Fische, Krebs- und Weichtiere sowie Erzeugnisse daraus

 

Was wird untersucht?

  • Frische und gefrorene Fische oder Filets (z.B. Rotbarsch, Seelachs, Hering)
  • Kaltgeräucherter Fisch (z.B Räucherlachs)
  • Heißgeräucherter Fisch (z.B. Stremellachs, Forellenfilets, Makrelen, Schillerlocken)
  • Salzfischerzeugnisse (z.B. Matjes, Sardellen)
  • Marinaden (z.B. Rollmops, Bismarckhering, eingelegter Brathering, Heringsröllchen)
  • Anchosen (z.B. Heringsfilets "Nordische Art", Kräuterhering)
  • Kochfischerzeugnisse (z.B. Hering in Gelee, Fischsülze)
  • Konserven (z.B. Thunfischschnitzel in Öl und/oder eigenem Saft oder Aufguss)
  • Krebs- und Weichtiere (z.B. Muscheln, Garnelen (frisch mariniert, gekocht oder in Konserven))
  • Küchenfertig vorbereitete Fischerzeugnisse (z.B. Fischstäbchen)

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Bestimmung des Frischezustands und/oder der sensorischen Eigenschaften
  • Überprüfung der Lebensfähigkeit von ?lebenden Muscheln?
  • Untersuchung auf Mikroorganismen (Lebensmittelvergifter wie z.B. Salmonellen, Listerien und Vibrionen, Verderbniserreger wie z.B. Pseudomonaden oder Hefen sowie Untersuchungen zur Sterilität von Konserven)
  • Oberflächenkontamination mit lebensmittelassoziierten Viren
  • Untersuchung auf Nematoden (Fadenwürmer)
  • Untersuchung auf Histamin und andere biogene Amine
  • Untersuchung auf Zusatzstoffe (z.B. Konservierungsstoffe, Süßstoffe, Farbstoffe)
  • Bestimmung der Inhaltsstoffe (z.B. Eiweiß, Wasser, Fett, Asche)
  • Untersuchung auf Rückstände (z.B. auf. Pharmakologische Wirkstoffe, Pflanzenschutzmittel und Schwermetalle wie unter anderem Quecksilber, Blei und Cadmium)
  • Bestimmung der Tierart
  • Prüfung auf Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung

Untersuchungsergebnisse 2016

Fische: 337 Proben, davon 22 beanstandet (6,5 %)

Nicht zum Verzehr geeignet (1)
Aufgrund gravierender mikrobiologischer und sensorischer Abweichungen war eine Probe tiefgefrorene Regenbogenforellen zum Verzehr nicht mehr geeignet.
Wertgemindert (1)
Eine Probe Schollenfilet enthielt zugesetztes Wasser, ohne dass dies kenntlich gemacht wurde.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (14)
Bei vier Proben war die Bezeichnung geeignet, den Verbraucher zu täuschen, da die deklarierten Fischarten nicht korrekt waren.
Bei einem Pangasiusfilet wurde ein Wasserzusatz zwar kenntlich gemacht, aber nicht in der nachgewiesenen Größenordnung, so dass der deklarierte Fischanteil (QUID) als irreführend eingestuft wurde.
Eine Probe „Dorade“ wies eine deutliche Abweichung zum deklarierten Fettgehalt auf.
Geforderte Kennzeichnungsangaben (z.B. Einfrierdatum, Nennfüllmenge, Durchschnittsgehalt bei der Nährwertkennzeichnung von Salz oder Fanggebiet) waren bei acht Proben unvollständig oder fehlerhaft.
Schadstoffe, Überschreitung von Höchstgehalten (7)
Die Summe aus Dioxinen/Furanen und dl-PCB überschritt bei sieben Proben (4 x Meerforelle, 2 x Lachs und 1 x Dorschleber) die zulässigen Höchstmengen.
Hinweise (25)
Zu 25 Proben wurden der Lebensmittelüberwachungsbehörde fachliche Hinweise zugearbeitet. Dabei handelte es sich um moderat erhöhte Keimkonzentrationen bzw. den Nachweis von Krankheitserregern auf bestimmungsgemäß noch zu erhitzenden Erzeugnissen sowie leichtere Kennzeichnungsmängel.

