Fische, Krebs- und Weichtiere sowie Erzeugnisse daraus

 

Was wird untersucht?

  • Frische und gefrorene Fische oder Filets (z.B. Rotbarsch, Seelachs, Hering)
  • Kaltgeräucherter Fisch (z.B Räucherlachs)
  • Heißgeräucherter Fisch (z.B. Stremellachs, Forellenfilets, Makrelen, Schillerlocken)
  • Salzfischerzeugnisse (z.B. Matjes, Sardellen)
  • Marinaden (z.B. Rollmops, Bismarckhering, eingelegter Brathering, Heringsröllchen)
  • Anchosen (z.B. Heringsfilets "Nordische Art", Kräuterhering)
  • Kochfischerzeugnisse (z.B. Hering in Gelee, Fischsülze)
  • Konserven (z.B. Thunfischschnitzel in Öl und/oder eigenem Saft oder Aufguss)
  • Krebs- und Weichtiere (z.B. Muscheln, Garnelen (frisch mariniert, gekocht oder in Konserven))
  • Küchenfertig vorbereitete Fischerzeugnisse (z.B. Fischstäbchen)

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Bestimmung des Frischezustands und/oder der sensorischen Eigenschaften
  • Überprüfung der Lebensfähigkeit von ?lebenden Muscheln?
  • Untersuchung auf Mikroorganismen (Lebensmittelvergifter wie z.B. Salmonellen, Listerien und Vibrionen, Verderbniserreger wie z.B. Pseudomonaden oder Hefen sowie Untersuchungen zur Sterilität von Konserven)
  • Oberflächenkontamination mit lebensmittelassoziierten Viren
  • Untersuchung auf Nematoden (Fadenwürmer)
  • Untersuchung auf Histamin und andere biogene Amine
  • Untersuchung auf Zusatzstoffe (z.B. Konservierungsstoffe, Süßstoffe, Farbstoffe)
  • Bestimmung der Inhaltsstoffe (z.B. Eiweiß, Wasser, Fett, Asche)
  • Untersuchung auf Rückstände (z.B. auf. Pharmakologische Wirkstoffe, Pflanzenschutzmittel und Schwermetalle wie unter anderem Quecksilber, Blei und Cadmium)
  • Bestimmung der Tierart
  • Prüfung auf Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung

Untersuchungsergebnisse 2017

Fische
Proben: 319, davon 19 (6,0 %) beanstandet

Gesundheitsschädlich, Gesundheitsgefährdend (1)
Bei einer Probe Thunfisch (frisch), welche im Zusammenhang mit einem Erkrankungsgeschehen als Beschwerdeprobe vorgelegt wurde, konnte ein Histamingehalt von mehr als 200 mg/kg festgestellt werden.
Nicht zum Verzehr geeignet (1)
Aufgrund von starker Nematodenbelastung war eine Probe Wildlachssteak zum Verzehr nicht mehr geeignet.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (9)
Eine Probe war als „Seezunge“ deklariert worden. Diese Bezeichnung ist Fischen mit dem lateinischen Namen Solea solea vorbehalten. Die molekularbiologische Untersuchung ergab jedoch, dass hier ein Fisch der Gattung Solea senegalensis vorlag, welcher auf dem Markt einen wesentlich geringeren Preis erzielt.
Bei 8 weiteren Proben waren Kennzeichnungsmängel erkennbar. Diese waren zum Teil rein formaler Natur (z. B. Abweichung vom vorgeschriebenen Wortlaut).
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung (2)
Zwei Proben zeigten im Rahmen der Untersuchung einen unerlaubten Carbonat-Zusatz. Dieser soll diente wahrscheinlich dazu, zugeführtes Wasser besser an das Fischgewebe zu binden.
Schadstoffe, Überschreitung von Höchstgehalten (4)
Die Summe aus dioxinen Dioxinen/Furanen war bei einer Probe Aal oberhalb des Grenzwertes. Bei 2 Aal-Proben war die Summe aus dioxinen und dioxinähnlichen PCBs überschritten, bei einer weiteren Aal-Probe die DDT-Höchstmenge (Summe aus DDT und dessen Abbauprodukten).
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen (2)
Bei zwei Proben Wels, tiefgefroren fehlte eine Reihe von Angaben, die von der Verordnung (EU) Nr. 178/2002 und der entsprechenden Durchführungsverordnung gefordert werden, um die Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.
Hinweise (31)
31-mal wurden den Lebensmittelüberwachungsbehörden fachliche Hinweise zugearbeitet. Dabei handelte es sich um moderat erhöhte Keimkonzentrationen bzw. den Nachweis von Krankheitserregern auf bestimmungsgemäß noch zu erhitzenden Erzeugnissen sowie leichtere Kennzeichnungsmängel, auch auf dem Gebiet der Fischetikettierung. In einem Fall wies ein Fisch nicht das geforderte Mindestmaß auf.

