Alkoholfreie Getränke: Mineral-, Quell- und Tafelwasser - Fruchtsäfte - Erfrischungsgetränke

Was wird untersucht?

  • natürliche Mineralwässer
  • Quellwässer
  • Tafelwässer
  • Fruchtsäfte, Fruchtnektare, Fruchtsaftgetränke
  • Fruchtsaftschorlen
  • Limonaden, Brausen, funktionelle Getränke

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Überprüfung der Reinheit, der stofflichen Zusammensetzung  von Wässern
  • Untersuchung der stofflichen Zusammensetzung der Getränke (Extrakt, Gesamtsäure etc.)
  • Bestimmung fruchtspezifischer Inhaltsstoffe (z.B. relative Dichte, lösliche Trockenmasse, Zucker, Mineralstoffe, organische Säuren) bei fruchtsafthaltigen Getränken
  • Nachweis und Bestimmung von besonderen Inhaltsstoffen wie Chinin, Coffein u. a.
  • Überprüfung der Mineralstoffzusammensetzung und des isotonischen Status von Elektrolytgetränken
  • Untersuchung auf Vitamine (wie Vitamin C, Vitamin E, Provitamin A, B-Vitamine u.a.)
  • Untersuchung auf Zusatzstoffe (z. B. Konservierungsstoffe, Süßstoffe, Farbstoffe)
  • Untersuchung auf Kontaminaten (wie Hydroxymethylfurfural als Maß für die thermische Belastung von Säften, Patulin in Apfelsaft u. a.)
  • Untersuchung auf Rückstände insbesondere Schwermetalle und andere Elemente
  • mikrobiologische Untersuchungen
  • Prüfung auf Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung

Untersuchungsergebnisse 2016

Fruchtsäfte, Fruchtnektare: 125 Proben, davon 14 beanstandet (11,2 %)
Nicht zum Verzehr geeignet (1)
Eine Probe mit der Bezeichnung ‚Bananen-Nektar‘ wurde aufgrund von Schimmelpilz-wachstum in der Verpackung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet und somit als nicht sicheres Lebensmittel beurteilt.
Wertgemindert (1)
In der sensorischen Analyse wurde bei einem Birnensaft eine Fremdnote in Geruch und Geschmack festgestellt. Darüber hinaus war ein Birnenaroma nur schwach erkennbar. Das Fehlaroma der Probe stellte eine Abweichung von der Verbrauchererwartung an einen Birnensaft und somit eine Wertminderung dar.
Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (12)
Ein Johannisbeersaft wurde aufgrund der Abweichungen des  Vitamin C Gehaltes der che-mischen Analyse von der Angabe der Nährwertkennzeichnungstabelle als irreführend hinsichtlich seiner Zusammensetzung beurteilt.
Die Angabe „ohne Zucker“ auf einem Etikett von zwei Apfelsäften wurde als irreführend beurteilt, da der Zusatz von Zucker in diesem Falle nicht zulässig war (Werbung mit Selbstverständlichkeiten).
weitere neun Proben Apfelsaft und aus Mostbetrieben:
Diverse Kennzeichnungsangaben (z.B. Mindesthaltbarkeitsdatum, Losnummer, Nennfüll-menge, Nährwertkennzeichnung, unzulässige nährwertbezogene Angabe "hochwertiger Energiespender", unzulässige Verwendung der Bezeichnung „Bio“) waren nicht korrekt deklariert oder fehlten.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen (2)
Bei einem Orangensaft wurde festgestellt, dass weder im Geruch noch im Geschmack ein charakteristisches Orangenaroma zu erkennen war. Der Orangensaft wies darüber hinaus eine nicht charakteristische beige Farbe mit Graustich auf und wurde aufgrund dieser sen-sorischen Abweichungen von der Verbrauchererwartung bestandet.
Bei einer weiteren Probe Orangensaft wurden ähnliche sensorische Abweichungen beanstandet. Diese sensorische Abweichung wurde durch die chemische Analyse gestützt. Die Analysenwerte unterschritten die Referenzrichtlinien zur Beurteilung von Fruchtsäften, weshalb der Saft wegen des Verdachts einer Verwässerung als irreführend beurteilt wurde.
Hinweise: 5
Diverse Zitrusfruchtsäfte wurden aufgrund von leichten Fremdnoten oder erhöhten Keimzahlen behinweist. Zwei Grapefruitsäfte fielen durch erhöhte Calciumwerte auf, weshalb angeregt wurde die Fruchtqualität der zu verarbeitenden Früchte kritisch zu überprüfen.

