Diätetische Lebensmittel, Kleinkindernahrung, Nahrungsergänzungsmittel

 

Was wird untersucht?

 
Diätetische Lebensmittel für

  • Personen mit gestörtem Verdauungs- oder Resorptionsprozess bzw. mit Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetiker, Zöliakie- Erkrankte)
  • Personen in besonderen physiologischen Umständen (Natriumempfindliche)
  • Säuglinge und Kleinkinder (Säuglingsanfangnahrung, Folgenahrung)
  • besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diäten)
  • kalorienarme Ernährung zur Gewichtsverringerung
  • intensive Muskelanstrengungen (Leistungssportler)
  • sonstige besondere Zwecke (fettmodifizierte Ernährung)

Nahrungsergänzungsmittel z.B.

  • Vitaminprodukte
  • Mineralstoffprodukte
  • Produkte mit speziellen Fettsäuren, Omega-3-Kapseln
  • Pflanzenextrakte
  • Eiweißprodukte
  • Hefe- und Algen-Produkte

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Untersuchung auf Nährstoffe (Eiweiß, Fett, Fettsäuren, Zucker, Stärke)
  • Untersuchung auf Nährstoff-Zusätze (Vitamine, Mineralstoffe einschließlich Spurenelemente, Fettsäurezusammensetzung, Isotonie)
  • Untersuchung auf Zusatzstoffe (Süßstoffe, Zuckeraustauschstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe)
  • Untersuchung auf Schwermetalle
  • Untersuchung auf Mykotoxine (Aflatoxine, Ochratoxin A, Fumonisine)
  • Untersuchung auf Mikroorganismen (pathogene Keime, Hygieneindikatoren)
  • Prüfung auf Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung insbesondere Werbeaussagen und Abgrenzung zu Arzneimitteln

Untersuchungsergebnisse 2017

Säuglings-, Kindernahrung
36 Proben, davon 9 (25 %) beanstandet

 Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  8
Zwei Proben trugen die nicht zugelassene gesundheitsbezogen Angabe „stuhlregulierend“.  In der Nährwertkennzeichnung von fünf Proben wurde entgegen der Vorgaben der Lebensmittelinformationsverordnung sowie der Diätverordnung Lactose aufgeführt. Eine Probe wurde mit der nicht zulässigen Angabe „hergestellt ohne glutenhaltige Zutaten“ beworben.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen:  1
Bei einer Probe „Kindermilch“ war eine Bezeichnung als Milch nicht zulässig, da das Milchfett durch pflanzliches Fett ergänzt wurde.

Diätetische Lebensmittel
52 Proben, davon 10 (19,2 %) beanstandet

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  10
Bei fünf Proben Eiweißgetränk bezog sich die verwendete nährwertbezogene Angabe zum Eiweißgehalt nicht auf das verzehrfertige Lebensmittel, sondern auf das nicht zubereitete Pulver.
Bei zwei Lebensmitteln wurde die Bezeichnung „Diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (Bilanzierte Diäten)“ als irreführend beurteilt, da die ausgelobte Wirkung (z.B. Behandlung von Adipositas) keine Diäteignung darstellte. Eine Probe trug sowohl die Bezeichnung Nahrungsergänzungsmittel als auch ergänzend bilanzierte Diät.
Bei einer bilanzierten Diät fehlte die Kennzeichnung des Zuckerzusatzes in Verbindung mit der Bezeichnung. Diese war nötig, weil der Probe auch Süßstoffe zugesetzt wurden.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen:  1
Bei zwei Proben war die Nährwertkennzeichnung fehlerhaft.
Hinweise: 2
Bei zwei ergänzend bilanzierten Diäten entsprachen die gekennzeichneten Chrom bzw. Vitamin C Gehalte nicht den analytisch nachweisbaren Gehalten. Die Abweichungen entsprachen aber noch den Toleranzen der GDCh bzw. sollten durch die Analyse einer Verfolgsprobe bestätigt werden.

Nahrungsergänzungsmittel
81 Proben, davon 9 (11,1 %) beanstandet

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften:  7
Vier Proben wurden wegen unzulässiger gesundheitsbezogener Angaben (Zink, Muskelwachstum, reguliert den Blutzucker) beanstandet, da die Bestimmungen der Verordnung EG Nr. 1924/2006 nicht erfüllt wurden. Ein Nahrungsergänzungsmittel hielt eine Angabe, die ihm den Anschein gab es könnte einer Krankheit vorbeugen.
Es traten weitere Kennzeichnungsmängel, wie z.B. fehlendes Zutatenverzeichnis, zu geringe Schriftgröße, nicht korrekte Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums bzw. des Zutatenverzeichnisses und fehlende Pflichtkennzeichnung gemäß Nahrungsergänzungsmittelverordnung auf.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen:  3
Eine Proben Nahrungsergänzungsmittel wiesen einen Gehalt an pharmakologischen Wirk-stoffen auf und wurden beanstandet bzw. an die Arzneimittelprüfstelle zur weiteren Bear-beitung weiter geleitet.
Zwei Nahrungsergänzungsmittel enthielten eine nicht zur Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassene Mineralstoff- bzw. Vitaminverbindung.
Hinweise: 13
Insgesamt vier Proben Nahrungsergänzungsmittel wurden wegen einer ausschließlichen Kennzeichnung in englischer Sprache beanstandet. In Deutschland gilt lediglich die deutsche Sprache als verständlich im Sinne des Artikels 15 der Verordnung EU Nr. 1169/2011.
Bei einem Nahrungsergänzungsmittel fehlte die Anzeige gemäß §5 NemV.
Zwei Proben Nahrungsergänzungsmittel enthielten potentiell pharmakologisch wirksame Stoffe und wurden der Arzneimittelprüfstelle zur weiteren Prüfung vorgelegt.
Vier Proben Nahrungsergänzungsmittel enthielten Inhaltsstoffe für die keine ernährungsspezifische oder physiologische Wirkung bekannt ist. Hier wurden die Kreise darum gebeten, bei den Herstellern die Informationen über die Wirkungen einzuholen. 
Zwei Hersteller wurden auf die hohe Vitamindosierung, erheblich über den Empfehlungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung, in Ihren Produkten hingewiesen.



zuletzt geändert am: 06.08.2018