Fischerzeugnisse
428 Proben, davon 60 (14,0 %) beanstandet

Gesundheitsschädlich, Gesundheitsgefährdend (3)
Listeria monocytogenes in gesundheitsgefährdender Konzentration wurden bei 3 Fischerzeugnissen nachgewiesen (1x Räucherlachs, 1x Graved Lachs und 1x Lachslocken).
Nicht zum Verzehr geeignet (2)
1 Probe „Makrelenfilet, geräuchert“ war am Ende des deklarierten Verbrauchsdatum sensorisch/mikrobiologisch verdorben und in einer Beschwerdeprobe Fischstäbchen waren Pappstücke unter der Panade.
Wertgemindert (1)
Bei einer Probe Sahne-Heringsfilet war der Sahnegehalt geringer als in den Leitsätzen vorgegeben, so dass eine Wertminderung vorlag.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (54)
Mehrere Proben waren dazu geeignet, den Verbraucher irrezuführen: Bei der einen Probe war die Bezeichnung unklar (Butterfisch – Buttermakrelenfilet), d. h. es wurden die Namen zweier unterschiedlichen Fischarten angegeben.
Zwei andere Proben waren als „Heilbutt“ deklariert. Dieser Name steht lediglich für den Weißen Heilbutt. Es konnte aber nachgewiesen werden, dass es sich hierbei um den günstigeren Schwarzen Heilbutt handelte. Bei 3 Proben wurde die deklarierte Mindesthaltbarkeit bemängelt (irreführende Angabe).
Bei den übrigen Proben lagen unterschiedliche Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften vor, z. B. fehlte die Angabe der Tierart, aus der die verwendete Gelatine hergestellt worden war.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung (1)
Bei einer Probe Kräutermatjes in Öl war ein Farbstoff (Zuckercouleur) deklariert, der für diese Gruppe von Erzeugnissen (Anchosen) nicht zugelassen ist.
Schadstoffe, Überschreitung von Höchstgehalten: (1)
Bei einer Probe schwarzer Heilbutt wurde die Höchstmenge für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe überschritten (Summe PAK und Benzo(a)pyren).
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen (4)
1 Probe Räucherfisch wies untypisch hohe hygienerelevante Keimgehalte auf, so dass die entsprechende Probe als hygienisch nachteilig beeinflusst beurteilt wurde. In 3 verzehrsfertigen Erzeugnissen wurde Listeria monocytogenes am Ende der Herstellung nachgewiesen.
Hinweise (42 )
In 42 Fällen wurden der Lebensmittelüberwachungsbehörde fachliche Hinweise zugearbeitet. Dabei handelte es sich beispielsweise um moderate mikrobiologische oder chemische Abweichungen oder geringfügige Kennzeichnungsmängel.

Krusten-, Schalen-, Weichtiere
Proben: 79, davon 9 (11,4 %) beanstandet

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (8)
Bei der überwiegenden Zahl der Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften waren Angaben unvollständig oder formal nicht korrekt. Es fehlten z. B. die Nettofüllmenge, Herstellerangaben oder die Mengenangaben wertgebender Bestandteile bzw. es waren Kennzeichnungselemente nur bedingt leserlich. Bei zwei Proben Garnelen fehlte ein Hinweis, dass Wasser zugesetzt worden ist, in der Bezeichnung.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung (1)
Bei einer Probe Garnelenkranz konnte ein unzulässig hoher Gehalt an Sorbinsäure im Erzeugnis bestimmt werden.
Hinweise (7)
In 7 Fällen wurden der Lebensmittelüberwachungsbehörde fachliche Hinweise zugearbeitet. Dabei handelte es sich beispielsweise 3-mal um Nachweise von Listeria monocytogenes. In einem Fall wurde bei der Nennfüllmenge eine falsche Einheit gewählt. In einem weiteren Fall war ein Salzgehalt festgestellt worden, der möglicherweise die Ergänzung des Zutatenverzeichnisses durch die Komponente Kochsalz notwendig macht (Salzzusatz). Bei einem Erzeugnis war die Bezeichnung zu behinweisen, da ein vergleichsweise hoher Wassergehalt ermittelt worden war.



zuletzt geändert am: 02.08.2018