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Fragen und Antworten zu EHEC (2007) oder pdf (41 kB)

Fragen und Antworten zu EHEC-Infektionen durch pflanzliche Lebensmittel (2011)

Merkblatt: Verbrauchertipps zum Schutz vor Infektionen mit Enterohaemorrhagischen E.coli (EHEC) (2014) oder pdf (1,3 MB)


Zum Schutz vor Infektionen ist das Einhalten allgemeiner Hygieneregeln besonders wichtig oder pdf (44 kB)

BVL

 

Escherichia coli

Escherichia coli (E. coli) ist ein natürlich vorkommender Keim im Darm von Menschen, Säugetieren und Vögeln. Er gilt daher als Indikatorkeim für fäkale Verunreinigungen von Lebensmitteln. Bestimmte Stämme von Escherichia coli spielen jedoch als Erreger von schwerwiegenden Erkrankungen bei Tieren und Menschen eine wichtige Rolle, so z. B. die verotoxin-produzierenden E. Coli (VTEC), die hier näher beschrieben werden.
Diese Gruppe der Colibakterien bildet Verotoxine, die als starke Zellgifte im Darm wirken und beim Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen können. 

Infektionswege
Als Hauptinfektionsquelle für diese spezielle Coli-Erkrankung gelten weltweit Rindfleisch und Rohmilch. Nachgewiesen wurden Erreger aber auch in Lamm- und Geflügelfleisch und deren Verarbeitungsstufen, auf Kartoffeln und in Joghurt. Menschen erkranken in der Regel durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel. Die Keime können aber auch durch Schmierinfektionen direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Bei Nutztieren, wie Rindern, Schafen, Ziegen und eventuell auch Schweinen, sind VTEC-Infektionen möglich, ohne dass die Tiere erkranken. Die Erreger können aus der Darmflora der Tiere in tierische Lebensmittel (z. B. Milch und Fleisch) gelangen. Um eine Infektion bei Menschen zu verursachen, reichen wenige Erregerzellen (10 bis 100 Stück). Die Schwere der Infektion ist von der Immunabwehr jedes Einzelnen abhängig. Ältere Menschen und Kinder sind besonders gefährdet.

Weitere wichtige Infektionswege sind: Kontakt zu VTEC-Ausscheidern (erkrankte Menschen und gesunde Nutztiere, die diese Erreger ausscheiden) und Infektionen durch eine erregerbelastete Umwelt (z. B. Oberflächenwasser, Erde). Die Keime können bei günstigen Bedingungen viele Wochen in der Umwelt überleben. Über VTEC im Wasser und durch Düngung mit Exkrementen kann auch Gemüse und Obst mit diesen Keimen belastet sein. Wenn es dann nur unzureichend gesäubert und roh verzehrt wird, können sie zur Infektionsquelle für den Menschen werden.

Symptome
Bauchkrämpfe und wässriger bis blutiger Durchfall sind typisch für diese Infektion. Fieber kann auftreten. Die Inkubationszeit beträgt zwischen drei bis neun Tagen. Die Symptome können zwei bis neune Tage (mittlere Dauer: 7 Tage) anhalten.

Bei Menschen mit geringer Immunabwehr werden auch Harnwegsinfektionen, chirurgische Wundinfektionen, Bauchfellentzündungen, Entzündungen der Gallenwege, Lungen- und Gehirnhautentzündungen sowie ?Blutvergiftungen? ausgelöst. Einige Infektionen werden in Abhängigkeit vom Erreger und vom Immunsystem des Erkrankten durch besondere Verläufe verschlimmert (z. B. das hämolytisch-urämische Syndrom oder die thrombozytopenische Purpura).


Prävention
Durchgaren der Lebensmittel tötet die VTEC und die von ihnen gebildeten Toxine ab. Dabei muss eine Mindestkerntemperatur von 70° C über 10 Minuten Dauer erreicht werden. Bei der Verarbeitung von rohen tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Rohmilch und Eiern in der Küche gilt grundsätzlich: diese Lebensmittel dürfen nicht in Kontakt mit verzehrsfertigen Lebensmitteln kommen(z. B. Salat), auch nicht mittelbar über Hände, Messer, Schneidebretter oder andere Küchenutensilien. Diese Lebensmittel können sonst ihrerseits zur Quelle für eine Infektion mit VTEC werden.
Die Hände sollten stets gründlich gereinigt werden, nachdem nicht gegarte Lebensmittel tierischer Herkunft verarbeitet wurden. Lappen zur Reinigung sind möglichst regelmäßig zu wechseln, besser ist die Nutzung von Einwegtüchern.  
Zur Verhinderung von Schmierinfektionen ist das Händewaschen mit warmem Wasser nach jedem Toilettengang hygienischer Grundsatz.



zuletzt geändert am: 01.12.2016