren wurden DGHM- Warnwert- Überschreitungen festgestellt, darunter sieben für Enterobacteriaceen,  zwei für E.coli und in einem Fall für Bacillus cereus. Außerdem waren in diesen eingesandten Proben auch  dreimal die Richtwerte für Hefen und viermal für die Gesamtkeimzahl  überschritten, was für deutliche Hygienemängel bei der Herstellung bzw. Abgabe von Feinen Backwaren spricht
Zwei Proben Dominosteine zeigten Signalwertüberschreitungen  an Acrylamid.
Hinweise (41)
32 Proben Feine Backwaren fielen mikrobiologisch wegen DGHM- Richtwertüberschreitungen auf, diese Befunde deuten auf Hygienemängel hin. In zwei Proben Fettgebäckstücke wurden erhöhte Anisidinzahlen festgestellt, die auf den Einsatz von belastetem Frittierfett hinweisen
Eine Probe Fettgebäck hatte einen deutlich erhöhten Gehalt an trans-Fettsäuren. Ein Blätterteiggebäckstück fiel durch seine Gesamthöhe von 9 cm auf, es fehlte die Blätterteigstruktur und es befand sich ein riesiger Hohlraum im Inneren des Gebäckstückes,
was auf zu hohe Tourierung des Teiges zurückzuführen war.
Eine Probe Frankfurter Kranz war entgegen den Leitsätzen statt mit Mandel-oder Nusskrokant mit Schokostreuseln verziert.

Teigwaren: 37 Proben, davon 2 beanstandet (5,4 %)
Wertgemindert (1)
Eine Probe Schwäbische Spätzle wich aufgrund ihres zu geringen Eigehaltes von der Verkehrsauffassung ab.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (1)
Die Allergenkennzeichnung einer Probe Frische Teigwaren entsprach nicht den gesetzlichen Vorgaben.
Hinweise (5)
Eine Probe Frische Teigwaren fiel durch Richtwertüberschreitung an Enterobacteriaceen auf.
Zwei Proben Teigwaren ohne Ei enthielten Eiklarprotein, obwohl keine Eianteile deklariert waren oder der Hinweis auf Allergen fehlte in der Speisekarte.



zuletzt geändert am: 03.08.2017