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Entwicklung der Vermehrungsflächen 2011

Die Vermehrungsflächen von Saat- und Pflanzgut in Mecklenburg-Vorpommern hat sich im Jahre 2011 um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht (Tabelle). Damit stehen in diesem Jahr auf 27.049 Hektar Mähdruschfrüchte und Kartoffeln zur Vermehrung.

 

Über 500 Sorten werden jährlich zur Vermehrung in M-V angemeldet.

Ergebnisse der Feldbestandsprüfung 2011

Bei den Mähdruschfrüchten wurden wie in den Vorjahren sehr gute Ergebnisse erreicht. Die Anerkennungsrate beträgt 99 % (Tabelle).

Ursachen für die nicht erfolgreiche Feldbestandsprüfung sind wiederum vermeidbare Mängel der Vermehrer, wie z. B. die Nichteinhaltung der Mindestentfernung zu fremdbestäubenden anderen Winterroggensorten. Der Besatz mit anderen Getreidearten in Getreide war in diesem Jahr nicht die dominierende Ursache. Unzureichender Kulturzustand, d. h. eine unbefriedigende Entwicklung der Vermehrungsbestände, bei Gräsern und Leguminosen war Schwerpunkt der Beanstandungen. Auch ein stärkerer Besatz mit schwer aus dem Saatgut herauszureinigen Samen von Unkräutern wie Klettenlebkraut und Windenknöterich im Roggen sowie Trespenarten und Flughafer in Gräsern führte zu Aberkennungen (Tabelle).

 

 

Ursachen der Aberkennung bei der Feldbestandsprüfung bei Pflanzkartoffeln in MV (ha)

Bei der Kartoffelvermehrung wurden ebenfalls rund 99 % der Vermehrungen durch die Feldbestandsprüfer anerkannt (Grafik). Durch den Züchter wurde eine Sorte mit allen Vermehrungsvorhaben zurückgezogen. Als größte Ursache erwies sich nicht wie erwartet ein zu hoher Virusbefall (0,2 %) sondern der Besatz mit Schwarzbeinigkeit (0,5 %). Unter sonstigen Gründen wurden Fremdbesatz, Nematoden- und zu starker Rhizoctoniabefall zusammengefasst.

Ergebnisse der Beschaffenheitsprüfung 2011

Saatgut

Durch die witterungsbedingt stark verzögerte Ernte und die zunehmende Belastung mit Fusariumpilzen waren die Qualitäten, insbesondere die Keimfähigkeit, stärker beeinträchtigt als in den Vorjahren (Tabelle).

Durch Ausnahmegenehmigung konnten mit verminderter Keimfähigkeit 15% Winterweizenpartien, 17% Roggenpartien und 6% Wintertriticalepartien zusätzlich anerkannt werden. Grafik

Die Aberkennungsrate liegt bei Mähdruschfrüchten in diesem Jahr bei 12,5% und damit so hoch wie in den letzten 6 Jahren nicht mehr. Grafik

 

Kartoffeln

Die abgeschlossene Virus-Beschaffenheitsprüfung ergibt einen Anerkennungsgrad von 98,2% (=3.491,33 ha) und somit eine Aberkennung von 1,8% (=62,76 ha) der zu prüfenden Partien. Mit 1,8 % Aberkennungen und 6,4 % Abstufungen auf niedrigere Kategorien fallen die Ergebnisse wider Erwarten sehr gut aus (Tabelle). Das war nicht zu erwarten, denn neben den vorteilhaften Auflaufbedingungen für die Kartoffeln im Frühjahr wurde auch die Entwicklung der Blattläuse begünstigt, die bereits frühzeitig Mitte Mai in den Beständen anzutreffen waren. Da die kranken Pflanzen ebenfalls frühzeitig gut zu erkennen waren, ist anzunehmen, dass bei rechtzeitigem Selektionsbeginn die Virusquellen beseitigt wurden bevor die Vektoren das Virus aufnehmen und verbreiten konnten.

Aberkennungen oder Abstufungen wurden durch das Auftreten von Y- und S-Virus verursacht. Letzteres ist mit zunehmender Tendenz und Ausprägung von schweren Symptomen zu beobachten.

Der Hauptgrund für Aberkennung im Feld im Jahr 2011 ist ein erhöhter Befall mit Schwarzbeinigkeit.  Grafik

In der Beschaffenheitsprüfung auf Virus- und Quarantänekrankheiten sind erfreulicher Weise sehr gute Qualitäten erreicht worden.  Grafik

 

Exporte von Saatgut außerhalb der EU

Jahr

anerkannte Partien

davon Exporte außerhalb der EU

Masse (dt)

2006/07

5.093

42

3.662

2007/08

3.670

47

3.865

2008/09

4.672

43

3.856

2009/10

4.564

65

5.180

2010/11

3.841

59

3.595

 

Das Exportgeschäft in die Nicht-EU-Staaten im Wirtschaftsjahr 2010/11 wurde von 6 in Mecklenburg-Vorpommern ansässigen Züchterhäusern bzw. VO-Firmen getätigt.

Es wurden Winterraps, Sommerraps, Futtererbsen, Wiesenrispe, Rotschwingel, Hafer und Sommergerste exportiert.

 

Exporte von Pflanzgut außerhalb der EU

Von 6 in Mecklenburg-Vorpommern ansässigen Züchterhäusern bzw. VO-Firmen wurden 2010/11 Pflanzkartoffeln in 22 Nicht-EU-Länder mit einer Gesamtmenge von 83.785 dt exportiert.

Hauptexportländer sind Russland, Weißrussland und Ägypten.

 

 



zuletzt geändert am: 05.04.2012