Fette und Öle

 

 

Was wird untersucht?

  • pflanzliche Speiseöle (Olivenöl, Rapsöl etc.)
  • pflanzliche Fette (Kokosfett, Palmkernfett etc.)
  • tierische Fette (Schweineschmalz, Gänseschmalz etc.)
  • Frittierfette

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Fettsäuremuster zur Identifizierung der Fette
  • Bestimmung von Fettkennzahlen
    (a) Peroxidzahl: Maß für oxidative Fettveränderung (Verderb)
    (b) Säurezahl: Maß für freie Fettsäuren (durch hydrolytische Spaltung oder Folgeprodukt der Autoxidation)
    (c) Anisidinzahl: oxidative Spaltung der Doppelbindung in den Fettsäuren, Aldehydbildung
    (d) Jodzahl: Maßzahl für den Gehalt an ungesättigten Fettsäuren
  • Prüfung auf Inhaltsstoffe nach besonderer Auslobung (z.B. cholesterinfrei, reich an Omega-3 und Omega- 6-Fettsäuren, Gehalt an trans- Fettsäuren etc.)
  • Bestimmung der Sterin- Zusammensetzung bei pflanzlichen Ölen
  • Bestimmung der Qualität von Frittierfetten: z. B. polare Anteile, Anteil unlöslicher oxidierter Fettsäuren, Rauchpunkt, Rauchpunktdifferenz
  • Bestimmung des Fettgehaltes in Fetten und Ölen, Lebensmittel mit ausgelobten Fettzusätzen
  • Untersuchung auf Kontaminanten
  • Untersuchung auf den Einsatz von Zusatzstoffen (Konservierungsstoffe, Antioxidantien) und Vitaminen

Untersuchungsergebnisse 2016

Fette und Öle: 115 Proben, davon 17 beanstandet (14,8 %)

Nicht zum Verzehr geeignet (6)
Bei sechs Proben handelte es sich um Siede- bzw. Frittierfette, die durch Abweichungen in Sensorik, polaren Anteilen, Anisidinzahl, Rauchpunkt u.a. charakterisiert waren. Damit ist das darin hergestelltes Back- oder Frittiergut ebenfalls nicht für den menschlichen Verzehr geeignet.
Wertgemindert (6)
Bei den untersuchten Gänseschmalzproben mit Zusatz von Schweineschmalz waren sechs Proben auffällig, der Schweineschmalzanteil war in allen Fällen höher als deklariert.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (5)
Bei drei Planproben Gänseschmalz  wurde nach Überprüfung der eingesetzten Fette  die gewählte Verkehrsbezeichnung als irreführend beurteilt, da entweder der Anteil an Schweineschmalz in der Verkehrsbezeichnung  fehlte oder die gewählte Verkehrsbezeichnung eine andere Zutat auslobte, als im Zutatenverzeichnis aufgeführt war. Aufgrund sensorischer Mängel (Fehlermedian des Hauptfehlers ranzig) wurde ein Olivenöl nach der  Durchführungs-VO Nr.1348/2013 Anhang 1 „Merkmale von Olivenölen“ von nativ extra in die Qualitätsstufe natives Olivenöl zurückgestuft, damit war der Tatbestand der Irreführung gegeben.
Hinweise (5)
Vier Frittier- bzw. Siedefette wiesen leichte sensorische Mängel auf und bewegten sich mit einigen  analytischen Parametern im Grenzbereich.
Eine Probe Olivenöl nativ extra zeigte leichte Auffälligkeiten in den sensorischen Eigenschaften  und die Sterinzusammensetzung bewegte sich im Grenzbereich.



zuletzt geändert am: 02.08.2017