Fischerzeugnisse: 464 Proben, davon 81 beanstandet (17,5 %)

Gesundheitsschädlich, Gesundheitsgefährdend (2)
Listeria monocytogenes in gesundheitsgefährdender Konzentration wurden bei 2 Fischerzeugnissen nachgewiesen (1 x Räucherlachs und 1 x Graved Lachs).
Nicht zum Verzehr geeignet (3)
Eine Probe „geräucherte Flunder“ war sensorisch/mikrobiologisch verdorben. Bei zwei Pangasiuszubereitungen wurde ein stechend, urinöser Geruch festgestellt.
Wertgemindert (7)
Sieben Proben Matjesfilet nach nordischer Art wiesen einen zu geringen Fettgehalt auf.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (67)
Bei insgesamt sieben Proben war die Aufmachung/Kennzeichnung geeignet, den Verbraucher zu täuschen (davon 3 x die Deklaration von „Matjeserzeugnissen“, 2 x falsche Tierartangabe, 2 x Bemängelung der deklarierten Mindesthaltbarkeit).
Bei 60 Proben war die Kennzeichnung nicht rechtskonform. Es fehlten z.B. Angaben zum Mindesthaltbarkeitsdatum, zur Nennfüllmenge, Herstellerangaben, die Loskennzeichnung oder die Mengenangaben wertgebender Bestandteile. Häufig wurde im Zutatenverzeichnis von Matjeserzeugnissen die Zutat Matjes genannt ohne Hinweis darauf, dass es sich um eine Anchose (Matjes nordischer Art) handelte.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung (8)
Dreimal waren Süßungsmittel nicht in Verbindung mit der Bezeichnung deklariert worden oder fehlten in der Zutatenliste. Bei drei Proben Pangasius wurden nicht zugelassene Carbonate eingesetzt. Zweimal wurden Süßungsmittel über der Höchstmenge festgestellt (1 x Saccharin, 1 x Acesulfam K).
Schadstoffe, Überschreitung von Höchstgehalten: (2)
Zwei Proben geräucherte Fische (1 x Lachs, 1 x afrikanischer Wels) überschritten die zulässige Höchstmenge an PAK‘s.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen (6)
Drei Proben Räucherfisch wiesen untypisch hohe hygienerelevante Keimgehalte auf, so dass die entsprechenden Proben als hygienisch nachteilig beeinflusst beurteilt wurden.
Bei drei Proben wurde Listeria monocytogenes nachgewiesen.
Hinweise (38)
In 38 Fällen wurden der Lebensmittelüberwachungsbehörde fachliche Hinweise zugearbeitet. Dabei handelte es sich um moderate mikrobiologische Abweichungen sowie geringfügige Kennzeichnungsmängel.


Krusten-, Schalen-, Weichtiere: 87 Proben, davon 14 beanstandet (16,1 %)
Nicht zum Verzehr geeignet (2)
Aufgrund gravierender sensorischer Abweichungen waren zwei Proben Garnelen bzw. Surimi zum Verzehr nicht mehr geeignet.
Wertgemindert (1)
Eine Probe wurde aufgrund von Gefrierbrand als wertgemindert beurteilt.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (11)
Eine Probe Garnelen aus Aquakultur wurden als „Öko“ beworben, ohne die Anforderungen dafür zu erfüllen.
Bei zehn Proben war die Kennzeichnung nicht rechtskonform. Es fehlten z.B. MHD, Einfrierdatum, Nennfüllmenge, Herstellerangaben, Loskennzeichnung oder die Mengenangaben wertgebender Bestandteile. Bei vier Proben fehlte ein Hinweis auf einen Wasserzusatz in der Bezeichnung. Auch formale Fehler bei der Nährwertkennzeichnung waren auffällig.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften/Hilfsnormen (1)
In einer Probe frische Miesmuscheln wurde ein hoher Gehalt am Hygieneindikator E. coli ermittelt.
Hinweise (14)
Zu 14 Proben wurden der Lebensmittelüberwachungsbehörde fachliche Hinweise zugearbeitet. Dabei handelte es sich bei vier Proben um moderate mikrobiologische Abweichungen (erhöhte Keimzahlen, Nachweis von Pseudomanaden). Ansonsten lagen geringfügige Kennzeichnungsmängel vor.



zuletzt geändert am: 02.08.2017