Diätetische Lebensmittel, Kleinkindernahrung, Nahrungsergänzungsmittel

 

Was wird untersucht?

 
Diätetische Lebensmittel für

  • Personen mit gestörtem Verdauungs- oder Resorptionsprozess bzw. mit Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetiker, Zöliakie- Erkrankte)
  • Personen in besonderen physiologischen Umständen (Natriumempfindliche)
  • Säuglinge und Kleinkinder (Säuglingsanfangnahrung, Folgenahrung)
  • besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diäten)
  • kalorienarme Ernährung zur Gewichtsverringerung
  • intensive Muskelanstrengungen (Leistungssportler)
  • sonstige besondere Zwecke (fettmodifizierte Ernährung)

Nahrungsergänzungsmittel z.B.

  • Vitaminprodukte
  • Mineralstoffprodukte
  • Produkte mit speziellen Fettsäuren, Omega-3-Kapseln
  • Pflanzenextrakte
  • Eiweißprodukte
  • Hefe- und Algen-Produkte

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Untersuchung auf Nährstoffe (Eiweiß, Fett, Fettsäuren, Zucker, Stärke)
  • Untersuchung auf Nährstoff-Zusätze (Vitamine, Mineralstoffe einschließlich Spurenelemente, Fettsäurezusammensetzung, Isotonie)
  • Untersuchung auf Zusatzstoffe (Süßstoffe, Zuckeraustauschstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe)
  • Untersuchung auf Schwermetalle
  • Untersuchung auf Mykotoxine (Aflatoxine, Ochratoxin A, Fumonisine)
  • Untersuchung auf Mikroorganismen (pathogene Keime, Hygieneindikatoren)
  • Prüfung auf Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung insbesondere Werbeaussagen und Abgrenzung zu Arzneimitteln

Untersuchungsergebnisse 2016

Säuglings-, Kindernahrung: 42 Proben, davon 1 beanstandet (2,4 %)
Nicht zum Verzehr geeignet:  1
Bei der sensorischen Untersuchung einer Beschwerdeprobe Säuglingsnahrung wurden mehrere dunkelbraune, keksartige Stücke am Dosenboden festgestellt. Der Geruch und Geschmack wurde als verbrannt beschrieben. Aufgrund dieser sensorischen Abweichungen wurde die Probe als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet und somit als nicht sicheres Lebensmittel beurteilt. Eine negative Beeinflussung der Probe im Haushalt, die zu dieser sensorischen Abweichung geführt hat konnte nicht ausgeschlossen werden.
Hinweise: 1
Eine weitere Beschwerdeprobe Säuglingsnahrung wich sensorisch deutlich von der Verbrauchererwartung und von der Vergleichsprobe ab. Der Geruch wurde als ranzig, nicht an Milch erinnernd und alt beschrieben und der Geschmack als bitter, alt, und ranzig.
Es konnte nicht festgestellt werden, ob die Verpackung der Beschwerdeprobe zum Zeitpunkt des Erwerbs bzw. des Verzehrs unversehrt gewesen war. Da auch weiterhin nicht auszuschließen war, ob die nachteilige Beeinflussung der Beschwerdeprobe im Haushalt geschehen war, wurde diese Probe behinweist und nicht beanstandet. Dennoch wurde eine Ursachenermittlung seitens des Herstellers als sinnvoll erachtet.