Alkoholfreie Erfrischungsgetränke: 146 Proben, davon 17 beanstandet (11,6 %)

Irreführung, Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (13)
Bei drei Fruchtschorlen wurden der zu geringe Fruchtgehalt oder falsche Nährwertangaben als irreführend beanstandet.
Die meisten Erfrischungsgetränke wurden beanstandet da der Warnhinweis zu den verwendeten Azofarbstoffen fehlte. Ein Vitamingetränk wurde aufgrund einer unzulässigen gesundheitsbezogenen Angabe ("eine ausgewogene Mischung wertvoller Vitamine stabilisiert die Abwehrkräfte ihres Körpers") beanstandet.
Zusatzstoffe, fehlende Kenntlichmachung, unzulässige Verwendung (9)
Bei acht Erfrischungsgetränken fehlte die Kenntlichmachung der verwendeten Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Konservierungsstoffe bzw. Süßungsmittel.
Bei einem Mineralgetränk aus einem Sportstudio (lose Ware) führte die Höchstmengenüberschreitung des Konservierungsstoffes Benzoesäure zu einer weiteren Beanstandung.
Hinweise (3)
Zwei Proben von Erfrischungsgetränken (lose Ware) waren mikrobiologisch auffällig.
Zu einer Verbraucherbeschwerde erging ein Hinweis, da die Herkunft eines Fremdkörpers (Kapsel) im Rahmen der Untersuchungen nicht geklärt werden konnte. Zudem konnte eine Verunreinigung der Apfelschorle im Haushalt des Beschwerdeführers nicht ausgeschlossen werden.

Mineral-, Tafel-, Quellwasser: 116 Proben, 5 beanstandet (4,3 %)
Nicht zum Verzehr geeignet (2)
Eine Beschwerdeprobe Mineralwasser wurde auf Grund ihrer sensorischen und mikro-biologischen Beschaffenheit (Koloniezahl) als verdorben und somit als nicht sicher im Sinne von Art. 14 Abs. 2b in Verbindung mit Abs. 5 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 beurteilt. Die Ursache der Kontamination konnte nicht ermittelt werden.
Eine Probe Eiswürfel wurde wegen des Kalkgehaltes auf Grund der damit verbundenen sen-sorischen Abweichung als nicht sicher beurteilt. Auf die Bedeutung der Einhaltung der Lebensmittelhygiene wurde hingewiesen.
Verstöße gegen sonstige Vorschriften und Hilfsnormen (3)
Bei drei Proben Mineralwasser wurden abweichende Mineralstoffgehalte von den charakterisierenden Werten der amtlichen Anerkennung beanstandet, da dadurch die Bestimmungen der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift für Mineralwässer und der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung nicht eingehalten wurden.
Hinweise (8)
Bei fünf Mineralwässern entsprach der Mineralstoffgehalt nicht der in der amtlichen Anerkennung vorgegebenen Konzentration der charakterisierenden Parameter bzw. der im Analysenauszug angegebenen Konzentration.
Eine Probe Eiswürfel aus einer Eismaschine wies eine erhöhte Koloniezahl auf.
Eine Beschwerdeprobe Wasser wurde aufgrund eines abweichenden Geruchs in der sensorischen Analyse als unrein charakterisiert. Eine nachteilige Beeinflussung der Probe durch den Beschwerdeführer konnte nicht ausgeschlossen werden. Bei einer weiteren Beschwerdeprobe Wasser wurden Schimmelpilze festgestellt. Die jeweilig zugehörigen Vergleichsproben blieben ohne Beanstandung.



zuletzt geändert am: 03.08.2017