Fette und Öle

 

 

Was wird untersucht?

  • pflanzliche Speiseöle (Olivenöl, Rapsöl etc.)
  • pflanzliche Fette (Kokosfett, Palmkernfett etc.)
  • tierische Fette (Schweineschmalz, Gänseschmalz etc.)
  • Frittierfette

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Fettsäuremuster zur Identifizierung der Fette
  • Bestimmung von Fettkennzahlen
    (a) Peroxidzahl: Maß für oxidative Fettveränderung (Verderb)
    (b) Säurezahl: Maß für freie Fettsäuren (durch hydrolytische Spaltung oder Folgeprodukt der Autoxidation)
    (c) Anisidinzahl: oxidative Spaltung der Doppelbindung in den Fettsäuren, Aldehydbildung
    (d) Jodzahl: Maßzahl für den Gehalt an ungesättigten Fettsäuren
  • Prüfung auf Inhaltsstoffe nach besonderer Auslobung (z.B. cholesterinfrei, reich an Omega-3 und Omega- 6-Fettsäuren, Gehalt an trans- Fettsäuren etc.)
  • Bestimmung der Sterin- Zusammensetzung bei pflanzlichen Ölen
  • Bestimmung der Qualität von Frittierfetten: z. B. polare Anteile, Anteil unlöslicher oxidierter Fettsäuren, Rauchpunkt, Rauchpunktdifferenz
  • Bestimmung des Fettgehaltes in Fetten und Ölen, Lebensmittel mit ausgelobten Fettzusätzen
  • Untersuchung auf Kontaminanten
  • Untersuchung auf den Einsatz von Zusatzstoffen (Konservierungsstoffe, Antioxidantien) und Vitaminen

Untersuchungsergebnisse 2010

Fette, Öle - Beanstandungsrate: 18,3%
Proben: 104, davon beanstandet: 19
Nicht zum Verzehr geeignet ( 12 )
Bei 11 Proben handelte es sich um Frittier- bzw. Siedefette, die durch Abweichungen in Sensorik, polaren Anteilen, unlöslichen oxidierten Fettsäuren, Anisidinzahl u.a. charakterisiert waren. Damit hergestelltes Frittiergut ist ebenfalls nicht für den menschlichen Verzehr geeignet.
Ein natives Rapsöl mit Buttergeschmack war aufgrund der erheblichen sensorischen Mängel und der Grenzwertüberschreitung für die Peroxid- und Totoxzahl oxidativ verdorben und nicht mehr für den Verzehr geeignet.
Wertgemindert ( 3 )
Bei 2 Proben Gänseschmalz mit 10% Schweineschmalz wurde ein höherer Anteil an Schweine-schmalz ermittelt. Bei einer Verdachtsprobe Griebenschmalz lag die ermittelte Peroxidzahl über dem in den Leitsätzen für Speisefette festgelegten Grenzwert.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften ( 5 )
Eine wegen des Verdachtes auf fehlerhafte Kennzeichnung eingesandte Probe Sanddornöl erwies sich bei der Bestimmung des Fettsäurespektrums als aromatisiertes Rapsöl, darüber hinaus wurden weitere wesentliche Deklarationsmängel festgestellt. Bei einer Beschwerdeprobe ?Gänseschmalz mit Backobst? mit Vergleich wurde nach Überprüfung der eingesetzten Fette  die gewählte Verkehrsbezeichnung als irreführend beurteilt.
Bei einer Probe Gänseschmalz mit 10% Schweineschmalz war die Kennzeichnung der eingesetzten Zutaten (über 100% eingesetztes Fett) nicht korrekt, außerdem waren keine Grieben in der Probe, wie auf der Kennzeichnung deklariert, enthalten.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung ( 1 )
Einer Verdachtsprobe Sanddornöl fehlte, da es sich um ein zusammengesetztes Lebensmittel handelte, das Zutatenverzeichnis und die Verkehrsbezeichnung war falsch.
Hinweise ( 5 )
Bei 5 Frittier- bzw. Siedefetten lagen die Ergebnisse der sensorischen und chemischen Untersuchung im Grenzbereich für den oxidativen Fettverderb.



zuletzt geändert am: 17.08.2011