Diätetische Lebensmittel: 73 Proben, davon 15 beanstandet (20,5 %)
Gesundheitsschädlich, Gesundheitsgefährdend (1)
Eine Probe glutenfreie Bio-Reis-Mais-Pasta fiel durch einen sehr hohen Gluten- und Eiklarproteingehalt auf, so dass bei zöliakiekranken Personen gesundheitliche Beein-trächtigungen nicht ausgeschlossen werden konnten. Der Eianteil war außerdem nicht im Zutatenverzeichnis aufgeführt.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (14)
Ein diätetisches Lebensmittel (bilanzierte Diät) wies einen niedrigeren Chromgehalt auf als in der Nährwertkennzeichnungstabelle ausgewiesen. Obwohl die lebensmittelrechtlichen Vorschriften der Diätverordnung eingehalten wurden, wurde die Abweichung des Chromgehaltes als irreführend hinsichtlich der Lebensmittelkennzeichnung beurteilt.
Bei einem Lebensmittel wurde die Bezeichnung „Diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (Bilanzierte Diäten)“ als irreführend beurteilt, da die ausgelobte Wirkung zur Behandlung von Präadipositas und Übergewicht keine Diäteignung darstellt.
Zwei Proben mit der Bezeichnung Soße wurden mit der nährwertbezogenen Angabe natriumarm bzw. salzarm geworben. Da der tatsächliche Salzgehalt höher als 0,12 % betrug, wurden die Proben als irreführend beurteilt.
Bei weiteren Kennzeichnungsmängeln handelte es sich um fehlende Allergenkennzeichnung, um zu geringe Schriftgröße der Kennzeichnung und um fehlerhafte bzw. unzureichende Angaben des Herstellers, der Nährwertkennzeichnung und Bio-Kennzeichnung.
Eine Probe Saatenbrötchen war mit dem Zusatz „ aus glutenfreien Zutaten“ ausgelobt, ermittelt wurde aber ein Glutengehalt , der sich im Grenzbereich für Lebensmittel mit sehr geringen Glutengehalten bewegte.
Bei vier diätetischen Lebensmitteln zur kalorienarmen Ernährung bezog sich die Auslobung des Proteingehaltes nicht, wie in der Verordnung EG Nr. 1924/2006 gefordert, auf die verzehrfertige Zubereitung, sondern auf das unverarbeitete Pulver. Die Zubereitung wies einen signifikant geringeren Proteingehalt als die prominente Werbung auf.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung (1)
Bei einer Probe, die als diätetisches Lebensmittel in den Verkehr gebracht wurden, wurde der Zusatzstoff Benzoesäure in technologisch wirksamer Menge nachgewiesen. Obwohl dieser Zusatzstoff zulässigerweise bei der Herstellung verwendet wurde, fehlte eine entsprechende Kennzeichnung im Zutatenverzeichnis.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen (2)
Bei einer Probe „Diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (ergänzende bilanzierte Diät) zur diätetischen Behandlung von Magnesium- und Vitamin E-Mangelzuständen“ wurden Nachweise zur Diäteignung und zur Erfüllung der Vorschriften der Diätverordnung angefordert.
Bei einer weiteren Probe „Diätetisches Lebensmittel zur besonderen Ernährung bei Lactose-Intoleranz“ wurde beanstandet, dass die zugehörige Anzeige beim BVL nicht existent war.
Hinweise (1)
Bei einer Probe Naturreisnudeln entsprach der analysierte Eiweißgehalt nicht dem deklarierten Wert in der Nährwertkennzeichnungstabelle.

Nahrungsergänzungsmittel: 58 Proben, davon 9 beanstandet (15,5 %)
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (8)
Die Kennzeichnungen von zwei Nahrungsergänzungsmitteln in Kapsel- oder Tablettenform waren zur Irreführung geeignet. Sie enthielten pflanzliche Wirkstoffe z.B. Zitrus-Flavonoide, welche keine ernährungsspezifische oder physiologische Wirkung aufwiesen und somit entgegen den Bestimmungen der Nahrungsergänzungsmittelverordnung in der Mengenkennzeichnung aufgeführt wurden.
Drei Proben wurden wegen unzulässiger gesundheitsbezogener Angaben (hinsichtlich Zink, Glutaminsäure, Nierenfunktion) beanstandet, da die Bestimmungen der Verordnung EG Nr. 1924/2006 nicht erfüllt wurden. Ein pulverförmiges Nahrungsergänzungsmittel zur Regelung des Säure-Base-Haushalts enthielt angstauslösende, gesundheitsbezogene Angaben und wurde dementsprechend beanstandet.
Es traten weitere Kennzeichnungsmängel, wie z. B. fehlendes Zutatenverzeichnis, zu geringe Schriftgröße, nicht korrekte Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums bzw. des Zutatenverzeichnisses und fehlende Pflichtkennzeichnung gemäß Nahrungsergänzungs-mittelverordnung auf.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen (2)
Zwei Proben Nahrungsergänzungsmittel wiesen einen Gehalt an pharmakologischen Wirk-stoffen auf und wurden beanstandet bzw. an die Arzneimittelprüfstelle zur weiteren Bear-beitung weiter geleitet.
Hinweise (10)
Insgesamt sieben Proben Nahrungsergänzungsmittel wurden wegen einer ausschließlichen Kennzeichnung in englischer Sprache beanstandet. In Deutschland gilt lediglich die deutsche Sprache als verständlich im Sinne des Artikels 15 der Verordnung EU Nr. 1169/2011.
Eine Probe enthielt als Zutat das nicht zugelassene neuartige Lebensmittel ‚Stevia Blätter‘.
Zwei Proben Nahrungsergänzungsmittel enthielten potentiell pharmakologisch wirksame Stoffe und wurden der Arzneimittelprüfstelle zur weiteren Prüfung vorgelegt.
Eine weitere Probe erfüllte nicht die Kennzeichnungsvorgaben der Verordnung EU Nr. 1169/2011.



zuletzt geändert am: 03.08.2017