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Ergebnisse der amtlichen Untersuchungen in Mecklenburg-Vorpommern bestätigen:

Kein Einsatz antibiotischer Leistungsförderer in der Mastputenhaltung/
Tiermedizinisch notwendige Anwendung von Antibiotika im gesetzlichen Rahmen

Kein Einsatz antibiotischer Leistungsförderer in der Mastputenhaltung/ Tiermedizinisch notwendige Anwendung von Antibiotika im gesetzlichen Rahmen

Immer wieder tauchen Berichte auf, dass in der Putenmast der Einsatz von Antibiotika als "Leistungsförderer" oder "Wachstumsbeschleuniger" normal wären. Der Einsatz antibiotischer Leistungsförderer ist seit dem 01.01.2006 EU-weit verboten. Als antibiotische Leistungsförderer waren in der Vergangenheit auch nur Substanzen zugelassen, die nicht in der Humanmedizin Anwendung fanden. Um die Möglichkeit eventuell auftretender Resistenzbildungen in der Humanmedizin durch deren Einsatz zu unterbinden, wurde dieses Verbot erlassen.

Beim Einsatz von Wirkstoffen in der Mastputenhaltung muss zwischen antibiotischen Leistungsförderern und dem Einsatz von Antibiotika zu Therapiezwecken unterschieden werden.
Der Einsatz von Antibiotika als Tiermedizin bei den Puten ist arzneimittelrechtlich geregelt. Das Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz) in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. Dezember 2005 (BGBl. I S. 3394) § 56 a Abs. 1 besagt, dass der Tierarzt Arzneimittel nur im Rahmen einer ordnungsgemäßen Behandlung für die von ihm zu behandelnden Tiere anwenden, verschreiben oder an den Tierhalter abgeben darf. Vor jedem Einsatz von Arzneimitteln wird der Tierarzt konsultiert. Somit setzt die ordnungsgemäße Behandlung eine Untersuchung und Diagnosestellung vor Behandlung und Verschreibung eines entsprechenden Medikamentes voraus. Ebenso ist eine Nachkontrolle durch den Tierarzt Pflicht.  
 
Bei einer notwendigen Behandlung von Puten ist eine Einzeltierbehandlung wenig sinnvoll, da die durch Erreger hervorgerufenen Erkrankungen nicht nur ein Tier im Stall befallen.
Für die Therapie von Mastputen sind zurzeit nicht mehr als 20 Antibiotika in Deutschland zugelassen. Der Einsatz erfolgt entsprechend den Herstellervorschriften und der Behandlungsanweisung durch den Hoftierarzt.

Im Rahmen der Tierarzneimittelüberwachung wurden in M-V im Jahr 2009 in 8 von 50 Putenmastbetrieben Kontrollen durch das LALLF vorgenommen. Sie beinhalten die Kontrolle des korrekten Arzneimitteleinsatzes und deren Nachweisführung (Bestandsbuch). Dabei wurden keine arzneimittelrechtlichen Verstöße hinsichtlich der geforderten Nachweispflichten festgestellt. Der Einsatz von Antibiotika erfolgte im gesetzlichen Rahmen.
Die behördlichen Kontrollen gemäß Arzneimittelgesetz sind somit ein Teil des Verbraucherschutzes, um die Erzeugung sicherer Lebensmittel zu gewährleisten.

Weitere Kontrollen werden im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplanes für Deutaschland durchgeführt. Sein Ziel ist es, den Einsatz verbotener Wirkstoffe in Tierhaltungen aufzudecken. In M-V wurden im Jahr 2009 insgesamt 35 Proben (Tierkörper- bzw. Tränkwasserproben) in 8 Putenbeständen untersucht. Es gab 2009 keine Beanstandungen. Dieses Ergebnis trifft auch für die Jahre 2006 (49 Proben),  2007 (47 Proben) und 2008 (47 Proben) zu.



zuletzt geändert am: 05.09.2014