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Doris Heim

 

 

 

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BfR: ESBL-bildende Keime

 

ESBL

ESBL ist eine Eigenschaft verschiedener Erreger – ist also keine eigenständige Bakteriengruppe.
ESBL steht für „Extended-spectrum Beta-lactamasis“. Das heißt, es handelt sich um antibiotikarestistente Keime, die ein Enzym gegen ein breites Spektrum von ß-Laktam-Antibiotika besitzen, wie Aminopenicillinen (z. B. Ampicillin), Cephalosporinen (auch der dritten und vierten Generation) und Monobactamen haben.
Damit werden die Bakterien gegenüber vielen, auch in der Humanmedizin verwendete Antibiotika unempfindlich. Diese Resistenzen werden besonders bei den Enterobakterien beobachtet, zu denen u. a. Salmonellen und E. coli aber auch Klebsiellen gehören. Besonders problematisch dabei ist, dass harmlose Darmbakterien die Gene für ESBL an krankmachende Bakterien, beispielsweise Salmonellen, weitergeben können.

Die Anwendung von Antibiotika bei Tieren und Menschen fördert die Verbreitung
ESBL-tragender Bakterien und ihrer Gene.

Über das Vorkommen von ESBL-tragenden Bakterien beim Menschen gibt es wenig repräsentative Untersuchungsergebnisse. Bisher ist nicht bekannt, wie oft der Kontakt oder die Besiedelung mit ESBL-tragenden Bakterien beim Menschen zu einer Erkrankung führt. In den meisten Fällen wird der Mensch die Besiedlung mit diesen Keimen nicht bemerken, da diese Bakterien harmlose Darmbakterien sind. Sie gehören auch zur natürlichen Keimflora von Lebensmitteln sowohl tierischer als auch pflanzlicher Herkunft.

Es gibt unter den ESBL-tragenden Bakterien aber auch solche, die beim Menschen Erkrankungen verursachen können, z. B. Salmonellen oder enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC).
Das Risiko einer Infektion über Lebensmittel hängt von der Erregermenge im Lebensmittel ab. Bei der Verbreitung spielen aber auch mangelhafte Hygiene im Krankenhaus, im Tierstall sowie im Haushalt eine herausragende Rolle.

Das BfR befasst sich im Rahmen des Zoonosemonitorings mit dem Vorkommen und der Bedeutung von Zoonoseerregern und deren Resistenzeigenschaften entlang der gesamten Lebensmittelkette: Tierbestände, Futtermittel, tierische und pflanzliche Lebensmittel.
Im Rahmen eines bundesweiten Zoonosemonitorings werden auf den verschiedenen Stufen der Lebensmittelkette Proben untersucht. Sie werden im LALLF für M-V voruntersucht. Die gefundenen Zoonoseerreger werden zur weiteren Charakterisierung an das BfR Referenzlabor Berlin gesendet.
Diese Untersuchungen auf ESBL sind z. B. bei Coli-Bakterien erst seit 2009 mit repräsentativen Erhebungen begonnen worden. Das heißt, wir stehen am Anfang einer Beurteilungsmöglichkeit für dieses spezielle Thema. Vom BfR wurde ein standardisiertes Untersuchungsverfahren zur Isolierung von ESBL –verdächtigen Keimen erarbeitet.
Ergebnisse dazu sind im Ordner Zoonosen zu finden.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten zum Schutz gegen ESBL-tragende Keime dieselben Hygieneregeln unbedingt beachten, die auch für andere vom Tier oder vom Lebensmittel auf den Menschen übertragbare Krankheitserreger (Zoonoseerreger) gelten.



zuletzt geändert am: 25.11.2016